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Samstag, 17. Februar 2024

Wie es mir so geht - Teil 3: Geld und Selbstsabotage



Mir geht es weiterhin ziemlich mies. Die Medikamente müssen überdacht werden und die Lage schwankt gewaltig. Es gibt auch bemerkenswert weite Ausschläge nach unten. Diese werden allerdings fast immer durch äußere Faktoren getriggert. (Kommt alles ins Buch.) 

In den letzten Wochen habe ich ein für allemal begriffen und begreifen wollen, was bekanntlich nicht das Selbe ist, dass in der aktuellen Phase meines Lebens das wahre Problem und gleichsam am Ende wirklich die Lösung für fast alles - dieses ist: 

Geld. 

Ganz ehrlich, auch der abgehauene Ex ließe sich mittlerweile gefühlsmäßig durch einen vintage Jeep Cherokee Wagoneer mit Verkleidung in Holzoptik mehr als angemessen ersetzen. Siehe oben. Das alles war irgendwie schon ewig klar, aber nun hat sich das Nachdenken über Geld auf Platz 1 der To-Do-Liste eingenistet und ist mittlerweile sogar bestimmendes Thema in der Therapie. 

Dabei geht es natürlich nicht wirklich um die Anschaffung von Luxusartikeln zur Kompensation inneren Leidensdrucks; es geht konkret darum, dass Geld bzw. ein real eintretender oder befürchteter Mangel daran den größten Stressfaktor in meinem momentanen Leben darstellt. Meine Verzweiflung ist nur anteilig das Ergebnis einer persönlichen Disposition. Sie scheint im Gegenteil, oh Wunder, so gut wie komplett käuflich zu sein. Wenn ich keine Angst vor der nächsten Werkstattrechnung hätte, die anfällt, damit das unbedingt benötigte Auto durch den TÜV kommt, wäre mir schon viel wohler. Wenn ich mich und meine MS regelmäßig in den Urlaub schicken könnte, wäre ich vermutlich gesünder. Wenn ich nicht immer Angst hätte, dass mir jederzeit Aufträge und damit der Lebensunterhalt für mich und die Katzen kurzfristig wegbrechen könnten, wäre ich nicht täglich im Kampf- oder Fluchtmodus. Wenn ich nicht immerzu Angst haben müsste, dass ich mir angesichts überraschender Sonderumlagen das Wohnen in meiner Wohnung womöglich irgendwann nicht mehr leisten kann, obwohl sie mir gehört, fände ich es vermutlich auch einfacher, mich wenigstens in meinen eigenen vier Wänden sicher zu fühlen. Wie sich das wohl anfühlen würde, ist mir nicht wirklich bekannt, aber ich stelle es mir ziemlich geil vor. 

Ich weiß, ich bin - wie immer - nicht allein mit diesen Sorgen. Ich weiß, dass Rücklagen etwas sind, wovon inzwischen mehr und mehr Haushalte nur noch träumen können. Und mir ist aus meiner Arbeit mit Menschen ziemlich bewusst, dass beim Wegfall finanzieller Ungewissheit häufig vermutlich auch die Einnahme von Psychopharmaka sofort eingestellt werden könnte. Es ruiniert das Leben, wenn die zuverlässige Finanzierung einer normalen, würdigen Existenz immer auf der Kippe steht und frau nicht über genug Resilienz und Grundvertrauen verfügt, um sich damit zu beruhigen, dass sich schon immer alles irgendwie finden werde.

Geld wird ein neues Themenfeld auf diesem Blog sein. Es ist bekanntlich ein Empfindliches - übrigens auch im Hinblick auf die Erwartungen von Leser*innen und die gefühlte Integrität bzw. den Idealismus von Content-Creator*innen. 

Es stellen sich einige Fragen: Darf ich überhaupt über Geld reden? Darf ich zugeben, dass ich nicht genug habe, bzw. mehr brauche? Darf ich womöglich sogar sagen, dass ich schlicht mehr Geld verdienen und haben will? Soll ich darüber reden, wie ich meine eigene finanzielle Situation verändern will oder muss? Was ist meine Arbeit wert und wie bekomme ich das, was ich wert bin?

Natürlich kann frau auch die Systemfrage stellen. Warum müssen wir überhaupt in einer Welt leben, in der irgendwer jemals Angst um seine Existenz haben muss? Aber die Veränderung des Systems wird sie nicht erleben.

