Sonntag, 14. Februar 2016

Ausgelesen: "Die Fettlöserin" von Nicole Jäger, Rowohlt, 2016

Are you just making this shit up as you go along?*


Nicole Jäger ist eine berühmte dicke Frau. Das verdankt sie maßgeblich der Tatsache, dass sie eine gute Dicke ist. Sie übernimmt nämlich höchstselbst die "Verantwortung für ihr Leben", und tritt in ihrer Eigenschaft als "Fettlöserin" sich selbst und ihren Leserinnen pausenlos in den Hintern, damit sie alle zusammen endlich abnehmen.

Bereits an diesem Punkt wird es ausgesprochen ärgerlich und man fragt sich alle paar Seiten, was um alles in der Welt sich nicht die Autorin, sondern die Lektorin am Ende bloß dabei gedacht hat, so eine Arbeit abzuliefern: Arschhochkriegen, Tod durch Arsch-nicht-Hochgekriegt, weil man seinen Arsch nicht hochbekommt, in den Hintern treten, den Hintern aufreißen, wenn man seinen hübschen Hintern hochbekommt, Arsch hoch, Baby!, meinen schweren Hintern zu bewegen, bekomm deinen schönen Arsch hoch, beweg deinen Hintern, ich ihm notfalls in den Hintern trete, deinen hübschen Hintern vom Sofa schwingst...

Andere Wiederholungen, die es am Ende fast unerträglich machen, sich durch die 286 Seiten, von denen meiner Auffassung nach mindestens die Hälfte hätte gestrichen werden müssen, zu wursteln, sind diese: eklig, scheiße, Selbstbetrug, seien wir doch mal ehrlich, Arschloch, faule Sau, Bullshit. Und das sind nur die, die ich angestrichen habe, weil sie den Ton des Buches maßgeblich prägen. Die Autorin versucht, sich zwischen rotzigem Pausenclown, Diva und Marine Corps General zu positionieren. Dabei macht sie sich als gute Dicke selbst runter, aber auch ihr Publikum gleich mit. Nebenbei jammert sie sehr wohl, während sie sich quasi im selben Atemzug jegliche Jämmerlichkeit verbeten hat.

Und dann auch noch das:

 Nothing tastes as good as skinny feels. (Kate Moss)
(...) nichts auf der Welt schmeckt so gut, wie Lebensqualität sich anfühlt, (...). (Nicole Jäger)

Selbst das abgewandelte und gern auf Pro-Ana-Seiten verwendete Kate-Moss-Zitat kommt gleich zweimal in der "Fettlöserin" vor - auf Seite 176 und 265. Dadurch, dass man etwas pausenlos wiederholt, wird es aber nicht automatisch richtiger. Oder gar wahr. Oder überhaupt sinnvoll.

Die eigentlichen Alleinstellungsmerkmale, die Nicole Jäger im Diätgeschäft zur selbsternannten "faulen Sau" machen, die dieser Tage durch die Medien getrieben wird, sind natürlich zwei Dinge: Sie hat, so die Legende, mal 340 kg gewogen und sich auf die Hälfte runtergehungert. Sie hat sodann, wie so viele Großabnehmerinnen, ihre Diät zur Karriere gemacht und ist nun ein "fetter Abnehmcoach" mit schicker Praxis in Eppendorf und eigenem Bühnenprogramm ("Ich darf das, ich bin selber dick"). Das ist eine echt gute Geschichte, auf die unsere diätbesessene Öffentlichkeit nur gewartet hat. Und während wir von Abnahmerfolgen bis 100 kg mittlerweile schon so oft gehört haben, dass es eigentlich nicht mehr so richtig kribbelt, sind 170, respektive 340 kg doch noch ziemlich hohe Hausnummern, mit denen sich Schlagzeilen machen lassen.

Nicole Jäger ist übrigens strikt dagegen, dass Dicke eine Diät machen, um abzunehmen. Hat aber natürlich ein Diät-Buch geschrieben. Das absurde Phänomen, dass Diäten out sind, Abnehmen aber weiter in, führt ja auch vermehrt in Frauenmagazinen zu den absonderlichsten Gedankenverrenkungen und Definitionen dessen, was denn nun eine Diät eigentlich ist. Wenn es schön aussieht, ist es keine Diät. Wenn es noch halbwegs "gesund" ist, ist es keine Diät. Wenn man davon nicht stirbt, ist es keine Diät...Wenn man dabei hin und wieder Nudeln und Schokolade essen darf, ist es keine Diät. Wenn man lieber mehr Sport treibt, statt Kalorien einzusparen, ist es keine Diät.

