NH
Sonntag, 17. Dezember 2023
The Ugly Girl Project: Closure
NH
Dienstag, 20. Dezember 2022
Dürfen Fettaktivist*innen Diät machen?
Offenbar stellt sich diese Frage. Denn es geschieht gar nicht so selten, dass öffentlich sichtbare Vertreter*innen von Fat Acceptance abnehmen. Genaugenommen wirkt es manchmal gar so, als ob der Rückfall in die Diätkultur für viele dicke Ikonen nur eine Frage der Zeit ist. Gabourey Sidibe, Adele, Melissa McCarthy und Rebel Wilson fallen mir als besonders prominente Ex-Dicke spontan ein.
Selbst Tess Holliday hat offenbar abgenommen und der
Außenwelt das Ergebnis stolz präsentiert. Als Antwort auf den Backlash, der zu
erwarten gewesen war, servierte sie dann eine überstandene Anorexie als Grund.
Mein Ton verrät es vermutlich – ich habe da erhebliche Zweifel. So oder so
finde ich ihr Vorgehen mächtig schattig.
Gerne passiert die Gewichtsabnahme infolge der Einsetzung
eines Magenbandes. Oder mit straffen Diät- und Trainingsprogrammen, für die im
wirklich ungünstigsten Fall auch noch gleichzeitig Werbung gemacht wird. Nach
eigenen Angaben wird immer aus gesundheitlichen Gründen diätet, nie weil frau
doch lieber etwas normschöner sein will. Diese Darstellung ist in
den meisten Fällen bestimmt nicht ganz aufrichtig. Und natürlich sind die, die Hoffnung
in die Unterstützung und Repräsentanz gesetzt oder sich durch das Vorbild
gestärkt gefühlt haben, häufig enttäuscht bis sauer. Zu Recht.
Aber die Antwort lautet:
Ja, dürfen sie. Fettaktivist*innen
dürfen dünn werden. Sie dürfen sich auch kleine Teufelshörnchen in die Stirn
implantieren lassen. (Yes, that is a thing.) Es können selbstverständlich alle
mit ihren Körpern machen, was immer sie wollen.
Die echte, unterliegende Frage ist natürlich, ob eine
Fettaktivistin Diät machen und trotzdem für die Sache eine glaubwürdige
Vertreterin sein kann.
Die Antwort ist:
Nein.
Es ist nicht möglich, das, für dessen Akzeptanz eigentlich
gekämpft werden soll, gleichzeitig mehr oder weniger erfolgreich am eigenen
Leib zu bekämpfen. Egal, was meine Gründe sind. Ich kann mich, an dem Punkt
angekommen, vielleicht noch als Ally (Verbündete) bewerben, aber ich kann auf
keinen Fall weiter Vorreiter*in sein. Ich kann auch nicht privat Pelzmäntel
tragen und öffentlich als Präsidentin von PETA auftreten. Die akzeptierende Haltung
zum Fett ist, wie jede konfliktträchtige gesellschaftliche Baustelle, eine
grundsätzliche und ethische Angelegenheit. Sie ist ernst - und auch in der
Praxis ziemlich klar umrissen. Sie erfordert auf jeden Fall Konsequenz bis in
den privaten Bereich, sonst bleibt sie wirkungslos.
Wenn ich zu dieser Konsequenz nicht mehr in der Lage bin
oder keine Lust mehr dazu habe, dann muss ich abtreten, aus dem Club austreten
und ehrlich sein. Wenn meine bisherige Karriere womöglich darauf aufgebaut war,
als Vorbild und/oder Sprachrohr für die Fettakzeptanz-Community zu wirken, dann
sollte diese Karriere beendet sein. Da hilft übrigens auch kein scheinheiliges
Umschulen auf milde, sinnlose „Body Positivity“.
Wenn ich mich als öffentlich agierende Fettaktivistin dazu
entscheide, mein Gewicht maßgeblich zu verringern, sollte ich das begreifen,
umsetzen und vor allem den Anstand aufbringen, bestimmte Dinge bitteschön ganz zu
unterlassen:
1. Es ist unredlich und eine vollständige Abkehr vom
ehemaligen Grundsatz, wenn sich eine Ex- Fettaktivist*in dazu versteigt,
auch noch Werbung für Diäten, Pulver, Pillen, Tees, Trainingsprogramme oder
Fitnessclubs zu machen.
2. Zumeist zutiefst subjektives, womöglich selbstzufriedenes
und im schlimmsten Falle triggerndes öffentliches Geschwärme über die
Gesundheit, die durch die Gewichtsreduktion erheblich verbessert worden sei,
ist auf jeden Fall zu unterlassen.
3. Es wäre auch nett, das Publikum mit der Behauptung zu verschonen,
es gehe beim Abnehmen nicht ums Abnehmen, sondern um Self Care oder Wellness
oder Healing oder was auch immer für einen blumigen Scheiß. Und die Überwindung
einer Essstörung gar mit großer Geste als Erklärung und Rechtfertigung aus dem
Ärmel zu ziehen, ist respektlos und ekelig.