Meine persönlich größte Frage ist dieser Tage somit eine dem System total angepasste: Wie schaffe ich es, meine wirtschaftliche Situation, die mich oft so sehr bedrückt und meine Anxiety* in immer neue Höhen treibt, trotz dieser psychischen Beschwerden zu verbessern? Wie ergreife ich Maßnahmen gegen äußere Umstände, deretwegen ich mich eigentlich viel zu kraftlos fühle, um Maßnahmen zu ergreifen? Hinweise in den Kommentaren sind (meistens) erwünscht. 

Was mich an dieser Stelle noch zum Begriff "Selbstsabotage" bringt. Da hieß es vor einiger Zeit in den Kommentaren, dass ich meine Kraft (die vermutlich schon besäße) gegen mich "selbst drehe". Das war als Ratschlag gegen meine "lebenslange Selbstsabotage" gemeint. Auf Nachfrage wurde noch ausgeführt, dass es sich hierbei nicht um einen Vorwurf handle, sondern um einen "sanften Hinweis" dass, wenn bei einer Person, die, so wie ich, über vermeintlich viele Ressourcen verfügt und einen "sehr privilegierten Start ins Leben" hatte, im Leben dann alles so schief läuft bzw. sie so unglücklich ist über den Verlauf der eigenen Biographie, hier eine innere Verweigerung bzw. Blödheit im Spiel sein muss, die verhindert hat, dass die dumme Nuss eben jene überreichen Ressourcen hat nutzen können.

Es mag ja sein, dass in manchen Kreisen unwissenschaftlicher Motivationsscharlatanerie der Begriff "Selbstsabotage" noch modern ist, aber kein*e Therapeut*in, die ihr Geld wert sind, würde damit arbeiten, weil es sich hier natürlich um nichts anderes, als um eine verächtliche Umdeutung mit eingebauter Schuldzuweisung handelt. Natürlich kann ich es Selbstsabotage nennen, wenn ich unglückliche und/oder erfolglose Menschen nicht mag. Alle anderen reden hier wohl lieber von Trauma und Depression. Und darüber haben wir wiederum nur bedingt Kontrolle. Mitunter, frau mag es kaum glauben, fast genauso wenig Kontrolle, wie über Schicksalsschläge, Erkrankungen, Wetterkatastrophen, Todesfälle, unsere Eltern und andere dumme Zufälle. 

Wie frau auf die Idee kommt, dass Privilegien vor Unglück retten, ist mir zusätzlich schleierhaft. Ich kriege jeden Tag Werbe-E-Mails von der Firma, die Kate Spade einst gegründet hat. Erstens, weil ich ihre Taschen gerne ansehe. Und zweitens, weil mich ihre Geschichte berührt hat. Sie hat sich im Alter von 55 Jahren in einem Luxusapartment in Manhattan erhängt, obwohl sie wirklich alles zu haben schien, was wir gemeinhin als Zeichen eines erfolgreichen Lebens deuten würden. Vielleicht sollte frau sich lieber noch einmal gründlicher in der Welt umschauen, bevor sie anderen als Rat getarnte Zurechtweisungen in die Kommentare schreibt.


*Generalisierte Angststörung


PS: Zum Thema Geld und Bloggen fiel mir dieser Post von Ragen Chastain wieder ein - nicht komplett zur Thematik oben passend, aber dennoch interessant, finde ich.


NH


Sonntag, 15. Mai 2016

Follow me around 46: Hohe Erwartungen


Philosophenturm Uni Hamburg

Ich bin müde, müde, müde. 

Im Philosophenturm der Uni Hamburg habe ich einst studiert - tatsächlich u.a. auch Philosophie. Am Donnerstagabend war ich nach Jahren mal wieder auf dem Campus, um an all den schwarzen Brettern meine Flyer aufzuhängen. Ein merkwürdiges Gefühl. So war das bekanntlich nicht gedacht - dass ich mich in mittleren Jahren Studenten mit selbstgedruckter Werbung als preiswerte Korrekturleserin anbiete. Im Moment läuft es aber nun einmal so. Im Augenblick gilt es, sich irgendwie über Wasser zu halten. Darum mache ich neuerdings ja auch hier unverdrossen und schamlos Werbung: Wenn jemand Übersetzungen, Korrekturen oder insbesondere Englischunterricht benötigt - ich helfe gern. : )

