Sonntag, 20. Januar 2013

Fuck Diets!


Ich wusste ja gar nicht, dass die Brigitte im letzten Jahr schon wieder aufgehört hat, mit "echten Frauen" statt mit Models zu arbeiten. Und das nach einer Testphase von nur - wie lange war das - 2 Jahre(n), die offenbar erheblich danebengegangen sein muss. Der Grund dafür wurde übrigens den Leserinnen in die Schuhe geschoben, denn die wollten angeblich gar keine "echten Frauen" mehr sehen. Was vielleicht auch damit zu tun haben könnte, dass die "echten Frauen" in der Brigitte so ziemlich allesamt jünger, dünner und glatter, als die echten Leserinnen waren - also im Prinzip unentdeckte Models. Das heißt, die Optik blieb weitgehend gleich, nur der Druck auf die Leserin stieg, weil die jetzt gefühlt nicht einmal mehr mit der normalen Frau von der Straße konkurrieren konnte. Von der man dann ja obendrein auch noch lesen musste, dass sie in Kopenhagen Architektur studiert und leidenschaftliche Snowboarderin ist. Oder so ähnlich. Kurzum, jung, schön, erfolgreich UND "echt" - ich kann mir gut vorstellen, dass das ein wenig zu viel für das gebeutelte Publikum war. Aber das ist natürlich nicht die Schuld des Publikums. Da haben sich unfähige Redakteurinnen einfach nicht von ihren Vorstellungen lösen können, was ansehnlich ist. Und hatten zu wenig Schneid, um - Achtung! - ECHTE Veränderungen vorzunehmen.

Aber wie gesagt, davon hätte ich gar nichts mitbekommen, hätte ich neulich am Kiosk nicht die zweite Ausgabe dieses Jahres erworben, um mir "Die neue Brigitte Diät" (die ja noch nie wirklich neu war) anzusehen. Das tue ich halt immer. Feindbeobachtung sozusagen. Oder doch eher eine rituelle Rückkehr an den Tatort. Es ist die Brigitte-Diät, der ich einen großen Teil der Kilos verdanke, die ich heute mit mir herumschleppe, denn sie war unter den Diäten, mit denen als Kind meine Jojo-Karriere begann. Die Brigitte-Diät auf dem Papier und die im Kopf meiner Mutter haben maßgeblich dazu beigetragen, mich zu einer "echten", dicken Frau zu machen, die Jahrzehnte später noch immer mit den Folgen für ihren Körper und ihr Selbstbild kämpft. Wie so viele andere auch.

Und ohnehin: Das Problem der blanken Ungleicheit, das wir als Gesellschaft weiterhin haben, dürfte kaum plastischer darzulegen sein, als durch die Sätze, mit denen die Chefredakteurinnen (von denen eine männlich ist) ihr Editorial zur Diät-Ausgabe einleiten. Brigitte Huber sagt: "Frauen verheimlichen, vertuschen und unterschlagen. Zumindest, wenn es um sensible Daten geht, wie die Zahl der Kalorien, die sie zu sich nehmen." Stephan Schäfer sagt: "Meine schönste Diät habe ich mit 16 gemacht. Wir waren sechs Jungs, wild und entschlossen, Südfrankreich zu erobern. Leider hatten wir für die gesamten Sommerferien nur 250 Mark pro Mann. (...) Baguette, ein bisschen Käse, Fisch aus Dosen; der Rest versank in französischem Landwein." Sie fühlt sich schuldig und muss vertuschen, damit ihr die große Universumskalorienpolizei mit dem langen, weißen Bart nicht auf die Schliche kommt. Er hat offensichtlich noch nie in seinem Leben eine Diät gemacht. Und wird es auch nicht tun. Fat is a feminist issue?* Heute mehr denn je. Wenn ich mich dafür entscheide, Frauen auch nach fast sechzigjährigem Bestehen meiner Zeitschrift weiterhin mental und körperlich zu schwächen, indem ich sie anhalte, ihre Nahrung zu reglementieren, kann ein Bericht über Hillary Clinton ganz hinten im Blatt das jetzt ein für allemal auch nicht mehr rausreißen. Das hatte meine Mutter offenbar auch instinktiv begriffen, als sie ihr Abo mit Anfang 60 dann endlich kündigte.

