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Sonntag, 17. Dezember 2023

The Ugly Girl Project: Closure

Was vielleicht jetzt einmal noch als trendige Körnigkeit zu rechtfertigen ist, ist tatsächlich nichts Anderes, als das Ergebnis des Versuchs, eine alternde Kamera noch einmal zu annehmbaren Resultaten zu zwingen. Sie hat offenbar so ziemlich den Geist aufgegeben. Das passt zu meinem Jahr, könnte aber auch ein Zeichen sein, dass das Projekt des hässlichen Mädchens jetzt auch langsam ausläuft. 

Der Göttin sei Dank ist es dieser Tage nichts so richtig Besonderes mehr, dicke Frauen in Zusammenhängen von Normschönheit darzustellen. Das wenigstens scheint geschafft, wenn die von mir bevorzugte Frauenzeitschrift, die VOGUE, jetzt regelmäßig dicke Models beschäftigt und sie auch aufs Cover hebt. Es ist ein (sehr) kleiner Sieg für die "Normalisierung" von dicken Körpern. Es ist kein Sieg gegen Objektifizierung und den Terror von Schönheitsanforderungen und -normen. Das ist mir bewusst. 

Ich hatte trotzdem noch einmal meine Beine in die Kamera halten wollen, habe dann aber gemerkt, dass das Ablichten des eigenen dicken Körpers für mich kein sehr wichtiges Werkzeug mehr ist, um diesen Körper zu akzeptieren. Ich akzeptiere meinen Körper. Wenigstens das ist auch erreicht. BTW, nein - es ist nicht notwendig, den eigenen Körper zu lieben. Das ist nur wieder so eine schnulzige Behauptung von denen, die es nicht lassen können, neue Quellen des Druckes zu erschließen. Darum sage ich es ja auch immer wieder gern: Body Positivity my ass. ;)










 NH

Sonntag, 10. September 2023

THE UGLY GIRL PROJECT - Body of Evidence: Beine / Legs

Ein Jahrzehnt nach dieser und dieser und dieser und dieser Fotoreihe zum Thema Beine habe ich The Ugly Girl Project wieder aufleben lassen - aus gegebenem Anlass...





Das Ugly Girl Project diente einst dazu, Bilder von mir selbst zu erzeugen, auf denen ich mich gut aushalten konnte. Es war Teil meiner Reise zu dicker Selbstakzeptanz. Obwohl es sich auf in der Zwischenzeit eher angestaubte Standards und Darstellungen von weiblicher Attraktivität und Sexualität stützte und das auch jetzt (zugegebenermaßen) wieder tut, war es ein Werkzeug zur Annäherung an den eigenen verachteten und bekämpften Körper.

Die Einhaltung solcher Standards war damals notwendig, damit es für mich funktionieren konnte. Ich, VOGUE-Leserin seit dem 16. Lebensjahr, wollte mich "schön" finden, weil ich, wie die meisten von uns, aus meiner persönlichen Entwicklungsgeschichte heraus dachte, Normschönheit sei das Wichtigste. 

Heute geht es nun nicht mehr nur um einen dicken Frauenkörper, sondern um einen, der über fünfzig Jahre alt ist und in einer Welt existiert, in der sich die  Erwartungen an die Bemühung um das Äußere nur bedingt aufgelöst haben. Eher sind sie hier und da noch rabiater geworden (siehe Instagram).

Ich finde meine Beine nicht schön. Das Missverständnis ist ja oft, dass Fett- und Selbstakzeptanz damit einhergehen sollten, sich selbst schön zu finden. Das ist nicht so. Vielmehr geht es darum, zu begreifen, dass es nicht so wichtig ist, den eigenen Körper schön zu finden, um ihn zu respektieren und als Wohnort adäquat nutzen zu können. Dellen und Wellen und Hautfalten. Und von all dem noch viel mehr als vor zehn Jahren - klar.

Hinzukommt, dass meine Beine und Füße mich im Augenblick ohnehin nicht besonders gut tragen. Ich stehe nicht mit beiden Beinen fest auf dem Boden, sondern muss regelrecht aufpassen, dass ich nicht umkippe oder mich nur noch setzen kann und aufgeben. Meine MS und ein starker Schmerz in der Hüfte, den ich schon lange hätte abklären lassen müssen, sorgen u.a. für Empfindungsstörungen in den Füßen und lassen mich im Augenblick buchstäblich durchs Leben wackeln und schlingern. 

Ich liebe ja hohe Absätze.

Ich habe seit vielen Jahren keine hohen Schuhe mehr getragen und es ist ein maßgeblicher Teil meines Bitterkeitsrepertoires, nicht mehr auf ihnen laufen zu können. Mein ideales Ich ist mir auf ihnen davongerannt und ich weiß, dass ich es mit meinen knarrenden Knien und den am Nachmittag bereits schon geschwollenen Füßen nie wieder werde einholen können. Ich habe viel zu wenig Absätze getragen, als ich es gekonnt hätte. 

Nun kam unlängst noch die Erfahrung hinzu, in einer Beziehung für jemanden verlassen zu werden, der nicht normschöner ist, als frau selbst. Das stellt sich für mich noch immer als verwirrend und nagend heraus. Mir hat es den Teppich aus Selbstwertgefühl und Stolz auf meinen Körper und seine Sexualität just like that unter den Füßen weggerissen. Da ist es auch egal, dass es eigentlich der persönliche Anspruch ist, Äußerlichkeiten erstens nicht nach gängigen Regeln und zweitens am besten überhaupt nicht zu bewerten. Beides ist Übungssache und eine Frage der Umstände. Im Augenblick bin ich nicht gut darin. 

Obwohl das Ugly Girl Project eine alte Strategie ist, sind die Bilder diesmal doch anders geworden. Deutlich weniger bemüht und auf jeden Fall kaum gefällig. Finde ich. : )






NH

Dienstag, 20. Dezember 2022

Dürfen Fettaktivist*innen Diät machen?

Offenbar stellt sich diese Frage. Denn es geschieht gar nicht so selten, dass öffentlich sichtbare Vertreter*innen von Fat Acceptance abnehmen. Genaugenommen wirkt es manchmal gar so, als ob der Rückfall in die Diätkultur für viele dicke Ikonen nur eine Frage der Zeit ist. Gabourey Sidibe, Adele, Melissa McCarthy und Rebel Wilson fallen mir als besonders prominente Ex-Dicke spontan ein.

Selbst Tess Holliday hat offenbar abgenommen und der Außenwelt das Ergebnis stolz präsentiert. Als Antwort auf den Backlash, der zu erwarten gewesen war, servierte sie dann eine überstandene Anorexie als Grund. Mein Ton verrät es vermutlich – ich habe da erhebliche Zweifel. So oder so finde ich ihr Vorgehen mächtig schattig.

Gerne passiert die Gewichtsabnahme infolge der Einsetzung eines Magenbandes. Oder mit straffen Diät- und Trainingsprogrammen, für die im wirklich ungünstigsten Fall auch noch gleichzeitig Werbung gemacht wird. Nach eigenen Angaben wird immer aus gesundheitlichen Gründen diätet, nie weil frau doch lieber etwas normschöner sein will. Diese Darstellung ist in den meisten Fällen bestimmt nicht ganz aufrichtig. Und natürlich sind die, die Hoffnung in die Unterstützung und Repräsentanz gesetzt oder sich durch das Vorbild gestärkt gefühlt haben, häufig enttäuscht bis sauer. Zu Recht.

Aber die Antwort lautet: 

Ja, dürfen sie. Fettaktivist*innen dürfen dünn werden. Sie dürfen sich auch kleine Teufelshörnchen in die Stirn implantieren lassen. (Yes, that is a thing.) Es können selbstverständlich alle mit ihren Körpern machen, was immer sie wollen.

Die echte, unterliegende Frage ist natürlich, ob eine Fettaktivistin Diät machen und trotzdem für die Sache eine glaubwürdige Vertreterin sein kann.

