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Mittwoch, 13. Mai 2020

Fettphobie erkennen leicht gemacht



"Es liegt mir fern, mich zu streiten ohne Dir meine Meinung aufzwingen zu wollen." (Aus einem Facebook-Kommentar zum Blogpost "Dick, dumm, faul und hässlich")


Klar, das ist ein Typo, aber wie freudsch können Vertipper bitte sein? Oder die Autokorrektur auf dem Gerät der Verfasserin kann sie schlicht nicht leiden. ; )

Eigentlich diskutiere ich ja nicht. Ich blocke und lösche. Auf dem Blog schalte ich fettphobische Kommentare in der Regel gar nicht erst frei. Und das tue ich, damit meine Leser*innen sich mit dem Scheiß nicht abgeben müssen. Viele von ihnen sind dick, und sie werden nicht ausgerechnet hier am Strand in den Kommentarspalten noch mehr Beleidigung und Missachtung aushalten müssen. Wenn ich also Trollbeiträge zulasse (hier oder auf anderen dazugehörenden Social-Media-Outlets), dann nur in sehr geringer Zahl, exemplarisch und von mir angemessen beantwortet.

Heute nun dachte ich so bei mir, komm ist Corona, hast gerade etwas Zeit, ist ja eigentlich auch schön, wenn jemand einen Kommentar schreibt, versuch mal, milde zu sein, auch wenn dir jetzt schon gar nicht mehr danach ist. 

Denn Fettphobie kann ich quer über den Stadtpark hinweg riechen. Das ist meine Superpower. Außerdem, und das habe ich bestimmt schon einmal erwähnt, unterstelle ich immer vorsorglich böse Absicht. Damit liege ich bei den Trollen meistens richtig und spare Zeit und Nerven. 

Aber um ganz ehrlich zu sein, dachte ich mir diesmal auch, dass aus dem Ganzen womöglich Material für einen guten Blogpost herausspringen könnte.Und siehe da - auf fettphobische Rechthaber*innen ist Verlass - die reagieren und liefern immer. Wenn halt auch immer das Gleiche. In diesem Fall in einem Schwall von laaangen, schnell aufeinander folgenden Kommentaren von ein und derselben beharrlichen Frau, die sich das letzte Wort diesmal am Ende trotzdem nur dadurch sichern konnte, mich zu sperren. 

Wie gesagt: In der Kommunikation mit fettphobischem Publikum läuft es fast immer gleich ab (wenn frau sich darauf einlässt). Wortreiche und gehäufte Einlassungen (die ich im Folgenden um der Erträglichkeit willen gekürzt habe) sind nur das erste Merkmal dafür, dass hier jemand mit hoher emotionaler Investiertheit auf dem Kriegspfad ist - und zwar gegen das Recht anderer auf Gleichbehandlung. 

Zweitens wird wiederholt betont, dass es nicht das Ziel sei, zu beleidigen. Selbst wenn die Beleidigung auf dem Fuße folgt. Auch wird immer gern alle Gute gewünscht, vermutlich, um sich nicht vorwerfen lassen zu müssen, man/frau wäre aggressiv oder auch nur unhöflich gewesen. Durch falsche Höflichkeit versuchen Trolle, das Siegertreppchen gleich von Anfang an zu besetzen. Sie werden dir ins Bein schießen, und wenn du Ihnen dann den Mittelfinger zeigst, hast du in ihrer Welt verloren, weil du nicht höflich geblieben bist.

Inhaltlich beginnt alles immer gern damit, dass frau kurzerhand die Opferrolle an sich reißt:

Frau XY: Das sind aber ganz schön viele Vorurteile Menschen gegenüber, die nicht dick sind.......Das meiste in dem Text sind Vermutungen und Unterstellungen (...) denn nicht alle Menschen halten "Dicke" für dumm, faul und/oder hässlich. Es soll tatsächlich Menschen geben, denen der Charakter wichtiger ist als die Figur.

Ich: Nein, natürlich nicht alle. Aber im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang verbessert das die Situation von Dicken leider nicht wirklich. Und das bilden sich Dicke nicht ein. Um Fettphobie aus nächster Nähe zu betrachten, muss frau weiterhin nichts Anderes tun, als den Fernseher einzustellen oder eine Frauenzeitschrift zu öffnen. Oder - in vielen Fällen - mit ihren Freundinnen Kaffee trinken und ihnen dabei zuhören, wie sie darüber klagen, zu dick zu sein. Dabei bemerken sie oft gar nicht, dass ihnen ja eine dicke Person gegenüber sitzt. Die meinen das dann nicht einmal böse. Die Angst vor dem Fett sitzt nur so verdammt tief.

Ich fand das (für meine Verhältnisse) wirklich diplomatisch. Aber es kam sofort, wie es kommen musste - der Verweis auf die vermeintliche Gefahr für die Gesundheit, also DIE Nahkampfwaffe aller Fat-Shamer*innen. Außerdem setzt augenblicklich die Belehrung der dicken, doofen Frau ein, dass sie an ihrem Unglück ganz allein schuld ist und die Welt einfach nur deshalb falsch versteht, weil sie mit sich selbst eben nicht zufrieden ist.

Frau XY: (...)ich selbst bin normalgewichtig und möchte nicht übergewichtig sein. (...) Das bedeutet jedoch nicht, dass ich erwarte, dass alle so denken wie ich. In meiner Familie und im Bekannten-/Freundeskreis gibt es Menschen die ganz dünn sind und stark Übergewichtige. Wenn das Thema Übergewicht mal zur Sprache kommt (...), dann geht es immer um die Gesundheit oder die körperlichen Einschränkungen, NIE um das Aussehen/Äußere. Mein Gefühl (und meine Erfahrung) ist, dass häufig Negatives in Gesagtes interpretiert wird. Häufig scheinen das Menschen zu sein, die selbst mit sich unzufrieden sind.(...)

Ich: (...) Allein der Gebrauch der Begriffe Normal- und Übergewicht zeigt ja, dass an Dicken offenbar etwas "unnormal" ist. Auch aus der Sicht von jemandem, dem der Körperumfang doch eigentlich egal ist.

An diesem Punkt ist das Repertoire der meisten Fat-Shamer*innen im Prinzip bereits erschöpft. Wenn frau mal von offenen Beleidigungen absieht. Es umfasst tatsächlich nicht viel mehr als das:

1. Das Betonen der eigene Opferrolle - hervorgerufen dadurch, dass sie vermeintlich nicht oder falsch verstanden werden. Denn auch das ist stets die Schuld des Gegenübers.
2. Verharmlosung von Diskriminierung, bzw. die Weigerung anzuerkennen, dass Menschen Erfahrungen mit Diskriminierung haben, die man/frau selbst nicht hat und darum nicht persönlich kennt. (siehe: Thin Privilege)
3. Belehrung von oben herab, dass Dicke es selbst in der Hand haben, wie sie sich fühlen und von der Gesellschaft wahrgenommen werden. Zum einen könnten sie ja abnehmen. Zum anderen könnten Sie auch einfach ihre negative Einstellung ändern, denn dann würde die Welt sie auch besser behandeln. (Hier schwingt immer gern Esoterik mit, bzw. die gute alte Schule des gezielten positiven Denkens, von dem wir mittlerweile alle wissen sollten, dass es nicht nur nicht funktioniert, sondern auch psychisch regelrecht krank machen kann.)
4. Dicksein ist in ihrer Welt auf jeden Fall schlecht für die Gesundheit und das gibt jedem und jeder das Recht, sich in die Angelegenheiten von Dicken einzumischen, um sie vor sich selbst zu schützen.
5. Bezweifeln, dass ein dicker Mensch sich überhaupt, so wie er ist, wohlfühlen kann.
6. Betonen, dass man/frau Dicken ja nicht zu nahe treten will bzw. nichts gegen Dicke hat, ABER...

Ab hier kann frau dann nur noch mit Variationen der immer gleichen Motive rechnen.

Frau XY: Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht....."Normalgewicht".... Allerdings lese ich dort eine Unterstellung heraus.?! (...) Horch doch einmal in dich hinein und sei ehrlich zu dir selbst. Auch in mir siehst du eine Böse, statt es positiv zu sehen. Schade...

Ich: Diskriminierung ist keine Einbildung. Bei dem Thema geht es um etwas mehr als blöde Blicke und unbedachte Bemerkungen. Noch nie darüber nachgedacht? Dann ja vielleicht jetzt.

Frau XY: Neee, da gibt es wichtigere Dinge, über dich gewillt bin nachzudenken.Das Leben ist immer das was jede/r Einzelne daraus macht. Wer es sich unnötig schwer macht (...) muss selbst damit klar kommen. (...) Wer sich liebt (...) wie er/sie ist, wird auch positiv durchs Leben gehen. Die Fehler (...) bei anderen Menschen zu suchen ist einfach. (...) Darüber könntest du vielleicht mal nachdenken, wenn es dir wichtig genug ist. (...)

Ich muss zugeben, jetzt wurde ich langsam doch ein wenig knatschig, obwohl ich mich ja bewusst in den Austausch begeben hatte.

Ich: Oh, du große Göttin. (...) Dass das Leben das ist, was man daraus macht, kannst du ja auch gern mal einem hungernden Kind in der Sahelzone erzählen. Das Leben ist Zufall. Und du hast offenbar Glück gehabt, dass du so locker über Benachteiligung reden kannst. Entweder, weil du keine Erfahrung damit hast, oder nicht darunter leidest, bzw. dahingehend resilienter bist als andere. Aber auch das ist dann Glück.

