Posts mit dem Label Körperpolitik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Körperpolitik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 31. März 2022

Zwischenmeldung

Heute, in diesen Zeiten, fand ich das hier in meinem Postfach:

Hallo Nicola,

ich bin heute über deinen Blog gestolpert. Als ich deine Fimo-Vagina sah 
war ich allerdings etwas enttäuscht, denn es ist eine VULVA. Die Vagina ist 
nur der Kanal an sich, das Äußere, das du  hier mit Fimo abgebildet hast 
ist allerdings die Vulva. Speziell in Sachen Körperakzeptanz unter Frauen 
finde ich es sehr wichtig, dass in diesem Zusammenhang die korrekten Worte 
verwendet werden. Darum mein Hinweis und der Wunsch von mir ob du dein Werk 
vielleicht lieber anatomisch korrekt als Fimo-Vulva bezeichnen magst.

Ich weiß nun nicht, wie ich darauf reagieren soll. Ich meine...ich weiß natürlich, wie ich darauf reagiere. Aber ich weiß nicht, wie ich reagieren soll. Vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen und Vorschläge machen...





Cat Content:

Meine Mädchen: Tippi und Willow

Manchmal helfen bekanntlich nur Katzenbilder. Besonders schön ist das Leben hier weiterhin nicht, aber der Einzug von Willow nach Corbinians Tod war für uns alle ein Hauptgewinn. Tippi hat in ihr ihre Meisterin im Toben und Wetzen gefunden. Natürlich ist sie viel schneller als Corbi und verfügt überdies naturgemäß über viel mehr Energie. Dafür wird sie in den Pausen von Tippi bemuttert und geputzt. Und Tippi teilt ihre Hängematte. Noch geht das. Bis die Kleine der Großen über den Kopf wächst.

Außerdem: Schneckenpost zu Ostern


Das Declutter-Ziel im letzten Jahr war es, 1000 Gegenstände nachhaltig auszumisten. Das habe ich auch geschafft, aber gereicht hat es nicht. Nachdem ich im letzten Jahrzehnt ganze Lastwagenladungen aus meinem Besitz entfernt habe, fühle ich mich immer noch nicht leicht genug und verbringe noch immer viel zu viel Zeit damit, Dinge zu verwalten. Vom Jojo der Dinge ganz zu schweigen. Das Ziel für 2022 sind nun weitere 3000 Gegenstände. Momentan bin ich nicht gut im Zeitplan, denn ich bin erst bei 400. Unter diesen 400 Objekten ist ein Stapel Osterkarten. Neue Osterkarten, wohlgemerkt. Denn nachdem ich nun eisern keine Weihnachtskarten mehr gekauft habe, kam es zu einer bemerkenswerten Suchtverschiebung - und bei DM gab es in Nähe der Kasse sehr schöne Hasenkarten für 50 Cent das Stück. Das wurde mir zum Verhängnis...

Lange Rede, kurzer Sinn:

Statt Weihnachtskarten biete ich nun Osterkarten per Schneckenpost. Wenn ihr gern einen analogen Ostergruß vom Strand (Candybeach.com : )) im Briefkasten hättet, sendet mir einfach wieder eure Adresse an office(at)nicola-hinz.com oder über das Kontaktformular. Am besten bis zum 11.04.22. Wie versprochen, hebe ich eure Adressen nicht auf (es sei denn, wir haben uns nun schon öfter gegenseitig Briefe geschickt); darum sendet mir eure Adresse bitte auch dann, wenn ihr schon einmal Weihnachtspost von mir bekommen habt. Ich würde mich freuen. 

NH


Freitag, 9. Februar 2018

Ausgelesen: Fa(t)shionista von Magda Albrecht

Man könnte es so sehen: Dafür, dass sie uns beim Ullstein Verlag unlängst das antifeministsche, gegen Fettakzeptanz wetternde Werk "Fettlogik" beschert haben, schulden die uns jetzt auch etwas. Magda Albrecht ist Feministin und Fettaktivistin und ihr Buch über Fettakzeptanz ist, weil von einer deutschsprachigen Autorin, eine absolute Rarität. Es ist ein ok Buch. Für Einsteigerinnen als freundlicher Denkanstoß und lockere Einführung in die Thematik auf jeden Fall zu empfehlen. Für alle anderen, (aber wo gibt es die hierzulande ohnehin schon groß), steht vermutlich eher nicht viel Neues drin.

Es gibt einen Abriss der persönlichen dicken Biographie, Hinweise zu Diäten und Vorurteilen, was die Gesundheit von Dicken betrifft, eine ausführliche Schilderung der Entstehung des BMI, Betrachtungen über die mediale Darstellung von Dicken, die Diskriminierung im öffentlichen Leben sowie die Hindernisse im öffentlichen Raum (z.B. beim Fliegen). Magda Albrecht thematisiert Adipositaschirurgie, intuitives Essen, Schönheitsnormen und liefert eine kurze Geschichte der Fettakzeptanzbewegung. Sie beschreibt ihren Weg zu mehr Selbstliebe und dickem Selbstbewusstsein (mit Rückschlägen) und betont, dass dicke Selbstakzeptanz in einer Welt, in der Dicksein so negativ besetzt ist, ein ausgesprochen schwieriges Unterfangen ist.