In der Welt der "Fettlöserin" verläuft die Grenze zur Diät nicht da, wo Nahrung zum Zwecke des Abnehmens grundsätzlich reduziert wird, denn dann könnte sie ihre Ablehnung gegen Diäten nicht mehr rechtfertigen, sondern dort, wo die verabreichte Kalorienzahl unter den Anforderungen des Grundumsatzes eines Individuums liegt. Und das kann in der Tat verdammt niedrig werden. Nur dann macht man aber in ihren Augen eine Diät. Und nur dann gibt es hinterher einen Jojo-Effekt. Sagt sie. Aber das stimmt natürlich beides nicht. Der Körper wird selbstverständlich auch Defizite bei der Deckung des Gesamtumsatzes ausgleichen (darum nimmt er ja auch dabei ab) und wird versuchen, Verluste so gering wie möglich zu halten, bzw. wird sich bei mehr Zufuhr entsprechend für kommende Engpässe rüsten. Diät bleibt Diät. Egal, wie wir es nennen und was unsere Präferenzen sind. Und es ist halt nun einmal die Tragik des biestigen Paradoxons, mit der die meisten von uns eine lange Zeit unseres Lebens konfrontiert gewesen sind, dass das, was durch Diäten ensteht (ein sehr hohes Gewicht), sich nur durch eine Diät wieder rückgängig machen lässt.

Die Autorin beharrt darauf, dass der, der abnehmen will, "essen muss" (S.151) und hat obendrein ganz entschieden etwas gegen Low Carb und Formula-Diäten. Letzteren gibt sie die Schuld an eben jenem Jojo-Erlebnis, das sie angeblich vor ca. drei Jahren provozierte, als sie aus purer Dummheit und Verzweiflung in einer zweimonatigen Phase des Stillstandes auf der Waage zu eben jenen griff, und ihr Gewicht damit "binnen kürzester Zeit" von 180 auf 150 kg reduzierte (S. 201).

Weil ihr Stoffwechsel damit total aus der Spur geriet, nahm sie die dreißig Kilo (und mehr) wieder zu. Und wog zu ihrer Hochzeit im Jahr danach "deutlich über 200 Kilo" (S. 205). Im April 2014 twitterte Nicole Jäger allerdings ein Bild von sich, das laut ihrer Angabe von 2010 war und sie deutlich erschlankt mit 142 kg zeigte. Es liegt mir persönlich fern, hier weiter Internet-Detektivin zu spielen (das tun andere, oft nicht sehr sympathische Zeitgenossen schon genug), aber da das Buch von ihrer so außergewöhnlichen persönlichen Geschichte lebt, waren es nicht nur die Wiederholungen, sondern auch die vielen Widersprüche und Auslassungen im Buch selbst, die es so anstrengend machten zu folgen.

Irgendwann machte eine dicke aber augenscheinlich doch relativ lebensfrohe und "normale" achtzehnjährige Nicole Jäger, die zuvor als Teenager eine schwere Hüftverletzung hatte überstehen müssen, ihr Abitur und zog von zu Hause aus. Wonach sie offenkundig eines Morgens im Alter von 26 Jahren aufwachte und just 200 kg zugelegt hatte. Selbstverständlich schuldet uns die Autorin keinen Einblick in die Zeit zwischen diesen beiden Stationen oder gar eine Erklärung. Aber es ist natürlich auch die gähnende Lücke an genau dieser grundlegenden Stelle, die der Geschichte den Wind aus den Segeln und die Glaubwürdigkeit nimmt. Die Weigerung, hinzusehen, was alles wirklich passiert sein MUSS (auch der Seele), damit man am Ende 340 kg wiegt und die Wohnung nicht mehr verlassen kann, spiegelt sich dann natürlich auch in dem Versteifen darauf, dass sie eben einfach nur zu dämlich gewesen sei: "Ich hatte es versaut." So viel zur Verknüpfung von dumm/faul und dick, die sich folgerichtig durch das ganze Werk zieht.