Frau XY: Nun ja, du bist meinen Argumenten ausgewichen und wirst nun leider unsachlich. Dann fühlst du dich vielleicht ganz wohl in deiner dir selbst auferlegten "Rolle". (...)

Ich: Welche Argumente? Dass Dicke selbst an ihrer Diskriminierung schuld sind? Das ist tatsächlich ganz genau das, was Fettphobiker immer irgendwann sagen. Es ist sozusagen ihre Vereinslosung.

Frau XY: Es liegt mir fern,mich zu streiten ohne Dir meine Meinung aufzwingen zu wollen. In deinem letzten Kommentar interpretierst du meine Kommentare und ich bin sprachlos.(...) Nicht jeder Mensch ist die negativ gesinnt. Mein Eindruck ist, dass du regelrecht danach suchst. (...) Wer sich so akzeptiert wieder/sie ist, ist auch nicht angreifbar. (...)

Ich: Es bringt auch nichts, den gleichen falschen Sermon immer und immer wieder auszuschütten (...). Wie willst du denn z.B. einer Frau mit dunkler Hautfarbe erklären, dass ihre Diskriminierung, die du hoffentlich nicht auch relativieren würdest, mit ihrer Selbstliebe zusammenhängt? Bitte, komm gar nicht erst auf die Idee.

Needless to say - natürlich kam sie auf die Idee. Und so kam es dann auch zu einem bemerkenswerten Finale. Danach nahm sie mir, wie erwähnt, die Möglichkeit, ihr erneut zu antworten. Ich habe unsere Unterhaltung auf Facebook inzwischen gelöscht, damit man sie nicht identifizieren kann. Obwohl ich bei meinen Leser*innen nun wirklich nicht befürchten müsste, dass sie ihr nachstellen. ; )

Nun, vielleicht ist ihr das Aussehen von Menschen auf gönnerhafte Weise wirklich nicht wichtig. Dass Hautfarbe oder Körperumfang keine Rolle spielen dürften, steht außer Frage. Trotzdem hält sie es in ihrem letzten Kommentar für auffällig nötig, das noch einmal zu betonen, so als hätte ich, die doofe Dicke, schon wieder etwas nicht verstanden. Irgendwie kann ich hier ziemlich klar das Echo von "Ich habe ja nichts gegen Dicke (Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind), aber..." hören. Es ist schon bemerkenswert, wie konsequent die ungerechte Lebensrealität anderer offenbar ausgeblendet bzw. händewedelnd abgetan werden kann, wenn man/frau selbst nicht betroffen ist.

Frau XY: Diskriminierung ist etwas ganz Schlimmes (...). Eine Frau mit dunkler Hautfarbe hat eine dunkle Hautfarbe.....na und? Der Mensch zählt, der Charakter (...) Und das muss die betroffene Person verstehen. (...) Ich weiß nicht wie alt du bist.....vielleicht fehlt ein wenig Lebenserfahrung (Anmerkung der dicken Dame: Hahaa, ja klar. In meinen Träumen.) Respektlos finde ich, dass du meine Meinung als falsch abstempelst. (...) Allerdings stellst du dich damit auf eine Stufe mit den Menschen, die du hier "anklagst". Du wertest...(...) Habe nun Besseres zu tun und wünsche dir, dass du zumindest über meine (...) Anregung nachdenkst. Vielleicht kannst du dann etwas positiver durchs Leben gehen. (...) Dann wirst du gar nicht mehr so viele "Diskriminierungen" erleben.


Und jetzt ein paar Worte zur Selbstliebe

Nachdem vielen von uns ein Leben lang eingehämmert worden ist, dass sie im falschen Körper unterwegs sind, der der Welt obendrein angeblich lauter Negatives über die Persönlichkeit der Körperinhaberin verrät, ist sie oft ein sehr hart erkämpfter Schatz, wenn frau sie erlangt hat. Ein positives Selbstbild, Selbstakzeptanz oder Selbstliebe puffern und schützen und machen es uns leichter, in in einer fettphobischen Welt unser Leben selbstbewusster, freier und mutiger zu leben - oder an manchen Tagen auch nur zu überleben. 

Darum bin ich tatsächlich davon überzeugt, dass es ein sinnvolles und lohnendes Ziel ist, seine Selbstakzeptanz zu entwickeln und zu stärken. Denn natürlich müssen wir jetzt gerade in der Welt zurechtkommen, in der wir uns augenblicklich befinden. Ich gebe dazu hier ein paar Tipps zum Einstieg. Für die meisten von uns ist Selbstakzeptanz aber auch ein langwieriges Projekt - vermutlich mit einigen Rückschlägen. Davon kann ich in der Tat ein langes Lied singen.

Eine Verpflichtung dazu, sich selbst zu lieben oder zu akzeptieren hat allerdings niemand. Genauso wenig, wie es eine Verpflichtung zum Aktivismus oder zu politischer Mitarbeit gibt. Und was stets klar sein muss, ist, dass wir nicht schuld daran sind, wenn wir uns mit unserem Körper und unserem Selbstbild als Dicke im Krieg befinden. Wir wären nie von allein darauf gekommen, unsere Körper nicht zu mögen, wenn wir es nicht durch die Welt beigebracht bekommen hätten. Wir sind obendrein nicht dafür zuständig, uns mit ausreichend stabiler emotionaler Rüstung auszustatten, nur damit für alle anderen alles so bleiben kann, wie es ist.

Ich verwende den Vergleich immer wieder gern: Sich Selbstakzeptanz zu erarbeiten und zu erhalten ist für Dicke in unserer Gesellschaft wie unter einem Wasserfall schwimmen zu lernen. Die Missachtung, Respektlosigkeit und Diskriminierung durch Gesellschaft, Medien und Politik hören nicht auf, während wir versuchen, einen freundlichen Blick auf uns selbst zu entwickeln. Wir arbeiten also daran, gut zu uns selbst zu sein, während Vorurteile und Verächtlichmachung uns weiterhin auf den Kopf prasseln. Das ist ein ziemlicher Kraftakt.

Selbstakzeptanz entfaltet jedoch keine magische Wirkung im Außen. Schon gar nicht grundlegend im Hinblick auf die Benachteiligung von dicken Menschen. Das tun nur Protest und klar geäußerte Forderungen. Da draußen muss sich etwas ändern. 


NH

Vielleicht braucht ihr ja frischen Lesestoff :) - den gäbe es hier:


Samstag, 7. Oktober 2017

Zwischenmeldung: Ich glaube, ich war im Fernsehen



Und zwar am letzten Mittwoch. Als Teil des RTL-Formats "Die 25" mit Sonja Zietlow lief dort ein kurzes Segment über mich und meine Lieblingsthemen: Fettakzeptanz und Swimming-Pools.

Gesehen habe ich es noch nicht. 

Obwohl mir der Redakteur es natürlich versprochen hatte, hat mich dann selbstverständlich doch keiner vorgewarnt, wann der Sendetermin sein würde. Ich habe nur an der plötzlichen Flut der Nachrichten von Zuschauerinnen und der in die Höhe schnellenden Klickzahlen im Blog gemerkt, dass etwas passiert sein musste. Einer der benutzen Suchbegriffe war doch tatsächlich "Nicola Hinz nackt".

Das obskure Thema der Sendung, "Die 25 unvorstellbarsten Situationen, in denen man nie landen möchte", war mir nur als Arbeitstitel angekündigt worden - und ist dann offenbar doch nicht mehr verändert worden. Es hatte bei mir und ebenso bei allen, mit denen ich im Vorfeld darüber gesprochen habe, für hohe Augenbrauen und gekräuselte Stirnen gesorgt. Dicksein als "unvorstellbare Situation, in der man nie landen will"? Echt jetzt?

Aber ich habe mir gesagt, die Chance, Fettakzeptanz im Fernsehen (und zu guter Sendezeit) mal wieder etwas Raum zu verschaffen, ist wichtiger, als ein bescheuerter Titel. Es wird schon gut gehen. Es wird schon nicht zu platt werden...Hoffen wir das Beste...

Danke für all das positive Feedback! 

Wenn ich den fast ausschließlich positiven Rückmeldungen glauben darf, die ich hinterher persönlich erhalten habe ( und warum auch nicht? : )), dann ist in der Tat auch alles gut gegangen. Ich werde mich morgen, am 8.10. zwischen 13:30 und 15:30 Uhr selbst davon überzeugen können - da wird die verpasste Sendung bei RTL wiederholt. 

NACHTRAG 8.10.2017: 

Doch, ich fand den Beitrag wirklich anständig - buchstäblich. Besser, freundlicher und aussagekräftiger als gedacht/gehofft. Ist alles gut gegangen, und das freut mich sehr. Vielen Dank für eure Nachrichten und Willkommen an all die neuen LeserInnen und Follower. : )


NIH
NH

Donnerstag, 10. März 2016

Follow me around 43: Leichter

Jemand sagte zu mir: "Oooh, hast du abgenommen?!" Und ich antwortete ohne zu zögern: "Danke!" Um mich sogleich dafür zu entschuldigen. Mehr bei mir selbst, als bei meinem Gegenüber. Das war verwirrt, bis ich es erklärt habe. Die Frage, ob man dünner geworden ist, sollte kein Kompliment sein. Man müsste sie mit "ja" oder "nein" beantworten können und beides müsste gleich gut sein. Aber so tief sitzt das alte Programm, dass dünner automatisch besser ist, dass ich das Kompliment natürlich als solches sofort erkannt habe, aber eben nicht nur das -  ich habe es auch wirklich als solches "gefühlt" und umgehend verarbeitet. In meiner Selbstwahrnehmung sind noch immer Rückstände, die mich reflexartig positiv darauf reagieren lassen, wenn mir die Außenwelt mitteilt, ich sähe dünner aus. Ein bisschen erschrocken war ich danach. Ich war nicht vorbereitet gewesen, denn es war mir schon sehr lange nicht mehr passiert, auf diese Weise auf meinen Körper angesprochen zu werden. Und meine eigene ungefilterte Reaktion war höchst aufschlussreich. Darum bin ich ganz froh über die Erfahrung. Wenn mir nun in Zukunft wieder so etwas begegnet, wird die Reaktion, zumindest innen, eine andere sein. Aber wie es scheint, war das der Auftakt zum "Thin Privilege Project".