Fuck it!

Und wie hört man nun endlich auf, Diät zu machen und permanent Diät zu denken? Das ist noch immer die alte neue Frage, um die sich hier im Prinzip alles dreht. Wie entreißt man jetzt wirklich und ernsthaft seinen Körper, seinen Alltag und seine Lebensfreude den Klauen eines seit Ewigkeiten verinnerlichten Kontrollprogramms?

John C. Parkins (Autor von "Fuck it!") Antwort ist ebenso einfach wie eindeutig: "Sagen Sie Fuck It zur "richtigen" Ernährung." Solange es kein "essensfreies" Essen gibt, wird es immer Ernährungsexperten geben, die an der Ernährung anderer Leute etwas zu nörgeln haben. Parkin rät, man solle seine Essgewohnheiten einfach so annehmen, wie sie sind. Wer irgendwann frei sein will vom Diätwahn, muss diesen Schritt machen. Die Angst, dass man immer weiter zunehmen könnte, wenn man die ständige Selbstkontrolle aufgibt, ist seiner Erfahrung nach unbegründet - im Gegenteil: er hält es für wahrscheinlich, dass man sogar Gewicht verliert, denn sobald man essen darf was und wann man will, will man vermutlich vieles gar nicht mehr so dringend essen. Das ist plausibel, denn dass restriktiver Umgang mit Nahrung zwangsläufig zu einer Obsession mit Nahrungsmitteln führt, ist schon lange erwiesen**, entspricht außerdem natürlich unseren persönlichen Erfahrungen und lässt sich in den Medien eindrucksvoll im Hinblick auf eine quasi gesamtgesellschaftliche Essstörung nachvollziehen: Nicht abreißende Berichterstattung über Diäten und vermeintlich gesunde Ernährung einerseits, Kochsendungen mit komplexen, hochkalorischen Kreationen im Minutentakt andererseits. Auch der Arzt Gunter Frank beschreibt in "Lizenz zum Essen" das Phänomen, dessen möglichen Eintritt Parke vorhersagt. Patienten verloren leicht an Gewicht, nachdem sie sich endlich entschieden hatten, keine Kalorien mehr zu zählen. Bei mir hält eine Tafel Schokolade übrigens auch entscheidend länger, seit ich mich mit der Möglichkeit beschäftige, einfach so zu bleiben, wie ich bin. Neulich habe ich hinten im Schrank sogar eine gefunden, die ich total vergessen hatte - das wäre früher nie passiert. ; ) Trotzdem darf man natürlich das Ende der Diäten nicht als neuen Diätplan begreifen - dass man sich damit ins eigene Knie schießt, dürfte auf der Hand liegen. Solche Erwartungen werden sich nicht erfüllen, sondern einen bei der Rückkehr zu einem nicht schuldbeladenen Essverhalten nur blockieren.