4. Lauter sorgfältig produzierte aber auch deutlich
erschlankte Selfies von sich zu posten, um dann so zu tun, als seien die
Komplimente, die in einer von Diät-Kultur geprägten Welt auf jeden Fall kommen,
unerwünscht, ist verlogen und rettet auf keinen Fall die eigene Integrität. Vielmehr sind die vorgetäuschte Überraschung und Vehemenz, mit der positive Kommentare
zum Diäterfolg mitunter zurückgewiesen werden, geradezu erbärmlich.
5. Sich als ehemals Dicke noch immer basierend auf der Identität einer betroffenen Dicken gegen die Diskriminierung Dicker zu engagieren wird spätestens dann lächerlich, wenn das Gruppenfoto gemacht wird. Ich kann nicht in den Genuss von Thin Privilege kommen und so tun, als habe sich an meiner Position im Kampfgeschehen nichts Grundsätzliches verändert.
HAPPY EVERYTHING und bis zum nächsten Jahr!
NH
Donnerstag, 25. März 2021
Alles muss raus - oder: ein Rant - TEIL 1
Ich habe eine Ausgabe des Curvy Magazines erworben (die Ausgabe für Sept, Okt, Nov. 2020). Bekanntlich habe ich für Frauenzeitschriften nicht viel übrig. Und ja, ich glaube, dass die Möglichkeit, schöne Kleider zu tragen, nicht den Mittelpunkt fettaktivistischer Arbeit ausmachen kann. Natürlich bin ich mir auch bewusst, dass weite Teile des Publikums das anders sehen, bzw. dass schöne Kleider in großen Größen und dicke Models in Magazinen ihnen reichen würden, weil ihr Ärger über die eigene Diskriminierung sie schlicht noch immer nicht weiter trägt.
Nun ja, auf jeden Fall ist das Modemagazin für dicke Frauen vollgestopft mit Fat Shaming. Quelle surprise, I know. Die Brigitte könnte hier regelrecht noch etwas lernen. Zwischen den Seiten tut sich auch in diesem Fall wieder genau die Hölle auf, in die alle Beteiligten immer geraten, wenn dicke Frauen, die die Ambivalenz dem eigenen Fett gegenüber niemals überwunden haben (siehe Barbara Schöneberger), einfach so tun als ob, weil sie glauben, dass es sich vermarkten lässt. Was dann oft nicht einmal der Fall ist.
Auf Seite 11 beginnt Susanne Ackstaller ihren Kommentar "Dick sein als Chance" mit der Überlegung, dass sie "die Vorteile eines dünneren Ü50-Ichs durchaus (sieht)!" Auf ihrem Instagram-Account gab es übrigens zu den Festtagen im letzten Jahr auch eine gute Portion Selbstherabsetzung: "Platze gerade aus meiner Jeans, weiß jetzt, warum es "Plätzchen" heißt."
Dienstag, 24. Juli 2018
Dick, dumm, faul und hässlich
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| Ein neuer Versuch - 2018 |
Es ging um die Thematisierung der gängigsten Vorurteile gegen Dicke am eigenen Leib. Natürlich kann ich verstehen, wenn man die Konfrontation mit der Aufschrift zu anstregend und pessimistisch findet. Oder sie gar für albern, übertrieben oder unwahr hält. Aber es hilft ja nichts...
Dick: Unbestritten zutreffend. Aber im gängigen Gebrauch natürlich höchst negativ konnotiert.
Samstag, 25. Februar 2017
Ausgelesen: "Fettlogik überwinden" von Nadja Hermann
Hier eine Auswahl:
2. Grüner Tee ist irgendwie immer gut.
3. Treppensteigen und auf der Stelle zu rennen helfen dabei, trotz Zeitmangels Sport zu treiben.
4. Positiv denken hilft auch immer.
5. Wenn man keine Süßigkeiten zu Hause hat, wird man sie auch nicht so leicht essen. "Es ist sinnvoll, die Verführungen zu begrenzen." (S. 355)
6. Süßigkeiten durch Rohkost ersetzen.
7. Kalorien zählen - auch dann, wenn das Zielgewicht erreicht ist. "(...) wenn ich ganz darauf verzichte, merke ich schnell, wie ich mir wieder die klassische Wahrnehmungsverzerrung anlache, dass mir Portionen viel zu klein erscheinen, oder ich Dinge vergesse, die ich gegessen habe." (S. 343) "Andererseits empfinde ich das Zählen auch nicht als große (...) Qual, da es im Prinzip nur fünf bis zehn Minuten in Anspruch nimmt..." (S. 344) Insgesamt ist es halt "ganz beruhigend, die Kalorienbilanz im Hinterkopf zu haben." (S. 344)
8. Nach "Ausrutschern" nicht aufgeben und "wieder in die Spur kommen". (S. 198)
9. Gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel und Proteinpräparate einnehmen.
10. "Wenn ich mich etwa zum Essen verabrede, dann plane ich so, dass ich schlemmen kann." (S.160) Soll heißen: Hinterher oder vorher wird weniger gegessen und dafür mehr Sport getrieben. Siehe auch Punkt eins.