Die Antwort ist: 

Nein.

Es ist nicht möglich, das, für dessen Akzeptanz eigentlich gekämpft werden soll, gleichzeitig mehr oder weniger erfolgreich am eigenen Leib zu bekämpfen. Egal, was meine Gründe sind. Ich kann mich, an dem Punkt angekommen, vielleicht noch als Ally (Verbündete) bewerben, aber ich kann auf keinen Fall weiter Vorreiter*in sein. Ich kann auch nicht privat Pelzmäntel tragen und öffentlich als Präsidentin von PETA auftreten. Die akzeptierende Haltung zum Fett ist, wie jede konfliktträchtige gesellschaftliche Baustelle, eine grundsätzliche und ethische Angelegenheit. Sie ist ernst - und auch in der Praxis ziemlich klar umrissen. Sie erfordert auf jeden Fall Konsequenz bis in den privaten Bereich, sonst bleibt sie wirkungslos.

Wenn ich zu dieser Konsequenz nicht mehr in der Lage bin oder keine Lust mehr dazu habe, dann muss ich abtreten, aus dem Club austreten und ehrlich sein. Wenn meine bisherige Karriere womöglich darauf aufgebaut war, als Vorbild und/oder Sprachrohr für die Fettakzeptanz-Community zu wirken, dann sollte diese Karriere beendet sein. Da hilft übrigens auch kein scheinheiliges Umschulen auf milde, sinnlose „Body Positivity“.

Wenn ich mich als öffentlich agierende Fettaktivistin dazu entscheide, mein Gewicht maßgeblich zu verringern, sollte ich das begreifen, umsetzen und vor allem den Anstand aufbringen, bestimmte Dinge bitteschön ganz zu unterlassen:

1. Es ist unredlich und eine vollständige Abkehr vom ehemaligen Grundsatz, wenn sich eine Ex- Fettaktivist*in dazu versteigt, auch noch Werbung für Diäten, Pulver, Pillen, Tees, Trainingsprogramme oder Fitnessclubs zu machen.

2. Zumeist zutiefst subjektives, womöglich selbstzufriedenes und im schlimmsten Falle triggerndes öffentliches Geschwärme über die Gesundheit, die durch die Gewichtsreduktion erheblich verbessert worden sei, ist auf jeden Fall zu unterlassen.

3. Es wäre auch nett, das Publikum mit der Behauptung zu verschonen, es gehe beim Abnehmen nicht ums Abnehmen, sondern um Self Care oder Wellness oder Healing oder was auch immer für einen blumigen Scheiß. Und die Überwindung einer Essstörung gar mit großer Geste als Erklärung und Rechtfertigung aus dem Ärmel zu ziehen, ist respektlos und ekelig.

4. Lauter sorgfältig produzierte aber auch deutlich erschlankte Selfies von sich zu posten, um dann so zu tun, als seien die Komplimente, die in einer von Diät-Kultur geprägten Welt auf jeden Fall kommen, unerwünscht, ist verlogen und rettet auf keinen Fall die eigene Integrität. Vielmehr sind die vorgetäuschte Überraschung und Vehemenz, mit der positive Kommentare zum Diäterfolg mitunter zurückgewiesen werden, geradezu erbärmlich.

5. Sich als ehemals Dicke noch immer basierend auf der Identität einer betroffenen Dicken gegen die Diskriminierung Dicker zu engagieren wird spätestens dann lächerlich, wenn das Gruppenfoto gemacht wird. Ich kann nicht in den Genuss von Thin Privilege kommen und so tun, als habe sich an meiner Position im Kampfgeschehen nichts Grundsätzliches verändert.


HAPPY EVERYTHING und bis zum nächsten Jahr!

 

NH

 

 

Freitag, 29. Mai 2020

Na schön



Ich bezeichne mich ja gern als "Vogue-Leserin forever". Und ich erzähle immer wieder gern jeder, die es hören oder nicht hören will, dass ich als Teenager begann, das Magazin regelmäßig zu kaufen und es später dann für eine sehr lange Zeit in meinem Leben abonniert habe. Dieses vielleicht nebensächlich scheinende Detail meiner Sozialisierung biete ich stets gern aus zwei Gründen an:

1. In einer Zeit, in der wir naturgemäß am empfänglichsten sind für Kritik an unserem Äußeren bzw. für die Internalisierung von Attraktivitätsnormen saß ich mit eben jenem Organ allein in meinem Zimmer, das auch heute noch die rigidesten, einheitlichsten und selbstverständlich dünnsten Schönheitsstandards verschreibt, die frau sich (nicht selbst) ausdenken könnte.

2. Forever geht nicht mehr weg. So wie ich "Goth forever" (im Herzen), "Feminist forever" und "Vegetarian forever" (wenn auch mit Unterbrechungen) bin. Vorlieben, gepaart mit Überzeugungen und Haltungen, die uns in prägenden Phasen der Kindheit und Jugend gefunden und sich dann kräftig in uns entwickelt haben, werden wir nicht mehr los. Jedenfalls nicht einfach so. Das kann frau aktuell ja auch besonders beeindruckend an den Biographien von mittelalten Neonazis nachvollziehen.

Wenn frau dann noch die These hinzuzieht, dass wir im Laufe unseres Lebens schlicht sehr viel weniger persönliche Veränderungen durchmachen, als wir gerne denken, ist klar, warum mir meine internalisierten Vogue-Regeln auch heute noch zum Verhängnis werden, wenn es um mein eigenes Hauptthema der letzten Jahre geht: Fettakzeptanz. Ich bin streng. Mit mir selbst und mit anderen. Je nachdem, um welches eingeprägte Wertesystem es geht, kann das ok oder ziemlich verheerend sein. Meine Vorstellung von Schönheit und mein Blick auf mich und andere war bis vor Kurzem auf jeden Fall fast so etwas wie eine eigene Abteilung des Zynismus.

Dass Vogue und Feminismus sich in meiner Welt nicht ohnehin ständig gegenseitig auf die High Heels getrampelt sind, sondern über Jahrzehnte gut miteinander klar kamen, liegt daran, dass die Vogue keine Kochrezepte, Beziehungstipps, oder Glossen über Problemzonen enthält. Dass ihr Schönheitsdiktat nicht viel mit "Empowerment" und sehr viel mit der systematischen Schwächung von Frauen zu tun hat, ist mir schon lange irgendwie klar. Aber es war mir eben nicht BEWUSST. Bis heute entgleitet mir dieses Wissen. Als Kundin am Kosmetik-Counter im Kaufhaus. Aber eben auch als dicker Frau, die um Selbstakzeptanz kämpft - ja, noch immer kämpfen muss.

Bekanntlich war es dafür auch nötig, den Wunsch nach annähernder Normschönheit (denn die erlangt frau grundsätzlich niemals wirklich, so lange sie dick ist) erst einmal in einer langen Serie von Selbstportraits abzuarbeiten. (Motto: "Dicke können auch schön sein.")