Parkins Strategie mag radikal erscheinen, deckt sich aber auch mit den Empfehlungen und Beobachtungen der Fettaktivistinnen Kate Harding und Marianne Kirby. Diese legen in ihrem Buch "Lessons from the Fat-O-Sphere" dar, dass die Angst, sich ins Koma zu futtern, wenn man sich plötzlich alles gestattet, jeder realistischen Grundlage entbehrt. Klar, wer gerade eine Diät hinter sich hat, wird wieder zunehmen. Das hätte man mit riesiger  Wahrscheinlichkeit jedoch ohnehin. Aber anders als von der Brigitte et al. immer suggeriert, sind die allermeisten von uns eben keine mehr schlecht als recht getarnten Fressmaschinen, die ohne Reglementierung im Transformermodus den Planeten schmatzend ratzekahl machen würden. Vielleicht stopft man sich anfangs ein paarmal mit vorher "Verbotenem" voll, weil es halt jetzt erlaubt ist, aber, so Harding/Kirby, diese Phase wird für gewöhnlich nicht lange dauern. Irgendwann will der Körper automatisch zu einer abwechslungsreichen Ernährung zurück, die mengenmäßig den momentanen Bedürfnissen entspricht, und er wird einem dieses auch wahrnehmbar mitteilen. An dem Punkt wird es dann wichtig, genau hinzuhören und "hinzufühlen", um folgende Fragen genau zu beantworten: Bin ich jetzt hungrig? Und was will ich jetzt essen? Für Harding/Kirby ist intuitives Essen die einzige Chance auf eine Flucht aus der grimmigen Welt der Diäten in ein diätfreies Leben und zu einer selbstbestimmten Ernährung - etwas, was viele von uns eigentlich gar nicht (mehr) kennen.

  • Grundvoraussetzung hierfür ist, dass man akzeptiert, dass Diäten schlicht nicht funktionieren. Dabei kann eine gesunde Portion Wut helfen.
  • Außerdem ist es von entscheidender Bedeutung, damit aufzuhören, Nahrungsmittel in gute und schlechte einzuteilen.
  • Wie Parkin raten die beiden, sämtliche Diät- und Ernährungsratgeber in den Müll zu werfen. Und ab da sollte man sich strikt an den Harding-Kirby Lifetime Diet Plan halten:
"Eat what you're hungry for, when you're hungry for it, and stop when you're full. Period."
(Iss wonach dir ist, dann, wenn dir danach ist und höre auf, wenn du satt bist. Punkt.)

Das ist nun eines meiner großen Ziele für das kommende Jahr - ich werde versuchen, hier weiter an mir zu arbeiten und besser darin zu werden, ohne Schuldgefühle das zu essen, was ich will. Meinen Plan einer kompletten Umstellung auf eine vegane Ernährung werde ich allerdings vorerst drangeben. Ich werde weiterhin vegetarisch leben und vielleicht versuchen, den Anteil tierischer Produkte nach und nach zu reduzieren. Ich hatte ja auch noch immer vor, mein Körpergewicht gezielt noch etwas zu verringern. Wegen der Knie und so. Aber ich werde ab jetzt keine Diät mehr machen. Und ich werde auch nicht "meine Ernährung umstellen". Wenn ich dann also einfach so bleibe, wie ich jetzt bin: FUCK IT! ; )

P.S.: Dann kann höchstens die Ausräumaktion im Kleiderschrank weitergehen - diesmal dann bis Größe 46 (einschließlich).

*Susie Orbach
** siehe z.B. Minnesota Starvation Experiment


NH

Kommentare:

  1. Rauchen aufgehört, ca. 15kg zugenommen, Ernährung komplett umgestellt auf gesund und keine Kohlenhydrate nach 18 Uhr plus mehr Bewegung! Das Ende vom Lied - die Kilos purzelten, wir fühlten uns fitter und mochten wieder unseren Körper. Durch Weihnachten sind es nun wieder 2kg mehr, aber das ist okay. Insgesamt verloren wir unsere "Nichtraucherkilos" und zwar ohne Einschränkungen, Hungergefühle, Freßattacken und Jojoeffekt. Scheiß auf Diäten, denn man kann auch ohne sie gesund abnehmen.

    Herzensgrüße,
    Jen

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  2. Hallo Nicola,
    wie sich die Diätwege doch gleichen ;-) Ich kann mich noch viel zu gut daran erinnern, dass auch meine Mutter auf die Brigitte Diät schwörte - wahrscheinlich da sie damals mit dem Rauchen aufhörte und mehr Pfunde zu Miniröcken echt blöd aussahen. Als ich dann im passenden Alter war, wurde mir der rausgerissene und sicher verwahrte Diätplan von Brigitte wärmstens von meiner Mutter empfohlen ...

