Samstag, 10. September 2016

Follow me around 52: Neid



Für einen winzigen Augenblick dachte ich, ich hätte plötzlich doch jemanden gefunden, mit dem vielleicht irgendwann unter Umständen eventuell eine Beziehung möglich werden könnte. Das Gefühl dauerte genau einen Tag. Und dann floppte zunächst alles wieder ins verhaltene, zwischenmenschliche Chaos, um danach, wie gewöhnlich, zu freudloser, grotesker Leere zu werden.

Warum kann ich nicht wenigstens einmal im Leben genau das bekommen, was ich in der gegenwärtigen Lebenssituation auch am dringendsten will? 

Einer meiner Nachbarn, Endreißiger, stockig und stumpf, trüber Tassenblick, langsamer Kopf, fragwürdige Grammatik, kümmert sich einen Scheiß um irgendwas auf der Welt, Socken in den Sandalen zum Iron-Maiden-T-shirt, verkauft übrigens seine Wohnung, um mit seiner (eigentlich noch recht neuen) Freundin zusammenzuziehen. Die beiden tragen schon Parkettmuster in einer Plastikwanne mit sich herum und stellen sie gelegentlich im Treppenhaus ab, so dass ich aus dem Staunen nicht mehr herauskomme. Irgendwann erwischt es offenbar jeden. Niemand kommt auf Dauer ohne Deckel davon. Nur an mir bliebe offenkundig auch dann keiner hängen, wenn ich fortan ausschließlich mit einer magnetischen Rüstung durch die Gegend liefe.

Man fragt sich, wie der Rest der Welt es schafft, doch am Ende immer wieder zumindest zeitweise in konventionelles Fahrwasser zurückzufinden, während man selbst seit seiner Geburt nicht im Stande gewesen ist, aus dem Strudel, der einem damals offenbar zugewiesen wurde, herauszurudern. Das ist selbstverständlich eine gänzlich sinnlose Frage, die sehr viel Realität ausblendet, das weiß ich auch, danke sehr - aber so fühlt sich nun einmal an. Und ich werde grün vor Neid, wenn ich mir vorstelle, wie die beiden (mein Nachbar und seine Freundin) in ihren Caterpillar-Sandalen durch Möbelhäuser laufen, auf der Suche nach einem Eckalcantarasofa in Rost, auf dem sie dann beide genug Platz haben, um sich beim Fernsehen lang auszustrecken.

Einmal würde ich noch gern so richtig gewollt werden, bevor ich komplett ergraut und verschrumpelt bin. Aber es sieht verdammt nicht gut aus. Und eigentlich hatte ich das Unterfangen ja auch aufgeben wollen.

Die hier ja schon öfter bemühte Rebecca Niazi-Shahabi macht sich natürlich zu Recht darüber lustig, dass Beziehungsfähigkeit aus ihrer Sicht wirklich nur von einer Sache abhängt, nämlich von der Bereitschaft, die eigenen Erwartungen an einen Partner möglichst radikal herunterzuschrauben. Wie ich dereinst schon berichtete, habe ich das sogar versucht...und bin dann abserviert worden, weil der, den ich gar nicht so schrecklich gern wollte, sich kurzerhand in jemand anderen verliebt hat, die sich erstaunlicherweise auch in ihn verliebt hat. Offenbar verlieben sich pausenlos Leute ineinander. In mich allerdings nicht. Aber ich kann das nicht ändern. Das wenigstens habe ich begriffen.

Mit der Akzeptanz hingegen  tue ich mich weiterhin denkbar schwer. Und habe mich so gestern in durchwachter Nacht bei Gleichklang.de angemeldet, den Mitgliedsbeitrag für ein Jahr bezahlt und es nach kaum mehr als 15 Minuten auch schon bereut. Ich hatte offenbar überlesen, dass man sich bei Gleichklang.de nicht selbst auf die Suche nach einem Partner machen darf, sondern dass einem basierend auf den persönlichen Angaben, die man auf einem recht langen Fragebogen hinterlegen muss, Partnervorschläge unterbreitet werden. Wenn man Glück hat. Ich habe bisher ganze sechs Vorschläge erhalten. Einer der für mich ausgewählten Kandidaten hat übrigens das Asperger-Syndrom. Oh, wie sehr ich mir ein paar Wendungen und Ereignisse in meinem Leben wünschen würde, die sich mal ausnahmsweise nicht automatisch zur Satire eignen.