11. Salatdressing kann man, statt mit mit Öl, auch mit Wasser und Süßstoff machen. (S. 158)
12. Keinesfalls sollten Abnehmwillige "sich selbst limitieren (...), indem sie weiter an ihrer "dicken Identität" festhalten". (S. 214)
13. Um hängende Haut nach der Abnahme muss man sich keine Sorgen machen. Man muss einfach nur dünn genug werden: "So wenig Fett wie möglich übrig zu lassen, das die Haut nach unten zieht, ist ebenfalls wichtig." (S. 208)
14. Und dann noch diese verblüffende Eröffnung: "Normalgewichtige scheinen häufiger eine Aufnahme von Mehrenergie mit mehr Gezappel zu kompensieren, als Übergewichtige dies tun." (S. 39) Daraus möge nun jeder die Verhaltensregel ableiten, die er für angemessen hält. Facepalm.
15. Zu guter Letzt sollte man gefälligst immer schön am abschreckenden Kopfkino arbeiten, damit einem jeder überflüssige Bissen auch ganz bestimmt im Halse stecken bleibt: "Ich sah mir bewusst OP-Fotos und Videos adipöser Menschen an und das Fettgewebe im Bauchraum. Ich sah mir Fettlebern und verfettete Herzen an, und für eine kurze Zeit empfand ich Ekel bei dem Gedanken an das gelbe, aufgeblähte Gewebe, das da in mir war." (S.331)
Das Bemerkenswerte an dem Buch der Frau Hermann ist also nicht das darin dargelegte Rezept zur Gewichtsabnahme, garniert mit den gängigen Todesdrohungen und Ermahnungen, sondern vielmehr die Tatsache, dass die dicke Frau Hermann offenbar ihre prägenden Jahre auf einem völlig anderen Planeten verbracht hat, als der Rest von uns. Sie lebte auf dem Planeten der „Fettlogiken“, auf dem offenbar ganz andere Vorstellungen über die Gefährlichkeit und das generelle Schlechtsein von Dicksein herrschten, als hier. Auf ihrem Planeten war man der Ansicht, dass es möglicherweise gar nicht so schrecklich ungesund ist, einen BMI über 24 zu haben und dass es ganz und gar nicht einfach noch womöglich überhaupt sinnvoll ist, sein Gewicht durch Diäten langfristig mehr oder weniger stark zu reduzieren. Anders als alle anderen, musste Sie sich erstaunlicherweise erst mühsam und durch eigene Kraft die Überzeugung erarbeiten, dass man als Dicke dem Tode geweiht und selbst daran Schuld ist, aber diesem durch eiserne Disziplin, ersatzreligiöses Kalorienzählen und möglichst viel Sport dann doch noch von der Schippe springen kann. Und bitteschön auch ethisch dazu verpflichtet ist, dieses zu tun.
Die Frau Hermann hat mich ja mal gefragt, wie ich denn bloß darauf käme, dass sie "dickenhassed" sei.
Nun ja...
"Eine Heroin-Acceptance-Bewegung, die darauf besteht, dass zerstochene und vernarbte Arme erotischer sind als gesunde Arme, würde kaum Fuß fassen. Auf der anderen Seite wird gefeiert, dass eine Mainstream-Modelagentur ein Model mit einem morbid adipösen BMI unter Vertrag nimmt. Sie wird geschminkt, in eine Corsage gezwängt und mit Photoshop so bearbeitet, dass ihre Figur möglichst attraktiv wirkt. Die Botschaft wird dann als "body positive" dargestellt. Inwiefern unterscheidet sich dies von dem hypothetischen Versuch, das Selbstbewusstsein von Heroinabhängigen zu stärken?" (S. 323)
Bei der Frau Hermann weiß man halt immer nicht, was größer ist - ihre quasi religiös aufgeputschte Bösartigkeit, oder ihre Weltfremdheit. Denn ironischerweise dürften sich die meisten meiner Leserinnen sehr wohl noch an den Heroin Chic erinnern, der unter anderem Kate Moss zum Supermodel ihrer Zeit machte.
Allein auf Seite 90 des Buches "Fettlogik überwinden" werden drei Studien zitiert, um darzulegen, dass ein BMI über 25 zu einem signifikant erhöhten Sterberisiko führt. Das ist an sich schon immer ein wenig problematisch, weil die Bestimmung des "normalen" Sterberisikos eines im Augenblick gesunden Menschen so oder so schlicht eine kniffelige Angelegenheit ist. Aber sei es drum. Die erste Studie ist von 2010 und wurde von Amy Berrington de Gonzalez (D.Phil) vom National Cancer Institute in Maryland, USA erstellt. Das Institut ist Teil der National Institutes of Health. Hierbei handelt es sich wiederum um eine Behörde der USA, auf deren Neutralität man sich eigentlich schon verlassen können müsste. So weit so gut.