Und sonst noch...

Wo wir gerade in der Erkenne-dich-selbst-Abteilung herumstehen, kann ich dann auch noch dieses berichten: Ich stehe im Zeitschriftengang bei Famila, scanne das Business Punk Magazin und stelle gerade fest, dass frau die Frauen darin ärgerlicherweise offenbar an einer Hand abzählen kann. Dann schaue ich hoch und sehe...noch einen Mann. Der ist riesig hoch, hat einen bunten Schal und ein wirklich angenehmes Gesicht. Er zieht, wie ich, so einen roten geräderten Einkaufskorb hinter sich her und stellt diesen, auch wie ich, am Ende des Ganges ab. Dann kommt er auf mich zu. Und er lächelt mich freundlich an.

Und ich? Ich wende ruckartig den Blick ab und senke in regelrechter Panik den Kopf. Gefühlt ziehe ich den Kopf sogar auch noch ein und die Schultern hoch. Ich raffe die Zeitschrift an mich und kann es im Rückblick nicht wirklich anders beschreiben - ich flüchte. Und schaue nicht zurück.

Hinterher und jetzt noch immer bin ich echt erschüttert. Mache ich das womöglich immer so? Oder so ähnlich? Und merke das selber gar nicht? Weil das alles einfach von selbst und quasi auf Knopfdruck abläuft? Weil auch das ein uraltes, noch immer herumlungerndes dickes Selbsthass-Programm ist? Ich will nicht, dass das Gegenüber womöglich einen Hauch Erwartung oder Hinwendung spürt und ich mich lächerlich mache. Denn in der Tiefe meiner Prägung glaube ich offenkundig noch immer und mit erschreckender Vehemenz, dass ich mich nicht zumuten kann. Und dass mich unmöglich ein Toller auch toll finden kann. Darum bin ich ja auch immer der Überzeugung, dass ich auf freier Wildbahn überhaupt niemanden kennenlernen kann. Aber Fraugöttin, so kann das natürlich ohnehin nichts werden...

The 30-Day Declutter Challenge*

Ich habe ja in den letzten Jahren sehr viel aussortiert, entrümpelt und organisiert. Aber ich habe noch immer zu viel Kram. Und tatsächlich wachse ich im Älterwerden aus dem noch vorhandenen Kram immer weiter heraus. Mir wird es im Status Quo immer wieder zu eng. Nun habe ich beschlossen, meinen Haushalt abermals zu verschlanken. Bei YouTube fand ich unzählige Filmchen zu verschiedenen Strategien, wie man einen eingeschlafenen oder nicht wirklich vorhandenen Entrümpelungsprozess zum Rollen bringt. Eine davon ist, sich innerhalb einer vorgeschriebenen Zeit von einer vorgeschriebenen Anzahl von Gegenständen zu trennen. Zum Beispiel 100 Dinge in 5 Tagen (also täglich 20). Das war mir aber zu wenig, und so mache ich ab heute die "30 Day Declutter Challenge"*. Bei der soll man am ersten Tag einen Gegenstand entsorgen, am zweiten zwei, usw. Am Ende wären das, wenn ich richtig gezählt habe, 465 Gegenstände, die die Wohnung verlassen müssten. Da ich aber etwas Übung auf dem Gebiet habe, und am Ende wirklich fühlbar mehr Freiraum haben will, runde ich auf 500 Dinge auf und sortiere aus, wann immer mir danach ist. Hin und wieder sicher auch im Vorbeigehen. Nur am Ende muss das Ergebnis stimmen, darum führe ich natürlich Buch über den Output.

Im Hinblick auf die Abgänge, die dann auch wirklich gültig sind, gelten die folgenden Regeln: 

1. 
Alltagsmüll wird natürlich nicht mitgezählt. Also z. B. Kartoffelschalen und Milchkartons, oder der Ulla Popken Katalog, der mich regelmäßig ereilt und ohnehin immer gleich im Altpapier landet. BTW, ich verstehe ja 7/8-Hosen nicht. Schon gar nicht, wenn sie "Mony" heißen. Sie waren und sind mir ein grausliches Rätsel. Sind sie die Bermuda-Shorts der dicken Frau? Wenn ja, warum um alles in der Welt? Warum trägt frau dann um Himmels Willen nicht genau solche! 

2.
Wo war ich?...Ach ja...Ebenso zählen keine aufgebrauchten Dinge des täglichen Bedarfs, die dann auch sofort wieder ersetzt werden müssen. Zum Beispiel Klopapier oder Katzenfutter. Man darf aber Produkte aufbrauchen, die schon lange unbenutzt herumstehen. Wenn man zum Beispiel ein halbes Dutzend Flaschen mit Duschgel in der Dusche hat, darf man gezielt einige davon leeren oder wegwerfen, und diese dann auch auf die Liste setzten. 

3. 
Es ist egal, was man mit den Gegenständen macht, so lange sie innerhalb von 30 Tagen den Wohnraum verlassen. Man darf sie wegwerfen, verschenken, spenden oder verkaufen. Ich werde wohl mal wieder durch den Kleiderschrank gehen, und diesmal Kleider in großen Größen auf den Markt werfen.

Genau genommen habe ich schon vor ein paar Tagen einigermaßen intensiv damit begonnen, mich von Sachen zu trennen. Heute, am offiziellen Beginn des Projektes, war es aber erst ein altes Geschirrhandtuch. Stichtag ist dann der 8.April.

*30-Tage-Entrümplungsprojekt

Leichter ums Herz

Auf der Baustelle nebenan tobt die Hölle. Der Kater geht jetzt nur noch am Wochenende spazieren, weil er Angst vor dem Kran und den Baufahrzeugen hat, und sich bis zum Nachmittag regelmäßig in der Abstellkammer verkriecht - wie zu Sylvester. Mir kommt das eigentlich entgegen, weil ich eine Heidenangst hätte, dass er überrollt oder zugeschüttet wird. Aber auch das verlassene Loch am Samstag hat mich enorme Nerven gekostet, weil ich nicht wusste, ob der Kater allein wieder raus käme, wenn er hineinklettern würde. Ich weiß, dass ich dort unten auf jeden Fall gefangen wäre, und besser nur mit Handy in der Tasche am Rand entlang balanciere. Als gute und total hysterische Cat Lady bin ich dem renitenten Kater, der sich zusätzlich gerade von einer Bauchspeicheldrüsenentzündung erholt hatte, bestimmt eine Stunde lang hinterher gelaufen, um sein Verhältnis zur Grube zu beobachten und, wenn nötig, die Feuerwehr anzurufen. Und dann passierte es. Der Kater war auf dem Weg in die Tiefe und nicht mehr aufzuhalten.

Darum weiß ich nun, dass er sich an annähernd senkrechten Sandwänden mit leichter Tatze und ohne Probleme wieder empor hangelt. Was für ein Supervieh. Und was für eine Erleichterung. Wenigstens das.







NH

Samstag, 6. Februar 2016

(K)ein bisschen Frieden...

Eine Freundin von mir brachte mir die Februarausgabe von myself  mit, weil sie einen Artikel zum Thema Selbstakzeptanz enthält. Die Freundin weiß, dass das mein großes Thema ist und fand ihn eigentlich auch ganz gut, bis sie meine kugelrunden, entsetzen Augen sah, nachdem ich begonnen hatte, ihn zu überfliegen. Das ist nicht ungewöhnlich - man muss halt Übung darin haben, sich unmittelbar so zu echauffieren wie ich.

Halbherzige, ambivalente und im Grunde total verlogene Aufrufe, sich nicht mehr schönheits- oder wahlweise schlankheitsterrorisieren zu lassen, sind in Frauenmedien weit verbreitet und verdammt in. Immer wenn ich eine Frauenzeitschrift aufschlage, kräuseln sich ja bekanntlich schon in Erwartung haarsträubenden Unfugs meine Fußnägel. Und niemals, wirklich niemals, werde ich eines Besseren belehrt. Dafür werde ich immer enttäuscht. Von der unsolidarischen Biestigkeit der meisten Verfasserinnen.

Bei dem Artikel von Susanne Kaloff handelt es sich um einen triefigen Brief an den eigenen Körper, der insofern ausgesprochen aufschlussreich ist, als dass das lächerliche Pathos, das durch die Zeilen schwingt, mal wieder verrät, wie völlig unmöglich es für Frau Kaloff in Wahrheit ist, ihre verinnerlichten Standards auch nur für einen Augenblick auszusetzen. Sie kann nicht einmal in einer zweiseitigen Kolumne überzeugend so tun, als meine sie es ernst. Dieser Umstand ist übrigens auch normal und prägt so ziemlich jeden schriftlichen Erguss, den ich bisher zum Thema in Frauenmagazinen gelesen habe.