Das Buch hätte unter anderen Umständen womöglich ein starker Selbsterfahrungsbericht werden können - das merkt man vereinzelt an gerade solchen Stellen, an denen es sich die Autorin entgegen ihrer eigenen Überzeugung erlaubt, zu "jammern" und Gefühle und Ängste im Hinblick auf ihr Dicksein beschreibt, die sie offenbar durchaus auch gelegentlich hat/hatte, wenn sie gerade mal vergisst, dagegen anzuschreien.

Statt dessen ergeht sich die Autorin in langatmigen ungefähren sowie beliebigen semi-wissenschaftlichen Darstellungen zu Ernährungsfragen, die schon lange keiner mehr stellt. Ein ganzes Kapitel darüber, warum die Ananas-Diät Quatsch ist? Echt jetzt? Und wie gut, dass das hier nun auch endlich mal einer gesagt hat: "Burger machen einen nicht fetter, als Knäckebrot es tun würde, es kommt auf die Menge an." (S.127) Jahaa, das ist sie offenbar - die gnadenlose Ehrlichkeit, die Dicke endlich aus ihrem Selbstmitleid reißt.

Nicole Jäger berichtet, dass sie sich mit ihrem Höchstgewicht von 340 kg gegen eine bariatrische Magen-OP entschieden hat, obwohl der Antrag bereits genehmigt worden war. Stattdessen beschloss sie, eine 2-Prozent-Frau zu werden, nachdem sie gehört hatte, dass nur zwei Prozent aller Menschen mit einem BMI über 45 es schaffen, ohne eben jene OP langfristig dünner zu werden. Die Herausforderung, allein auf weiter Flur das fast Unmögliche zu schaffen, weckte ihren "Kampfgeist" (S. 71). Heute lädt sie ihre Leserinnen alle dazu ein, 2-Prozent-Frauen zu werden. So wie Millionäre gern Nichtmillionären Bücher verkaufen, in denen sie erklären, wie das schier Unmögliche dann für nur 12,99 eben doch für alle möglich wird.

Wer es glaubt, wird - vermutlich - trotzdem nicht dünn.

NH


*Denkst du dir diesen ganzen Scheiß eigentlich nur aus, während du einfach immer weiter redest?

Kommentare:

  1. Du hast recht- eine komplette Aufarbeitung einer derartigen körperlichen Veränderung wäre sicherlich etwas lesenswertes. Sowohl der Weg in die eine als auch in die andere Richtung verdient einfach mehr Selbstrespekt, -reflektion und auch mehr Eigenempathie. Ich weiß noch, wie mühsam es war, mir das Selbst-Beschimpfen abzugewöhnen. Was mal als Vorwegnahme der Kritik der Außenwelt (aus dem Segel nehmen, den Wind) begonnen hatte, wurde ein ständiger Strom der Herabsetzung, des Schlechtmachens, und wirkte unfehlbar als selbsterfüllende Prophezeiung. Und das weiß Gott nicht nur in Bezug auf mein Gewicht. Ich hatte auch Angst davor, ins Jammern zu verfallen, und mag das heute auch noch nicht. Aber zwischen Jammern und brutaler, unreflektierter und komplett sinnloser Härte gibt es eine ganz breite Auswahl an gangbaren Wegen. Und eine Bitte um Hilfe oder auch das sich-bewusst-machen des eigenen Elends ist.kein.Jammern.

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  2. Merkwürdigerweise gibt es keine Vorher- Nachherbilder von Frau Jäger. Oder konnte ich sie nur nicht finden?
    Ist das etwa nur eine werbewirksame Geschichte?

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    1. Also, wenn ich über 340 Kilo wiege, mache ich garantiert keine Bilder von mir! Ich finde es total normal, so, wie es eben ist! Wenn du das Buch liest, dann wirst es auch verstehen....

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    2. Naja, man kann natürlich Tatsachen ignorieren.......aber seit Beginn ihrer Medienpräsenz sieht sie aus, wie sie halt aussieht....sie behauptet sie nimmt ab? Sie verhöhnt damit jeden, der wirklich etwas tut!

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  3. Mmh, klingt nicht so, als würde mich das Buch interessieren.

    Ich habe mich gerade mal auf der HP besagter Dame umgesehen, da liest sich z.B. :

    "Ich bin der lebende Beweis, dass kein Mensch mit Essproblemen sich aufgeben muss. Denn wenn ich es geschafft habe, kann es jeder. Und dabei muss man nicht mal hungern. Meine Geschichte und den ganzen Rest habe ich in meinem Buch „Die Fettlöserin – Eine Anatomie des Abnehmens“ aufgeschrieben."