Die zweite Studie stammt aus dem Jahre 1999. Bei der federführenden Verfasserin handelt es sich um Eugenia E. Calle (PhD), die zu Lebzeiten für die American Cancer Society arbeitete. Hierbei handelt es sich um eine "unanhängige" und "non-profit" Organisation, die laut Kritikern weder das eine noch das andere ist und bereits seit Jahrzehnten immer wieder in die Kritik gerät, eher im Dienste ihrer Hauptspender (Pharma- und Chemiekonzerne) zu handeln, als im Interesse der Allgemeinheit. Und das mit erheblichen Mitteln und politischem Einfluss. Ein in diesem Zusammenhang explizit aufgeworfener Vorwurf ist auch, dass es sich dabei, einer vermeintlich zu dicken und zu trägen Bevölkerung die Schuld an ihren Krebserkrankungen selbst zuzuschieben, um Ablenkungsmanöver handelt, z.B. vom Einfluss von Pestiziden auf die Anzahl der Krebserkrankungen. Wer will, kann ausgerechnet dazu eine weitere Studie lesen.
Die dritte Studie auf Seite 90 wurde 1995 von JoAnn Manson erstellt, ihres Zeichens Professorin an der Harvard T.H. Chan School of Public Health. 1995 beriet die Frau Manson übrigens auch ganz zufällig gleich zwei private Pharmaunternehmen (Interneuron Pharmaceutical und Servier) im Hinblick auf die Überprüfung von Dexflenfluramin in den USA durch die Food and Drug Administration. Bei Dexflenfluramin handelte es sich, wen mag es noch groß wundern, um einen Appetitzügler, der übrigens 1997 aufgrund seiner horrenden Nebenwirkungen wieder vom Markt genommen wurde. Dieser Interessenkonflikt und mangelnde Transparenz brachten die Frau Manson bereits 1996 in Schwierigkeiten - und zwar mit den Herausgebern des New England Journal of Medicine.
Nun müssen Dissertationen in Deutschland ja veröffentlicht werden und zumindest die Deutsche Nationalbibliothek muss sie im Verzeichnis führen. Aber ich konnte sie nicht finden. Also wandte ich mich an den Ullstein Verlag, um den Titel vielleicht so zu erfahren. Die zuständige Lektorin leitete meine Anfrage kurzerhand an die Autorin selbst weiter, die mir anbot, "entsprechende Belege dem Verlag zur Verfügung (zu) stellen, der sie dann prüft und (...) anonymisiert (...) weiterleitet". Der Name Hermann sei der Name ihres Mannes, den sie aber noch nicht offiziell angenommen habe. Außerdem sei sie bedroht und gestalkt worden und könne somit ihre Daten nicht preisgeben. Darüber hinaus sei der Inhalt der Arbeit auch nicht für mich von Interesse, da er "mit dem Thema Übergewicht nichts zu tun" habe. Laber Rhabarber.
Es gäbe hier vermutlich noch viel zu sagen. Aber ich habe echt keine Lust mehr. Und jetzt kann das bizarr stümperhafte, toxische Teil, nachdem es monatelang hier rumgelegen hat, auch endlich ins Altpapier.
Ich bitte euch: Wenn ihr unbedingt eine Diät machen wollt, esst Kohlsuppe. Aber bezahlt niemandem auch noch Geld dafür, beschimpft, bedroht, gemaßregelt und verunglimpft zu werden.
NACHTRAG: Wer noch ein wenig mehr Hintergrundinformation möchte, kann sie auf diesem Blog hier, hier und hier finden.
Samstag, 30. Januar 2016
Dicke Frauen erfahren (noch viel) mehr Stigmatisierung als gedacht
Anders als vorangegangene Studien mit ähnlicher Zielsetzung wurden dicke Frauen diesmal nicht nur über ihre Erfahrungen in der Vergangenheit befragt, sondern gebeten, ein Tagebuch darüber zu führen, wie oft sie sich im Verlauf von einer Woche wegen ihres Gewichtes stigmatisiert fühlten. Die Stigmatisierung von Dicken kann im Alltag viele Formen annehmen: Persönliche Beleidigung und Herabsetzung, physische Barrieren (ich berichtete), schlechtere Chancen bei der Jobsuche, etc. Der Einfluss der zumeist negativen Darstellung von Dicken in den Medien und das tägliche Bombardement mit dünnen Schönheitsstandards wurden in der vorliegenden Studie mithin gar nicht erst berücksichtigt.
Die 50 Teilnehmerinnen der Studie waren im Schnitt 38 Jahre alt und hatten einen BMI von 42,5. 40% von ihnen hatten Ehemänner, ein Drittel hatte eine akademische Ausbildung und 90% waren weiß. Sie erhielten eine umfangreiche Liste mit stigmatisierenden Beispielsituationen und sollten jeden Abend notieren, welche davon ihnen am Tag persönlich widerfahren waren.