Aber es geht nicht nur um nicht funktionierende Beziehungen. Gepaart mit beruflichen Pleiten, stetig zunehmender Dünnhäutigkeit und Empfindlichkeit, sowie unendlicher Müdigkeit haben sie mich nach jahrelanger Pause mal wieder ins Sprechzimmer meines Psychiaters gebracht. Der fragte mich, was er mich auch zuvor immer gefragt hat: "Warum darf es Ihnen denn eigentlich nicht gut gehen?" Ich glaube, dabei kommt er sich verwegen kryptisch vor, also lasse ich ihn. Gleichwohl wusste ich, auch wie immer, natürlich keine Antwort darauf. Dann fand er, ich sei reif für eine stationäre Behandlung. Sechs Wochen mit Gruppensitzungen und Kunsttherapie. Yippie! Als ich das ablehnte, riet er mir zu einem Yoga-Kurs ("Den bezahlt vermutlich sogar Ihre Kasse."), und ich erinnerte mich wieder, warum ich ihn so lange nicht aufgesucht hatte.

Mein Leben steht weiterhin wie ein Sumpf. Während die Welt um mich herum aus den in diesem Jahr besonders zahlreichen und gefühlt unendlich langen Urlauben wiederkehrt, entwickelt und ergibt sich hier rein nichts - außer den Neurosen. Ich gehe nirgendwohin. Außer nach nebenan zu Ilse, die mir einen Kaffeebecher mit einem Froschkönig darauf geschenkt hat, als Glücksbringer, "damit mein Prinz bald kommt". Das Ergebnis war, dass ich über ihrem Pflaumenkuchen Rotz und Wasser geheult habe. Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich nun tun soll. Mit mir, dem Blog und auch sonst.

Und morgen ist schon wieder Flohmarkt. Diesmal direkt vor meiner Haustür; das ist wenigstens nicht so anstrengend. Und man muss nicht bereits um sechs Uhr mit dem Aufbau beginnen. 1890 Gegenstände weniger...immerhin.

NH

Kommentare:

  1. Liebe Nicola,

    ich lese dich schon... ja, es sind Jahre. Viele. Verfolge dich auf Instagram . Schätze dich, deine Scharfzüngigkeit, deine nach Außen hin sichtbare Stärke. Jemanden wie dich habe ich mir immer zur Freundin gewünscht. (Du wirst lachen, aber lies weiter.)

    Doch erade fühle ich mich sehr verletzt. Warum findest du es satirisch, dass dir ein Partner mit Asperger-Syndrom vorgeschlagen wurde? Das ist demütigend. Ich bin Autistin (wir sagen nicht Asperger, Kanner, etc, das sind veraltete Kategorien). Ich war lange und immer wieder auf Partnersuche. Und es ist schwer. Nicht des Autismus wegen, nein. Vielmehr ist es die Ignoran und Selbstbezogenheit der Menschen, die dir das Leben als Autistin so schwer und so einsam machen. Es ist nicht schön, wenn man damit wieder einmal bestätigt wird.
    Ich will nichts anpreisen und es geht mich nichts an. Aber es gibt keine loyaleren, aufopferungsvolleren Partner als Autist*innen. Leider. Denn dieser Umstand, diese Gutmütigkeit, diese Bereitschaft, immer hinter jemanden zu stehen und immer wieder verletzt zu werden, die macht es, dass wir schnell nicht mehr sind als Narbenmenschen. Und einsam. Unfassbar einsam. Dieser autistische Mann auf der Singlebörse macht das, wozu ich andere Autist*innen immer ermutige. Er geht offen damit um, denn es ist keine Schwäche, nein, es ist nur ein Anderssein, er stellt sich der Welt und er versucht es wenigstens. Er versucht, auf Menschen zu treffen, die eben mit offenen Augen und offenem Herzen leben. Ich wünsche ihm, dass er sein Glück findet.

    Viele Grüße
    Marlies

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    1. Ach Marlies,

      wenn du seitenweise um Angaben gebeten wirst, was du dir von einer Partnerschaft erhoffst und der Algorithmus dann zu dem Schluss kommt, dass du ganz prima mit jemandem zusammenpasst, der nach eigenen Angaben und laut Lehrbuch Probleme mit genau dem Aspekt hat, der für dich im Leben das Allerwichtigste ist, nämlich sehr viel und vielfältige Kommunikation, dann weiß ich nicht, was das ist, wenn nicht Real-Life-Satire. Das ist so, als ob du Höhenangst hast und mit einem passionierten Bergsteiger verkuppelt werden sollst. Es beweist, dass der Algorithmus für die Tonne ist. Das ist alles. Bei Gleichklang werden übrigens Partner immer parallel vorgeschlagen - und ich habe von ihm nichts gehört. Der will mich also auch nicht. Wie ist das nur möglich? : ) Und so bleibe ich wohl auch erst einmal so einsam wie all die Jahre zuvor.