Gestern habe ich noch einmal in klassischer YouTube-Tradition Make-up aussortiert und mich dabei gefilmt. Die meisten Produkte, die ich behalten habe, sind uralt. Sie stehen für vieles - auch für mein Bedürfnis, Dinge für den Ernstfall zu horten. Oder für das ideale Ich der Vergangenheit, das ebenfalls noch immer gelegentlich hier herumschabt, wie ein träger Hausgeist. Eine Anzahl von Produkten habe ich behalten, weil sie nun einmal Lebenssouvenirs und mit bestimmten Stationen verbunden sind. Gesichtspuder und Lippenstifte als Markierungspunkte in der eigenen Biographie...ich hatte doch bestimmt schon erwähnt, dass ich auch noch Lippenstifte meiner Mutter besitze...? : )




NH


Vielleicht braucht ihr ja frischen Lesestoff :) - den gäbe es hier:

Mittwoch, 13. Mai 2020

Fettphobie erkennen leicht gemacht



"Es liegt mir fern, mich zu streiten ohne Dir meine Meinung aufzwingen zu wollen." (Aus einem Facebook-Kommentar zum Blogpost "Dick, dumm, faul und hässlich")


Klar, das ist ein Typo, aber wie freudsch können Vertipper bitte sein? Oder die Autokorrektur auf dem Gerät der Verfasserin kann sie schlicht nicht leiden. ; )

Eigentlich diskutiere ich ja nicht. Ich blocke und lösche. Auf dem Blog schalte ich fettphobische Kommentare in der Regel gar nicht erst frei. Und das tue ich, damit meine Leser*innen sich mit dem Scheiß nicht abgeben müssen. Viele von ihnen sind dick, und sie werden nicht ausgerechnet hier am Strand in den Kommentarspalten noch mehr Beleidigung und Missachtung aushalten müssen. Wenn ich also Trollbeiträge zulasse (hier oder auf anderen dazugehörenden Social-Media-Outlets), dann nur in sehr geringer Zahl, exemplarisch und von mir angemessen beantwortet.

Heute nun dachte ich so bei mir, komm ist Corona, hast gerade etwas Zeit, ist ja eigentlich auch schön, wenn jemand einen Kommentar schreibt, versuch mal, milde zu sein, auch wenn dir jetzt schon gar nicht mehr danach ist. 

Denn Fettphobie kann ich quer über den Stadtpark hinweg riechen. Das ist meine Superpower. Außerdem, und das habe ich bestimmt schon einmal erwähnt, unterstelle ich immer vorsorglich böse Absicht. Damit liege ich bei den Trollen meistens richtig und spare Zeit und Nerven. 

Aber um ganz ehrlich zu sein, dachte ich mir diesmal auch, dass aus dem Ganzen womöglich Material für einen guten Blogpost herausspringen könnte.Und siehe da - auf fettphobische Rechthaber*innen ist Verlass - die reagieren und liefern immer. Wenn halt auch immer das Gleiche. In diesem Fall in einem Schwall von laaangen, schnell aufeinander folgenden Kommentaren von ein und derselben beharrlichen Frau, die sich das letzte Wort diesmal am Ende trotzdem nur dadurch sichern konnte, mich zu sperren. 

Wie gesagt: In der Kommunikation mit fettphobischem Publikum läuft es fast immer gleich ab (wenn frau sich darauf einlässt). Wortreiche und gehäufte Einlassungen (die ich im Folgenden um der Erträglichkeit willen gekürzt habe) sind nur das erste Merkmal dafür, dass hier jemand mit hoher emotionaler Investiertheit auf dem Kriegspfad ist - und zwar gegen das Recht anderer auf Gleichbehandlung. 

Zweitens wird wiederholt betont, dass es nicht das Ziel sei, zu beleidigen. Selbst wenn die Beleidigung auf dem Fuße folgt. Auch wird immer gern alle Gute gewünscht, vermutlich, um sich nicht vorwerfen lassen zu müssen, man/frau wäre aggressiv oder auch nur unhöflich gewesen. Durch falsche Höflichkeit versuchen Trolle, das Siegertreppchen gleich von Anfang an zu besetzen. Sie werden dir ins Bein schießen, und wenn du Ihnen dann den Mittelfinger zeigst, hast du in ihrer Welt verloren, weil du nicht höflich geblieben bist.

Inhaltlich beginnt alles immer gern damit, dass frau kurzerhand die Opferrolle an sich reißt:

Frau XY: Das sind aber ganz schön viele Vorurteile Menschen gegenüber, die nicht dick sind.......Das meiste in dem Text sind Vermutungen und Unterstellungen (...) denn nicht alle Menschen halten "Dicke" für dumm, faul und/oder hässlich. Es soll tatsächlich Menschen geben, denen der Charakter wichtiger ist als die Figur.

Ich: Nein, natürlich nicht alle. Aber im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang verbessert das die Situation von Dicken leider nicht wirklich. Und das bilden sich Dicke nicht ein. Um Fettphobie aus nächster Nähe zu betrachten, muss frau weiterhin nichts Anderes tun, als den Fernseher einzustellen oder eine Frauenzeitschrift zu öffnen. Oder - in vielen Fällen - mit ihren Freundinnen Kaffee trinken und ihnen dabei zuhören, wie sie darüber klagen, zu dick zu sein. Dabei bemerken sie oft gar nicht, dass ihnen ja eine dicke Person gegenüber sitzt. Die meinen das dann nicht einmal böse. Die Angst vor dem Fett sitzt nur so verdammt tief.

Ich fand das (für meine Verhältnisse) wirklich diplomatisch. Aber es kam sofort, wie es kommen musste - der Verweis auf die vermeintliche Gefahr für die Gesundheit, also DIE Nahkampfwaffe aller Fat-Shamer*innen. Außerdem setzt augenblicklich die Belehrung der dicken, doofen Frau ein, dass sie an ihrem Unglück ganz allein schuld ist und die Welt einfach nur deshalb falsch versteht, weil sie mit sich selbst eben nicht zufrieden ist.

Frau XY: (...)ich selbst bin normalgewichtig und möchte nicht übergewichtig sein. (...) Das bedeutet jedoch nicht, dass ich erwarte, dass alle so denken wie ich. In meiner Familie und im Bekannten-/Freundeskreis gibt es Menschen die ganz dünn sind und stark Übergewichtige. Wenn das Thema Übergewicht mal zur Sprache kommt (...), dann geht es immer um die Gesundheit oder die körperlichen Einschränkungen, NIE um das Aussehen/Äußere. Mein Gefühl (und meine Erfahrung) ist, dass häufig Negatives in Gesagtes interpretiert wird. Häufig scheinen das Menschen zu sein, die selbst mit sich unzufrieden sind.(...)

Ich: (...) Allein der Gebrauch der Begriffe Normal- und Übergewicht zeigt ja, dass an Dicken offenbar etwas "unnormal" ist. Auch aus der Sicht von jemandem, dem der Körperumfang doch eigentlich egal ist.

An diesem Punkt ist das Repertoire der meisten Fat-Shamer*innen im Prinzip bereits erschöpft. Wenn frau mal von offenen Beleidigungen absieht. Es umfasst tatsächlich nicht viel mehr als das:

1. Das Betonen der eigene Opferrolle - hervorgerufen dadurch, dass sie vermeintlich nicht oder falsch verstanden werden. Denn auch das ist stets die Schuld des Gegenübers.
2. Verharmlosung von Diskriminierung, bzw. die Weigerung anzuerkennen, dass Menschen Erfahrungen mit Diskriminierung haben, die man/frau selbst nicht hat und darum nicht persönlich kennt. (siehe: Thin Privilege)
3. Belehrung von oben herab, dass Dicke es selbst in der Hand haben, wie sie sich fühlen und von der Gesellschaft wahrgenommen werden. Zum einen könnten sie ja abnehmen. Zum anderen könnten Sie auch einfach ihre negative Einstellung ändern, denn dann würde die Welt sie auch besser behandeln. (Hier schwingt immer gern Esoterik mit, bzw. die gute alte Schule des gezielten positiven Denkens, von dem wir mittlerweile alle wissen sollten, dass es nicht nur nicht funktioniert, sondern auch psychisch regelrecht krank machen kann.)
4. Dicksein ist in ihrer Welt auf jeden Fall schlecht für die Gesundheit und das gibt jedem und jeder das Recht, sich in die Angelegenheiten von Dicken einzumischen, um sie vor sich selbst zu schützen.
5. Bezweifeln, dass ein dicker Mensch sich überhaupt, so wie er ist, wohlfühlen kann.
6. Betonen, dass man/frau Dicken ja nicht zu nahe treten will bzw. nichts gegen Dicke hat, ABER...

Ab hier kann frau dann nur noch mit Variationen der immer gleichen Motive rechnen.