Das Ergebnis war sehr viel gravierender, als das wissenschaftliche Team im Hinblick auf die Resultate vorheriger Studien erwartet hätte: In der einen Woche registrierten die dicken Frauen 1077 stigmatisierende Vorfälle. Damit hatte jede Frau im Durchschnitt pro Tag drei Begebenheiten notiert. 84% von ihnen hatten sich mit einer zu engen Welt, also physischen Barrieren wie z.B. Stühlen in Restaurants herumgeschlagen, 74% hatten sich dumme Bemerkungen oder Beleidigungen gefallen lassen müssen (in der Mehrzahl von Bekannten und Familienmitgliedern), 72% waren unangenehm angestarrt worden, aber dafür gaben "nur" 12% an, wegen ihres Dickseins körperlich attackiert worden zu sein (!?!WTF!?!). Je höher der BMI einer Frau, desto gefährdeter war sie, Stigmatisierung zu erleben. Das galt auch für Frauen mit höherem Alter oder mit einer weniger qualifizierten Ausbildung.
Was die AutorInnen der Studie weiterhin untersuchten und herausfanden, bestätigt das, was schon länger als wissenschaftlich gesichert gilt. Der Stress der ständigen Stigmatisierung und Herabsetzung macht Dicke nicht nur nicht dünner, er macht sie kränker. Nicht nur körperlich sondern vor allem und, wenig überraschend, auch psychisch.
Tatsächlich ist eine Schlussfolgerung der Studie, dass Fat-Shaming in all seinen Formen bei den Betroffenen zu einem erhöhten Risiko führt, an Depressionen und Essstörungen zu erkranken. Auch führt Stigmatisierung mitunter dazu, dass Betroffene ihren verhassten Körper in der Tat vernachlässigen und z.B. bei echten Erkrankungen nicht mehr zum Arzt gehen. Darüber hinaus senkt Fat-Shaming deutlich die Freude an/den Mut zu sportlicher Betätigung, und die ist, anders als Abnehmen, vermutlich schon von gesundheitlichem Nutzen.
Stigmatisiert? Ich?
Ich habe ja immer wieder mal gesagt, dass ich mit offener Feindseligkeit was mein Dicksein angeht, eher wenig Erfahrung habe. Das soll nicht heißen, dass ich gar keine Erlebnisse gehabt hätte und diese mir auch heute noch nachhängen. Aber Menschen haben mich nur sehr selten auf freier Wildbahn beleidigt, und wenn sie starren, ist es mir ehrlich nicht bewusst. Wobei ich eigentlich glaube, dass ich es wahrnehmen würde, wenn es so wäre.
Die Hauptaggressoren waren bei mir, wie bei den dicken Frauen der Studie, meine Familie. Meine Eltern, um genau zu sein. Die Liste der täglichen Verletzungen die ich im Verlauf meiner Kindheit und bis ins hohe Erwachsenenalter (meine Mutter starb, als ich 38 war) ausgehalten habe, würde gefühlt einmal um den Erdball reichen.
Heutzutage sind es eher (mehr oder weniger) unbedachte Äußerungen von anderen über ihre Körper, die sie zu dick finden, oder über die Schwierigkeit im Allgemeinen, nicht "zu dick" zu werden, die mir regelmäßig begegnen. Manchmal frage ich mich, ob ich bei solchen Gesprächen gar nicht oder nur nicht als dick gesehen/wahrgenommen werde. Vermutlich hat sich das abfällige Geplapper über den Kampf gegen das Fett so in unsere DNA gefressen, dass es den Mund überall und in jeder Gesellschaft so unreflektiert verlässt wie Spucketröpfchen. In jedem anderen Fall würde es uns wahrscheinlich auffallen, dass wir das Gegenüber gerade so richtig fies überrollen. Wer würde einer Frau im roten Kleid auf einer Party gegenüber stehen und völlig arglos einen langen Vortrag darüber halten, was für eine schreckliche Farbe Rot ist?
Und natürlich ist der sicherste Weg, regelmäßig die aufschlussreiche Erfahrung anonymen Fat-Shamings zu machen, ein Blog für Fettakzeptanz zu betreiben. Oder sich bei einem Online-Dating-Portal anzumelden.
NH
* Erstveröffentlichung war bereits 2014.
**Jason Seacat et. al.
Samstag, 31. Oktober 2015
Was bedeutet Fettakzeptanz für euch?
Und das hier soll eigentlich auch keine werden. Zumindest habe ich im Augenblick nicht den Plan, eigens eine Website anzulegen. oder so etwas in der Art. Aber interessieren würde es mich als fettaktivistische Bloggerin natürlich sehr, wie relevant das Thema, mit dem wir uns hier am Strand mittlerweile seit ein paar Jahren schwerpunktmäßig beschäftigen, für euch ist.
Darum würde ich mich sehr über Feedback / Kommentare freuen: Ist Fettakzeptanz für euch wichtig und warum (oder eben nicht)?