      Liebe Grüße
      Nicola

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    2. Persönlich empfinde ich die Kommunikation mit Autisten - ich kenne ehrlich gesagt nur 2 - sehr angenehm, denn man muss nie überlegen, wie sie es meinen. Sie meinen es genau so. Und sie passen tatsächlich ganz hervorragend zu hoch emotionalen Menschen, wenn diese den Gedanken einfach nur zulassen. Du bist das Segelboot - er ist der Anker.

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    3. Liebe Nicola,

      morgendliche Kommentare vor der 2. Tasse Kaffee sind immer gewagt, so auch dieser.

      Ich verstehe nun besser, worauf du in dem Post hinauswolltest. Danke für die Erläuterung. Mir ging es bei meinem Kommentar auch nur darum, dass niemand auf Klischees und Vorurteile hereinfallen sollte, von denen es gerade zu uns Autist*innen unfassbar viele gibt.

      Ich selbst arbeite zum Beispiel in einem sehr kommunikationsintensiven Beruf und bin auch privat sehr gern im Kontakt mit Menschen. Und das kann ich nicht, obwohl ich Autistin bin, sondern gerade weil. Meine Liebe zur Sprache, die Detailverliebtheit, das Verständnis vom Transport von Emotionen in Wort und Schrift – all das macht mich zu einem Experten in meinem Team. Schwierig wird es, sobald jemand absichtlich unklar, ungenau, schwammig formuliert. Das ist eine Fremdsprache, die ich nicht verstehe.

      Dass es bei diesem speziellen Mann anders ist, kann gut sein, es gibt von allen Menschen solche und solche. Und das wollte ich auch nicht in Abrede stellen. Ich witterte, empfindlich geworden durch eigenes Erleben, eine Vorverurteilung und konnte nicht still sein.

      Liebe Grüße
      Marlies

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  2. Hallo Nicola,
    ich wünsche dir einen guten Verkaufstag heute. 1890 Teile, dass ist enorm viel.
    Zu der Anmeldung von der Partnerbörse, du bleibst einfach dran. Und nachdem ich den Kommentar von Marlies gelesen habe, bin ich gespannt auf den Typen. Vielleicht ist gerade er ein netter und verständnisvoller Mann.
    Ich hoffe, dass es dir besser gehen wird, oder nicht schlechter. Ich mache mir Sorgen, dass du in Depression versinkst. Tabletten können durchaus einmal eine Option sein zur Unterstützung im Alltagsleben. Dran bleiben muss man eh immer selbst.
    Oder hochdosierte Vitamine und Mineralien nehmen.
    Bekommst du genügend Schlaf?
    Herzliche Grüße
    Ganga

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    1. Hallo Ganga,

      danke, du Gute! Der Verkaufstag war mäßig erfolgreich, und ich glaube zu allem anderen habe ich nun auch noch so eine Art Sonnenstich.

      Wie ich schon oben in meiner Antwort an Marlies erwähnt habe, werden ich wohl nicht herausfinden, ob und was das für ein toller Typ ist, weil er sich für mich gar nicht interessiert.

      Stimmt, dranbleiben muss man immer selbst. Tabletten - naja. Nicht dass ich da grundsätzlich Bedenken hätte, ich habe nur kaum gute Erfahrungen damit. Außer mit Valium. ; )Im Augenblick nehme ich B-Vitamine. Schlaf kriege ich vermutlich nie genug. Ach ja, mal sehen...

      Liebe Grüße
      Nicola

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  3. Liebe Nicola, am tiefsten unter die Haut geht mir Dein Absatz mit dem Froschkönig-Becher. Manchmal ist einfach alles nur beschissen, umso mehr, wenn dann noch andere Dinge, wie Job und ähnlich Existentielles, hinzukommen.
    Trotzdem.
    Wahrscheinlich hätte ich einfach mit Dir mitgeweint - so lange, bis die letzte Träne raus ist. Aber aufgeben? Ne Nicola. Nicht aufgeben. So weit ist es echt nicht. Daran glaube ich wirklich.

    @Marlies: Es ist einfach wie mit allem "anderen": Die Aufklärung fehlt. Das Wissen fehlt. Verständnis setzt Verstehen voraus - das Verstehen der Situation. Deine Zeilen geben nur einen winzigen, aber wichtigen Einblick, und dafür danke ich Dir sehr. Es sollte viel mehr Einblicke geben.

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    1. Liebe Helma,

      ha, ja - der Froschbecher kam genau zur richtigen Zeit. Und nun muss ich ihn auch noch behalten, weil Ilse ja regelmäßig vorbeikommt. ; ) Das mit dem Aufgeben wäre eh keine so einfache Sache. Wie macht man das überhaupt? Ich meine, was genau muss man tun, um aufzugeben?...
      Danke für deine aufmunternden Zeilen - much appreciated!

