Mittwoch, 15. Februar 2017

Follow me around 54: Valentinstage

Zwei Tage nachdem ich in meinem Fragebogen zum Jahresende auf die Frage nach der wichtigsten Erkenntnis aus 2016 geantwortet hatte, dass ich einen Mann so dringend brauche, wie ein Fisch das berühmte Fahrrad, hatte ich dennoch eine weitere Verabredung mit mit jemandem, der mich auf einem der Partnersuche-Portale, bei denen ich mich eigentlich gerade abmelden wollte, doch noch gefunden und angeschrieben hatte.

Eine etwas längere Unterbrechung mittendrin mitgerechnet, hatte ich zu diesem Zeitpunkt bekanntlich vier Jahre Online-Dating hinter mir und die Nase erklärtermaßen gestrichen voll.

Unsere erste Begegnung fand im Museum der Arbeit statt - bemerkenswerterweise auch noch in einer Ausstellung rund um das Thema Entscheidungsfindung. Mit Übungen, nach deren Erledigung ein Computer analysieren sollte, was für ein Entscheidungstyp man ist. Im Prinzip war die Ausstellung wie ein begehbarer Psychotest in einer Frauenzeitschrift. Wir amüsierten uns in spontaner Einigkeit angesichts der Schlichtheit  des Ausstellungskonzeptes und hatten obendrein die Öffnungszeiten nicht beachtet, so dass wir ohnehin nur eine knappe Stunde hatten, um all unsere Entscheidungen zu treffen. Bei uns beiden ging seither dann aber auch immer alles ziemlich schnell. In Windeseile haben wir einen Entwicklungsstand erreicht, bei dem wir uns gegenseitig anrufen, um die Einkaufsliste fürs Abendessen zu besprechen und jeder des anderen Schlüssel in Verwahrung hat. Bei mir lag zwischenzeitlich nun sogar schon männliche Bekleidung im Wäschekorb. Ist das zu glauben...?

Nur zwei der Rosensträuße, die ich in meinem Leben bekommen habe, waren von einem Mann (der Rest war von meiner Mutter zu Geburtstagen). Tatsächlich habe ich diese beiden Sträuße von ein und dem selben Mann erhalten. In den letzten zwei Monaten. Und ich musste 45 werden, damit das passiert.

Am vergangenen Valentinstag stellten wir nun fest, dass wir es auf den Tag genau seit bereits neun Wochen miteinander ausgehalten haben. Ich staune Bauklötze. Ich hatte ja gar keine Ahnung mehr, was Paaralltag so ausmacht. So hatte ich z.B. auch kein Bewusstsein mehr dafür, dass einer womöglich sofort eine Nachricht schreibt, ob er sich Sorgen machen müsse, wenn ich eine Verspätung nicht rechtzeitig ankündige. Weil er sich Sorgen macht. Um mich. Unfassbar.

Nun habe ich natürlich von euch auch Nachfragen erhalten, wo ich stecke. Danke dafür, ihr Guten! Ich bin noch immer hier. Aber zuerst hat das Blog darunter gelitten, dass alles zu traurig war. Und nun ist alles zu aufregend. Und die Zeit rennt bekanntlich, wenn man Freude hat. Ich jedenfalls komme zu so gut wie nichts anderem mehr.

Irgendwann kommt vielleicht wieder eine gewisse Ordnung in die Sache... : )

NH