NH
Sonntag, 14. September 2014
Donnerstag, 15. Mai 2014
Missy Magazine
NH
Donnerstag, 3. April 2014
Idiotenfund
"Mein Name ist Thomas Grau. Ich bin Idiotenjäger und stets auf dem Weg zum nächsten Idiotenfund."*
Niemand, der halbwegs bei Vernunft ist, würde einem Menschen mit dunkler Hautfarbe nahelegen, sich diese bleichen zu lassen, um "normal" und damit nicht mehr das Opfer von Diskriminierung zu werden. Obwohl das natürlich sehr wohl geht. Und im Klima eines globalen Schönheitsrassismus, der untrennbar mit der Vorherschaft westlicher Schönheitsideale verknüpft ist, natürlich auch überall geschieht. Um prominente Beispiele zu finden, muss man nicht lange suchen: Auch Beyoncé und Rihanna waren scheinbar nicht immer ganz so blass wie heutzutage. Zudem werden weltweit tausendfach Nasen schmaler operiert, Lippen verkleinert und Schlupflider verändert, damit die Gesichtszüge westlich-kaukasischen Vorbildern gleichen.
Auch würde man wohl kaum jemandem, der von rassistischer Diskriminierung betroffen ist, dazu raten, sich einfach nicht um die feindliche Welt da draußen zu kümmern, und sich stattdessen schlicht selbst zu lieben, weil es dann offenbar egal ist, ob man täglich die öffentliche, mediale Verächtlichmachung und Stigmatisierung der eigenen Person aushalten muss, geringere berufliche Aufstiegschancen hat, etc. Möglicherweise hilft ein dickes Fell, die individuelle Situation besser zu meistern - eine Lösung des Problems an sich ist sie keinesfalls.
JA, ABER FETT...
...ist etwas ganz anderes als Hautfarbe/Geschlecht/Behinderung/sexuelle Orientierung, oder? Am Fettsein ist man ja selber SCHULD. Das ist kein Schicksal, das ist das weithin sichtbare Ergebnis einer FALSCHEN Lebensführung. Wären Dicke nicht so faul, dumm, trotzig, deviant, etc., würden sie sich anpassen. Und abnehmen. Oder sie hätten es gar nicht erst so weit kommen bzw. sich so gehen lassen. Und müssten dann auch nicht rummaulen, dass sie Benachteiligung erfahren.
Sizeism, die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Körpermasse, gilt als die letzte gesellschaftlich noch immer hinreichend und weitgehend akzeptable Art der Selbsterhöhung auf Kosten anderer. Dicken gegenüber darf man sich noch immer klar überlegen fühlen und dieses auch unmissverständlich zum Ausdruck bringen. Es handelt sich einerseits um ästhetische, aber natürlich vor allem um moralische Überlegenheit. Eben aus den oben dargelegten, wenn auch reichlich schattigen Gründen. Wer sich selbst durch sein "Fehlverhalten" über die Grenzen des "Normalen" und "Richtigen" katapultiert, lädt Schuld auf sich. Schädigt gar das Gemeinwesen. Und gehört ermahnt. Am besten pausenlos. Das bringt dann auch das eigene Selbstwertgefühl so richtig ordentlich voran.
Natürlich sind die Gründe für ein hohes Körpergewicht vielfältig. Natürlich sind Körper ohnehin verschieden. Natürlich kann nicht jeder schlank werden, wenn er nur diszipliniert genug ist. Natürlich ist ein besonders hohes Gewicht oftmals gerade das Resultat jahrelanger Diäten, also quasi des verbissenen Kampfes um "Normalität". Aber im Grunde ist das alles vollkommen unerheblich. Denn Dicke schulden niemandem Rechenschaft für ihr Dicksein. Was die Gesellschaft ihnen allerdings schuldet, ist das, was sie allen Menschen aufgrund ihres Menschseins schuldet - Gleichbehandlung und Respekt.
Bei Blog-Posts, in denen es um Diäten oder Sex geht, verdreifacht sich hier regelmäßig die Klickzahl. Insbesondere die Kombination der Stichworte "Vorher" und "Diät" im vorangegangenen Beitrag war in dieser Hinsicht ausgesprochen erfolgreich. Wollte ich dieses Blog zu alter Blüte puschen, müsste ich vermutlich einfach nur wieder von meinem Diät-Alltag erzählen, meine Sit-ups filmen, pfiffige, kalorienarme Snacks erfinden und Graphiken über meinen Gewichtsverlauf erstellen.
Das alles werde ich selbstverständlich nicht tun.
Trotzdem - in einer essgestörten Gesellschaft gehen Diäten immer. Fünfundreißig Prozent aller Diätassistentinnen in Österreich sind ja schon geradewegs auf dem Weg in die Orthorexie**- wäre doch gelacht, wenn das für den Rest der Weltbevölkerung nicht auch zu schaffen ist. Und kaum eine Frau, in der das Thema Ernährung nicht zumindest gedanklich die Missionarin hervorbringt (ich nehme mich hier nicht aus). Denn über RICHTIGE Ernährung wissen wir alle Bescheid. Und unser Gott ist in der Regel größer als all die anderen - insbesondere dann, wenn wir gerade mit irgendeiner hinreichend komplexen Methode ein paar Kilos losgeworden sind.