Frau XY: Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht....."Normalgewicht".... Allerdings lese ich dort eine Unterstellung heraus.?! (...) Horch doch einmal in dich hinein und sei ehrlich zu dir selbst. Auch in mir siehst du eine Böse, statt es positiv zu sehen. Schade...

Ich: Diskriminierung ist keine Einbildung. Bei dem Thema geht es um etwas mehr als blöde Blicke und unbedachte Bemerkungen. Noch nie darüber nachgedacht? Dann ja vielleicht jetzt.

Frau XY: Neee, da gibt es wichtigere Dinge, über dich gewillt bin nachzudenken.Das Leben ist immer das was jede/r Einzelne daraus macht. Wer es sich unnötig schwer macht (...) muss selbst damit klar kommen. (...) Wer sich liebt (...) wie er/sie ist, wird auch positiv durchs Leben gehen. Die Fehler (...) bei anderen Menschen zu suchen ist einfach. (...) Darüber könntest du vielleicht mal nachdenken, wenn es dir wichtig genug ist. (...)

Ich muss zugeben, jetzt wurde ich langsam doch ein wenig knatschig, obwohl ich mich ja bewusst in den Austausch begeben hatte.

Ich: Oh, du große Göttin. (...) Dass das Leben das ist, was man daraus macht, kannst du ja auch gern mal einem hungernden Kind in der Sahelzone erzählen. Das Leben ist Zufall. Und du hast offenbar Glück gehabt, dass du so locker über Benachteiligung reden kannst. Entweder, weil du keine Erfahrung damit hast, oder nicht darunter leidest, bzw. dahingehend resilienter bist als andere. Aber auch das ist dann Glück.

Frau XY: Nun ja, du bist meinen Argumenten ausgewichen und wirst nun leider unsachlich. Dann fühlst du dich vielleicht ganz wohl in deiner dir selbst auferlegten "Rolle". (...)

Ich: Welche Argumente? Dass Dicke selbst an ihrer Diskriminierung schuld sind? Das ist tatsächlich ganz genau das, was Fettphobiker immer irgendwann sagen. Es ist sozusagen ihre Vereinslosung.

Frau XY: Es liegt mir fern,mich zu streiten ohne Dir meine Meinung aufzwingen zu wollen. In deinem letzten Kommentar interpretierst du meine Kommentare und ich bin sprachlos.(...) Nicht jeder Mensch ist die negativ gesinnt. Mein Eindruck ist, dass du regelrecht danach suchst. (...) Wer sich so akzeptiert wieder/sie ist, ist auch nicht angreifbar. (...)

Ich: Es bringt auch nichts, den gleichen falschen Sermon immer und immer wieder auszuschütten (...). Wie willst du denn z.B. einer Frau mit dunkler Hautfarbe erklären, dass ihre Diskriminierung, die du hoffentlich nicht auch relativieren würdest, mit ihrer Selbstliebe zusammenhängt? Bitte, komm gar nicht erst auf die Idee.

Needless to say - natürlich kam sie auf die Idee. Und so kam es dann auch zu einem bemerkenswerten Finale. Danach nahm sie mir, wie erwähnt, die Möglichkeit, ihr erneut zu antworten. Ich habe unsere Unterhaltung auf Facebook inzwischen gelöscht, damit man sie nicht identifizieren kann. Obwohl ich bei meinen Leser*innen nun wirklich nicht befürchten müsste, dass sie ihr nachstellen. ; )

Nun, vielleicht ist ihr das Aussehen von Menschen auf gönnerhafte Weise wirklich nicht wichtig. Dass Hautfarbe oder Körperumfang keine Rolle spielen dürften, steht außer Frage. Trotzdem hält sie es in ihrem letzten Kommentar für auffällig nötig, das noch einmal zu betonen, so als hätte ich, die doofe Dicke, schon wieder etwas nicht verstanden. Irgendwie kann ich hier ziemlich klar das Echo von "Ich habe ja nichts gegen Dicke (Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind), aber..." hören. Es ist schon bemerkenswert, wie konsequent die ungerechte Lebensrealität anderer offenbar ausgeblendet bzw. händewedelnd abgetan werden kann, wenn man/frau selbst nicht betroffen ist.

Frau XY: Diskriminierung ist etwas ganz Schlimmes (...). Eine Frau mit dunkler Hautfarbe hat eine dunkle Hautfarbe.....na und? Der Mensch zählt, der Charakter (...) Und das muss die betroffene Person verstehen. (...) Ich weiß nicht wie alt du bist.....vielleicht fehlt ein wenig Lebenserfahrung (Anmerkung der dicken Dame: Hahaa, ja klar. In meinen Träumen.) Respektlos finde ich, dass du meine Meinung als falsch abstempelst. (...) Allerdings stellst du dich damit auf eine Stufe mit den Menschen, die du hier "anklagst". Du wertest...(...) Habe nun Besseres zu tun und wünsche dir, dass du zumindest über meine (...) Anregung nachdenkst. Vielleicht kannst du dann etwas positiver durchs Leben gehen. (...) Dann wirst du gar nicht mehr so viele "Diskriminierungen" erleben.


Und jetzt ein paar Worte zur Selbstliebe

Nachdem vielen von uns ein Leben lang eingehämmert worden ist, dass sie im falschen Körper unterwegs sind, der der Welt obendrein angeblich lauter Negatives über die Persönlichkeit der Körperinhaberin verrät, ist sie oft ein sehr hart erkämpfter Schatz, wenn frau sie erlangt hat. Ein positives Selbstbild, Selbstakzeptanz oder Selbstliebe puffern und schützen und machen es uns leichter, in in einer fettphobischen Welt unser Leben selbstbewusster, freier und mutiger zu leben - oder an manchen Tagen auch nur zu überleben. 

Darum bin ich tatsächlich davon überzeugt, dass es ein sinnvolles und lohnendes Ziel ist, seine Selbstakzeptanz zu entwickeln und zu stärken. Denn natürlich müssen wir jetzt gerade in der Welt zurechtkommen, in der wir uns augenblicklich befinden. Ich gebe dazu hier ein paar Tipps zum Einstieg. Für die meisten von uns ist Selbstakzeptanz aber auch ein langwieriges Projekt - vermutlich mit einigen Rückschlägen. Davon kann ich in der Tat ein langes Lied singen.

Eine Verpflichtung dazu, sich selbst zu lieben oder zu akzeptieren hat allerdings niemand. Genauso wenig, wie es eine Verpflichtung zum Aktivismus oder zu politischer Mitarbeit gibt. Und was stets klar sein muss, ist, dass wir nicht schuld daran sind, wenn wir uns mit unserem Körper und unserem Selbstbild als Dicke im Krieg befinden. Wir wären nie von allein darauf gekommen, unsere Körper nicht zu mögen, wenn wir es nicht durch die Welt beigebracht bekommen hätten. Wir sind obendrein nicht dafür zuständig, uns mit ausreichend stabiler emotionaler Rüstung auszustatten, nur damit für alle anderen alles so bleiben kann, wie es ist.

Ich verwende den Vergleich immer wieder gern: Sich Selbstakzeptanz zu erarbeiten und zu erhalten ist für Dicke in unserer Gesellschaft wie unter einem Wasserfall schwimmen zu lernen. Die Missachtung, Respektlosigkeit und Diskriminierung durch Gesellschaft, Medien und Politik hören nicht auf, während wir versuchen, einen freundlichen Blick auf uns selbst zu entwickeln. Wir arbeiten also daran, gut zu uns selbst zu sein, während Vorurteile und Verächtlichmachung uns weiterhin auf den Kopf prasseln. Das ist ein ziemlicher Kraftakt.

Selbstakzeptanz entfaltet jedoch keine magische Wirkung im Außen. Schon gar nicht grundlegend im Hinblick auf die Benachteiligung von dicken Menschen. Das tun nur Protest und klar geäußerte Forderungen. Da draußen muss sich etwas ändern. 