    Liest sowas niemand Korrektur? Die Grammatik könnte Nachhilfe brauchen. Außerdem, was hat sie denn geschafft, sie ist doch immer noch dick. Entweder ist man dick oder schlank, entweder nimmt man ab oder nicht. Wobei ich nicht mal schreiben möchte "entweder SCHAFFT man es, abzunehmen", muss ja jeder selbst wissen.

    Ich hatte zwar nie annähernd ihr aktuelles Gewicht, aber na ja, ich glaube, ich hätte - um auch mal etwas vulgär zu werden - mir wirklich den Arsch aufgerissen, dass ich von dem hohen Gewicht mal runterkomme - nicht mal, um es zu "schaffen", sondern ganz alleine der Gesundheit zuliebe; das kann nicht mehr gesund sein.

    Liebe Grüße

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  4. Ich habe zufällig unlängst ihr blog gelesen (was man halt so macht, wenn man jede Nacht um 3 Uhr morgens das Kind stillt).
    - zu den Vorher-Nachher-Bildern: auf ihrem Blog hat sie Vorher-Bilder, auf denen sie nicht ihr Spitzengewicht hatte, da sie sich da nicht mehr fotografieren ließ. Klingt für mich plausibel, ich mag mich jeztz schon nicht fotografieren lassen, mit 10 kg Übergewicht.
    - Grammatik und Sprache: ja, Fehler macht sie, ja, zum Teil hat sie recht derbe Sprüche drauf. Klingt für mich aber recht authentisch, ich kenne Leute, die so drauf sind, und in einem Blog ist mir der Stil gehoben genug. Ich weiß nicht, wie er im Buch rüberkommt, das habe ich nicht gelesen. Diese "Arsch-hochkriegen"-sprüche bezieht sie meist auf sich selbst, es ist also keine großangelegte Publikumsbeschimpfung.
    - was hat sie geschafft: sie hat, nach eigener Aussage, 1x ihr Körpergewicht halbiert. Ja, sie ist immer noch dick, aber hey, wesentlich weniger als schon gehabt. Ich glaube ihr schon, dass sie sich dafür "den Arsch aufgerissen" hat, und dass das ein langer, laaaanger mühsamer Weg war.

    Ich halte die Frau aufgrund ihrer Schilderungen und Überlegungen im Blog für recht authentisch, muss ich sagen, aber Ihre letzte Anmerkung ("2-Prozent-Frau will hunderte andere Frauen zu 2-Prozent-Frauen machen"), finde ich auch bedenkenswert.Mir fehlt bei ihr so ein bisschen das Verständnis für die, die einfach keinen Gewichtsverlust hinkriegen - warum auch immer.

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  5. @anonym: Ich glaube, sie hält sich selbst auch für sehr "authentisch".

    Ich habe vor einem halben Jahr etwa eine Sendung mit ihr gesehen, in der sie bei ihrem "Coaching" gefilmt wurde. Sie ist hübsch und kommt durch ihre direkte Art sympathisch rüber, hat halt eine gute "Fernseh"-Schnauze. Finde ich.

    Allerdings: Diskrepanz zwischen Form und Inhalt.

    Der Inhalt ist, wie Frau Hinz hier sehr präzise und klug analysiert: Oberflächlich, altbacken, diskriminierend und dadurch vor allem eins - dämlich.

    Ich hoffe, dass ihr "Coaching"-Business nicht gut läuft, ansonsten möchte ich nicht wissen, wie viele Menschen nach einer Begleitung von ihr, eine depressive Episode erleiden.

    Diagnose der Psyche: minderwertig, faul, undiszipliniert, dumm und verblendet.
    Diagnose der Physis: minderwertig, hässlich, ekelerregend, hässlich, hässlich und hässlich.

    Nur weil sie sich ständig den Arsch aufreißt, muss ich sie noch lange nicht toll finden und schon gar nicht ihr Arschaufreißer-Bauch kaufen. Im Gegenteil - inständig verweigere ich mich diesem postulierten Arschaufreißertum!

    Ich bin dick und fleißig und klug und schön! Und mein Arsch wird nicht aufgerissen, sondern ist wie jeder andere Zentimeter meines Körpers wertvoll und verdient es mit Respekt behandelt zu werden. Jawoll!

    E. aus B.

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  6. Sehr schöne Analyse zu dem Sachverhalt Nicola!