In einem vorherigen Beitrag hatte ich erwähnt, dass ich mich auf eine IHK-Prüfung vorbereite. Tatsächlich gehe ich auch zur Schule und befinde mich mitten in einem Vorbereitungsprogramm zur Psychotherapeutin HP ("kleiner Heilpraktiker"). Ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Also, das Pauken und die Prüfungsvorbereitung. Die Schulbank zu drücken, gefällt mir eigentlich wirklich gut. Ich finde es toll, auch mal nicht vorne zu stehen. Trotzdem steigt die Panik wöchentlich mit der Menge des Stoffes. Und über die schieren Ängste im Hinblick auf die Mühen einer eventuellen Praxiseröffnung will ich hier gar nicht erst reden. Obwohl ich natürlich schon weiß, worauf ich mich spezialisieren werde (Selbstakzeptanz und Essstörungen) und meine Dienste als Zuhörerin und Unterstützerin auch schon jetzt, sozusagen zu Übungszwecken, anbiete. Also auch Versuchskaninchen zahlen weniger.

Dann ist da noch der neue Kater.



Er tat genau das, was fast alle anderen Katzen in meinem Leben getan haben. Er fand den Weg zu meiner Terrassentür und zog ein. Er war komplett ausgehungert, zerstochen von Flöhen und Zecken und forderte lauthals jammernd und verzweifelt ein ruhiges Plätzchen sowie etwas Zuwendung. Er lief mir im Garten kreuz und quer hinterher wie ein Hund und kannte sich sofort bestens aus mit Katzenkorb, Katzenklo und Kratzbaum - nur mit Corbinian läuft es nicht so gut. Da will der Neue schlicht nicht begreifen, dass er besser einen Bogen machen sollte, und weil das so ist, ist Corbinian gestresst und kommt nun oft stundenlang nicht mehr von selbst nach Haus, sondern lässt sich regelmäßig von mir aus dem Garten abholen. Das ist ihm offenbar irgendwie sicherer. Wenn er in der Wohnung auf den neuen Mitbewohner trifft, kommt es in der Regel zu kleinen bis mittelschweren Fauchereien - nicht immer, aber immer mal wieder. Die Tatsche, dass der Kater Stress hat, stresst selbstverständlich auch mich. Und zwar wahnsinnig. Es scheint mir alles fürchterlich unfair, schließlich war Corbinian zuerst da. Und ich überlege, ob ich dem Neuen vielleicht doch woanders ein gutes Zuhause verschaffen könnte/sollte. Aber auch der Gedanke daran, ihn wegzugeben, erfüllt mich mit vorauseilendem Bedauern und mit Schuldgefühlen. Wenn der rote Kater bleibt, wird er Gustav heißen.

Nebenan schleppen sich die Bauarbeiten so dahin. Was seit letzter Woche aber immer ohne nennenswerte Unterbrechung läuft, ist das Radio. Dummerweise haben die Betreiber der Freilichtdisco (die Bauarbeiter) einen scheiß Musikgeschmack. Als heute "Ein bisschen Frieden" durch die Straße hallte, dachte ich für einen Moment, das Ende meiner Zündschnur sei erreicht. War sie nicht. Das kommt dann aber noch - ich kann es spüren. Irgendwann werde ich vor Wut über den ganzen Lärm und Dreck anfangen, so zu kochen, wie mein Computer.

Jepp, in einer wirtschaftlich zutiefst angespannten Situation gibt mein wichtigstes Arbeitsmittel nun beinahe täglich wegen Überhitzung den Geist auf, und steht neuerdings auf vier kleinen Füßchen, damit die Luft darunter besser zirkulieren kann. Es bleibt spannend, ob die Maschine und ich es gerade noch schaffen, über die  Ziellinie zu humpeln, oder ob wir vorher zusammen im Chaos versinken werden.

Was das Aussortieren angeht, bin ich jetzt übrigens bei 387 Gegenständen angelangt.