In einer essgestörten Gesellschaft herumzuerzählen, dass Diäten langfristig dick machen und statistisch sogar die Lebenszeit verkürzen, und dass Ernährungsrichtlinien mitunter schneller veraltet und für die Tonne sind, als wir den Nährwert von Magerquark nachschlagen können***, ist, als ob man sich auf einer Tagung Wiedergeborener Christen dazu aufschwingt, seine Zweifel bezüglich der Wahrscheinlichkeit einer unbefleckten Empfängnis durch ein Megaphon zu brüllen. Die Chancen auf einen Rausschmiss stehen gut. Das ändert jedoch nichts daran: Starre Ernährungsvorschriften sind Religion. Kollektive Gewichtskontrolle ist Religion. Womit wir dann auch geradewegs wieder bei dem Konzept der Schuld wären.
Denn was ist schon Religion ohne Schuld? Was von Dicken gefordert wird, ist selbstverständlich keine Anpassung an eine statistische "Normalität". Die Realität in Deutschland ist, dass die meisten von uns (mehr als die Hälfte) schon längst als "übergewichtig" verbucht werden. Die "Normalität", die durch Missachtung, Anfeindung und Respektlosigkeit erzwungen werden soll, ist ein kulturelles, ideologisches Ideal****. Es ist, um genau zu sein, Fiktion. So wie die unbefleckte Empfängnis halt. Und dient zur moralischen Selbsterhöhung. So wie Scripted Reality im Nachmittagsfernsehen.
Körperfett hat nichts, aber auch nichts mit Moral zu tun.
Soviel dazu.
NH
*Google Werbespot. Herr Grau jagt eigentlich "Meteoriten", aber jeder versteht nur "Idioten".
**Orthorexie ist der krankhafte Zwang, sich "gesund" zu ernähren, wobei die selbstgesteckten Regeln immer strenger werden. Ich beziehe mich hier auf eine Studie von Wissenschaftlern der der Universität Innsbruck und der Medizinischen Universität Wien, veröffentlicht in der Ernährungs-Umschau 52 (2005) Heft 11 S. 436-439
***z.B. Rajiv Chowdhury (Cambridge University) et. al. - Studie zum Einfluss von tierischen Fetten auf die Herzgesundheit (vor wenigen Tagen veröffentlicht)
****Joyce L. Huff "Access to the Sky" in The Fat Studies Reader (New York University Press, 2009)
Montag, 16. September 2013
Zimmer 8309 - revisited
Fatshion ist ein großartiges Konzept. Und ein riesiger Anspruch an ihre Akteurinnen. Dicke Körper im Alltag durch Kleidung noch auffälliger zu machen und sich als dicke Person so bewusst herzuzeigen, um die Sehgewohnheiten und Beurteilungsmechanismen einer in weiten Teilen fettphobischen Umwelt herauszufordern, ist logisch, bestimmt wirksam und kann hochkreativer Aktivismus sein. Shapewear hingegen wäre feige. Aber das bin ich auch. Feige und unsicher. Und meine VBO (Visible Belly Outline) ist noch immer nicht wirklich meine Freundin. Genauso wenig wie meine nackten Knie. Bei beiden bin ich immer wieder erstaunt und tatsächlich ein wenig verstört, wenn ich sie wirklich genau betrachte und mir dann vorstelle, mit ihnen als körperpolitische Eine-Frau-Demonstration auf die Straße zu marschieren - und wie sie dabei munter vorneweg laufen, ohne zumindest brav in Form gepresst worden zu sein. Es hilft nichts - ich muss es mir eingestehen: gefühlsmäßig bin ich beim Gang zur Arbeit noch immer eine Baucheinzieherin.
Dabei ist der sich abzeichnende Bauch ein Symbol der Fettakzeptanzbewegung, auf dessen Bedeutung ich abermals durch das Blog der fabelhaften Rachele* aufmerksam gemacht wurde. In ihrer Schilderung, wie sie lernte, ihre VBO schön zu finden, beschreibt sie eine ähnliche Reihenfolge - auch sie hat zuerst mit ihrem nackten Bauch Frieden geschlossen. Sie berichtet außerdem, dass es für ihre spezifische Bauchform mittlerweile einen eigentlich herabsetzenden Begriff gibt, den sie aber für sich erobert und angenommen hat: gunt. Ihr Bauch (gut) hängt ein wenig, so dass er ihre Vagina (cunt) verdeckt. Das tut mein Bauch nicht, aber ich habe einen ziemlich fleischigen Venushügel (pussy pouch), der hervorsteht und sich in engen Kleidern natürlich abzeichnet. Ich sage "natürlich", als hätte ich mit meinem Pussy Pouch gerechnet. Als hätte ich ihn in mein neues Bekleidungskonzept fest eingeplant. Hatte ich aber nicht. Ich wusste, dass er da ist. Ich hatte nur nicht verinnerlicht, dass er immer da ist. Es ist eine Sache, der Welt endlich wieder seinen Busen entgegenzustrecken - mit dem Unterleib, egal wie gern man ihn auch hat, bedarf das Ganze scheinbar doch noch ein wenig mehr Überlegung.