    And now for something completely different:

    Heute am Kiosk entdeckt, darin ein umfangreicher und schöner Artikel über fat acceptance.

    http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelwissen/index-2016-1.html

    liebste Grüße

    Anne

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  7. @liliy

    Respekt ist wirklich das Wort der Stunde. Sich selbst und anderen gegenüber. "Ich darf das, in bin selber dick" ist ja offenbar der Titel ihrer Bühnenshow - und nichts als eine blanke Frechheit.

    @Anonym

    Nach den Fotos haben offenbar schon viele gesucht - und auch nichts gefunden...

    @Muddelchen

    Was mich ja nach wie vor am meisten erstaunt, ist, dass sie "ihre Geschichte" eben gar nicht aufgeschrieben hat. Das hat sie irgendwie schlicht vergessen. Und dann verdrängt.

    @Anonym

    Das Problem ist nur, dass man eine Gewichtsabnahme von 170 kg nachweisen sollte, bevor man einen Ratgeber darüber schreibt, wie das geht. Finde ich. Und offenbar hatte ich diese Überlegung nicht allein.
    Ganz abgesehen davon halte ich ihr Buch so oder so für fürchterlich - egal, was für ein Ausgangsgewicht sie hatte.

    @E. aus B.

    Nein, meine Liebe - wir lassen uns selbstverständlich nichtS aufreißen. Und schon gar nicht den Arsch!!! Ich natürlich, das gebe ich zu, habe mich gelegentlich von dem einen oder anderen Arsch aufreißen lassen. Und damit wären wir wieder beim Selbstrespekt (s. oben.) : )

    @Anne

    Danke für den Hinweis!

    ...

    Vielen herzlichen Dank für euer Feedback und liebe Grüße an alle!
    Nicola

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  8. Auf ihrer Facebookseite hat Frau Jäger über die Jahre übrigens schon regelmäßig Bilder ihrer Person gepostet.

    Nur leider erzählen die eine andere Geschichte als ihr Buch.

    https://www.facebook.com/nicole.westphal.50?fref=ts

    Man kann die Gewichtszunahme über die Jahre gut beobachten.

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  9. Liebe Anonym,
    es ist wenig hilfreich, eine Dicke als häßlich, häßlich,häßlich zu bezeichnen, zumal ich sehr viele Dünne kenne, die absolut widerlich aussehen. Selbst Fotomodelle sehen ungeschminkt oft sehr häßlich aus. Ich finde, man sollte Respekt haben, wenn es jemand geschafft hat, so viel abzunehmen, und die blöden Kommentare der Dünnen sind absolut kontraproduktiv, wenn sich ein dicker Mensch z.B. in ein Fitness-Studio oder ein Schwimmbad traut. Ich habe zwar nur etwas Übergewicht, das sich hauptsächlich am Bauch und am Busen ansammelt, aber musste mir trotzdem schon viele blöde Kommentare anhören, angefangen von einer bösartigen Ärztin, die behauptet hat, mein dicker Busen wäre furchtbar schädlich für das Herz bis zu Leuten, die meine Einkäufe beobachtet haben und mir dann so tolle Ratschläge erteilt haben, Magerjoghurt zu kaufen etc. Ein dicker Abnehm-Coach, der das Abnehmen aus eigener Erfahrung kennt, ist sicher qualifizierter, als irgendwelche dünnen Leute, die alles nur aus der Theorie kennen. Schließlich sind z.B. ehemalige Heroinsüchtige sicher sehr gut geeignet, Drogensüchtige zu betreuen, weil sie alles aus eigener Erfahrung kennen, ebenso wie ein trockener Alkoholiker sicher sehr viel geeigneter ist als Anleiter für Alkoholkranke zur Entziehung als irgendwelche Leute, die selbst alles nur theoretisch kennen. Was soll das also?

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  10. @Anonym (an Liebe Anonym)

    Du hast da etwas komplett falsch verstanden. Was im Kommentar weiter oben durch Überspitzung kritisiert wird, ist nicht Frau Schäfers Dicksein, sondern eben gerade ihre negative Haltung zu sich und anderen Dicken. Sie ist es, die Dicke für faul und dumm und unzulänglich hält - denn sie ist ja "selber dick und darf das." Sie weiß ja auch aus "eigener Erfahrung" (wie übrigens all diese ehemals dicke(re)n Diät-Tanten, dass sich alle Dicken selbst in die Tasche lügen und nach Ausreden suchen, laberlaberlaber... Und ja, ob und wie viel Frau Jäger überhaupt abgenommen hat, ist vermutlich noch immer höchst fraglich.