Während ich all dieses erzähle, denke ich, dass ich das vielleicht gar nicht sollte. Insbesondere nach der Veröffentlichung meines letzten Vlogs und des Monologs über Online Dating und enttäuschte Liebe hatte ich das bisher eher seltene Gefühl, mich womöglich doch zu sehr ausgeliefert zu haben, und dass es vielleicht in Zukunft womöglich gesünder wäre, mein Innenleben weniger im Außen zu verbreiten. Man muss nämlich nicht nur regelmäßig die eine oder andere unangemessene Reaktionen aushalten, sondern vor allem auch das mögliche Schweigen. Bloß weil man sich entscheidet, seine Seele ins Schaufenster zu legen, hat man keinen Anspruch darauf, dass andere sich die Nase am Glas platt drücken, um sie zu sehen. Es kann sein, dass sie gar nicht von besonders großem Interesse ist, egal wie sehr sie glüht. Und so kann es offenbar auch passieren, dass von tausend Menschen, die einen Blogpost über ein Video lesen, nur ein paar das Video auch wirklich ansehen. Es ist ein Rätsel, aber ich habe das Gefühl, ich will die Lösung auch gar nicht unbedingt wissen.

Und so werde ich mich zukünftig wieder und noch sehr viel mehr auf die Betrachtung und Analyse von medialem Fatshaming konzentrieren. Ein besonders ärgerliches Beispiel fand ich dann auch vor ein paar Tagen in einer Broschüre, die in meiner hamburger Bücherhalle (aber auch an der Uni quasi stapelweise) auslag: "Vegan - Die gesündeste Ernährung" herausgegeben vom Mediziner Ernst Walter Henrich.

Henrich unterspritzt beruflich offenbar Falten, betreibt eine Stiftung, die in Spanien eine Art Gnadenhof unterhält, hatte einen veganen Hund, der mit neunzehn Jahren verstarb und ist mittlerweile berühmt für seine Militanz, die ihn immer wieder, und auch in besagter Broschüre, dazu verleitet, die Haltung von Nutztieren mit dem Holocaust gleichzusetzen. Auf Seite 4 und 17 finden sich zwei Abbildungen. Ich werde sie hier nicht zeigen, aber auf der Homepage von Henrich (die ich nicht verlinke) sind sie auch zu sehen: Die eine stellt einen schlanken, nackten männlichen Oberkörper mit stark definierten Bauchmuskeln und einem Apfel in den Händen einem dicken, ebenfalls nackten und männlichen Bauch gegenüber, dem die Hose fast platzt und der einen Hamburger in der Hand hat. Die zweite stellt dem Portrait eines Mannes mit ketchup- oder impliziert blutverschmiertem Doppelkinn ein schwarzes, weinendes Kind mit einem Hungerbauch gegenüber. Ich schrieb dem Autor die folgende Nachricht:

Hallo Herr Henrich,
ich finde das Fatshaming, das Sie mit Ihren beiden zentralen Abbildungen auf der Homepage und in der Broschüre (S. 4 und inbesondere S. 17) betreiben, unerträglich. Offenbar nehmen Sie es mit der Menschenwürde aller Menschen nicht ganz so genau, wie man vielleicht erwarten dürfte.
Es gibt mittlerweile sehr viele dicke Veganer und weiterhin nur vergleichsweise wenige mit einem Sixpack. Die wahre Welt wäre hier vielleicht mal einen Blick wert. SO dürften Sie der Sache mitunter eher schaden als nützen. Und das ist obendrein ausgesprochen ärgerlich.
Mit freundlichen Grüßen
Nicola Hinz

Ich erhielt darauf die folgende Antwort:

Das ist bewusst so ausgewählt. Und es bleibt so.
Mit den besten Grüssen
Ernst Walter Henrich

Mein erklärtes Ziel ist bekanntlich, dass es nicht so bleibt. Jedenfalls nicht immer und überall.

Oh, ist es wirklich schon wieder so spät?...