      Liebe Grüße
      Nicola

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  4. Liebe Nicola,
    ich lese und leide schon lang mit. Bisher habe ich noch nie einen Kommentar abgegeben aber ich wollte dir ein 3-fach herzliches Kopf-Hoch-Nicht-Aufgeben dalassen. Ich befinde mich in einer sehr ähnlichen Lebenssituation wie du, Job läuft seehr unbefriedigend, Beziehungsleben ebenfalls, das Gefühl von unendlicher Einsamkeit springt mich auch immer wieder an. Ich kann es nachempfinden dieses "ich will auch mal wirklich gewollt werden" aber vor lauter redlich erworbener Dünnhäutigkeit macht man doch gern mal ein paar Denkfehler - oder vielleicht sind es eher "Gefühlsfehler" weil einem alles scheiße und sinnlos vorkommt, was es vermutlich sogar ist. Es liegt nicht dran, dass dein weißbesockter, latschentragender Nachbarn im Vergleich zu dir so wahnsinnig begehrenswert ist. Bei den allermeisten Leuten liegt die vermeintliche "Beziehungsfähigkeit" doch in Wahrheit nur darin begründet, dass sie sehr gut projizieren können. Ich stell mir vor, dass mein Partner so ist (weil ich es mir doch so wünsche) und dann ist er das auch. Die Probleme sind vorprogrammiert aber das merken viele Menschen nicht mal weil es ihnen nicht darum geht, einen anderen Menschen zu erkennen und ihn dafür zu lieben was er ist. Sie lieben ihn für das, was er für sie sein soll. Und sobald er das nicht mehr erfüllt, ist der Drops geluscht. Jemanden wirklich zu lieben geht in meinen Augen anders und hat viel damit zu tun, jemanden wirklich zu erkennen. Aber es heißt eben auch, dass es unendlich komplizierter ist, das "passende" Gegenstück zu finden wenn man ein Mensch ist, der genauer hinguckt. Der genauer hingucken MUSS. Eben weil ihm geistige Tiefe lebensnotwendig ist. Wärst du jemand der sagt: "Ach komm, da sind zwei Ohren dran an dem Typ und eine Nase - läuft", hättest du längst jemanden gefunden. Aber es geht ja nicht darum, irgendjemanden zu finden. Weil dich das niemals ausfüllen würde. Bitte wehr dich gegen die Verzweiflung - mit allem was du hast! Du bist nicht allein und das Leben ist nicht gerecht nach unseren Maßstäben - damit müssen wir uns abfinden. Egal, wie weh das machmal tut.
    Herzlichst Tanja

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    1. Liebe Tanja,

      erstaunlich, wie viel schillernde Fantasie dann oft eher kantig-bodenständige Menschen offenbar doch noch aufbringen müssen, wenn es darum geht, sich ihren Partner schön zu spinnen. : ) Dann denke ich wieder, vielleicht sind die wirklich so zufrieden. Außerdem müsste ich auch erst einmal überhaupt irgendeinen Partner haben, den ich mir gedanklich zurechtbauen kann. Ja, wenn es nur um zwei Ohren ginge, wäre es tatsächlich kein Problem. (Nehme ich jetzt mal so an.) Sollte das Grundgerüst aber doch schon auch nur ein wenig näher am Wunschpartner sein, wird es automatisch so gut wie aussichtslos.

      Nein, das Leben ist natürlich nicht gerecht. Aber im Abfinden bin ich bekanntermaßen auch eine totale Niete. ; ) Ich wünsche uns sehr, dass es in Zukunft alles ein wenig leichter fließt. Vielen Dank für deine Nachricht!

      Liebe Grüße
      Nicola

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  5. ... manchmal ist es aber auch einfach im Moment beschissen.
    Das wird erfahrungsgemäss wieder anders. Aber ich kenne das schon auch, dass es einen einfach nur zudeckt wenn man rundherum die ganzen, irgendwie funktionierenden Paare sieht.
    Das hat mit aufgeben wollen weniger zu tun als immer wieder eine reingewürgt bekommen, dass alle anderen gewollt sind und man selber nicht.
    Klar weiss man ja dann oft selber, dass es irgendwelche selbstgemachten Muster sind die die Beziehung wohl verhindern, aber ich finde man darf auch mal ungefiltert alles blöd finden und Dampf ablassen.
    Dass Du gewollt und gesehen wirst, merkst Du ja an den vielen Reaktionen hier.
    Lieber Gruss
    Susanne