Zwar erwähnt sie zunächst, dass sie in einer familiären Umgebung aufgewachsen ist, in der körperliche Perfektionierung eine absolute Priorität war, und dass sie das bereits als Kind geprägt hat. Als sie mit 15 in einer Diskothek wegen ihres Gewichtes beleidigt worden ist, hat sie das allerdings mit Hilfe ihres "inneren Gurus" weggesteckt, denn der hat sie daran erinnert, "wo (ihre) innere Anmut wirklich wohnt." Tja, gut für sie.

Aber dann das: Jahrzehnte später erst hat sie begriffen, dass man auch innere Schönheit braucht (ja, Schönheitsbullshitbingo Rang 1) - offenbar damit man überhaupt noch etwas hat, wenn die äußere Schönheit im Alter verschwindet ("Wenn die Hülle Risse bekommt"), denn sonst "verzweifelt man beim Blick in den Spiegel". Die Frau Kaloff hat angeblich unlängst beim Betrachten ihrer eigenen Hände geweint. Und das, obwohl sie bereits vor 19 Jahren bei ihrem Körper angefragt hat, ob er und sie nicht "Frieden schließen" wollten. Dass Selbstakzeptanz bei ihr ein offenkundig verdammt langer und ziemlich schleppender Prozess zu sein scheint, mag ich ihr nicht vorhalten. Da weiß ich schließlich genau, wie schwer das ist. Was ich ihr allerdings ehrlich übel nehme, sind Sätze wie dieser: "Ich glaube allerdings nicht, dass Mut dabei hilft, sich selbst zu lieben. Mut hat etwas Aggressives, und diese scheinbar couragierte Haltung kommt mir oft vor wie Zynismus."

Da ist sie wieder, die gute alte Unterstellung, dass man sich SO (dick, alt, faltig, kleinbrüstig, kartoffelnasig) auf gar keinen Fall wirklich wohl fühlen kann. Und wenn man ehrlich zu sich wäre, das wird natürlich insbesondere Dicken täglich um die Ohren gehauen, dann wüsste man auch, dass man sich als zufriedene Dicke nur selbst betrügt und der Welt etwas vorspielt.

Darum setzt die faltige Frau Kaloff auch nicht auf grellen Mut oder Aufbegehren gegen geltende Körpernormen, sondern bei Konfrontierung mit dem eigenen im Grunde unmöglichen, verwitterten Spiegelbild auf "ruhiges Atmen", "softness beneath it all" (Hä?!?) und natürlich auf die Schönheit "unter der Oberfläche", die einem ja angeblich nicht verlustig gehen kann - bis man vielleicht eines Tages dement mit nem Schlüpper auf dem Kopf das Pflegepersonal anpöbelt (Anm. der dicken Dame). Außerdem ist die Frau Kaloff ihrem Körper dankbar, dass er beim Yoga noch so gut mitmacht und hat sich auf ihr Handgelenk das Wort "perfect" eintätowieren lassen, um sich stets daran zu erinnern, dass sie "ein vollkommenes menschliches Wesen" ist, "in der Welt (...), in der alles, was ist und geschieht, okay ist." Nichts, absolut nichts auf dieser Welt ist wichtiger für die Frau Kaloff, als das Aussehen ihres Körpers. Der Körper der Frau Kaloff ist darüber hinaus offenbar ihre Welt. Den Rest der wahren Welt kann sie hier ja wohl kaum meinen, so blöd und vermessen wäre doch wohl keiner, oder? Die Frau Kaloff hat es nicht leicht. "Aber leicht hat's einen", hätte mein Vater jetzt natürlich geantwortet.

So, und nun reden wir mal wirklich über Mut und Selbstakzeptanz:

Mit dem Körper Frieden zu schließen kann man nur gegen den vehementen und glühenden Widerstand der Umwelt - ganz besonders wenn man dick ist. Diese Wahrheit wird gern und aus ersichtlichen Gründen besonders gern von Frauenzeitschriften immer und immer wieder unter den Teppich gekehrt. Die betten das zeitgeistige Thema zwischen Diäten* und Motivationstipps für mehr Sportlichkeit in ihre Blätter ein, weil es halt neuerdings irgendwie dazu gehört, und verbreiten gern das Märchen, dass man sich halt selbst einfach mit ein wenig freundlicheren Augen betrachten und nett zu sich selbst sein solle.Wenn man sich dann noch jeden Freitagabend ein Bad einlässt, eine Duftkerze anzündet und einen Kräutertee aufgießt, um "gut für sich selbst zu sorgen", kann im Prinzip mit dem Frieden im eigenen Körper nicht mehr viel schiefgehen.

In Wahrheit befinde ich mich als dicke Frau nicht mit meinem Körper im Krieg. Sondern mit der Gesellschaft. Ich bin nicht mit einem Selbsthass-Gendefekt auf die Welt gekommen. Ich finde mich nicht von Natur aus die meiste Zeit meines Lebens selbst scheiße. Die Welt hat dafür gesorgt, dass ich und Aber- und Abermillionen von Frauen sich täglich scheiße fühlen, weil sie dick sind. Ich bin nichts Besonderes in meinem Krampf und Kampf. Man würde halt immer denken, dass sich so viele sinnlos und oft zutiefst unglückliche Frauen im Zeitalter der Information leichter mobilisieren ließen, um eben jene Außenwelt sehr viel vehementer in die Pflicht zu nehmen, aber das ist eine andere Sache. Jedoch ganz bestimmt auch eine Frage des Mutes. Des aggressiven.

Noch einmal für alle, die besonders schwer kapieren und damit auch für alle Redakteurinnen von Frauenzeitschriften: Das Problem liegt nicht innen. Das Problem liegt außen. Nur das Individuum hat natürlich das Problem und am Ende das verpfuschte Leben. Und sich selber bis an sein Lebensende auszuhungern und anzupassen, erscheint auf den ersten und zweiten Blick oft als die einfachere Lösung, als eine Existenz als angefeindete und belächelte Rebellin.

Darum braucht wer immer sich in seinem Körper von innen heraus besser fühlen will, so verdammt viel Kraft. UND AUCH MUT! Das ist ganz genau so und nicht anders. Denn das ist letztendlich so, als wollte man unter einem Wasserfall schwimmen lernen. Heißt nicht, dass sich der Versuch nicht trotzdem lohnt. Und wenn ihr etwas Mut gefunden habt, teilt ihn doch bitte mit anderen.


*Auf Seite 141 der selben Ausgabe von myself  wundert sich die Redaktion übrigens darüber "wie glücklich 1200 Kalorien machen können". Wohlgemerkt, auf dem Titel wird großmundig versprochen: "Nie wieder Diät!" Dabei geht es dann um California Cuisine - und das ist eine...Diät.
Man würde sich wünschen, die Redaktion möge ihre eigenen Ratschläge für ein "kreativeres, schlaueres und inspirierteres Gehirn" irgendwann auch endlich einmal selbst beherzigen.


NH

Sonntag, 24. Mai 2015

Proseminar Selbstakzeptanz für Dicke


Fimo-Vagina - eines meiner "entweder du verwendest den Kram JETZT, oder er kommt weg"-Werke. Die Masse war schon ganz bröckelig, aber ich bin froh, dass ich diese Vagina noch  geknetet habe - sie steht für die Freude am Körper, die entsteht, wenn man neu  und mutig hinsieht, Grenzen und Tabus im Kopf überwindet, unbekanntes Land endlich richtig kennen lernt und sich selbst zurückerobert.

11 Programmpunkte auf der Reise zu dicker Selbstakzeptanz und zu einem friedlicheren Zusammenleben mit dem eigenen, dicken Körper:


1. Den eigenen Körper wahrnehmen / kennenlernen

Wie gut hast du dir deinen dicken Körper überhaupt in der letzten Zeit / den letzten Jahren angesehen? Weißt du ganz sicher, wie dein nackter Rücken aussieht? Kennst du deine Oberarme wirklich? Oder deine Knie? Die Unterseite des Busens? Den Verlauf der Dehnungstreifen und Krampfadern? Wie ist es mit der Innenseite der Oberschenkel? Oder der Poritze? Oder den Achseln?

Eine ehrliche Bestandsaufnahme des eigenen Körpers ist der erste Schritt zu dicker Selbstakzeptanz. Dazu sind mehrere größere und kleinere Spiegel natürlich hilfreich. Ich selbst habe mich am Anfang meiner Reise von allen Seiten fotografiert und gefilmt - auch die Stellen, die schwerer zugänglich sind. Es kann übrigens auch nicht schaden, sich mal so richtig zu beschnuppern.

Wer besonders gründlich sein will, kann ein kurzes "Reisetagebuch" führen: Wie sieht es aus in den Achseln? Sind da Narben vom Rasieren, von denen man nichts wusste? Ist die Farbe der Haut etwas dunkler? etc.

Der Zweck der Übung ist folgender: Man kann nur wirksam akzeptieren, was man auch kennt. Außerdem stehen die Chancen gut, dass diese Art der Betrachtung aus dem gefühlt unförmigen, unbekannten Monsterkörper wieder einen guten Bekannten macht, der ganz bestimmt nicht überall so grauslich ist, wie man ihn für lange Zeit zuvor verbucht hat. Selbst das, was man nicht schön findet, verdient es, betrachtet und beschrieben zu werden. So wie man es auf einer tatsächlichen Reise auch tut.