    Liebe Grüße
    Nicola

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  11. So, ein kurzer Nachtrag von mir zum Buch: Ich habe es nun mittlerweile DOCH gelesen. Es hat mich einfach interessiert, nachdem, was Du dazu geschrieben hast, liebe Nicola.

    Also, ich muss sagen, dass mir oft das Wort "Klischee" in den Sinn kam, als ich ihr Buch las. Ihre öfter mal vulgäre Ausdrucksweise hat mich nicht gestört, da bin ich hart im Nehmen ^^ ich glaube, dass sie damit auch die Eindringlichkeit mancher ihrer Erkenntnisse unterstreichen wollte - oder auch oft ihre Wut.

    Leider habe ich auch vermisst, WIE es dann denn wirklich detailliert zur hohen Gewichtsabnahme gekommen ist. Ich hatte auch das Gefühl, dass es nicht wirklich darum geht, sondern mehr um die psychischen Belastungen, die sie und sicher auch viele andere mit dem Dicksein verbinden und letztlich auch haben.

    Stellenweise war ich schon betroffen, das muss ich zugeben. Mir ist z.B. die Szene, in der Frau Jäger auf den Pizzaboten wartet, und sich schon mal einen Stuhl an die Tür gestellt hat, um aufzudrücken, wenn er da ist, weil sie es mit dem hohen Gewicht sonst nicht vom Sofa oder sonst woher geschafft hätte, sehr präsent im Kopf geblieben...oder auch ihre "Übungen" nachts im Treppenhaus.

    Zweifellos hat sie eine sehr qualvolle Zeit hinter sich, aber ich hätte mir gewünscht, mehr über die Zeit des Abnehmens zu erfahren, was sie gegessen hat, wie sie sich dann mit z.B. 30-40 kg weniger gefühlt hat, wie sie sich motiviert hat usw. - natürlich auch über die Fehlschläge, aber genau da hatte ich das Gefühl, dass sie ihre Fehler besonders betont und sehr detailliert beschreibt, was eben nicht gut ist (z.B. Ananas-Diät), anstatt wirklich konkret und auf den Punkt zu sagen, wie es bei ihr funktioniert hat, ohne viel Drumrum oder sich ständig auf Allgemeinplätzen zu bewegen.

    Ob sie als Coach taugt oder nicht, wie hier ja stellenweise in Frage gestellt wird - auch das habe ich mich während des Lesens öfter mal gefragt. Allerdings habe ich parallel eine Reportage gesehen, in der sie stark Übergewichtige motiviert, z.B. mit Sport treiben oder auch Mut zuspricht und das kam mir dann nicht mehr so vernichtend und radikal wie stellenweise im Buch vor.

    Ganz allgemein - das hören hier sicher viele nicht gerne - bin auch ich kein Fan von "Schönreden" oder allzu viel Rücksicht, denn, um erfolgreich abzunehmen, bin auch ich sehr hart mit mir ins Gericht gegangen, wohlgemerkt ICH mit mir selbst, bei anderen wäre ich nicht so. Aber das muss natürlich auch jeder selbst wissen, was er verträgt und wie er behandelt werden möchte.

    Na ja, vielleicht werde ich auf meinem Buchblog eine Rezension veröffentlichen, mal sehen.

    Liebe Grüße und noch eine gute Woche!

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  12. Schade, dass sich kein Moderator in irgendeiner Fernsehsendung traut, Frau Jäger auf ihre kontinuierliche Gewichtszunahme in den letzten Wochen anzusprechen ... das sieht doch ein Blinder.

    Ja, wir kennen das alle, das ist auch keine Kritik an ihr. Aber es macht sie unglaubwürdig. Aber wahrscheinlich ist sie schon so in der "Vermarktungsschine" ihres Buches drin, dass sie da nicht so einfach wieder rauskommt.

    Aber ein Coach, der selber verdrängt, kann seinen Coachees nicht einen Schritt weiter helfen.

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  13. Ich finde Nicole Jäger als Medienphänomen schon irgendwie beeindruckend.
    Wie schafft man es als 160 oder sinds aktuell eher 180? Kilo Frau respektvoll angesehen zu werden ?
    In dem man erzählt man habe sich halbiert!

