Montag, 21. Juli 2014

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Schön ist das nicht


Vor ein paar Stunden habe ich softpornografische Filmaufnahmen gemacht. Von mir selbst, um jemand anderem eine Freude zu machen. Zentrales Motiv der Arbeit war das Aufbringen von Sprühsahne auf meinen Busen...in den Initialen des Beschenkten...

Kennt das noch jemand, dass einem bei so ziemlich jeder Unternehmung mit mehr als einer Unbekannten fast unvermeidlich erst einmal alles um die Ohren fliegt? Nichts ist jemals einfach. So ziemlich alles, was einem wichtig ist, muss erkämpft werden. Wenn es mal nicht so ist, ist man komplett verwirrt und kann es nicht recht fassen. Durch den Impuls trotzdem zu rackern, um zu erringen, kann man dann gute, leichte Sachen auch schnell wieder dazu bringen, zu verschwinden. Und zwar noch bevor man sie als das erkannt hat, was sie sind.

Jedenfalls schüttelte ich enthusiastisch die Dose, drückte dann den kleinen Knopf, und es sagte vorwurfsvoll "kriggsch", worauf ich einen eingerissenen, blutigen Nagel und das Gesicht voller Sahne hatte. Der Dinosaurier auf dem Fensterbrett sah aus, als sei er in einen Schneesturm geraten und was ich heute außerdem noch gelernt habe, wäre dieses: Sprühsahne aus Jalousien zu putzen ist eine Schlacht, die man nicht gewinnen kann.

Ich sprühte noch einmal und traf diesmal, erregte aber auch die Aufmerksamkeit des Katers, der entschlossen auf meinen Schoß kletterte, fasziniert an mir roch und anfing, mir die Sahne vom Arm zu lecken. Als ich ihn endlich trickreich aus dem Bild befördert hatte, war die Sahne flüssig und unlesbar. Dafür tropfte sie umso wilder und unkontrollierbarer ÜBERALL HIN.

So ist das. Immerzu kracht irgendetwas zusammen und/oder auf den Boden, wo es dann in die hinterste Ecke und/oder unter den Schrank kullert. Wenn man dann hinterher kriecht, findet man einen Haufen von Dingen, die man wirklich lieber niemals gesehen hätte. Die Welt, in der ich lebe, ist eine gigantische Handtasche, in der konsequenterweise alles, was man braucht, gerade unauffindbar ist. Und wenn man dann die kleine Taschenlampe am Schlüsselbund anknipsen will, um die Sache hilfreich zu erhellen, ist die Batterie alle.

Was allerdings so schnell nicht verloren gehen wird, ist der Geruch der Sprühsahne auf der Haut. Dem war auch mit Körperpeeling irgendwie nicht beizukommen.

Das bisschen Haushalt


Erwähnte ich schon, dass ich seit einiger Zeit nicht mehr koche? Weil mir regelmäßig alles anbrennt? Abgesehen von der frustrierenden Verschwendung von Lebensmitteln ertrug ich auch das Einweichen und Ausschrubben der Töpfe nicht mehr. Auch im Ofen verbrutzelte immer alles zu Kohle. Ich dachte, ich wäre clever, und stellte einen Timer. Der klingelte, die Pizza war noch nicht fertig, ich vergaß, die Uhr nochmals zu stellen - Bingo!

Nun mache ich nur noch Essen, das roh, oder für die Mikrowelle geeignet ist. Auf diese Weise schlagen mir zwar keine offenen Flammen mehr entgegen, dafür wird jetzt oft alles wieder kalt, bevor ich dazu komme, es aus der Küche abzuholen. Ja, ich vergesse zu essen. Ich habe tonnenweise Wichtigeres zu tun - äußerlich wie innerlich. Am vergangenen Wochenende habe ich hauptsächlich von Wassereis gelebt. Ich glaub' übrigens, daran könnte ich mich durchaus gewöhnen. Abendessen am Stiel. Gar kein Abwasch mehr...bis auf die Katzenteller. Die allerdings sind insbesondere bei den aktuellen Temperaturen eine echte Herausforderung.Hm, vermutlich hätte der Kater keine Probleme damit, auf Pappteller umzusteigen. Ich weiß, mein Kampf mit der Küche soll mir etwas sagen. Aber es wäre geprahlt, zu behaupten, ich wüsste wirklich, was.

Hautbild


Auch was meine Haut mir mit ihrem absurden Ausbruch mitteilen wollte, ist mir ich nicht so recht klar. Oder sagen wir, ich verstehe einfach nicht, warum sie so lange gewartet hat, und sich ausgerechnet jetzt als Spiegel der Seele aufspielen musste. Und ich will, dass sie wieder damit aufhört und traue ihr nicht. Darum beschmiere ich sie immer weiter mit antibiotischer Creme, damit sie ja die Klappe hält. Sie rächt sich und lässt einfach die Verfärbungen, die von der Dermatitis geblieben sind, nicht so richtig abklingen. So habe ich noch immer eine reduzierte, rötliche Weltkarte mitten im Gesicht. Links Südamerika, rechts Russland - und meine Nase als Bergkette dazwischen. 

Obendrein habe ich bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit immer ein Problem mit juckenden Pickelchen auf der Stirn. Normalerweise rücke ich diesen ziemlich erfolgreich mit Kortison zu Leibe. Aber in diesem Jahr geht das ja nicht. Also kratze ich mich viel am Kopf und trage weiterhin kein Make-up. Das könnte der m,kkkkk.l-öööö (Kater ist über die Tastatur gewandert) Anfang einer völlig neuen Phase des Ugly Girl Projects sein...ich bin mir nur nicht sicher, ob ich dafür bereit bin. Für die ungeschminkte Wahrheit.

NH

Kommentare:

  1. Mmmmhhh...Wassereis!! Ich fühle mich gerade inspiriert. Und um ein bißchen was zurückzugeben plaudere ich hiermit aus meinem Erfahrungs-Schatzkästchen (mühsam erworben im Rahmen einer Alkohol assoziierten Gesichtsnarbe der Schande): gerade jetzt im Sommer die Verfärbungen (= oberflächliche Narben) unbedingt aus der Sonne heraushalten. Das wird auch wieder, aber klingt nervig - du Arme.
    Herzliche Grüße,
    Vicky

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  2. @Vicky
    In die Sonne gehe ich freiwillig ohnehin nicht - also...ich meine ich gehe nicht hinein, um in ihr zu bleiben. ; )

    Langsam wird auch alles blässlich - wie du gesagt hast. Deine Narbe klingt mehr nach Lebenserfahrung. Meine Weltkarte war nur garstig...

    Aber das Wetter bleibt Wassereistauglich!

    Liebe Grüße
    Nicola

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