NH

Vielleicht braucht ihr ja frischen Lesestoff :) - den gäbe es hier:


Samstag, 9. Februar 2019

Die allerletzte Presseschau: Barbara Schöneberger und der Fatsuit

Dumm gelaufen...

Die Frau Schöneberger trägt auf dem aktuellen Cover der nach ihr benannten Frauenzeitschrift einen Fatsuit. Etwas lappig, in leicht glänzender Hautfarbe mit pinkfarbenen Brustwarzen auf den tief sitzenden Stoffbrüsten. Am Ende des Hefts gibt es dann ein Bild des leeren Fatsuits, also eines dicken, künstlichen Körpers ohne Kopf, Füße und Hände. Weil die Frau Schöneberger ja nicht wirklich dick ist, und das Publikum nur zur Sicherheit (und zum millionsten Mal) darauf hinweisen musste.

In einem von der Frau Schöneberger zusätzlich auf Instagram veröffentlichten Video ist sie zu sehen, wie sie sich mit dem Fatsuit bekleidet eine Servierschüssel schnappt und den Inhalt mit einem großen Löffel in sich hineinschaufelt. Und dann muss sie ganz doll kichern und versichert, sie habe nichts gegen Dicke.

Wie anstößig und daneben, aber auch, wie vielsagend das alles ist, muss nicht erklärt werden. Und wo es doch erklärt werden muss, da sollte frau sich nicht niederlassen.

Ich habe überhaupt nur etwas von der Sache mitbekommen, weil Magda Albrecht in der März-Ausgabe des Magazins Barbara einen Artikel über Selbstakzeptanz veröffentlicht hat, und hinterher bei der Mädchenmannschaft einräumen musste, dass sie offenbar ihre Hausaufgaben vorher nicht gemacht hatte.

Angeblich hatte sie das Desaster nicht vorhersehen können, obwohl sie "ehrlicherweise nichts anderes erwartet hat". Häh? Wie jetzt? Sie hatte also (k)eine Ahnung, mit wem sie sich da einließ? Alle waren "cool"schreibt sie in ihrer entsetzten Stellungnahme. Und viel bezahlt haben sie für den Artikel auch. Da kann doch keiner auf die Idee kommen (wollen), dass die womöglich überhaupt nichts Gutes im Schilde führen, oder?

Erkenne deine Feindin

Und mich hat natürlich mal wieder keine gefragt. Denn dass das Magazin der Moderatorin Barbara Schöneberger bereits seit den ersten Ausgaben im Wesentlichen ein Zeugnis ihrer eigenen Ess- und Körperbildstörung ist, lag auf der Hand. Vor genau einem Jahr, also für die Märzausgabe 2018, stand auf dem Cover das Wort "Mampf" und die Frau Schöneberger hatte Kuchen im Haar, in der Faust und überall um sich herum. Sie schwamm in Kuchen und die Titelgeschichte lautete: "Aber bitte mit Sahne - Gerade sind wieder alle auf Diät. Da machen wir nicht mit, oder? Ein Heft über sinnlosen Figurwahnsinn und heiß geliebte Fressorgien."

Wenn man sich am (gelegentlichen) "Fressen-dürfen" in regelmäßigen Abständen so abarbeitet, wie andere Frauenzeitschriften an Gewichtsverlust und Diäten und gleichzeitig immer Witze über "Hüftgold" machen muss, dann ist das nicht Body Positivity oder Fettakzeptanz. Dann stimmt da was nicht. Dann hat man ein gravierendes Problem, in das man andere aber nicht unter dem Deckmantel der "Alle-sind-irgendwie-auch-schön-Bewegung" mit hineinziehen sollte. Das ist nicht nur kein Dienst an der Leserinnenschaft, es ist schlicht und ergreifend schon wieder unredlich. Ohnehin ist die ständige Verknüpfung vom großen Fressgenuss mit Dicksein echt nur noch zum Kotzen.

Die Frau Schöneberger befindet sich im ständigen Krieg mit ihrem Aussehen, und weil sich der so gut verkauft, auch und neuerdings ja gerade in der halbherzigen Leugnungsversion, kann sie ihn nun bereits seit Jahren mit Hilfe einer ganzen Redaktion öffentlich und für Geld austragen. Und natürlich, wie sollte es auch anders sein, am Ende mal wieder auf Kosten ihrer Leserinnen, d.h. auf Kosten anderer Frauen.

Das betrügerische Getue, diätfrei zu sein, ohne es jemals gewesen zu sein, das ewige Herumreiten auf der unfairen Notwendigkeit, schön zu sein und das manische Oszillieren zwischen kuscheliger Selbstherabsetzung und unaufrichtigem, aufgescheuchtem, orientierungslosem Toleranzgebaren und Fressorgien hätten der nach eigener Aussage medienerfahrenen Fettaktivistin Magda Albrecht ja eigentlich schon als Wegweiser dienen können. Aber vielleicht sieht man etwas nicht, wenn es schlicht zu nah an einem dran ist.

Wie hätte z.B. das "super-professionelle und herzliche Team" (Magda Ablrecht) der Barbara denn eigentlich wissen sollen, dass Magda Albrecht und lustige Fatsuits auf dem Cover nicht so richtig zusammenpassen? Magda Albrecht tut doch in ihrem Buch (Fa(t)shionista) genau dieses: Sie kokettiert mit ihrem angeblich ewigen Hunger und macht ihren eigenen Körper immer wieder mit milder, lustig gemeinter Missbilligung und "Offenheit" über ihr schwieriges Verhältnis zu eben jenem Körper runter. Das soll vielleicht authentisch wirken, weil sie damit signalisiert, dass sie sich wie jede andere "normale" Frau, also Nicht-Aktivistin und Nicht-Autorin, nur sehr schwer von Schönheitsnormen abgrenzen kann.

Am Ende kommt es aber leider nur genauso larmoyant rüber, wie das Gejammer über ihren offenkundigen Aktivismus-Burnout, das der Erfahrung mit der Fatsuit-Barbara folgt: "Ich war zwar hochgradig genervt, stellte mir aber die Frage, die ich mir in den letzten Jahren immer öfter stelle: Was bringt es, wenn wir uns immer und immer und immer wieder über Dinge aufregen?" Dabei ist das, was ihr jetzt mit der Barbara passiert ist, ist genau das, was passieren muss, wenn man glaubt, es sei legitim, im Umgang mit der Öffentlichkeit immer wieder auf Witzeleien, Augenzwinkerei und Versöhnlichkeit zu setzen, wenn es aber eigentlich um den eigenen Körper und seine ständige Missachtung durch diese Öffentlichkeit geht. Selbst im Artikel in der Barbara schreibt sie noch von "übergewichtigen Moppeln" (S. 54) und spürt den glitschigen Boden unter sich scheinbar überhaupt nicht.

Und das hier ist dann auch noch passiert...

Wenn es dann um das Erheischen männlicher Validierung geht, steht die fröhlich-freie Fresserei übrigens plötzlich überhaupt nicht mehr an erster Stelle, denn, so instruiert uns die Frau Schöneberger im Editorial zur aktuellen Fatsuit-Ausgabe: "Wenn Sie also einen neuen Partner blenden wollen, dann ist beim ersten Date nicht so wichtig, was Sie zum Essen auftischen, sondern die perfekte Lichtsituation bringt den Abschuss! Merke: 20 Kerzen machen zehn Jahre jünger und zehn Kilogramm schlanker!" (Anm. d. Dicken Dame: Allein die Vorstellung, dass Frauen im Jahre 2019 Männer beim ersten Date bekochen...aber geschenkt.)

Ach, und hatte ich erwähnt, dass die Frau Huber von der Brigitte auch in der Chefredaktion der Barbara verantwortlich zeichnet? I know, right?

