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Samstag, 30. Januar 2016

Dicke Frauen erfahren (noch viel) mehr Stigmatisierung als gedacht

In der Februar-Ausgabe des Journal of Health Psychology wird eine Studie veröffentlicht*, die von WissenschaftlerInnen** der Western New England University und der University of Connecticut durchgeführt wurde um festzustellen, wie viel Stigmatisierung dicke Frauen aufgrund ihres Dickseins im Alltag regelmäßig erleben.

Anders als vorangegangene Studien mit ähnlicher Zielsetzung wurden dicke Frauen diesmal nicht nur über ihre Erfahrungen in der Vergangenheit befragt, sondern gebeten, ein Tagebuch darüber zu führen, wie oft sie sich im Verlauf von einer Woche wegen ihres Gewichtes stigmatisiert fühlten. Die Stigmatisierung von Dicken kann im Alltag viele Formen annehmen: Persönliche Beleidigung und Herabsetzung, physische Barrieren (ich berichtete), schlechtere Chancen bei der Jobsuche, etc. Der Einfluss der zumeist negativen Darstellung von Dicken in den Medien und das tägliche Bombardement mit dünnen Schönheitsstandards wurden in der vorliegenden Studie mithin gar nicht erst berücksichtigt.

Die 50 Teilnehmerinnen der Studie waren im Schnitt 38 Jahre alt und hatten einen BMI von 42,5. 40% von ihnen hatten Ehemänner, ein Drittel hatte eine akademische Ausbildung und 90% waren weiß. Sie erhielten eine umfangreiche Liste mit stigmatisierenden Beispielsituationen und sollten jeden Abend notieren, welche davon ihnen am Tag persönlich widerfahren waren.

Das Ergebnis war sehr viel gravierender, als das wissenschaftliche Team im Hinblick auf die Resultate vorheriger Studien erwartet hätte: In der einen Woche registrierten die dicken Frauen 1077 stigmatisierende Vorfälle. Damit hatte jede Frau im Durchschnitt pro Tag drei Begebenheiten notiert. 84%  von ihnen hatten sich mit einer zu engen Welt, also physischen Barrieren wie z.B. Stühlen in Restaurants herumgeschlagen, 74% hatten sich dumme Bemerkungen oder Beleidigungen gefallen lassen müssen (in der Mehrzahl von Bekannten und Familienmitgliedern), 72% waren unangenehm angestarrt worden, aber dafür gaben "nur" 12% an, wegen ihres Dickseins körperlich attackiert worden zu sein (!?!WTF!?!). Je höher der BMI einer Frau, desto gefährdeter war sie, Stigmatisierung zu erleben. Das galt auch für Frauen mit höherem Alter oder mit einer weniger qualifizierten Ausbildung.

Was die AutorInnen der Studie weiterhin untersuchten und herausfanden, bestätigt das, was schon länger als wissenschaftlich gesichert gilt. Der Stress der ständigen Stigmatisierung und Herabsetzung macht Dicke nicht nur nicht dünner, er macht sie kränker. Nicht nur körperlich sondern vor allem und, wenig überraschend, auch psychisch.

Tatsächlich ist eine Schlussfolgerung der Studie, dass Fat-Shaming in all seinen Formen bei den Betroffenen zu einem erhöhten Risiko führt, an Depressionen und Essstörungen zu erkranken. Auch führt Stigmatisierung mitunter dazu, dass Betroffene ihren verhassten Körper in der Tat vernachlässigen und z.B. bei echten Erkrankungen nicht mehr zum Arzt gehen. Darüber hinaus senkt Fat-Shaming deutlich die Freude an/den Mut zu sportlicher Betätigung, und die ist, anders als Abnehmen, vermutlich schon von gesundheitlichem Nutzen.

Stigmatisiert? Ich?