Das Beste: Man gewöhnt sich an den Anblick der eigenen dicken Körperlandschaft, wenn man sie regelmäßig wahrnimmt. Der Anblick wird "normal". Und was wir "normal" finden, TATATAAA, finden wir automatisch irgendwann auch nicht mehr hässlich.

2. Vorbilder suchen

Einige Jahre bevor ich mich entschied, mich dem Schlankheitsterror zu entziehen, saß ich in einem Café und der Kaffee wurde von einer wirklich coolen, hübschen, jungen und sehr dicken Kellnerin serviert. Sie war tätowiert und hatte ein paar Piercings im Gesicht. Sie hatte braune, hochgezwirbelte Haare, einen sehr großen Busen unter dem engen, weißen T-shirt und trug abgewetzte Birkenstock-Sandalen. Ihre Fußnägel waren dunkel lackiert.Sie war nicht einmal besonders freundlich, sondern eher ein wenig genervt. Aber sie war vermutlich (und leider) die allererste dicke Frau, bei der ich die Körperfülle nicht als störend empfand, sondern als stimmiges und dazugehöriges Merkmal ihrer Erscheinung. Ich weiß noch, dass ich zu meiner Mutter sagte: "Die ist aber hübsch." Und meine Mutter drehte sich ein wenig überrascht um, guckte und sagte dann: "Ja, stimmt." Und ich dachte damals: "Wenn es möglich ist, dick und cool zu sein - warum schaffe ich das nicht?" Ich erinnere mich an all das so genau, weil ich tatsächlich einen Tagebucheintrag über die Begegnung verfasst habe - auf meinem Blackberry (so lange ist das schon her), noch während ich dort am Tisch saß. Trotzdem war ich gedanklich noch immer im Diät-Modus.

Das Internet ist eine ganz besonders gute Quelle, um sich dicke Vorbilder zu suchen und zu finden. Fatshion- und Fettakzeptanzblogs und- vlogs sind voll mit dicken, schicken und mutigen Frauen, die öffentlich interessante Dinge tun und wissen. Auch die Zahl dicker Popkultur-Vorbilder hat in den letzten Jahren zugenommen - ich persönlich verdanke ja Beth Dito und Melissa McCarthy eine ganze Menge.

Wenn man sich mit attraktiven, dicken Vorbildern / Bildern umgibt, passieren drei Dinge: Man gewöhnt sich daran, dass dicke Körper überhaupt auf positive Weise sichtbar gemacht und in den Vordergrund gerückt werden. Der eigene, innere Richter verändert seine Kriterien, und man gewöhnt sich an die Idee, dass dick gut/erfolgreich/schön/etc. ist. Das führt irgendwann zu der Schlussfolgerung, dass das eigene Fett auch schön und erfolgreich sein kann.

3. Andere dicke Körper wahrnehmen

Andere dicke Körper im wahren Leben oder in Büchern und im Internet zu betrachten, ist ein sinnvolle Übung, weil man feststellt, dass es natürgemäß recht viele Ähnlichkeiten gibt. Und an anderen Körpern findet man Dehnungstreifen mitunter weniger "unansehnlich", als an sich selbst. Dabei sind es im Prinzip die gleichen Streifen. Wieder geht es um eine Veränderung der Perspektive hin zu "Normalität". Wer sich regelmäßig andere Körper, die gängigen Schönheitsstandards nicht entsprechen, genau ansieht, stellt fest, dass es "normal" ist, diesen Standards nicht zu entsprechen.

4. Lesen, Lesen, Lesen

Teil meines Einstiegs in die dicke Selbstakzeptanz war die eifrige Lektüre von einschlägigen Blogs und Büchern zum Thema Fettakzeptanz, die mich dankenswerter Weise und üppig mit Strategien, Informationen und moralischer Unterstützung versorgt haben. Leider ist Fettakzeptanz bisher kein wirklich großes Thema in Deutschland, so dass die folgende kurze Liste mit "Klassikern" zum Thema ausschließlich auf Englisch zu haben ist.

Lesley Kinzel: Two Hole Cakes

Virgie Tovar (Hrsg.): Hot & Heavy

Golda Poretsky: Stop Dieting Now

Wendy Shanker: The Fat Girl's Guide to Life

Marilyn Wann: Fat!So?

Rebecca Jane Weinstein: Fat Sex

Kate Harding, Marianne Kirby: Lessons from the Fat-O-Sphere

5. Sex

Ich habe immer wieder beschrieben, was für eine große Hilfe die Begegnung mit Fettliebhabern dabei war, meinen dicken Körper selbst schön zu finden und mich auch in sexueller Hinsicht nicht mehr für ihn zu schämen, sondern regelrecht stolz auf ihn zu sein. Kontakt zu gutaussehenden, respektvollen und leidenschaftlichen Fettliebhabern findet frau im Internet in der Regel ohne große Schwierigkeiten. Natürlich sind gesunder Menschenverstand, konsequente Selbstfürsorge und Klarheit über die eigenen Wünsche und Grenzen, sowie angemessene Gründlichkeit bei der Auswahl immer essentielle Voraussetzungen beim Online-Dating.

Es lohnt sich sehr, Sex mit jemandem zu haben, der den oftmals lang schamhaft verhüllten und diffarmierten Körper einfach nur super findet. Es ist eine unbezahlbare Erfahrung, die ich jeder von unserer fettphobischen Kultur entmutigten Frau wünsche.

Wer sich in einer Partnerschaft befindet, in der das Gegenüber eine im Grunde negative/neutrale Einstellung zum Fett hat, sollte die Sache unbedingt auf den Tisch bringen. Partner, die einem nicht das Gefühl geben, dass man attraktiv ist, sind nicht gut. Für niemanden! Und ganz besonders nicht für jemanden, der um Selbstakzeptanz kämpft.

In einigen, komplett anders gelagerten Fällen könnte sich bei einem offenen Grundsatzgespräch herausstellen, dass der Partner das Fett lieber mag, als man selbst geglaubt hat. Das ist dann ja auch mal gut zu wissen. ; )

6. Intuitives Essen

Dicke Selbstakzeptanz und Diät-Programme schließen einander aus. Ich kann nicht mit einem Bein im Diät-Land stehen bleiben, wenn ich eine wirkliche Veränderung meines Lebens und meiner Einstellung zu mir selbst erreichen will. Diäten scheitern. Scheitern fühlt zu Schuldgefühlen, und Schuldgefühle fahren das Selbstwertgefühl in den Keller. Das kann man sich auf der Reise zu dicker Selbstakzeptanz schlicht nicht leisten.

Dicke Selbstakzeptanz heißt, sich heute für den Körper zu entscheiden, den man heute hat, und fortan gut zu ihm zu sein. Das bedeutet, ihn nicht mehr mit Verachtung zu strafen und ihn gedanklich zu beschimpfen. Das Bedeutet aber auch, ihn nicht mehr phasenweise hungern zu lassen, oder mit klumpigen Weight-Watchers-Fertiggerichten zu quälen.

Ich habe ja, wie berichtet, sehr gute Erfahrungen mit "intuitivem Essen" gemacht. Die Regeln des intuitiven Essens sind sehr einfach: Iss das, was du willst, wann du es willst und höre auf, wenn du satt bist. Nein, man wird sich in Zukunft nicht nur von Kartoffelchips ernähren. Das ist die Erfahrung so ziemlich aller intuitiven Esserinnen, von denen ich gelesen oder mit denen ich gesprochen habe: Wer isst, was er will, stellt fest, dass der Körper sehr viele verschiedene Sachen will, wenn er alles haben DARF. Und nein, er wird auch bestimmt nicht so groß wie ein Zeppelin, weil ein Körper, der alles essen darf, keine Angst vor Hungersnöten hat, und außerdem nicht durch Schuldgefühle bei jedem Bissen gestresst ist, gar nicht mehr alles essen WILL.

7. Sich endlich Wut gestatten und Angriffe abwehren

Angreifer lauern überall. Ich habe sogar schon von meinen Fettliebhabern gesagt bekommen, dass sie ein wenig auf ihre Figur achten müssen und lieber keinen Apfelkuchen wollen. Freundinnen und Kollegen jammern auch gern über ihre schier unförmigen Körper, während man dick daneben steht. Verwandte und Partner werden leicht mal etwas deutlicher und persönlicher, wenn es darum geht, das Fett von Angehörigen zu kritisieren und Veränderungen anzumahnen. Und offenbar gibt es auch Idioten auf freier Wildbahn, die einen im Supermarkt über Ernährung belehren wollen, die Beleidigungen über die Straße schreien oder am Nebentisch tuscheln. Ärzte können ja auch oft nur schwer mit ihren Vorurteilen hinterm Berg halten.

Es ist an der Zeit, sich klar zu machen, dass man eine solch respekt- und oft gedankenlose Behandlung durch die Umwelt NICHT VERDIENT. Die anderen sind die, die falsch liegen. Sie haben die Regeln einer fettphobischen Gesellschaft so stark verinnerlicht, dass ihnen Feingefühl und Kinderstube in den beschriebenen Situationen offenbar komplett abhanden kommen. Und das muss man nicht hinnehmen. Das muss man ansprechen.

Man könnte damit beginnen, das Gegenüber in ruhigem Ton darüber zu informieren, dass man sich in Zukunft nicht mehr über die Bekämpfung von Fett auseinandersetzen wird, weil man sich so OK findet, wie man ist. Man kann auch (Fremden) mitteilen, wie mies man sich eigentlich jedes Mal fühlt, wenn jemand negative Bemerkungen über Dicke macht. Eine anschließende Diskussion ist übrigens nicht nötig und auch nicht wünschenswert. Tatsächlich fordert man hier nämlich nur die Einstellung eines Verhaltens, das man niemals so lange hätte aushalten sollen.