NH

MOST COMMENTS WELCOME! : )

Donnerstag, 19. Juli 2018

Warum Amy Schumers "I feel pretty" ein wirklich lahmer Film ist

"I feel pretty" war ein schwächliches Filmchen.

Der Grund, warum die Beschäftigung mit dem Thema "Schönheitsnormen" in Mainstream-Medien meistens schief läuft, ist, dass zu viel Verwirrung in den Köpfen der Macherinnen herrscht. Und niemals auch nur ansatzweise genug freie Radikalität. Das ist in diesem Falle allerdings umso verwunderlicher, als dass frau immer dachte, Amy Schumer mangele es zumindest an Letzterem nicht.

Die Protagonistin Renee, dargestellt von Amee Schumer, knallt im Spinning-Kurs vom Heimtrainer, schlägt sich bös den Kopf an und sieht sich fortan mit neuen Augen: Sie hält sich für umwerfend normschön. Tatsächlich war das ein von ihr vorher geäußerter Wunsch, einmal im Leben zu erfahren, wie es ist, "undeniably pretty" (unbestreitbar hübsch) zu sein. Allerdings ist sie die einzige, die sich selbst als "wunderschön" im Spiegel sieht. Alle anderen sehen genau das, was auch schon vorher da war. Und da fängt der Ärger für die aufmerksame Zuschauerin schon gleich an. Denn es ist also ein Missverständnis, dessen beharrliche Nicht-Auflösung mit jedem neuen Begebnis ein immer größeres Rätsel wird und ganz klar macht, dass keiner der Beteiligten besonders hell bzw. mit normalem Menschenverstand ausgestattet ist, das den ganzen seichten Film trägt. Die Freundinnen begucken die neue, unausstehlich selbstverliebte Renee, als ob sie den Verstand verloren hat, fragen aber nie so richtig nach. Die fragen nie: Was hat dich denn bloß so verändert? Auch alle anderen um Renee herum sind offenbar schlicht viel zu höflich, um auch nur ansatzweise Verwunderung oder leichte Indignation zu äußern, wenn Renee die eigene, umwerfende Schönheit besingt. Sogar Naomi Campbell wird nicht deutlich genug. Warum Renee eine grässliche und hektische Aufschneiderin werden muss, bloß weil sie glaubt, neuerdings einem Supermodel zu gleichen, bleibt übrigens ebenso ungeklärt. Kurzum: Eine Handlung, die nur läuft, weil alle Mitwirkenden sich komplett unnatürlich verhalten, bringt mich regelmäßig dazu, den Bildschirm anzuschreien. Im Kino war das ja aber nicht möglich. Ich muss sagen, dass war alles ausgesprochen stressig für mich. Obendrein litt ich zwischendrin immer wieder unter üblen Ugly-Betty-Flashbacks.

Und was ist jetzt eigentlich der verdammte Punkt?

Renee, die glaubt, nun für alle Welt sichtbar normschön zu sein, aber es gar nicht ist, wird allein durch diese innere Veränderung kühner, selbstsicherer und damit auch in der Außenwelt erfolgreicher - im Beruf (bei einer Kosmetikfirma) und bei Männern. Besonders bei Männern. Und sie traut sich, an einer Schönheitskonkurrenz teilzunehmen und sich auf der Bühne Wasser über das T-shirt zu schütten.

Fazit wäre dann vermutlich wieder das gute, alte "Liebe dich selbst, ändere deine Einstellung, und dann wird alles gut". Wir haben es ja angeblichh selbst in der Hand, wie uns die Welt begegnet. Und wir sind selbst verantwortlich, zuständig und selbst schuld, wenn's doch nicht gut läuft. Als Beweis muss im Film ein Model mit Selbstzweifeln und Beziehungsproblemen herhalten. Die kriegt ihr Leben trotz perfekter Hülle nicht auf die Reihe. Das ist ein echt uralter, abgegrabbelter Hut und außerdem eher nicht zutreffend als doch. Außerdem wird die bloße Gültigkeit sowie die Notwendigkeit/Wichtigkeit von Körpernormen und Schönheitsstandards mal wieder nicht in Frage gestellt.

Der Film ist, wie gesagt, eine Enttäuschung.

Aber nicht aus den Gründen, aus denen Amy Schumer und ihr "neuer Film" nach seinem Erscheinen im Internet shitstormartig kritisiert wurden. Dort warf frau ihr vor, dass sie selbst zu normattraktiv sei, um die Rolle überhaupt zu spielen, denn wenn so jemand wie sie sich wegen ihres Aussehens angeblich so fertig macht, was sollen denn dann bitteschön erst die machen, die noch viel weniger ins Schema passen? Sie fanden also, Amy Schumer sei nicht "hässlich" genug, um sich glaubwürdig im eigenen Körper schlecht zu fühlen - und betrieben damit unterschwellig und auf regelrecht idiotische Weise Bodyshaming. Offenbar gab es (auch mal wieder) in ihrer Welt, Körper, deren Inhaberinnen sehr wohl gute Gründe hätten, sich ihres Aussehens wegen mies zu fühlen. Aber der von Amy Schumer gehört (noch) nicht dazu. Nun könnte man sich natürlich fragen, wo genau da die Grenze verläuft. Ab wann sollte ich mich denn unzulänglich fühlen dürfen? Wie sähe ich denn dann aus? Nun...bei meinem Gewicht würden mir die verwirrten Kritikerinnen von Amy Schumer wahrscheinlich mehr Verständnis in dieser Hinsicht entgegenbringen. Natürlich demonstriert diese Art der Kritik aber auch nur wieder die unlösebare Verhaftung der meisten Leute im Glauben an die Bedeutung und und Gültigkeit von Schönheitsstandards. Sie sollten alle nachsitzen. Und tausendmal "Schönheitsnormen schaden allen Menschen" an die Tafel schreiben.


NH

Donnerstag, 1. März 2018

Follow me around 57: Fuck it.

"Ich glaube, ich starte doch wieder ein Diättagebuch - damit kann man Geld verdienen, bekommt Anerkennung, Aufmerksamkeit u. kann womöglich wieder in hohen Absätzen u. ohne Wasser in den Beinen durchs Leben laufen."
#careermove #skinnybitch #aktivismusmachtmüde 
#fatacceptancemyass

Nachdem ich heute Mittag die obige Nachricht bei Twitter und bei Facebook gepostet habe, ist folgendes passiert: Nichts. Bis auf eine einzige sehr freundliche und verständnisvolle Nachricht von einer Leserin, die mir sagte, sie würde mich auch weiterhin unterstützen, wenn ich jetzt wieder zur Diätfraktion überträte und ein Like kam keine Reaktion. Mir sind aber auch keine Follower abgesprungen. Es gab weder Beschwerden noch Kritik noch Häme.

Es gibt nun ein paar Deutungsmöglichkeiten:

1. Es ist egal, was ich schreibe, weil eh keine mehr mitliest. (Die Besucherinnenzahlen auf dem Blog sind aber immerhin konstant.)

2. Es ist egal, was ich schreibe, weil es eh keine Leserin kümmert.

3. Die Leserinnen würde es gar nicht groß stören, wenn wir am Strand einfach wieder Diät machen würden.

Ich weiß es nicht. Ihr seht mich mal wieder ratlos.

Aus Dünnwerden und Körperbashing kann man hervorragend eine Karriere basteln. Da kenne ich mich zufällig auch ein wenig aus. Aus Fettaktivismus...nicht so sehr. Was natürlich nicht heißt, dass es nicht immer wieder mal versucht wird. Da, wo es versucht wird, stört Radikalität allerdings in der Regel eher. Der Erfolg, wenn man davon überhaupt wirklich sprechen kann, kommt auch im Fettakzeptanz-Business eher, wenn man offen bleibt für...jeden fatshamenden Quatsch. Wenn "auch Hübschsein" für dicke Frauen immer hübsch das Wichtigste bleibt. Und wenn die Fettakzeptanz, für die man steht, auch eigentlich eher ein Accessoire ist, das man sich umhängt, bis man es nicht mehr nötig hat. Weil man dann endlich doch schlank geworden ist. Und das ganze aktivistische Gedöns ohnehin nicht mehr braucht.