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    1. Danke für deine Nachricht. Ich glaube eigentlich nicht, dass ich selbstgemachte Muster habe. Ich glaube ich habe einfach Pech. So wie viele, viele andere Frauen auch. Jetzt hatte einer plötzlich doch eine Katzenallergie und hat mir deshalb nach großer Begeisterung über mich, mein Gehirn und meinen Körper doch noch einen Korb geschickt. Per WA. Die Nachricht enthielt das Wort "Sorry". Der Mann schien vorher ganz normal und erwachsen. Muss ich noch mehr sagen? ; )
      Liebe Grüße
      Nicola

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  6. @ Susanne: Ja, natürlich darf und soll man Dampf ablassen und ich wünsche Nicola, dass ihr Blog ihr genau dabei hilft. Aber man sollte, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, nicht dem Irrtum aufsitzen, dass das eigene Lebensglück (auch so ein Begriff...wat soll dat eigentlich sein?!?) davon abhängt, ob da nun jemand immer neben dir liegt oder nicht. Und ja, ich weiß, wenn man sich aber genau das wünscht, ist es kacke zu hören "Du musst dich selbst lieben", blablabla - da möchte man einfach nur der Welt/dem vermeintlich glücklichen Paar auf der Parkbank/dem Schicksal (wenn man an so was glaubt) auf die F...hauen! Aber letzten Endes ist das der Knackpunkt - auch die Liebe eines anderen Menschen repariert nicht die eigenen Baustellen, sie macht nichts heil, sie klebt maximal ein kleines Pflaster drauf. Und genau das macht es ja auch so schwierig und anstrengend - immer für sich selbst verantwortlich und letzten Endes auch immer allein zu sein, auch in einer Partnerschaft. Grauenhaft anstrengend, oft unfassbar frustrierend und wenn man eh schon am Ende seiner Kräfte ist, einfach nur bääääh! Aber Beziehungen könenn auch unfassbar schrecklich sein, selbst wenn man mal ja gesagt hat zu dieser Person. Das vergisst man oft zu leicht, wenn man vor lauter Einsamkeit die Tapete von den Wänden fressen möchte. Im schlimmsten Fall sucht der andere nämlich genau das in dir...jemanden, der "seine" Baustellen bearbeitet. Dass das eben nicht funktioniert, egal wie sehr man es sich wünscht, ist sicher ursächlich für die hohen Trennungsraten. Aber lernen tun die meisten nichts draus. Der nächste Partner wird mich heilen, meine Löcher stopfen, allen Schmerz beseitigen. Nee, wird er nicht!
    @ Nicola, es ist gut, erfrischend, tröstlich, mutig und schön dass du bist, wer du bist. Lass die Anderen Socken und Sandalen tragen - das kantige, grellbunte Designerstück ist immer schwerer an den Mann zu bringen (oops, unbeabsichtigtest Wortspiel ;-)) als der Plastikgartenzwerg.

    Öhrchen steif halten :-)
    Liebe Grüße Tanja (die übrigens so alt ist wie du, am Rand der gleichen Stadt lebt wie du, ihre drei Katzen über alles liebt und fast das Gleiche studiert hat, wie du)

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    1. Liebe Tanja,
      vielen Dank für das "Öhrchensteif", ich weiß es sehr zu schätzen. Da sind wir also beide Crazy Cat Ladies - das ist eigentlich ohnehin die einzig wahre Art zu leben. ; )
      Liebe Grüße
      Nicola

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  7. Liebe Nicola, ich mag da gerade nicht viel dazu sagen, weil wenn's einem bescheiden geht, helfen labernde Kommentatoren auch nicht immer - und so schicke ich nur, wie üblich, Kraft und gute Gedanken, diesmal auch noch eine große Portion "Kairos".

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    1. Vielen lieben Dank! Kann von allem nie genug haben! : )
      Liebe Grüße
      Nicola

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  8. so liebe Nicola, seit Jahren lese ich Dich und jetzt muss ich auch mal meinen Senf dazu geben.
    ich habe immer deinen Wortwitz bewundert, in der letzten Zeit schleicht sich jedoch so eine Verbittertheit hinein, die für mich schon wie nach einer Depression klingt.
    ich frage mich, gibt es nicht noch viele andere Dinge, die schön sind im Leben und das Leben lebenswert machen? hast du keine Freundschaften oder Hobbys oder andere Dinge, die dir energie geben können?
    das klingt jetzt viel härter als es von mir gemeint ist. ich denke manchmal nur, erst wenn man was loslässt und sich auf etwas im Focus hat, kann sich was verändern.
    dann noch etwas, du schreibst über deinen Kampf der Fettakzeptanz. ich höre jedoch ständiges hadern bei dir heraus, weil dich die anderen insbesondere Männer mit so viel Gewicht nicht gerne mögen.
    da beisst sich doch irgendwie die Katze in den Schwanz.
    Du bist meiner meinung nach eine extrem intelligente scharfzüngige Frau. Mach was draus! Es gibt noch soviel mehr! und dann fügt sich alles von alleine.
    ich wünsche Dir Alles gute