Zurück zum Bauch: Meiner ist dick (klar!) und dazu weiß, gestreift, weich, ein wenig klumpig und birnenförmig. Er besteht aus einer einzigen kugeligen Masse - will sagen, er hat keine Ringe. Dafür hat er eine Art Saum, der wie ein breites Lächeln von der einen Hüfte zur anderen verläuft und mündet in eine leichte Fettschürze, die auf meinem Pussy Pouch aufliegt, wenn ich mich bücke oder sitze. Mein Bauchnabel befindet sich in der Mitte, aber seine Mundwinkel zeigen nach unten, wenn ich stehe. Ich mag meinen Bauch. Wirklich. Unter Stoff jedoch sieht man nur noch so etwas wie wogende Unregelmäßigkeit. Der Bauch verliert sozusagen an Persönlichkeit und Profil, wenn er in (enganliegende) Kleidung verpackt wird. Was für ein Dilemma... ; )
Aber ich werde es vermutlich lösen. Irgendwie. Und plane nunmehr eine Reihe von guten, alten OOTDs (Outfit of the Day), die ja das Kerngeschäft fast jedes Modeblogs sind, sich aber in diesem Falle auch als Übung in Selbstbehauptung und Selbstakzeptanz eignen dürften. Von Disziplin ganz zu schweigen.
Der Versuchsaufbau ist wie folgt: Die Kleidung darf nicht verhüllen, sondern muss hervorheben. Röcke sind besser als Hosen (weil ich seit Jahren keine Röcke getragen habe, der Beine wegen). Farben sind besser als Schwarz. Genau genommen wären allerdings Outfits am besten, die auch an einer schlanken Person auffallen würden - nicht unbedingt durch Geschmacklosigkeit, aber durch Kühnheit oder Originalität...oder so. Kurz: Ich sollte mich vermutlich flugs auf die Suche nach meiner verschütteten inneren Carrie Bradshaw begeben.
Und das Ganze muss dann natürlich nach oder vor dem Foto auf die Straße befördert werden. Und damit meine ich zumindest die Straßen der Stadt Hamburg und keinen Gang bis zum Gartenzaun. Puh...wünscht mir Glück.
*Rachele scheint leider zumindest vorübergehend ihre Aktivitäten als Bloggerin eingestellt zu haben - zum Glück ist sie aber noch recht aktiv bei Tumblr.
NH
© Nicola Hinz 2013
Freitag, 19. April 2013
Bis hierher
4. Ich
hole meine Sexualität aus dem Drydock. Vielleicht erinnern sich ja noch einige
an den Tipp der Sex-TrainerinSheri Winston, für eine wirksame Wiederannäherung u.
a. die Atmung und außerdem gezielt das persönliche Repertoire an „Sex-Geräuschen“
zu trainieren. Seitdem mache ich das ja gelegentlich gern beim Autofahren. Aus
dem gleichen Grund, aus dem ich mich mittlerweile von allen Seiten und in allen
Winkeln fotografiert und gefilmt habe, um endlich mal mein Körper-Territorium
genau kennenzulernen, das ich bis vor Kurzem ja noch lieber systematisch ausgeblendet
habe, habe ich eine solche „Übungseinheit“ mal aufgenommen. Denn beim Sex hört
man sich selbst ja auch eher selten zu. So oder so – es ist eine großartige
Übung gegen Zurückhaltung. Das Ergebnis gibt es hier. Wohlgemerkt: Alles
mit beiden Händen fest am Steuer, um nicht im Graben zu landen, oder im Gegenverkehr! ; )5. Ich mache mehr Sport (und niemanden überrascht das mehr als mich selbst ; )) – vermutlich, weil er eben nicht mehr dazu dient, Gewicht zu verlieren. Das nimmt den Druck und erhöht den Spaß.
6. Ich versuche, intuitiv zu essen und werde immer besser darin, Nahrungsmittel nicht mehr zu kategorisieren und im Hinblick auf ihre Diättauglichkeit zu bewerten. Ich trenne mich nach und nach von der Programmierung, die mir fortgesetzt weismachen will, es gäbe braves und böses Essen
Seit ich das esse, was ich will wann ich es will, habe ich nicht zugenommen. Tendenziell verringert sich mein Gewicht eher langsam, denn der Körper will gar nicht andauernd hochkalorische Lebensmittel, nur weil alles "erlaubt" ist. Er will vielmehr nur das immerzu, was "verboten" ist. Man muss also sorgfältig in sich hineinören, und die Mischung wird dann vermutlich bunt. Das hier ist ein Querschnitt meiner Nahrung aus den letzten Wochen:
7. Ich networke mit anderen Dicken auf einem ähnlichen Weg, und lerne von ihnen.
8. Ich bin entschlossen, weiterzumachen. Und in diesem Sommer ziehe ich das gelbe Kleid an, UND gehe damit auf die Straße... ; )
NH
