Die gaaanz tollen (dicken) Frauen

Habe ich eigentlich schon mall von dem Seminar erzählt, das ich bei Tanja Marfo, ihres Zeichens "Erfinderin" und Organisatorin der Plus Size Fashion Days in Hamburg, besucht habe? Nein, ich glaube nicht. Und dabei wird es ja mal Zeit, denn die Veranstaltung liegt bereits 2 Jahre zurück.

Es war eine beeindruckende Erfahrung. Nur dummer Weise aus lauter falschen Gründen. Ich war eine von zwei Teilnehmerinnen, die vor dem Veranstaltungsort warteten und dann von Frau Marfo, die angesichts des übersichtlichen Publikums doch lieber die Raummiete sparen wollte, kurzerhand in einen Imbiss ein paar Straßen weiter geführt wurden, allerdings nicht, ohne dass sie vorher auf einen Abstecher zum Geldautomaten bestand. Sie hatte vergessen, mir zum Zeitpunkt der Anmeldung ihre Kontodaten zu senden und wollte die 80 Euro nun partout in bar. Sie traute mir nicht zu, eine schriftliche Rechnung auch wirklich zu bezahlen. Auf eine Quittung warte ich übrigens noch heute. Trotz mehrfacher Anmahnung.

Was merkwürdig unprofessionell begann, nahm auch danach keinen schönen Verlauf. Das "Seminar" bestand aus Klönschnack und einer verblüffend einfältig und einfallslos zusammengeworfenen Präsentation, die wir uns für ein paar Minuten auf einem Tablet ansehen konnten. Der Höhepunkt des Ganzen war erreicht, als die Frau Marfo bezeichnenderweise mitten in einem Minivortrag über Selbstliebe fast nicht wirklich mitzubekommen schien, dass die Mittzwanzigerin, die mit uns am Tisch saß, mittlerweile in Tränen ausgebrochen war. Weil sie ihren dicken Körper hasste. Und die naive Forderung "man müsse sich selbst einfach lieben" sie genauso getriggert hatte, wie das eigentlich auch hätte vorhergesehen werden können. Zumindest für Leute, die irgendetwas anderes sehen, als sich selbst.

Ich habe die Frau Marfo nach ihrem Seminar im Auto nach Hause gebracht. Ich glaube nicht, dass sie eine begeisterte Kämpferin für die Angelegenheiten von Dicken ist. Im Gespräch mit Freundinnen habe ich immer wieder geschildert, dass es mein Eindruck ist, dass die Frau Marfo halt was mit Medien, Mode und Schönheit machen wollte. Weil sie dick ist, hat sie ihre Nischenchance ergriffen. Hätte sie die Wahl, würde sie jederzeit sehr viel lieber im regulären Modegeschäft eine tragende Rolle spielen. Allerdings wäre die Konkurrenz dort natürlich auch ungleich größer.

Ich verstehe, dass man Geld verdienen muss. Ich verstehe nur nicht, dass man dabei die gesamte dicke Schwesternschaft regelmäßig unter den Bus stoßen muss. Als die Frau Marfo im Frühling 2016 bei mir im Auto saß, redeten wir bereits darüber, dass sie unlängst eine eher erfolglose Kooperation mit einem Fitnesscoach hinter sich, bzw. für ihn und seine Dienstleistung Werbung gemacht hatte. Wohlgemerkt - das Angebot war nicht explizit eins für dicke Frauen im Rahmen von Health at Every Size, sondern eher für solche, die sich "verbessern" wollten. Neuerdings trainiert die Frau Marfo wieder mal unverdrossen werbend im Meridian Spa und hat das Jahr 2018 öffentlich damit eingeläutet, reguläre Mahlzeiten, so wie in guten alten Zeiten, mit aus Pulver angerührten Diätshakes zu ersetzen. #Selbstliebe...

Ich bin der Frau Marfo danach noch zweimal begegnet. Beide Male erkannte sie mich offenbar nicht wieder (obwohl sie mir doch sogar zuvor vorgeschlagen hatte, einen unbezahlten Beitrag für ihr Blog zu schreiben)  und verbrachte ohnedies die meiste Zeit damit, in einer Ecke sitzend scheinbar lustlos auf ihr Handy einzutippen. Das heißt vermutlich, dass sie an ihren dicken Veranstaltungen genauso viel Spaß hatte, wie weite Teile des Publikums. Bei der Party, die 2016 eine Auftaktveranstaltung für ihre Modemesse sein sollte, begann das Publikumssterben so gegen 22 Uhr. Bei den letzten Plus Size Fashion Days kam dann besonders am Stand der Vertreterin von Juchheim Cosmetics ByeByeCellulite so richtig Stimmung auf. Ich persönlich war ja besonders beeindruckt von der Tatsache, dass die meisten Messeteilnehmer als Hersteller von Bekleidung in großen Größen auf einer Messe für Mode in großen Größen überhaupt gar keine großen Größen anzubieten hatten. (Die Spanne endete offenbar flächendeckend bei 52 oder 54.) Naja, bei Evelin Brandt Berlin gab es wenigstens, wenn auch unerkärlicherweise, Marmelde in der Goody Bag. Und einen Fächer. Weiß ja schließlich jeder, dass Dicke immer so leicht schwitzen.

Freundinnen von mir, die mildere Wesen sind als ich, finden ja: Besser irgendeiner macht irgendwas, als dass überhaupt nie etwas Interessantes für Dicke passiert. Ich bin mir da wirklich nicht sicher...

...Hab ich euch eigentlich schon einmal erzählt, dass ich vor einigen Jahren gefragt worden bin, ob ich als Jurorin bei der Wahl des "Fräulein Kurvig" mitzuwirken wolle? Nein? Na, dann...wo wir doch gerade darüber sprachen, dass so viele Menschen andere offenbar überhaupt nicht sehen - welcome to Gossip Corner.

Die Veranstalterin der Misswahl, Melanie Hauptmann, ist (vor allem am Telefon) eine überforsche, schnellredende Alleskönnerin. Laut Eigenauskunft Journalistin und Autorin und Model und Eventmanagerin und Designerin und Moderatorin und TV-Persönlichkeit. Wie sie jemals darauf kam, mich zu fragen, ob ich bei ihr und der Fräulein-Kurvig-Show mitmache, ist mir bis heute ein Rätsel. Dass ich für einen provinziellen Schönheitswettbewerb, bei dem dicke Frauen sich endlich auch mal genauso vorführen, begutachten und bewerten lassen dürfen, wie sonst nur dünne, nicht viel Liebe aufbringen würde, hätte ihr eigentlich klar sein müssen. War es ihr aber nicht. Weil auch sie sich nicht wirklich groß für ihr Gegenüber interessiert. Schon gar nicht so sehr, dass sie womöglich Recherche betreibt, mit wem sie es wirklich zu tun hat. Darum hat sie sich auch überhaupt nicht gewundert, als ich tatsächlich zugesagt habe. Dass ihr jemals der Gedanke gekommen sein könnte, dass ich aus meiner Jurymitgliedschaft höchstwahrscheinlich eine wirklich beißende Glosse gemacht hätte, nehme ich schlicht nicht an. Teilgenommen habe ich dann ja allerdings trotzdem nicht - Frau Hauptmann hat mich am Ende zugunsten eines echten C-Promis ausgeladen und hochprofessionell auch noch vergessen, mir Bescheid zu sagen. Schönheitswettbewerbe sind für'n Arsch. Schönheit ist nicht wichtig und wenn man mit irgendetwas Bodyshaming oder gar die Objektifizierung von Frauen nicht bekämpfen wird, dann mit der Wahl irgendwelcher Fräuleins. Es geht dabei nicht um Fettakzeptanz, es geht um seichte Träume vom Auch-Norm-Hübschsein und wie man diese zum eigenen wirtschaftlichen Vorteil ausnutzen kann. Jeder, der wirklich nur ein schlichtes Diätprogramm vermarktet, ist ehrlicher. So, nun hab ich es gesagt.