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    1. Nein, ich habe keine Freunde, keine Hobbies und auch sonst nichts! Allerdings hadere ich auch nicht ständig mit meinem Gewicht. Die Überlegung, dass meine Chancen als dicke Frau auf Partnersuche geringer sind, habe ich sicher erwähnt, weil es auch eine realistische Einschätzung ist. Selbstakzeptanz an sich ist darüberhinaus ein Prozess. Da gibt es Rückschläge, und dieses Blog ist auch dazu da, diese zu dokumentieren.
      Ich soll aus meiner Scharfzüngigkeit etwas machen? Hättest du da Vorschläge?
      Liebe Grüße
      Nicola

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    2. hallo Nicole,
      ich kann Dir nur wiederspiegeln was du schreibst. Sei es in deinem Blog oder auch in deinem Video, du wirkst auf mich verhärmt und verbittert, weil es mit Dir und einem Mann einfach nicht klappen will. Ich lese hier nichts über irgendwelche anderen positven Dinge in deinem Leben. Ist ja auch nicht meins. finde es schade, das du so bissig reagierst. so what.
      scharfzüngigkeit - Radio, Sendungen moderieren etc.
      ich fand dein buch die Stunde der waage auch extrem gut, schreib doch mal wieder was, setz deine scharfzüngigkeit für andere ein, die sich nicht so gut wehren können.

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  9. hallo Nicole,

    sag mal was machst du denn sonst so in deinem Leben außer auf Männerfang gehen?
    gibt es da tatsächlich sonst nichts?
    Neid ist immer ein ganz schlechter Ratgeber, der einen von innen auffrisst. es sei denn du nutzt ihn um die Dinge anzupacken die du wirklich ändern willst.
    Liebst du dich so dick wie du bist?
    Keine Bange, ich bin selber dick, nicht so dick wie du, aber dick.
    es gibt doch diesen spruch
    love it, change it oder leave it.

    :-)
    also.....
    lg
    susanne

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    1. Nein, Susanne -
      ich mache nichts anderes im Leben. Wenn du hier regelmäßig mitliest, weißt du das ja auch sicher schon.

      Ich hab auch keine Angst, dass du womöglich nicht selber dick bist. Um genau zu sein, ist mir das total egal.

      Liebe Grüße
      Nicola

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    2. Hallo Nicola,

      was ist denn los mit Dir? Hat Dich das Leben so verletzt?
      Deine Kommentare finde ich ziemlich traurig.
      ich sach mal- bleib dick und greif dann doch auf einen Mann zurück, der genau das braucht.
      happy life
      susanne

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  10. Hallo,

    Man will eben das, was man will. Und man nimmt das, was fehlt, besonders wahr. Und oft genug hat man das Gefühl, dass nichts passt - und man selbst auch nicht.

    Dabei sind wir schon gut so wie wir sind. Klingt komisch - ist aber so.

    Gut fürs Selbstbewusstsein : Blicke fangen - du bist attraktiv. Wenn Outfit und Ausstrahlung passen - reicht das bei vielen Männern für den Wow - Effekt. Das bringt meist keine Beziehung, aber ein gutes Gefühl - und das trägt durch trübe Tage.

    Meine Erfahrung außerdem: twittern - die Kombi intelligent / emotional kommt da gut an. Und da gibt's durchaus interessante Männer, die nie auf Singlebörsen rumhängen würden:)

    Grüße
    Selah

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    1. Danke für die Tipps, Selah! : ) Stimmt - man will, was man will. Und es hat wenig Sinn, bzw. versprichts nur geringe Chancen auf Glück, die Wünsche nach und nach alle von der Liste zu streichen. Aufrüschen und twittern habe ich allerdings auch schon hinter mir. Leider. Ich bin hoffnungslos. ; )
      Liebe Grüße
      Nicola

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  11. Ich glaube, dass viele Menschen nicht nur geringe Erwartungen an ihren zukünftigen Partner haben (danke für die bildliche Beschreibung des Paares-Kopfkino läuft), sondern dass die Mehrheit da draußen generell geringe Erwartungen/Ansprüche an das Leben an sich hat.
    Wenn da eine (ich zähle mich dazu) mehr will vom Leben, schaut man in die Röhre...und stößt ständig mit seinen Ecken und Kanten an dem rosaroten rundgeschliffenen Leben da draußen an.
    Beste Grüße!