Man kann sich alternativ auch über die Angreifer lustig machen - man kann z.B. der jammernden Freundin zustimmen, wenn sie wieder über ihre Oberarme nörgelt und sie ausfragen, was sie denn nun endlich dagegen zu tun gedenkt. Mal sehen, wie lange es dauert, bis sie was merkt.

Wer sich im Ringen um Selbstakzeptanz so richtig weit zurückgeworfen fühlen will, muss neben allem anderen natürlich nur den Fernseher einstellen, oder eine Zeitschrift aufschlagen. Mainstream-Medien sind etwas, das man als Dicker im Interesse des eigenen Selbstbewusstseins ohnehin nur sehr sorgfältig ausgewählt nutzen sollte. Und dabei sollte man gedanklich immer seine kugelsichere Weste tragen.

8. Regelmäßige Angreifer aussortieren

Manchmal dauert es etwas, bis das Umfeld begreift, dass eine neue Zeit angebrochen ist. Bemerkungen über Diäten und Fett gehen vielen Menschen reflexartig über die Lippen, und oft fällt es ihnen ausgesprochen schwer, damit aufzuhören - selbst wenn sie es wollen. Wenn sie verstehen, worum es geht und sich bemühen, ist schon sehr viel gewonnen. Bei allen, die das nicht tun, muss man sich irgendwann fragen, wie viel Zeit man noch mit ihnen verbringen kann. Dicke Selbstakzeptanz ist schwer und kein Spiel, und es hängt viel davon ab.

9. Mit anderen Dicken kommunizieren

Der Austausch mit anderen "Betroffenen" hilft immer! Dicke Biographien ähneln sich oft auf erstaunliche Weise, und es ist keine Neuigkeit, dass es schlicht gut tut, zu wissen, dass man mit seinen negativen Erfahrungen nicht allein ist. Auch hier dürfte das Internet wieder eine bevorzugte Anlaufstelle sein, aber es gibt natürlich auch analog dicke Stammtische, Selbsthilfegruppen etc.. Ich selbst trage mich ja auch immer noch mit dem Gedanken, irgendwann einen "Club der dicken Damen" zu gründen.

10. Den Kleiderschrank überarbeiten

Ein Kleiderschrank, der voll ist mit Kleidern, die einem erst in schlanker Zukunft passen, ist voll mit Schuld und Versagen und Negativität - egal wie schön die Kleider sind. Weg damit! Die Umgestaltung meiner Garderobe war ein ganz entscheidender Schritt für mich. Schöne Kleidung, die man gern anzieht, ist Wertschätzung, die der Körper endlich verdient hat. Ich habe heute (fast*) nur noch Kleidungsstücke im Schrank, die ALLE der folgenden vier Kriterien erfüllen:

1. Ich finde sie schön.
2. Sie passen mir gut.
3. Sie sind bequem.
4. Sie sind heil**.

Mein Ziel war/ist es außerdem, mich bei meiner Kleiderwahl zukünftig "mehr zu trauen" (enger, bunter, ausgefallener), und dadurch sichtbarer zu werden. Denn öffentliche Sichtbarkeit ist für Dicke oft eine regelrechte Mutprobe. Und eine wichtige Übung auf dem Weg zur Selbstakzeptanz.

*Bis auf ein paar Erb- und Erinnerungsstücke.

**Das ist in der Tat eine große Sache, denn ich habe ja schon mal über die Hosen mit den zerschrabbelten Stellen zwischen den Oberschenkeln gesprochen, und wie schmerzhaft das werden kann.

11. Aktiv werden (in jeder Hinsicht)

All die vorangegangenen Punkte erfordern, dass man den Mut zusammennimmt, den es braucht, um seine Komfortzone zu verlassen. Tatsächlich ist das aber etwas, was man trainieren kann, und was bei regelmäßiger Übung immer leichter wird. Man sollte dann bei den oben beschriebenen Punkten auch nicht Halt machen. Man sollte sich und seinen dicken Körper ins Leben stürzen, und sich immer mehr trauen. Etwas, was vielen Dicken große Schwierigkeiten macht, ist z.B. der Gang ins öffentliche Schwimmbad. Vermeidung ist nur selten eine befriedigende Lösung.

Aber weil man sich selbst schneller akzeptieren wird, als die Umwelt, muss man als dicker Mensch auch in Zukunft oft Mut aufbringen, um öffentlich das zu tun, was man will: Schwimmen, Tanzen, Vorträge halten, bunte Hüte tragen, seine Meinung sagen, Eis essen. Aber man muss es tun, weil man das Leben nicht vermeiden kann, ohne es zu vertun.

Wie gesagt: Es wird alles leichter. Selbstakzeptanz führt zu mehr Mut, und mehr bestandene Mutproben zu noch mehr Selbstakzeptanz.


NH

Dienstag, 5. Mai 2015

Wie man so richtig schlechten Sex hat

"Some people have real problems" (Sia)

Hin und wieder betreibe ich ja bekanntlich Feindbeobachtung - und kaufe mir dazu eine herkömmliche Frauenzeitschrift. Nicht zu oft, denn das ist schlecht für meinen Blutdruck und die allgemeine Stimmung für den Rest des Jahres. Manchmal sind die Bösartigkeit und Blödheit, die einer aus den Seiten entgegen schwappen eben einfach so haarsträubend, dass man vorübergehend so unsagbar sauer auf das eigene Geschlecht wird, dass man nicht übel Lust hätte, die eine oder andere Redakteurin während ihres fettfreien Lunches vom Nachbartisch mit vollen Windeln und Büchern von Birigit Kelle zu bewerfen.

Die Tipps für ein beschisseneres Frauen(sex)leben kommen heute aus der Mai-Ausgabe der Shape. Zu finden ist der fragliche Text unter der Überschrift "Heißer aussehen beim Sex" auf Seite 108 - eigentümlicherweise in der Kategorie "Psychologie". Das ist meiner Auffassung nach nicht sehr passend, aber vermutlich war der Kram halt schlecht einzuordnen - eine (offensichtliche) Rubrik für "Selbsthass" gibt es ja nicht.

Mir ist natürlich klar, dass solche Magazine davon leben, dass wir unsere Körper nicht leiden können. Mich überrascht nicht, dass sie im Hinblick auf das Überleben ihres Blattes kein echtes Interesse daran haben, daran wirklich etwas zu ändern. Was mich überrascht, ist nicht das, was sie nicht für Frauen tun. Aber was mich mitunter (fast) sprachlos macht, ist das, was sie tun. Gegen Frauen. Und damit gegen sich selbst.

Christy Forers (das ist die Verfasserin des Artikels) "schlimmster Albtraum" ist, dass sie "eines Tages Sex mit einem Mann (hat), der vergessen hat, seine GoPro-Kamera auszuschalten." Nicht, weil sie etwa Angst davor hat, der Mann könnte sein Werk womöglich im Internet in Form von Rache-Porn veröffentlichen, oder sowas. Nein, sie befürchtet vielmehr, dass sich unwiderlegbar herausstellen könnte, dass sie beim Sex scheiße aussieht. Ihre sorgenvolle Frage, die aber doch uns alle regelmäßig umtreibt, ist: "Ob mein Körper immer so sexy und durchtrainiert wirkt, wie er wirklich ist?"

GÄHN.

Dazu würde ich zunächst einmal gern dieses einwerfen:

1. Meiner ja!*

2. Es ist immer gut, wenn der/die mit der Kamera auch ein wenig Talent im Umgang mit eben jener hat.

3. Ich würde tatsächlich jeder Frau, die an ihrer körperlichen Selbstakzeptanz arbeitet, empfehlen, sich auch mal beim Sex zu filmen. Meiner Erfahrung nach, kann das die selbe heilende Wirkung haben, wie Selbstportraits und Nacktbilder. Man kann besser akzeptieren, was man auch kennt. Und wie soll man sich der Welt endlich in voller Größe zumuten, wenn man sich vor sich selbst immer weiter versteckt? Das eigene Bild zunächst auszuhalten und sich dann daran zu gewöhnen und es anzunehmen, ist in meinen Augen noch immer einer der ersten und wichtigsten Schritte.

Bei der Aufzeichnung von Sex kommt hinzu, dass man sich währenddessen in einer Situation mit jemandem befindet, der den Körper, den man selbst gerade hat, offenbar aufregend und attraktiv genug findet, um...mit ihm Sex zu haben! Während man also vielleicht vom eigenen Anblick zunächst nicht begeistert oder gar erschrocken ist, muss man zumindest zur Kenntnis nehmen, dass das Gegenüber das vermutlich anders gesehen hat. Dass das also möglich ist. Sich dieses klar zu machen, hilft. Sogar ungemein.

*Ja, mein Körper wirkt im Film immer genauso sexy und untrainiert, wie er wirklich ist. Ich brauche also keinen der "5 kleinen Tricks", um mich beim Sex "super in Szene zu setzen". Außer der verunsicherten Christy selbst braucht die ohnehin keine andere Frau mehr, als ein Loch im Kopf.

Schockstarre

1. Dicke Hintern
Hier rät die Christy Frauen "mit etwas mehr Po" zur Seitenlage, denn die ist "schmeichelhafter, weil sie Hüftknochen und Taille betont". Wer seinem Partner unbedingt sein mächtiges Hinterteil entgegenstrecken will, der sollte wenigstens einen "langen Rücken" machen, um insgesamt "schmaler zu wirken".