Ich habe ja immer wieder mal gesagt, dass ich mit offener Feindseligkeit was mein Dicksein angeht, eher wenig Erfahrung habe. Das soll nicht heißen, dass ich gar keine Erlebnisse gehabt hätte und diese mir auch heute noch nachhängen. Aber Menschen haben mich nur sehr selten auf freier Wildbahn beleidigt, und wenn sie starren, ist es mir ehrlich nicht bewusst. Wobei ich eigentlich glaube, dass ich es wahrnehmen würde, wenn es so wäre.

Die Hauptaggressoren waren bei mir, wie bei den dicken Frauen der Studie, meine Familie. Meine Eltern, um genau zu sein. Die Liste der täglichen Verletzungen die ich im Verlauf meiner Kindheit und bis ins hohe Erwachsenenalter (meine Mutter starb, als ich 38 war) ausgehalten habe, würde gefühlt einmal um den Erdball reichen.

Heutzutage sind es eher (mehr oder weniger) unbedachte Äußerungen von anderen über ihre Körper, die sie zu dick finden, oder über die Schwierigkeit im Allgemeinen, nicht "zu dick" zu werden, die mir regelmäßig begegnen. Manchmal frage ich mich, ob ich bei solchen Gesprächen gar nicht oder nur nicht als dick gesehen/wahrgenommen werde. Vermutlich hat sich das abfällige Geplapper über den Kampf gegen das Fett so in unsere DNA gefressen, dass es den Mund überall und in jeder Gesellschaft so unreflektiert verlässt wie Spucketröpfchen. In jedem anderen Fall würde es uns wahrscheinlich auffallen, dass wir das Gegenüber gerade so richtig fies überrollen. Wer würde einer Frau im roten Kleid auf einer Party gegenüber stehen und völlig arglos einen langen Vortrag darüber halten, was für eine schreckliche Farbe Rot ist?

Und natürlich ist der sicherste Weg, regelmäßig die aufschlussreiche Erfahrung anonymen Fat-Shamings zu machen, ein Blog für Fettakzeptanz zu betreiben. Oder sich bei einem Online-Dating-Portal anzumelden.


NH

* Erstveröffentlichung war bereits 2014.
**Jason Seacat et. al.

Samstag, 16. Juni 2012

Volksverdickung



Was wir ja schon länger wissen, ist, dass über die Hälfte der Deutschen „zu dick“ ist, nämlich einen BMI* über 25 hat (bei Männern sind es SOGAR 67%). Jetzt hat das Robert-Koch-Institut im Rahmen seiner „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (scheinbar) ganz frisch auch noch dieses herausgefunden: Ein Viertel der Deutschen hat einen BMI über 30. Und ist damit „zu fett“ (heute.de), „fettsüchtig“ (Die Welt) oder, etwas netter gesagt, „viel zu dick“ (Der Tagesspiegel). Und alle sind wieder fürchterlich erschrocken. Dabei hat sich die Zahl derjenigen, die einen BMI über 25 haben, seit der Vorgängerstudie von 1998 gar nicht erhöht. Und die Zahl der „Schwergewichte“, die einen BMI von 30 mit sich herumschleppen, ist seit der letzten Untersuchung für Männer um 3,8% auf aktuell 23,3% und für Frauen um ganze 1,4%  auf 23,9% gestiegen. Das RKI selbst bezeichnet zumindest den Anstieg für Frauen als „nur leicht“. Ein anderes Ergebnis der Studie besagt allerdings, dass 8,1% der Studienteilnehmer von „aktuellen Symptomen einer Depression berichteten“, aber das hat es vielerorts nicht einmal in die Berichterstattung geschweige denn in die Schlagzeilen geschafft. Mit „Fettsüchtigen“ lässt sich das Sommerloch halt besser stopfen, als mit „Verrückten“.

