Samstag, 6. Oktober 2012

THE UGLY GIRL PROJECT: Geisterpublikum / Ghost Audience


© Nicola Hinz 2012

Dieses Bild habe ich auf der Kamera gefunden. Ich erinnere mich nicht, es gemacht zu haben und ich weiß auch nicht, wen oder was es zeigt. Es ist das letzte in der Reihe der Bilder, die ich auf der Documenta 13 gemacht habe.

Die erste spontane Geschichte, die mir in den Kopf kam war: Das ist das, was das Bild an der Wand sieht, wenn es aus sich herausschaut.

Und dann fiel mir ein: Das ist auch das, was das dicke, hässliche Mädchen sieht, wenn es versucht, sich durch die Welt und einen Nebel aus Scham zu bewegen - möglichst ohne allzu tiefe Spuren in der Erinnerung von anderen zu hinterlassen. Da ist ein angenommenes Publikum, aber es verschwimmt, weil man es eilig hat und sich nicht traut, ihm in die Augen zu sehen. Die Annahme ist auch, dass gestarrt wird. Man weiß nicht wirklich, was in den Zuschauern vorgeht, aber man nimmt an, dass man dem Publikum (dem wahren und dem im Kopf) nicht wirklich trauen kann. So ist man ist immer auf der Hut. Das ist vermutlich etwas, das alle Mitglieder gesellschaftlicher Gruppen, die regelmäßig Diskriminierung erfahren, zumindest zeitweise gemeinsam haben.

NH

Kommentare:

  1. Lies mal hier: Vielleicht ist es etwas, was dir gut tut. http://wortwerkweb.blogspot.de/2010/07/dicke-menschen-sind-nicht-schlecht-mein.html

    Danke fürs Werbung anklicken ;-)

    Alles Gute und liebe Grüße

    Spechti

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