2. Doppelkinn
Kissen unter dem Kopf sind bei Rückenlage verboten.

3. Keine Kissenschlacht
Für einen straffer wirkenden Busen, muss man ein Hohlkreuz machen (beim Sitzen auf ihm oder in der Rückenlage) und dieses dann bitte auch bis zum Ende durchhalten, damit nicht womöglich doch noch irgendein schwer erziehbares Fettgewebe anfängt, in bewegten Zeiten wild herumzuschlackern. Für scheinbar mehr Busen bitte "gerade liegen bleiben". Ich frage mich, ob man hier nicht realistischerweise grundsätzlich "bewegungslos" einfügen müsste, um den gewünschten Effekt zu erhalten.

4. Sitz gerade!
Wer will, dass der Bauch flacher wirkt, muss sich liegend oder sitzend grundsätzlich "gerade halten". Wem das auf oder unter dem Partner nicht gelingt, hat der Christy zufolge gute Chancen auf eine ganz besondere Auszeichnung: "Plauze des Jahres".

5. Posen
Wer hat der hat, und darf dann nicht nur, sondern soll sogar mit dem Becken kreisen, "denn gerade bei trainierten Frauen zeichnen sich (auf diese Weise) wunderschöne Muskeln (am Bauch) ab".

Wahrheitsfindung

Natürlich geht es in der Shape ausschließlich um Frau/Mann-Sex. Umso mehr müsste man mal einen Mann fragen, was er eigentlich so von Hohlkreuzen und verschämter Seitenlage im Bett hält. (Wo ist denn eigentlich gerade mal der Theo?) Nicht dass ich womöglich irgendjemanden dazu ermutigen möchte, sich primär an männlichen Präferenzen zu orientieren, wenn es um die eigene Sexualität und Selbstakzeptanz geht, aber wenn uns die giftigen Schwestern aus den Redaktionen weismachen wollen, dass Männer fraglos und mehrheitlich ganz besonders auf stocksteife Frauen mit ordentlichem Muskelspiel am Bauch abfahren, lohnt sich hier womöglich doch mal wieder eine praktische Überprüfung dieser Behauptungen. Könnte ja sein, dass das am Ende gar nicht stimmt, und dass es aus seiner Perspektive ebenfalls komplett umsonst wäre, auch nur den Versuch zu unternehmen, aus ästhetischen Gründen kerzengerade auf seinem Schwanz sitzen zu bleiben.

Obwohl die Christy in ihrem Artikel wirklich alles gegeben hat, damit ihre Leserinnen in Zukunft wieder das Licht beim Sex ausmachen, stimmt der folgende Satz selbstverständlich: "Wer sich selbst gut findet, hat mehr Spaß an Sex." Das ist übrigens eine Bildunterschrift und dürfte den meisten Leserinnen entgehen. Sie ist ja auch nicht gut gemeint. Ich glaube ja außerdem, wer mit dem richtigen Partner Sex hat, hat mehr Spaß an Sex. Richtige Partner sind die, bei denen man sich schön fühlt. Ganz besonders dann, wenn es wackelt und bebt.


NH

Sonntag, 26. April 2015

Das gelbe Kleid - revisited

Das gelbe Kleid hatte ja in den letzten Jahren immer wieder mal seinen Auftritt. Es begann mit meiner Suche nach meinem Wunschkleid, dann folgte der Wunsch, ich könnte es in meiner tatsächlichen Größe bekommen und schließlich mit dem Kauf dieses Kleides, das meinem Wunschmodell zumindest ziemlich nahe kam und damals tatsächlich in einer Größe 50/52 zu haben war.

Das Kleid ist ein Symbol und Begleiterin auf der jahrelangen, oft mühsamen Reise zu dicker Selbstakzeptanz. Die Aufgabe war immer, das Kleid, wo es nun sogar schon in meiner Größe existiert, auszuführen und so richtig SICHTBAR zu werden. In langen zeitlichen Abständen habe ich es aus dem Schrank geholt und immer mal wieder anprobiert. Warten musste das Kleid auf seinen großen, öffentlichen Auftritt allerdings bis heute. Anlässlich dieses Ereignisses habe ich mich bemüht, eine meiner sehr seltenen und eher holprigen OOTD-Produktionen auf die Beine zu stellen.

Mittlerweile habe ich allerdings auch begriffen, dass das Kleid eben nicht nur für ein dickes Ich eine Herausforderung ist, sondern dieses auf für eine dünne Nicola wäre. Es verschiebt sich bei jeder Bewegung. Es ist durchsichtig. Es wird nur durch zwei klitzekleine Knöpfe und zwei Schläufchen aus Fädchen zugehalten. Der Ausschnitt ist sehr tief, klappt leicht auf und ist im Prinzip unberechenbar, wenn man nicht alles extra-gründlich zubindet. Obwohl ich mit Nacktheit heutzutage kaum mehr Probleme habe - die sehr reale Gefahr, mitten auf der Straße oder bei einem Kunden im Büro plötzlich im Schlüpper dazustehen, ist keine angenehme Vorstellung, egal ob dick oder dünn. Man muss es halt dann auch endlich begreifen: Dieses perfekte Kleid ist nun einmal gar nicht perfekt für ein echtes Leben. Und obwohl ich das Kleid (besonders die Farbe) noch immer sehr mag, hat sich mein Geschmack wohl auch etwas verändert. Mein perfektes Kleid sähe heute womöglich doch ein wenig anders aus. Auf jeden Fall hätte es weniger Eigenleben. Mal sehen, vielleicht mache ich mich noch einmal auf die Suche.

Heute habe ich nun den Rat befolgt, den mir  eine Leserin bereits vor Jahren gab: Ich habe unter dem Kleid Vorrichtungen installiert, die unerwünschtes Nackigmachen verhindern. Leggings und ein langes T-shirt. Was ich dabei außerdem festgestellt habe, ist, dass ich mich durchaus an den Anblick meiner Beine, (insbesondere auch der Knie und Oberschenkel) in farbigen Strümpfen gewöhnen könnte. Das ist u. U. mal etwas, was ich zukünftig öfter in die/der Welt tragen werde.

Ansonsten ist zwischen dem gelben Kleid und mir alles wie sonst auch - wir sind beide ungebügelt.



Kleid: alt, von Manon Baptiste
Schuhe: alt, Primark UK
Leggings: weiß nicht mehr
T-shirt: sehr alt, H&M
Kette, alt, ZARA
Armreif: alt, Topshop London






Links: Badezimmerspiegel-Selfie mit Dreckwäsche und Gerümpel. Rechts: Die Entdeckung der eigenen Oberschenkel.















© Nicola Hinz 2015

Samstag, 14. März 2015

Follow me around 19: Defizite

Im Deckel einer Snapple Lemonade...

Gestern ging ich um sieben Uhr abends ins Bett, um mich "kurz mal hinzulegen". Ich wachte acht Stunden später auf, wankte etwas desorientiert aufs Klo, fütterte den Kater und nahm eine Tablette gegen die Kopfschmerzen, die ich bekommen hatte. Die kriege ich übrigens leicht, wenn ich länger schlafe als gewöhnlich. Ich ging wieder ins Bett, um ein paar Minuten abzuwarten, bis die Tablette wirken würde und wachte wiederum sechs Stunden später auf. Ich nahm noch eine Tablette und ließ den ungehaltenen Kater endlich in den Garten.

Und dann begann das Wochenende. Ich werde es wieder allein zu Hause verbringen. Es ist nicht so, dass ich mich am Schreibtisch langweilen würde - da ist genug zu erledigen. Ich langweile mich ohnehin nie. Ich würde nur bekanntlich sehr viel lieber nicht allein hier sitzen.

Aber keiner will was. Und was ich will, ist außer Reichweite. Darüber hinaus fehlen mir Nerven und ganz ehrlich auch tatsächlich abermals Mut und Selbstbewusstsein, mich als dicke Frau vielleicht doch allein ins Getümmel einer Single-Veranstaltung in Hamburg zu werfen, oder mich, wie ja schon lange geplant, in Experimentierlaune in eine Bar zu setzen.

Dass gar keiner etwas mit mir unternehmen wollte, stimmt auch nicht ganz: Einer der Männer aus meinem "kleinen, schwarzen Buch" hatte angefragt, ob ich mit nach Recklinghausen komme, zu einer Ü100-Party. Aber die Vorstellung, 6 Stunden im Auto zu verbringen, und Geld für ein Hotelzimmer zu investieren, nur um wieder in den Genuss der Gesellschaft der vermutlich gleichen dicken Clique von Insidern zu kommen, mit der ich schon einmal nur wenig Freude hatte, schien einfach kein sehr attraktiver Plan.



Men don't protect you anymore. 
                                                  (Jenny Holzer)

Ja, es stockt, wenn es um mein dickes Selbstbewusstsein geht. Und jetzt, wo ich nach und nach meine letzten Profile auf den Online-Dating-Portalen im Internet lösche, weil die bezahlten Mitgliedschaften nun auch ausgelaufen sind, wird mir im Rückblick immer klarer, dass und warum der zweijährige Ausflug ins Online-Dating nicht nur einerseits sehr hilfreich war, was meine dicke Selbstakzeptanz betrifft, sondern andererseits auch mit einer allgemeinen, menschlichen und auch anhaltenden Enttäuschung einhergeht, die für mein Selbstbewusstsein gar nicht so günstig ist. Eine Enttäuschung, die aus der Erfahrung resultiert, es dem Gegenüber immer und immer wieder nicht wert gewesen zu sein, auch nur die grundlegendsten sozialen Gesten anzuwenden und/oder zu erwidern.

