Montag, 7. März 2011

Warum leicht, wenn es auch schwer geht?

Man könnte es ja auch einfach sein lassen. Warum noch ne‘ Runde? Na, ja…DARUM HALT:

Letzten Sommer in London gekauft, Größe 38, bisher nicht angehabt. Könnte mir jetzt als das berühmte Motivationskleid dienen, in das ich hineinschrumpfen möchte. Mal sehen.

Vor ein paar Wochen war es mir dann allerdings fast schon egal. Da wollte ich nur noch eines: Ein schönes Kleid in einer großen Größe, dessen Hauptziel es tatsächlich NICHT MEHR sein sollte, einen gnädigen, wallendenden Schleier über das Dilemma zu breiten. Ich war regerecht außer Rand und Band! Ich wollte ein Kleid auf Figur! Bis kurz übers Knie. Womöglich mit tiefem Ausschnitt. Womöglich aus Satin. Na gut, von mir aus auch in Schwarz. War nicht zu kriegen. Jedenfalls nicht in und um Hamburg herum. Das Internet gab auch nicht viel her. Wenn Schweigen mehr als Worte sagt, dann war die Botschaft hier schon wieder lauter als der Start eines Airbus. Einer sagte dann doch noch etwas - ein freundlicher Herr, der seit 1993 im Geschäft ist. In seinem Geschäft, das Kleider ab Größe 44 verkauft. „Das wollen doch dicke Frauen auch gar nicht. So auffallen.“ Er hat es nicht verstanden. Dicke Frauen fallen ohnehin auf. Dafür müssen sie nicht viel tun. Das gefällt nicht jeder, aber die meisten haben eine gewisse Übung darin. Warum also nicht mal ganz anders auffallen und obendrein noch eine große Blume dranstecken? Ich halte mir diesmal beide Wege offen. Vielleicht finden sich das richtige Kleid und das richtige Lebensgefühl trotz des Gewichts. Wenn DAS passiert, mache ich nie wieder eine Diät. Allein mir fehlt der Glaube.

Wenn man mir sagt, ich kann etwas nicht haben, will ich es erst recht. Das gilt übrigens auch immer dann, wenn jemand sagt „Also, 36 ist auch einfach nicht realistisch für dich.“ Das ist noch immer genau das, was mich innerlich schon mal das Gemüse für die Kohlsuppe kleinhacken lässt. Es weckt die Bestimmtheit, die man sich irgendwie den ganzen Tag über erhalten müsste.

Noch bin ich mir über eine genaue Vorgehensweise nicht schlüssig. Ich habe nun erst einmal probiert, ob der Wundercocktail, mit dem Beyoncé angeblich in 14 Tagen 10 Kilo abgenommen hat, überhaupt trinkbar ist (pro Kaffeebecher 1 bis 2 EL Ahornsirup, 1 bis 2 EL frischen Zitronensaft, eine gute Prise Cayenne Pfeffer mit Wasser – warm oder kalt - aufgießen). Ist nicht so schlecht. Aber natürlich werde ich nicht zwei Wochen davon „leben“. Weil ich halt gern lebend und voll funktionstüchtig aus der Sache rauskommen würde. Wie dem auch sei, vor der Diät kommt ohnehin tradionsgemäß die Vernichtung der Bestände - in diesem Sinne...

...ach ja, was ich noch sagen wollte: Die Größe 38 auf dem Preisschild muss übrigens eine dicke, fette Lüge sein, denn selbst das Schneiderpüppchen musste die Luft anhalten, als ich den Reißverschluss schließen wollte.

Danke für’s lesen, ihr Lieben! NH

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