    Ich habe nun ja schon seit ca. 8 Jahren dem Diätwahn den Kampf angesagt. Und es stimmt, wenn sich die Gedanken nicht immer darum drehen, was man alles nicht essen darf oder nur in Maßen essen sollte, verlieren die Lebensmittel und Süßigkeiten an Bedeutung. Plötzlich lässt es sich viel leichter ohne Kuchen, Kekse & Weingummi leben. Allerdings wanderte die Anzeige meiner Waage einige Jahre munter weiter. Mit einem mulmigen Gefühl akzeptierte ich das. Aber jedes Mal wenn ich das Gewicht unserer Katzen kontrollieren wollte, wurde das für mich zum Horrortrip. Und wenn dann irgendwann auch noch bequeme Strickklamotten an Form verlieren ...
    Inzwischen habe ich wahrscheinlich das Volumen erreicht, wo mein Körper feststellt, dass das jetzt reicht. Leider sind das wohl um die 10 bis 15 Kilo mehr, als ich es mir wünschen würde. Auf Dauer finden das meine Gelenke bestimmt auch nicht so witzig :-(

    Aber gerade vor 1 1/2 Wochen, als ich meinen neuen Laptop am Liebsten an die Wand gedonnert hätte und total frustriert war, wurde mir klar, dass das Frustessen viel zu gut abgespeichert und noch immer blitzschnell verfügbar ist. Ein paar solcher Tage und eine jahrelange Diätdisziplin wäre hin - der Teufelskreis ginge in eine neue Runde ...
    So war mir zum Glück einen Abend lang total schlecht, mein Körper zeigte mir die gelbe Karte, und jetzt geht das Leben normal weiter. Wahrscheinlich weil ich das entsprechende 'dicke Fell' habe, dass ich zum Leben brauche ;-)
    Denn als mein holder Gatte vor etwa 8 Jahren blitzschnell durch Sport und Essens-Umstellung abnahm, war er ein fürchterlich nervöses Hemd. Und dann kam der JoJo-Effekt ...

    Die beste 'Diät' ist inzwischen für uns ein möglichst glückliches und zufriedenes Leben zu führen. Dann arbeitet auch der Stoffwechsel besser :-) Aber so ähnlich hatte ich das wohl schon unter 'Ganz viel Sex' geschrieben!
    Liebe Grüße
    Silke

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  3. Hi Nicola,
    ich habe im Jahr 2010 nach einem Besuch bei einer Ernährungsberaterin innerhalb von 3 Monaten 10kg abgenommen ohne zu Hungern. Aber die Kilos waren schnell wieder drauf. So ca. nach einem Jahr.
    Ich habe öfter überlegt ob ich das nochmal mache, aber dieses "bloß keine Kohlehydrate abends" nervte dann doch irgendwie. Meine Ernährung auf den "gesund-Modus" umzustellen kann bei mir einfach nicht von Dauer sein. Immer nur Möhrchen und anderes Gemüse knabbern, das möchte ich nun doch nicht.
    Ich scheine ganz langsam immer weiter zuzunehmen. Wenn ich eine Hose eine Weile nicht an hatte, passt sie mir irgendwie nicht mehr. Dabei esse ich nicht übermäßig viel oder fett oder süß. Muss wohl mit dem Alter zu tun haben. Mangelnde Bewegung auch mit ein Grund...

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  4. Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für eure Nachrichten.

    Ich nehme an, für's Zunehmen gibt's halt viele Gründe, die gar nichts mit zu viel Nahrungsaufnahme zu tun haben, z.B. Stress. Und der Jojo-Effekt tritt ja auch nicht ein, weil man viel zu viel isst, sondern weil der Körper nach Hungerphasen Vorräte anlegt, sobald es ihm irgendwie möglich ist. Dann schlägt er leider auch nicht nur kurzfristig zu. Bis der Körper nach langen oder vielen Diäten wieder Vertrauen hat, dass die nächste Hungersnot ihn nicht aus den Socken fegen wird, kann ziemlich viel Zeit ins Land gehen - in der u. U. viele Extrakilos gehortet werden.