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    1. Das kannst du laut sagen, und mir die Hand reichen!!! : )
      Liebe Grüße
      Nicola

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    2. Hallo Luzia,
      hallo Nicole,
      hm, das klingt so "hey ich habe mehr erwartungen, ich kann gar nix dafür, ich armes ding deshalb finde ich mein glück nicht" seh ich anders. Entsprecht Ihr denn den Erwartungen?
      Nicole, du scheinst ja auch nicht den Erwartungen von Männern zu entsprechen und die wollen nun auch mal ihre Erwartungen nicht runterschrauben bzgl. Fett - genau wie Du in Bezug auf Hirn :-) etc.
      da beisst sich die Katze in den Schwanz.
      nix für ungut
      gruss
      stephanie

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  12. @anonym - ich heiße nicht Nicole
    @happy life susanne
    @stephanie

    Die in einem persönlichen Blog dargestellten persönlichen Lebensumstände und Gedanken einer Bloggerin in den Kommentaren zu benörgeln, ist etwas, was ich ohnehin noch nie verstanden habe.

    Erstaunlich auch, wie eure Nachrichten heute im Abstand von drei Minuten alle auf einmal eintrudelten. Fast könnte frau meinen, ihr hättet euch abgesprochen. ; )

    Und weil ihr ja so viele gute Tipps für mich habt (und wahrscheinlich auch für jeden sonst auf dieser Welt), hab ich hier auch einen für euch:
    Dieses Blog schreibe ich nicht für euch. Ihr könnt also einfach so und unbemerkt damit aufhören, euch das Leben mit meiner Düsternis und Bitterkeit zu versauen. Es gibt doch so viel Lustiges und Erbauliches im Internet. Da braucht ihr mich doch nicht. (Es sei denn, ihr braucht das hier schon. Und wie traurig wäre das denn?)
    In diesem Sinne,
    Nicola

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  13. Also nur mal zum richtigstellen, mit der happy live susanne habe ich nichts zu tun.
    Ui wie verbiestert muss man denn sein um sowas zu schreiben wie die drei Damen.
    Oder die eine Dame, die sich da drei geteilt hat?
    Anyway, schau(t) doch einfach nicht mehr hier rein wenn es Euch nicht gefällt.
    Oder ihr den Stil dieses tollen Blogs von NicolA nicht gefällt. Einfach weiterklicken und gut ist.
    Ich fände es schade wenn ihr die Lust an Ehrlichkeit aufgrund solcher Kommentare vergeht. Ich schätze es wenn mal jemand echt und ehrlich ist, es gibt genug langweilige happy live Blogs.
    Da währe ja zumindest eine der Damen sicher auch besser aufgehoben ;-)
    Lieber Gruss
    Susanne aus der Schweiz

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  14. so ich muss mich jetzt noch mal melden. ich bin nicht verbiestert nö. ich kann mich nur wundern, wie Du schreibst und das Du leider mit Kritik bzw. Anmerkungen so gar nicht umgehen kannst. Du schreibst den Block nicht für mich oder eine der anderen Damen, die hier etwas unerwünschtes geschrieben haben. für wen schreibst du denn? nur für dich bestimmt nicht, denn dann würdest du Tagebuch schreiben :-)
    also wer öffentlich bloggt sollte auch was einstecken können. hm, die Äußerungen in einer Bloggerin in den Kommentaren zu bemängeln, hast du noch nie verstanden...
    einfach lesen und Klappe halten? oder nur schönes chichi schreiben?
    Nicola, ich habe dir geschrieben ich fand dein buch klasse, aber im Laufe der Jahre liest man auch das Du dich doch sehr verändert hast und ich finde nicht zum Guten.
    Deshalb wird das mein letzter Kommentar, da ich hier nicht mehr weiterlesen möchte. ist nur traurig und bitter.
    trotzdem Alles Gute für dich
    susanne

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  15. Hallo Nicola,

    ich - selbst dicke Dame - hab den Blog auch gern gelesen und oft beim Lesen vor mich hin gegrinst. Mir fällt ähnliches auf wie einigen anderen Kommentatorinnen:

    Zum einen lese ich viel Bitterkeit heraus, aber auch eine Menge Überheblichkeit. Deine Beschreibung des Nachbarn und seiner Freundin mit ist in einer Weise abwertend, dass mir die Spucke wegbleibt. Wenn dein Blick auf deine Mitmenschen so wenig wertschätzend ist, dann wundere ich mich nicht, dass dir geschieht, was dir geschieht. Das ist die Sprache und Denke derjenigen, die in ihrer Arroganz meinen, uns Dicke ständig be- und aburteilen zu müssen. Schade, dass das scheinbar schon durchgesickert ist. Das alte Sprichwort mit dem Wald und dem Schall ist zwar abgedroschen, aber nicht doof.