Und dann sind da das Recht der Dicken auf Mode und die Rolle von Fatshion in der Bewegung, die, wie der Titel auch vermuten lässt, viel Raum einnehmen. Die Autorin deckt im Plauderton und mit Humor alles Grundlegende irgendwie ab, was zur Basisausstattung gehört (bis hin zur Venus von Willendorf und Rubens), und kann so bestimmt Aha-Erlebnisse liefern und so mancher Mut machen.

Nur mir halt nicht. 

Denn ich bin freudlos und streng, wenn es um meine Diskriminierung geht. Ich spürte schon ein leises Verzagen beim Lesen des schmissigen Untertitels ("Rund und glücklich durchs Leben"), und als ich entdeckte, dass sie der Autorin für das Coverfoto allen Ernstes einen Schokoriegel auf das Notebook gelegt hatten, schnappte ich natürlich bereits nach Luft.

Ich verstehe, dass für den Verkauf eines Produktes Kompromisse gemacht werden müssen. Aber in ähnlicher Fluffigkeit geht es zwischen den Buchdeckeln dann tatsächlich auch weitgehend weiter. Magda Albrecht schreibt in weiten Teilen ihres Buches als lustige, putzige Dicke gegen das Klischee der lustigen Dicken an. Dass sich das beißt, liegt auf der Hand. Nicht einmal bei der abschließenden Formulierung ihrer "Wünsche und Forderungen" entwickelt sie besonders viel Feuer oder auch nur durchgängig größere Genauigkeit. Sie "möchte" etwas mehr davon, etwas weniger hiervon und offenbar auch "selbstorganisierte Kleidertauschpartys, Flohmärkte und Nähklubs", sowie "Frauenzeitschriften, die Frauen in ihrer Vielfalt stärken". (S. 308)

Im Kapitel über dicken Sex wird (gefühlt) hauptsächlich gekichert und sich zugeprostet. Die tatsächliche Erörterung des Themas erschien mir mithin unangebracht zurückhaltend. Dafür ist das Kapitel darüber, wie frau ihre wahre BH-Größe ermittelt und vermutlich ein viel größeres Körbchen braucht als gedacht, eines der längsten im Buch (13,5 Seiten und damit genauso lang wie das über die Geschichte der Fettakzeptanz-Bewegung). Für die zwischendrin ausgetragenen "Outfitdramen" bin ich definitiv zu alt. Eine genauere Betrachtung der Verbindung zwischen Fettakzeptanz und Feminismus muss ich irgendwie überlesen haben.

Was ich andererseits schlicht nicht ignorieren konnte, waren die vielen - scheinbar augenzwinkernden (?) Hinweise darauf, wie schrecklich gern die Autorin isst. ("Ich war ein hungriges Mädchen...", "...ich liebe Essen!", "Ich gestehe...", "Der Löffel in der Hand und ich - wir sind ein echtes Dreamteam!", "...ausgestattet mit Snacks zur Beruhigung der Nerven...", "...ich stolz den Laufsteg des Lebens begehe, und sei es nur zur nächsten Bäckerei...", "Da lohnt es sich (...) ihn (Anmerkung: den Körper) ab und zu zum Eis einzuladen. Mit Streuseln. Und Sahne.") Mit der zuletzt aufgeführten Bemerkung endet übrigens auch das Buch. Sich im Dienste der Fettakzeptanz als fröhliche Dicke zu präsentieren, die außerdem angeblich immerzu unbekümmert Nahrung zu sich nimmt, führt zwangsläufig auf dünnes Eis. Das Bild der fortwährend essenden Dicken hat sogar eine zweischneidige Klinge - entweder bedient sie das Klischee der übermäßig lustvoll-instinktiven, (oftmals leicht unzivilisierten) Lebensfreude oder das von dicker Disziplinlosigkeit und Unwissenheit. Beides ist nicht wirklich schön. Denn wie vielen Märchen über Dicke möchte man als Fettaktivistin denn noch auf einen Schlag Gültigkeit zuschustern?

Und dann ist da diese merkwürdige und gehäufte Verwendung von im Grunde milde herabsetzenden bzw. tadelnden Beschreibungen von dicken Körpern sowie dem Vorgang des Essens selbst.  ("wegmampfen", "schob mir den Riegel komplett in die Backen", "meine (...) Spitzendisziplin Löffelstemmen", "Schwabbel", "Speckrollen", "Schwergewichte", "speckig", "Dickerchen", "wegschmatzen", "Schleckermaul", "stattliche 90 Kilo", "...das fette Schlemmen..., "...der Schrecken jedes Kuchentischs...", "Moppeln", "Moppelchen", "ausladend", "Wampe", "spachteln", etc.) War das nun auch augenzwinkernd gedacht? Und wenn ja, warum all das überhaupt? Ist das nicht genau das, was "gute Dicke" tun? Hat sich all das nur unbewusst eingeschlichen? Oder sollen all diese Begriffe quasi im Laufen spontan positiv umdefiniert werden? Das wird dann aber ganz schön anstrengend.