    Wissenschaftlich erforscht und belegt ist wohl mittlerweile auch, dass Bewegung im Hinblick auf Gewichtskontrolle immer völlig überschätzt worden ist ; ) - allein schon deshalb, weil der Körper dann Hunger bekommt, bzw. für die Anstrengung idealerweise gern eine Extraportion Energieeinheiten hätte oder eben im Gegenzug den Verbrauch an einer anderen Ecke runterfährt. Der Körper hat halt ÜBERHAUPT KEIN Interesse daran, in eine Größe 36 zu passen. Der Körper will, dass alles gut isoliert und versorgt ist. Und Sport, zu dem man sich zwingen muss, erhöht auch wieder den Stress, und da lässt dann im Zweifel das Cortisol das Bauchfett wieder wachsen.

    Ich glaube auch, das Silkes Rat am ehesten zum Ziel führt, um sich vom Diätenkarussell zu verabschieden - sich zu entspannen, es sich möglichst gut gehen zu lassen und freundlich zu sich selbst zu sein. Wenn DAS bloß auch immer alles so leicht wäre... ; )

    Herzliche Grüße
    Nicola

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  5. Das schlichte Problem bei Brigitte: Laienmodels kosten unendlich viel mehr Zeit und Geld bei der Produktion. Posieren vor der Kamera kann nämlich nicht jede. Auch ist es für mich als Make-up Artist und Hairstylistin wesentlich einfacher, ein junges, fotogenes Modelgesicht zu schminken und Haare mit einem richtigen Schnitt zu einer Frisur zu verarbeiten, als mit älteren, nicht optimal für die Kamera geeigneten Gesichtern zu arbeiten. ALLE Fotostrecken mit Laien zu besetzen ist aber nicht nur ein Zeit-und Geldfaktor, Kollektionsteile, die vorab an Redaktionen rausgehen, sind nun mal in 36. Ich möchte gar nicht wissen, wie sehr die StylistInnen da geschwitzt haben, bis so ein Teil auf dem Foto wirklich gut aussah. Dazu unsichere Modelle, die alle 5 Minuten hysterisch fragen, ob sie auch wirklich nicht doof aussehen...Nein Shootings mit Laien sind nicht so lustig.

    Zum Thema Ernährung: Das was rein geht, muss verbrannt werden. Also entweder mehr bewegen oder weniger essen, was ja auf Dauer nicht funktioniert. Am Ende muss die Bilanz stimmen, mit veganer Ernährung scheint es toll zu klappen, aber das ist dann auch eine Umstellung fürs Leben und sehr aufwendig. Abzuklären sind immer Schilddrüsenhormone, Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten und wenn der Körper dann lernt, die richtige Rückmeldung zu geben, ob Hunger oder satt, dann geht's ohne Zwang denke ich ;)

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  6. @MissLizz

    Ja, dass Kostenproblem mit den Laienmodels ist natürlich auch Teil der "inoffiziellen" Begründung für die Rolle rückwärts. Dazu gäbe es aus meiner Sicht aber noch zwei Dinge anzumerken: Erstens muss es den Verantwortlichen vorher klar und somit Teil des Plans gewesen sein, dass das alles etwas teurer werden würde. Zweitens hat die Redaktion dann in der Folge hier eine echte Chance verschenkt, sich aus dem damals schon herrschen Auflagentief zu befreien (und sich Laienmodels auch weiterhin leisten zu können). Denn gerade die Tatsache, dass es halt keine substantiell dickeren und älteren Frauen waren, die sie dann vor die Kamera geholt haben, hat eben diesen wirtschaftlichen Neustart möglicherweise verhindert. Alte Leserinnen waren enttäuscht. Neue waren nicht interessiert, weil's da ja auch gar nichts Neues zu sehen gab.