Fast könnte man glauben, die einfachsten Rituale im gesellschaftlichen Miteinander werden schlicht nur noch von einer Minderheit beherrscht. Vielleicht ist es so. Vielleicht handelt es sich hier wieder einmal um eine Entwicklung, die ich verpasst habe und ein Phänomen, das man nicht persönlich nehmen sollte. Aber ich kann mir nicht helfen. Es fühlt(e) sich einfach ziemlich persönlich an, wenn man es offenbar nicht wert war, dass einer am Tag nach einer Verabredung mal eine Nachricht schickt. Man war es nicht wert, ein Treffen rechtzeitig und nicht erst ein paar Stunden vorher abzusagen. Man war es nicht wert, Glückwünsche zum Geburtstag zu bekommen, obwohl der andere wusste, dass man gerade Geburtstag hatte und man heutzutage ja eigentlich sogar jedem seiner XING-Kontakte gratuliert. Man war es nicht wert, eine Nachricht zu Weihnachten oder zum Jahreswechsel zu schicken, obwohl man sich in dieser Zeit des Jahres gerade kennengelernt hatte. Man war es nicht wert, einfach mal so zwischendurch und aus purer Sympathie angerufen zu werden.

Ich war es nicht wert, einen Schirm aufzuspannen und sich trotz Regens in die Innenstadt von Hamburg zu begeben, um mich zu treffen. Ich war es nicht wert, überhaupt rechtzeitig aufzustehen, um zu einer Verabredung mit mir kommen. Ich war es nicht wert, von zu Hause abgeholt zu werden. Ich war es erst recht nicht wert, eine Blume oder eine Flasche Wein zum Treffen bei mir zu Hause mitzubringen. In zwei Jahren und nach mittlerweile Dutzenden von Dates/Kontakten habe ich nur einmal Blumen bekommen. Ich war damals so außer mir vor Freude und Erstaunen, dass ich sie auch gleich fotografiert habe:

Ich war es nicht wert, dass mir die Tür aufgehalten wird. Ich war es nicht wert, dass man mich zum Kaffee oder gar zum Essen einlädt (wo denke ich auch hin?!). Ich war es nicht wert, dass man während des Telefonats mit mir den Fernseher ausschaltet. Ich war es nicht wert, sich für ein Treffen mehr als eine Stunde Zeit zu nehmen. Ich war es nicht wert, dass man mich im Dunkeln zum Wagen begleitet.

Klar, fragt ruhig, ob ich denn selbst frohe Weihnachten und gute Besserung wünsche, Verabredungen einhalte, kleine Geschenke mache, jemanden im Auto abhole und kurze Nachrichten sende. JA, VERDAMMT - das tue ich. Ich habe auch schon beide Tassen Kaffee bezahlt...und meiner Begleitung wäre es im Leben nicht eingefallen zu protestieren. Mit diesem Effekt weiblicher Emanzipation haben Männer meiner Erfahrung nach ganz und gar kein Problem. Was Männer dazu bringt, in bestimmten Situationen nicht einmal mehr ein Minimum an verbindlichem Wohlwollen oder Fürsorge zu demonstrieren, obwohl sie sich in Kontakt mit einer Frau befinden, die sie eigentlich ganz interessant finden (denn sonst stünden sie ja vermutlich nicht mit ihr in Kontakt) bleibt mir ein Rätsel. Ebenso rätselhaft ist oft ihr Erstaunen oder ihre schiere Empörung, wenn man ihnen dann mitteilt, dass sie einem durch ihr "überentspanntes" Verhalten das Gefühl geben, dass sie eigentlich kaum Wert auf eine weitere Verbindung legen und dass man im Gegenzug nun auch die Lust verloren hat, sich noch länger mit ihnen zu befassen.

Wie dem auch sei, so vielen männlichen Menschen nicht einmal so wenig wert gewesen zu sein, hat meinem Selbst-WERT keinen Schwung gegeben, sondern hinterlässt nun doch eher einen bitteren Nachgeschmack. Das merke und schmecke ich jetzt. Aber das ist halt noch immer die blödeste Seite des Online-Datings: Man kann sehr schnell sehr viel über viele Männer lernen und dabei gründlich erleben, dass es halt ganz bestimmte Einzelfälle gibt...Und das sind die, die die Blumen mitbringen.

Der Kater frisst jetzt nur noch von Papptellern.

Und gekocht wird auch nicht mehr. Ab jetzt wirklich nicht mehr! Trotz aller Bemühung, mir das Operieren in der Küche durch Organisation, Zugänglichkeit und "Ein-Schritt-Lösungen", also einen Küchenaufbau, der es einem erlaubt, bestimmte Dinge mit nur einem Handgriff zu erreichen oder zu erledigen, so einfach wie möglich zu machen, schaffe ich es alle paar Tage, diesen Raum zum Schlachtfeld zu machen. Davon gibt es keine Fotos. Es mag mir nicht peinlich sein, meinen nackten Po in die Kamera zu halten. Der Zustand meiner Küche ist es.

Natürlich findet dort täglich eine echte Schlacht fest. Chaotische (nicht fein säuberlich gestapelte) Berge von dreckigem Geschirr entstehen innerhalb von Stunden, und werden erst einmal nicht beseitigt. Das bewerkstellige ich dadurch, dass ich für jeden Handgriff und jede Walnuss einen neuen Teller oder eine frische Schüssel und immer neues Besteck verwende. Ich lasse leere Verpackungen und Abfälle erst einmal auf der Arbeitsfläche liegen, anstatt sie gleich wegzuwerfen. Ich lasse Sachen spritzen und anbrennen. Ich kreiere dieses Chaos so, als wäre es mit Absicht. Ich sehe und verstehe, wie es entsteht. Aber es ensteht nicht mit Absicht. Es ist, und das ist ja schon seit Längerem meine Überzeugung, die Manifestation meiner noch immer vorhandenen Essstörung. Sie ist das Abbild des inneren fast vier Jahrzehnte alten Schlachtfeldes, wenn es um Nahrungsaufnahme geht. Und während ich bei eben jener Nahrungsaufnahme selbst diese Störung heute kaum mehr verspüre und weitgehend schuldfrei esse, scheint es so, als ob mich irgendetwas in mir für das Abschütteln der Schuld doch nicht ganz vom Haken lassen will. Ich begreife die Unordnung in der Küche als Bestrafungsmechanismus und/oder als eine wilde Äußerung von unterbewusst noch immer vorhandener Ambivalenz und Verwirrung im Bezug auf Ernährung. Und besonders in den letzten Tagen schien sich die Situation eher noch zu verstärken.

Und weil ich im Augenblick keine besseren Ideen mehr habe, bleibt die Küche nun endlich doch kalt. Nun ja, erwärmt wird nur noch in der Mikrowelle, und Lebensmittel, die in ihrem eigenen Behältnis auch gleich verzehrt werden können, werden klar bevorzugt. Dass das viel mehr Müll erzeugt als sonst, ist mir natürlich klar. Aber es geht hier schlicht um Selbstverteidigung. Der Kühlschrank ist heute voll mit Salatschalen, vorgeschnittenen und verpackten Früchten, Quark, Joghurt, und meinen Lieblingstofubällchen, die man gut kalt essen kann. Eine Liste mit den neuen Regeln hängt jetzt an der Küchentür. Mal sehen, ob ich mich so selbst überlisten kann.

Und da Fett- und Selbstakzeptanz weder leicht zu entwickeln noch zu erhalten sind,...

...nehme ich ja jede Hilfe, die ich irgendwie kriegen kann. Und ich würde in diesem Zusammenhang gern noch einmal auf das Buchprojekt von Gisela Enders hinweisen, für dessen Zustandekommen noch immer MitstreiterInnen gebraucht werden, die zur finanziellen Unterstützung eines der vorgestellten Angebote buchen. Ich selbst habe, wie gesagt, das Buch vorbestellt, denn ich finde es wirklich wichtig, die (äußerst überschaubare) Reihe der auf Deutsch verfügbaren Publikationen zum Thema Selbstakzeptanz für Dicke durch einen substantiellen Beitrag zu erweitern. Ich möchte das Buch gern lesen.

VORSICHT - Polemik! 

Die Tatsache, dass die Unterstützung des Projektes tatsächlich im Augenblick zu stagnieren scheint, finde ich ärgerlich und bestürzend. Die Hälfte aller Deutschen ist statistisch betrachtet "übergewichtig". Millionen von Deutschen leiden an Essstörungen, und dennoch ist es augenscheinlich so gut wie unmöglich, das Thema auf einer breiteren, öffentlichen Ebene als relevant zu etablieren.

Selbst das Interesse derer, die sich zumindest im Ansatz mit der Problematik befassen und das Internet regelmäßig nutzen, um sich hier zu informieren und zu äußern, scheint sie oft noch immer nicht viel weiter zu tragen, als bis zum nächsten Modeblog, in dem sich dicke Frauen in mehrheitlich verdammt spießigen Outfits "auch hübsch" machen. Los Mädels, es wird Zeit - ein wenig Aktivismus steht jeder Frau! Genau wie ein wenig Feminismus! Tut mal was Politisches! Kauft ein Buch statt der nächsten billigen Handtasche!

Ich weiß, ich werde hierfür wieder eine Hand voll Leserinnen einbüßen. Aber wenn es gleichzeitig dazu führt, dass das Interesse anderer für das Projekt geweckt wird, ist das schon in Ordnung. ; )

NH