Wir befinden uns also unaufhaltsam und geradewegs auf dem Weg in die fette Hölle. Das Verderben. DAS SAHNETORTENINFERNO!!!... Zugegeben, die Fahrt dauert vielleicht jetzt schon etwas länger als gedacht. Es ist halt wie mit dem Weltuntergang - kommt er heut‘ nicht, kommt er morgen. Aber die deutsche Dickendämmerung wirft ja nicht erst seit 1998 ihre Schatten voraus, sondern bereits seit ich ein Kind bin. Ich erinnere mich noch gut an die Spiegel-Ausgabe, die mein apfelförmiger Vater meiner dünnen Vollzeitmutter anklagend und wortlos auf den Frühstückstisch legte, bevor er sich ins Büro verdrückte und ihr die Drecksarbeit überließ. Hätte ich in der Grundschule schon gewusst, dass ich es heute in meinem Blog gern zeigen würde, hätte ich das Titelblatt natürlich aufgehoben - ja…das ist jetzt halt irgendwie blöd. Aber es zeigte natürlich genau das, was immer mal wieder gern auf Fotos drauf ist, die das Thema einer vom Übergewicht bedrohten Gesellschaft illustrieren sollen: Ein dickes Kind mit doofem Gesichtsausdruck, das etwas Essbares in sich hineinstopft. Übrigens warte ich persönlich auch schon seit den Siebzigern darauf, dass die Deutschen aussterben, und irgendwie wird es trotzdem immer schwerer, am Samstag einen Parkplatz in der Innenstadt zu kriegen. Dass der allerletzte Deutsche nicht vor 20 Jahren schon längst mit einer Currywurst in seinen aufgeschwemmten Pranken geplatzt ist, grenzt an ein Wunder.

Eine wesentliche Erfahrung des Älterwerdens ist ja glücklicherweise auch die heilsame Erkenntnis, dass man über Jahrzehnte mit immer dem gleichen Mist für dumm verkauft wird.

Aber sie scheinen die Schüsse einfach nicht zu hören. Die Medien nicht, die Politik nicht (Die Reaktion des Bundesgesundheitsministeriums auf die (alten und) aktuellen Ergebnisse dürfte so vorhersehbar sein, wie das Ende eines Rosamunde-Pilcher-Romans. Man wird uns wieder auffordern, fettarm zu essen und zu turnen was das Zeug hält, damit das Gesundheitssystem unter unserer Last nicht zusammenbricht.) und augenscheinlich ist Neutralität bei der Fett -Frage etwas, das selbst Wissenschaftlern zumeist extrem schwer fällt. Warum sonst mache ich das Thema Gewicht zum Eröffnungsknall der Präsentation einer Studie, die eigentlich gerade auf diesem Feld ergeben hat, dass es kaum etwas Neues gibt? Ein Schelm, der dabei „Hexenjagd“ denkt?

Um bei einer Größe von 1,68 m und mit einem BMI von 24,8 um Haaresbreite nicht „übergewichtig“ zu sein, dürfte ich 70 kg wiegen. Kein Kilo mehr. DAS wird in diesem Leben vermutlich nicht noch einmal passieren. Da könnten wir uns allenfalls vielleicht ein paar Monate nach meiner Beerdigung noch einmal sprechen. Die allerdings lässt vielleicht nicht mehr lang auf sich warten - dass man mit einem BMI über 25 quasi mit einem Bein im Grab steht, entspricht zwar weder der Lebenserfahrung der meisten Menschen noch neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber ist ja quasi gesellschaftlich verabredet. Studien, die das Gegenteil zeigen, egal wie seriös die Quelle (Katherine Flegal, Heather  Orpana, Abel Romero-Corral), erfreuen sich oft eher geringer medialer Aufmerksamkeit und sind entsprechend wenig nachhaltig, wenn es um öffentliches Bewusstsein geht. Warum nur? Es sind doch eigentlich gute Neuigkeiten, dass erst ein BMI über 35 sich möglichweise lebensverkürzend auswirken kann, und dass sich alle mit einem BMI zwischen 25 und 30 wirklich freuen könnten, weil sie vermutlich die besten Chancen von ALLEN haben, richtig alt zu werden. Aber die Diskussion um Gewicht und seine gesundheitlichen Konsequenzen ist keine vorrangig wissenschaftliche, sondern eine moralische. Wo kämen wir denn da hin, wenn sich all diese Moppel für ihre Maßlosigkeit nicht mehr schämen und/oder sich vor dem Tod fürchten würden?