    Mensch, wenn ich mir vorstelle, was für eine Welle die für einen Moment mit ihrer Entscheidung sogar international gemacht haben - sogar Karlchen (Lagerfeld) fühlte sich offenbar bemüßigt, das Ganze zu kommentieren, wenn auch nicht sehr freundlich ; ) - und dann machen sie NICHTS aus all dem, weil sie einfach zu bieder sind. Schade. Aber leider nicht wirklich überraschend.

    Viele Grüße
    Nicola

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  7. Was rein geht muss verbrannt werden, klar. Aber das geht auch locker mit nem guten Buch und ein bischen Neugier auf die Welt. Wer lernt, verbrennt unheimlich viel, weil das auch "Bewegung" ist.
    Was soll das nur, dieser Größenwahn in umgekehrte Richtung? Ich versteh das nicht und will es eigentlich garnicht verstehen. Eine liebe Verwandte fängt jetzt auch damit an und will unbedingt abnehmen. Weiß sie nicht mehr, das Models nur "Tragemaschienen" sind? Ich bin froh, hier bei dir und von dir zu lesen. So könnte ich dem Wahn vielleicht was entgegensetzen.

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  8. Ein großartiger Post, ich ziehe meinen Hut vor dir! Ich wünschte, viel mehr Frauen hätten eine so gesunde Einstellung zu ihrer Ernährung!

    Es würde mich freuen, wenn du mal Lust und Zeit hast, auf meiner "Big Girls Don't Cry"-Seite vorbeizuschauen (http://mylaska.blogspot.de/p/big-girls-dont-cry.html). Ich finde dieses Thema nämlich sehr wichtig, gerade in unserer Verantwortung als Blogger!

    kisses, und weiter so auf deinem wunderbaren Blog ❤

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  9. "Bei mir hält eine Tafel Schokolade übrigens auch entscheidend länger, seit ich mich mit der Möglichkeit beschäftige, einfach so zu bleiben, wie ich bin."

    #hach, genau so geht es mir auch. Ich letzten Sommer angefangen mit dem über Kaloriennachdenken aufzuhören. Es erschrickt mich schon, wie schwer mir das fällt. Und das obwohl meine Mutter jede Art von Diat abgelehnt hat und wir gegessen haben, was uns geschmeckt hat.
    Im Laufe der Jahrzehnte habe ich kontinuierlich zugenommen. Und siehe da, diese ganze Diatindustrie hat sich in meinen Kopf geschlichen und dort festgesetzt.

    Meine Lebensgefährtin hat sich nach der Lektüre von Dr. Franks Buch das erste Mal seit 30 Jahren ein Glas Nutella gekauft. Unglaublich. Klar, da gab es anfangs sowas wie einen Exzess *g* aber inzwischen gehört die Nutella zum Alltag.

    Dafür fällt mir mehr als früher auf, wo ich überall mit diesem Thema belästigt werde. Es ist allgegenwärtig. Dabei finde ich mich selbst nicht wirklich dick, eben nicht Größe -38 (irgendwas zwischen 44 und 52 Konfektionsgrößen sind ja auch ein Witz).

    Da ich eine schwere Athrose in einem Sprunggelenkt habe, musste ich mir da von einige Ärzten auch schon einiges anhören. Aber einige Monate Recherche später, ist mir zumindest klar, dass meine Athrose vermutlich vom dauerhaften Gebrauch von Einlagen kam. Die meinen Fuß geschwächt haben und so die Belastung auf das Gelenk kam. Wie auch immer, danke für deinen Blog.

    Über deinen aktuellen Beitrag denke ich grad intensiv nach. Mal schaun, ob es mir irgendwann gelingt meinen Bauch nicht mehr unter weiten Blusen zu verstecken. :) Schön wäre es.

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