    Ich meine das Phänomen Nicole Jäger - manchmal wünscht man sich fast da könnte jemand aus einem Fettsuit aussteigen - haha es war ein Medienexperiment einer Psychologiestudentin - Masterarbeit zur Akzeptanz von Dicken in den Medien oder so etwas - zeigt uns doch schön den Spiegel vor - wie sich die Sichtweise auf den gleichen 170 kg Menschen ändert von - Boh ist die aber fett, sollte mal dringend abnehmen! zu: Respekt, was die geleistet hat!

    Ich warte noch sehnsüchtig auf ein Enthüllungsbuch von ihr.

    Ja, ich halte die Abnehm-Story für Fake, aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass die Frau Jäger ein unterhaltsamer Talkgast im TV ist, oder (wie eigentlich jeder Dicke) viel über Diäten weiß (weil man schon alle ausprobiert hat) einen Kurs über Ernährung, einen Heilpraktiker gemacht hat, als Ernährungsberaterin arbeitet - wie viele Mediziner rauchen, sind übergewichtig, trinken usw. leben ungesund und sollen uns gesund machen ?
    Sie hat sich aber scheinbar eher zum Medienphänomen entwickelt, oder betreibt sie noch ihre Praxis? Oder ein Bühnenprogramm hat, was durchaus Besucher findet.

    Ich weiß auch gar nicht, wie sie damals in die Medien kam, bzw. sie auf sie aufmerksam wurden - als dickste Ernährungsberaterin war das damals noch - war das über ihren Blog? K

    Ich hab das damals verfolgt, als es erste Medienauftritte mit ihr gab zur Praxiseröffnung und ich habe damals ihren Blog etwas duchgelesen - ich sag mal das Buch ist ja quasi der Blog, bzw. der Verlag ist auf sie zugekommen das Buch zu schreiben, aufgrund das Blogs und der ersten Medien-Auftritte- hatte wohl jemand nen guten Richer, dass sich das gut verkauft.
    Sie hat das Buch wohl in ein paar Monaten zusammengeschrieben, ich hab die Entstehungsgeschichte auf dem Blog mal überflogen - das kann nur schnell runtergeschrieben sein, immer mit Abgabeterim im Nacken, Kapitel für Kapitel immer ein paar Wochen Zeit. Für große Recherchen, um aktuelles, wissenschaftlich fundiertes Wissen, oder für einen geschliffen Sprachstil war schlich weg keine Zeit denke ich mal - aber zum Bestseller hats ja trotzdem gereicht, oder gerade deswegen?
    Da aber eigentlich alles schon im Blog zu lesen war hab ich das Buch nicht gekauft.

    Tja, einiges passiert - Bestseller, Bühnenprogramm, ständiger Talkgast, wenns ums Gewicht geht.


    Ja, ich habe damals böse im Internet recherchiert weil ich selbst am Thema abnehmen interessiert war, und dabei drüber gesolpert bin:

    Mit Mitte 20 schon 340 kg? Scheint zu jung, um schon so ein Übergewicht zu haben, bzw. wie soll sie so eine Kalorienzufuhr finanziert haben ?

    Ich konnte mir 340kg und Gewichtshalbierung nicht vorstellen - Bildersuche gestartet -

    Ganz ehrlich? Da muss man froh sein, dass die Story nur ein Fake sein kann, weil solche Hautüberschüsse, besonders am Bauch wünscht man einfach keinem!


    Ich glaube es nicht, aber um in die Medien zu kommen hats die Geschichte schon gebraucht oder?
    Ich habe 100 kg abgenommen ? Gibts schon zu oft, auch mit Kamera begleitet - geht wahrscheinlich nur noch über Rekordzeit - 6 Monate ?

    "Nur" stark übergewichtige oder "dickste" Ernährungsberaterin ist halt nicht Schlagzeile genug.

    Ich fänds klasse wenns mal irgendwann ein Enthüllungsbuch geben würde, wie sensationsgeil ohne zu hinterfragen die Medien - sie war ja hauptsächlich bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, weniger bei den privaten - die eben auch schon geworden sein.

    Man kann der Frau Jäger nur alles Gute wünschen, ich befürchte sie hat durchaus mit einigen Probleme genug zu kämpfen - scheint auch einiges Fassade zu sein und ein ganz verletzlicher, weicher, Kern dahinter zu stecken - ihre Art ist wohl auch Geschmackssache.

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