Auch hier bleibt...na sagen wir mal...ein wenig erschrockene Verwunderung.


NH





Sonntag, 2. Juli 2017

VIELEN DANK, IHR LIEBEN!


Ich wollte mich im Vorfeld wenigstens auf diesem Wege schnell bedanken - für all die freundlichen Kommentare, Mails, Likes und Retweets die ich hier, bei Faceebook, Twitter, Instagram und persönlich von euch in Verbindung mit meinem kleinen Fernsehauftritt bei Frau tv am letzten Donnerstag erhalten habe. Es ist meine Hoffnung, dass ich irgendwann auf möglichst viele davon noch einzeln antworten kann, aber ich wollte erst einmal sicher gehen, dass ihr alle wisst, wie sehr ich eure Anerkennung, Freundlichkeit und persönlichen Anmerkungen und Schilderungen zu schätzen weiß und mich darüber wirklich ganz besonders freue! 

Worüber ich natürlich auch ziemlich erfreut bin, ist die Tatsache, dass sich die Zahl meiner LeserInnen in der letzten Woche zum Teil verdoppelt hat. Angesichts so vieler Neuankömmlinge dachte ich mir, jetzt sei auf jeden Fall der beste Zeitpunkt, selbst noch einmal eine Zeitreise in der Geschichte des Blogs zu machen und die Blogposts herauszusuchen, die die Entwicklung vom ursprünglichen Diät-Tagebuch zum Blog für Fettakzeptanz am besten nachzeichnen. Meine Güte...es war aber auch ein langer Weg. : ) Danke für all die Wegbegleitung durch die Jahre hindurch - und herzlich willkommen an alle, die in diesen Tagen neu dazu stoßen. 

Erste Zweifel:
Das Ende der Diäten:
Der Körper in Farbe:
Über Frauenmagazine:
Studien und Politik:
Buchrezension:
Mutprobe Schwimmbad 1:
Mutprobe Schwimmbad 2:
Das gelbe Kleid (Fatshion):
Dehnungsstreifen:
Das gelbe Kleid:
Psyche:
Sexualität:
Fuck diets:
Mein Busen und ich:
Sexualität:
Feminismus und Frustration:
Zwischenbilanz bei der Selbstakzeptanz:
Erfahrungsberich Ü100-Party:
Vergangenes Schönheitsideal:
Abermals im Schwimmbad:
Selbstportraits für Selbstakzeptanz:
Kunsttherapie:
Der Körper in Farbe:
Psyche: 
Psyche:
Literatur:
Aktivismusermüdung:
Aktivismus: 
Aktivismus:
Presse:
Über Frauenmagazine:
Der Körper in Farbe:
Buchrezension:
Über Frauenmagazine:
Skinny-shaming:
10 Jahre Candybeach:
Müssen Dicke einen dicken Partner wollen?
"Heim und Welt" und die Körper von Frauen:
Das gelbe Kleid:
Über Frauenzeitschriften:
Erste Schritte zur Selbstakzeptanz:
Dicksein gegen Schwangerschaft:
Über Frauenmagazine:
Kindheit und Diäten:
Buchrezension:
Buchrezension:
OOTD : ):
Diäten und Dicke im Fernsehen:
Buchrezension:
Buchrezension:
Anti-Fettakzeptanz:
Maskulisten und Anti-Fettakzeptanz:
Der Körper in Farbe:
Das Leben als dicke Frau:
Studie über Stigmatisierung Dicker:
Über verlogene Körperakzeptanz:
Walking Vlog Nr. 1 - Fettakzeptanz:
Buchrezension:
Über Frauenmagazine:
Buchrezension:
Anti-Feministen und Anti-Fettakzeptanz:
http://candybeach-editorial.blogspot.de/2017/05/nachgetragen.html

NH

Samstag, 31. Oktober 2015

Was bedeutet Fettakzeptanz für euch?

In Anlehnung an die Internetaktionen Who needs feminism? (I need feminism, because...) / Wer braucht Feminismus? machten sich vor ca. zwei Jahren US-amerikanische Bloggerinnen daran, entsprechende Aussagen zu I need fat acceptance zu sammeln. Wenn ich recht gegoogelt habe, gab es eine solche Umfrage bzw. Aktion auf Deutsch nicht.

Und das hier soll eigentlich auch keine werden. Zumindest habe ich im Augenblick nicht den Plan, eigens eine Website anzulegen. oder so etwas in der Art. Aber interessieren würde es mich als fettaktivistische Bloggerin natürlich sehr, wie relevant das Thema, mit dem wir uns hier am Strand mittlerweile seit ein paar Jahren schwerpunktmäßig beschäftigen, für euch ist.

Darum würde ich mich sehr über Feedback / Kommentare freuen: Ist Fettakzeptanz für euch wichtig und warum (oder eben nicht)?

NH