Und? War die Überlegung, ein Diättagebuch zu starten nun ernst gemeint? Bei mir zu Hause gibt es neuerdings einen Running Gag: Einer von uns fragt eine Frage wie: "Willst du gern mal an meinen Tennissocken riechen?" oder "Möchtest du etwas rohes Affenhirn auf deinen Toast?" und die Antwort lautet, frei nach Loriot, immer: "Im Moment nicht."

NH

Mittwoch, 31. Januar 2018

Fettakzeptanz im Sat.1 Frühstücksfernsehen

Der zuständige Redakteur, der mit mir letzte Woche einen Beitrag über Fettakzeptanz für das SAT.1 Frühstücksfernsehen gedreht hat, hat mir gesagt, dass er vermutlich morgen früh (Donnerstag) gesendet wird. Irgendwann zwischen 5:30 und 10:00...Ich beginne lieber jetzt schon einmal mit den Kaffeeinfusionen. Wie vormals habe ich nämlich das letztendliche Ergebnis auch noch nicht gesehen - und hoffe mal wieder das Beste für die Sache und meinen eigenen Selbstwert. Bin aber sehr zuversichtlich. : )

UPDATE:
Das war falscher offenkundig falscher Alarm. Dafür soll es nun morgen soweit sein. Noch eine Nacht, die um 5:30 Uhr endet...

UND NUN NOCH EIN NACHTRAG: Morgen, Dienstag, 6.2.18, soll der Beitrag nun endlich laufen. 

NH

Samstag, 7. Oktober 2017

Zwischenmeldung: Ich glaube, ich war im Fernsehen



Und zwar am letzten Mittwoch. Als Teil des RTL-Formats "Die 25" mit Sonja Zietlow lief dort ein kurzes Segment über mich und meine Lieblingsthemen: Fettakzeptanz und Swimming-Pools.

Gesehen habe ich es noch nicht. 

Obwohl mir der Redakteur es natürlich versprochen hatte, hat mich dann selbstverständlich doch keiner vorgewarnt, wann der Sendetermin sein würde. Ich habe nur an der plötzlichen Flut der Nachrichten von Zuschauerinnen und der in die Höhe schnellenden Klickzahlen im Blog gemerkt, dass etwas passiert sein musste. Einer der benutzen Suchbegriffe war doch tatsächlich "Nicola Hinz nackt".

Das obskure Thema der Sendung, "Die 25 unvorstellbarsten Situationen, in denen man nie landen möchte", war mir nur als Arbeitstitel angekündigt worden - und ist dann offenbar doch nicht mehr verändert worden. Es hatte bei mir und ebenso bei allen, mit denen ich im Vorfeld darüber gesprochen habe, für hohe Augenbrauen und gekräuselte Stirnen gesorgt. Dicksein als "unvorstellbare Situation, in der man nie landen will"? Echt jetzt?

Aber ich habe mir gesagt, die Chance, Fettakzeptanz im Fernsehen (und zu guter Sendezeit) mal wieder etwas Raum zu verschaffen, ist wichtiger, als ein bescheuerter Titel. Es wird schon gut gehen. Es wird schon nicht zu platt werden...Hoffen wir das Beste...

Danke für all das positive Feedback! 

Wenn ich den fast ausschließlich positiven Rückmeldungen glauben darf, die ich hinterher persönlich erhalten habe ( und warum auch nicht? : )), dann ist in der Tat auch alles gut gegangen. Ich werde mich morgen, am 8.10. zwischen 13:30 und 15:30 Uhr selbst davon überzeugen können - da wird die verpasste Sendung bei RTL wiederholt. 

NACHTRAG 8.10.2017: 

Doch, ich fand den Beitrag wirklich anständig - buchstäblich. Besser, freundlicher und aussagekräftiger als gedacht/gehofft. Ist alles gut gegangen, und das freut mich sehr. Vielen Dank für eure Nachrichten und Willkommen an all die neuen LeserInnen und Follower. : )


NIH
NH

Sonntag, 2. Juli 2017

VIELEN DANK, IHR LIEBEN!


Ich wollte mich im Vorfeld wenigstens auf diesem Wege schnell bedanken - für all die freundlichen Kommentare, Mails, Likes und Retweets die ich hier, bei Faceebook, Twitter, Instagram und persönlich von euch in Verbindung mit meinem kleinen Fernsehauftritt bei Frau tv am letzten Donnerstag erhalten habe. Es ist meine Hoffnung, dass ich irgendwann auf möglichst viele davon noch einzeln antworten kann, aber ich wollte erst einmal sicher gehen, dass ihr alle wisst, wie sehr ich eure Anerkennung, Freundlichkeit und persönlichen Anmerkungen und Schilderungen zu schätzen weiß und mich darüber wirklich ganz besonders freue! 

Worüber ich natürlich auch ziemlich erfreut bin, ist die Tatsache, dass sich die Zahl meiner LeserInnen in der letzten Woche zum Teil verdoppelt hat. Angesichts so vieler Neuankömmlinge dachte ich mir, jetzt sei auf jeden Fall der beste Zeitpunkt, selbst noch einmal eine Zeitreise in der Geschichte des Blogs zu machen und die Blogposts herauszusuchen, die die Entwicklung vom ursprünglichen Diät-Tagebuch zum Blog für Fettakzeptanz am besten nachzeichnen. Meine Güte...es war aber auch ein langer Weg. : ) Danke für all die Wegbegleitung durch die Jahre hindurch - und herzlich willkommen an alle, die in diesen Tagen neu dazu stoßen. 

Erste Zweifel:
Das Ende der Diäten:
Der Körper in Farbe:
Über Frauenmagazine:
Studien und Politik:
Buchrezension:
Mutprobe Schwimmbad 1:
Mutprobe Schwimmbad 2:
Das gelbe Kleid (Fatshion):
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Das gelbe Kleid:
Psyche:
Sexualität:
Fuck diets:
Mein Busen und ich:
Sexualität:
Feminismus und Frustration:
Zwischenbilanz bei der Selbstakzeptanz:
Erfahrungsberich Ü100-Party:
Vergangenes Schönheitsideal:
Abermals im Schwimmbad:
Selbstportraits für Selbstakzeptanz:
Kunsttherapie:
Der Körper in Farbe:
Psyche: 
Psyche:
Literatur:
Aktivismusermüdung:
Aktivismus: 
Aktivismus:
Presse:
Über Frauenmagazine:
Der Körper in Farbe:
Buchrezension:
Über Frauenmagazine:
Skinny-shaming:
10 Jahre Candybeach:
Müssen Dicke einen dicken Partner wollen?
"Heim und Welt" und die Körper von Frauen:
Das gelbe Kleid:
Über Frauenzeitschriften:
Erste Schritte zur Selbstakzeptanz:
Dicksein gegen Schwangerschaft:
Über Frauenmagazine:
Kindheit und Diäten:
Buchrezension:
Buchrezension:
OOTD : ):
Diäten und Dicke im Fernsehen:
Buchrezension:
Buchrezension:
Anti-Fettakzeptanz:
Maskulisten und Anti-Fettakzeptanz:
Der Körper in Farbe:
Das Leben als dicke Frau:
Studie über Stigmatisierung Dicker:
Über verlogene Körperakzeptanz:
Walking Vlog Nr. 1 - Fettakzeptanz:
Buchrezension:
Über Frauenmagazine:
Buchrezension:
Anti-Feministen und Anti-Fettakzeptanz:
http://candybeach-editorial.blogspot.de/2017/05/nachgetragen.html

NH