    Die Idee, dir professionelle Hilfe zu holen, find ich so verkehrt nicht.

    Just my 2 Cent,
    Tine

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    1. Nun ja, genau genommen ist das klare Eingeständnis, auf die Lebensumstände einer anderen Person regelrecht neidisch zu sein, natürlich eher ein Kompliment als alles andere.

      Mein Blick auf meine Mitmenschen war in der Geschichte des Blogs mithin noch nie ein anderer. Trotzdem hoffe ich natürlich sehr, dass du früher, als ich noch lustig war, nicht etwa ausgerechnet an einer der vielen, vielen, vielen Stellen in dich hineingegrinst hast, an denen ich mich despektierlich über irgendjemanden geäußert habe. Aber so etwas würde dir sicher nicht passieren.

      Was ich übrigens nicht getan habe, ist, meinem Nachbarn ins Gesicht zu sagen, wie doof ich ihn und sein T-shirt finde. Und ich habe ihm auch nicht persönlich an den Kopf geworfen, dass ich ihn für einen verhärmten, bitteren, verblendeten Loser, sowie für einen hoffnungslosen Fall für die Couch halte, während er ohnehin schon heulend auf dem Boden hockte.

      So tut halt jeder, zu was er im Stande ist.

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  16. Liebe Nicola, herrlich, was du da losgetreten hast in deiner despektierlichen Art! Schreibe bitte weiter, jammere lauthals, denn das steht dir zu, privat und im veröffentlichenden Rahmen. Pfeife auf Contenance und Mitgefühl, wenn du sie gerade nicht aufbringen kannst und lass dir nicht den Mund verbieten von "Empathiemenschen", die immer darauf achten, niemandem wehzutun, jedermann zu verstehen und sich für andere einsetzen, auch wenn diese nicht darum gebeten haben. Es steht dir zu, so zu sein oder auch ganz anders und es steht dir zu, dies zu veröffentlichen für Leser, die etwas damit anfangen können (wollen) oder auch nicht. Werde bloß nicht politisch korrekt und meide keineswegs Fettnäpfchen, deren Existenzberechtigung eh´anzuzweifeln wäre. Und sehne dich weiter nach klugen Männern, nach Männern zum Leben und verschone uns nicht mit deinem Deprimiert-oder Neidisch oder Unglücklichsein. ich zumindest will das lesen, immer und immer wieder.

    Liebe Grüße
    Smilla

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    1. Ach, vielen Dank, liebe Smilla! Das tat mal richtig gut! : )
      Liebe Grüße
      Nicola

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  17. liebe nicola,
    ich lese deinen blog schon seit einiger zeit. und dieser beitrag ist ja nun auch schon ein paar tage her. und du hast ja auch sonst unterschiedlich lange pausen zwischen neuen einträgen. ich gucke nur schon die ganze zeit gespannt in meinen rss feed ob es was neues zu lesen gibt (also nicht erwartend! das soll hier kein drängeln werden ^^) und musste dann gleichzeitig immer daran denken wie doof und überflüssig ich hier echt einige der kommentare an dich finde. und daran, dass ich an deiner stelle möglicherweise in frage stellen würde so öffentlich über mein leben zu schreiben, wenn menschen das benutzen um bewertend zu kommentieren, ungefragte ratschläge zu geben und eben sowas.

    naja und das wollte ich doch auch mal kommentieren (wie smilla vor mir - auch wenn wir empathie etwas anders deuten). ich liebe es von dir zu lesen (oder auch mal ein video zu sehen). ich mag die gesamte palette an emotionen, die du hier in deinem blog einfließen lässt. ich finde mich da wieder. und ja mich haben diese kommentare gestört- sozusagen in der meditation über diesen text - verbunden mit meinen eigenen gefühlen von neid und traurigkeit und dem gefühl das so doch nicht verdient zu haben.
    manchmal (und in manchen phasen auch lange und vielleicht auch ein ganzes blödes leben) ist es eben so wie es ist. es ist ja schön, wenn andere menschen solche gefühle nicht kennen - aber es ist nicht grade empathisch oder feinfühlig es den anderen vorzuwerfen, die bereit sind sich darin zu zeigen... tzzzz

    für alle die noch ein bisschen nachhilfe brauchen: brene brown - empathy auf youtube - leider nur englisch (https://www.youtube.com/watch?v=1Evwgu369Jw)

    also liebe nicola, danke fürs teilen und beste grüße, cornelia

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  18. Vielen lieben Dank für deine, Cornelia! Und was für ein wunderbares Video - das kannte ich noch nicht!
    Liebe Grüße
    Nicola

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