Amerikanische Verhältnisse?

Auch so eine Bedrohung, mit der uns Medien regelmäßig bewerfen, wenn es um Körperfülle geht. Aber in der Tat müssen wir eigentlich nur mal vorsichtig über den großen Teich schielen, wenn wir wissen wollen, was uns WIRKLICH  blüht. Nirgendwo sind die Schönheitsideale rigider und nirgendwo dürfte der kollektive Leidensdruck, diesen nicht zu entsprechen, größer sein. Statistisch betrachtet ist immer rund ein Drittel der Amerikanerinnen auf Diät. 10 Millionen Amerikanerinnen leiden an Essstörungen. 80% aller Amerikanerinnen über 13 haben bereits mindestens eine Diät hinter sich. Der BMI liegt bei zwei Dritteln der Erwachsenen in den USA über 25, und 36% haben einen BMI über 30. Allerdings hat sich auch hier in den letzten zehn Jahren nicht viel geändert. Wie bei uns, breiten sich die Körper überraschenderweise NICHT aus wie Luftballons an Heliumflaschen. Sie werden aber eben auch nicht dünner. Und das, obwohl  Amerikaner Schätzungen nach pro Jahr bis zu viermal mehr Geld für Diätprodukte und -programme ausgeben, als für Bekleidung - die angegeben Zahlen liegen für die Diätindustrie in den USA  zwischen  55 und 68 Milliarden Dollar. In ganz Europa sind es bisher geschätzt „nur“ ca. 100 Milliarden Euro. Weltweit geht es für die Branche momentan um ca. 400 Milliarden Dollar jährlich, sie rechnet aber mit 670 Milliarden bis zum Jahr 2015. Und zumindest auf die Hilfe der deutschen Bundesregierung dürfte sie hierbei ganz sicher zählen können. Menschen, die sich hässlich und unzulänglich fühlen, sind Goldesel. Überall auf der Welt.

* Eine kleine Reise in die Entstehungsgeschichte dessen was wir heute noch immer auf höchst fragwürdige  Weise verwenden, um Körper zu klassifizieren, den BMI, gibt es hier.

***


Ach, und täglich grüßt das Murmeltier - weil es so schön zum Thema passt, hier für interessierte Leserinnen und Leser ein Beitrag, der bereits am 21. Dezember, 2007 schon einmal auf candybeach.com (unter der Rubrik "Body Watch") veröffentlicht wurde:

Magersucht ist die psychische Erkrankung mit der höchsten Sterberate. Etwa 15 Prozent der Erkrankten sterben daran. Und noch immer sind 9 von 10 Betroffenen weiblich. Nun hat die Bundesregierung sich der Sache angenommen – mit einer Kampagne „gegen den Schlankheitswahn in der Gesellschaft“. Der schmissige Titel der Aktion ist „Leben hat Gewicht“. Verantwortlich für die Initiative zeichnen Familienministerin Ursula von der Leyen, Bildungsministerin Annette Schavan und Alice Schwarzer – und natürlich unsere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Für alle, die es bereits schon wieder verdrängt haben sollten: das ist DIE SELBE Gesundheitsministerin, die vor gar nicht langer Zeit die angeblich komplett verfettete Nation dazu bringen wollte, sich bitteschön unter einen BMI von 25 zu verschlanken. Damals hieß es, 53 Prozent der Frauen, 67 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder zwischen 3 und 17 in Deutschland seien übergewichtig. Im Mai verabschiedete das Kabinett die Eckpunkte zur Erarbeitung eines Aktionsplanes zur Bekämpfung von Bewegungsmangel und Übergewicht. Angesichts der Tatsache, dass das ganze Land dabei war, im wuchernden Körperfett zu versinken, gab es beträchtliche, jedoch nur kurz währende Aufregung in den Medien - und dann hörte man nicht mehr viel. Wer wirklich gehässig ist - und das sind wir - könnte vermuten, dass der Frau Schmidt dieses nur Recht ist, denn sie hätte vermutlich auch keine Lust, sich bei andauerndem Interesse für die Angelegenheit womöglich von übereifrigen Journalisten immer wieder selbst nach den Fortschritten bei der Bekämpfung des eigenen erhöhten BMI befragen zu lassen. Was bei der Aktion damals deutlich wurde, war, dass weder Frau Schmidt noch irgendeiner der für sie arbeitet, sich offenbar groß für so etwas für Essstörungen interessiert. Sonst hätte man sich nicht dazu verstiegen, das ganze Land auf Diät setzen zu wollen. Experten, die damals schon bemängelten, man würde durch die Art der Kampagne Essstörungen eher fördern als bekämpfen, indem man relativ normalgewichtige Bürger dazu bringen könnte, ihr normales Essverhalten zugunsten eines BMI unter 25 gegen einen restriktiven und zwanghaften Umgang mit Nahrung einzutauschen, wurden damals nicht ernst genommen. Es bleibt zu befürchten, dass auch diesmal nicht allzu viele befragt wurden, die wirklich Ahnung von der Sache haben. Wie dem auch sei - während die Bundesregierung einerseits an über 1000 Mitglieder des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden Schrittzähler verteilt hat und der Verband hofft, dass bald alle 55.000 Mitglieder dazu bewegt werden können, für die Volksgesundheit zu marschieren, wird nun andererseits beklagt, dass jeder fünfte Jugendliche zwischen 11 und 17 mittlerweile unter Bulimie oder Magersucht leidet. 56 Prozent aller 13- bis 14Jährigen wollen gern abnehmen. Das ist keine Überraschung für uns. Für die zuständigen Ministerinnen offenbar schon. Der Zentralverband der Werbewirtschaft warf der Kampagne vor, sie sei „populistisch und verlogen“. Dort hat man natürlich auch keine große Lust, auf eine Selbstverpflichtung, in Zukunft mit Models zu werben, die etwas mehr auf den Rippen haben, als der momentane Durchschnitt. Tatsache ist - man kann nicht beides haben: Eine schlanke, sportliche, fettarm ernährte Bevölkerung, in der alle so fit sind wie eine Landfrau - und gleichzeitig eine Gesellschaft, in der keiner kotzt oder hungert, um schlank und fit zu sein/zu erscheinen. Was soll denn ein Babyspeck-geplagter Teenager machen, der immerfort diesen sich widersprechenden Signalen ausgesetzt ist? Nicht essen darf man nicht. Aber essen was man will, darf man eigentlich auch nicht. Wo wir einen „Standardkörper“ platzieren, ob er nun schlank (Bundesregierung) oder dünner (Werbung, Mode) ist, ist im Prinzip egal. Es ist die unterschwellige (Werbung, Mode) oder auch ganz klare Vorschrift (Bundesregierung), wie man zu sein hat, die dazu führt, dass in Köpfen und Seelen etwas so richtig schief laufen kann. Als Gesellschaft hat man nur eine Chance gegen Essstörungen, wenn man zunächst einmal damit beginnt, mit allen menschlichen Formen und Körpern freundlich umzugehen, und für Toleranz, Entspannung und Selbstbewusstsein zu werben, statt für die Optimierung von Diagnoseverfahren. Aber wer soll das anstoßen? Die eher unbeteiligte Frau Schmidt womöglich? Nein, das kann man nicht einmal Alice Schwarzer überlassen. Das müssten wir schon selbst in die Hand nehmen.
NH