NH

Dienstag, 12. April 2016

Follow me around 45: Homestory





Was ich unter meinem Computer fand

2 Blaubeeren - halb matschig, halb vertrocknet.

Das Projekt, in dreißig Tagen 500 Gegenstände aus meinem Haushalt zu entfernen, ist zunächst einmal gescheitert. Die dreißig Tage sind seit 4 Tagen vorüber, und ich bin noch immer erst bei Gegenstand Nr. 243. Ich hatte mir das Ganze leichter vorgestellt. Aber das entmutigt mich nicht wirklich, denn ich werde einfach weiter Buch darüber führen, was rausfliegt, weil es einen dazu erzieht, genau hinzusehen, wo sich die Möglichkeit jeweils ergibt, den Haushalt auszudünnen. Und irgendwann werde ich die 500 erreichen. Und vermutlich noch immer weitermachen. An einigen Stellen, vielleicht auch im Keller, den ich in den letzten Jahren Xmal aber eben in den vergangenen Wochen noch nicht ausgemistet habe, werde ich womöglich die Methode der Beraterin Marie Kondō anwenden. Beim Aussortieren rät sie dazu, in Kategorien vorzugehen und alle Mitglieder der Kategorie, die sich im Haus befinden, an einem Ort zusammenzutragen. So beginnt man die Arbeit dann mit einem Haufen aller Bücher oder aller Küchenutensilien. Der dann folgende Auftrag ist, den Haufen in einem Rutsch abzuarbeiten, indem man sich bei jedem Gegenstand fragt, ob er "einem Freude bereitet". Alles, was diesen Test nicht besteht, muss raus. Während mir das für die meisten Bereiche zu rabiat und auch nicht sehr realistisch erscheint, wäre es für die Kisten mit Weihnachtsdekoration vielleicht ganz sinnvoll.

Was ich beim Aussortieren allerdings auch immer deutlicher lerne und über mich selbst erkenne, ist, dass ein plötzlicher Verlust von Dingen oder ein deutlicher Rückgang der Vorräte (z.B. Gesichtscreme oder insbesondere Katzenfutter) tatsächlich mitunter ein regelrecht nagendes, irrationales Gefühl der Unsicherheit und sogar Armut, aber auch des Verlassenseins erzeugen kann. Darum füllen sich hier bei mir Lücken auch immer wieder so schnell. 

Andererseits habe ich einen  Horror vor "dunklen Ecken" (z.B. hinterm Klo oder unter dem Waschbecken in der Küche) und vor der Ungewissheit über die Inhalte von Behältnissen...darum auch der weiterhin andauernde Prozess, alles mit Etiketten zu versehen. 

Mitterweile bin ich zu dem Schluss gekommen, das ich schlicht ein diffiziles Gleichgewicht erreichen (noch lange nicht da) und dann erhalten muss. Und obwohl ich mich viel mit Minimalismus in der Lebensgestaltung beschäftigt habe und die Idee wirklich attraktiv finde (ich war schon vor über 10 Jahren eine begeisterte Leserin von Küstenmachers "Simplify Your Life"), ist sie vermutlich nicht gut für mich. Und ehrlich auch unmöglich.

Ebay 

...war früher besser. Da - ich hab's gesagt. Ich bin eine nörgelige Omama, und ich habe ebay echt satt, nachdem ich den Service nach Ewigkeiten mal wieder und erst seit zwei Wochen genutzt habe. Ich finde die Seite, ihre Menüpunkte, Führung und Abfolge zum Teil erstaunlich unübersichtlich, unlogisch und sie scheint technisch ohnehin oft am Rande des Zusammenbruchs vor sich hinzuschlottern. Aber vielleicht hatte ich auch nur sehr viel Pech.

Dann war da noch das Ärgernis, dass von bisher sieben Verkäufen zwei nicht zustande kamen, weil die Käufer ihre Rechnung nicht mehr bezahlt haben. Das war mir in den zehn Jahren davor noch nie passiert. Hm, moderne Zeiten...

Konsumstreik

Obwohl ich nun schon das letzte 30-Tage-Selbstoptimierungsprojekt nicht wirklich zufriedenstellend abgeschlossen habe, spiele ich mit der Idee, schon wieder eine weitere Herausforderung anzunehmen. Diesmal geht es darum, für dreißig Tage nichts zu kaufen, bzw. kein Geld für irgendetwas auszugeben, das nicht zu den fixen monatlichen Kosten (Miete, Versicherungen, etc.) gehört. Also...für fast nichts. Es ist sehr wohl zulässig, ein paar Einschränkungen zu machen, damit das Leben nicht gar zu unerträglich wird. Ich würde hier weiter Klopapier, Katzenfutter, Cola Light und Benzin auf der Einkaufsliste erlauben. 

Abgesehen davon müsste ich aber tatsächlich Vorräte aufbrauchen und verzichten. Das würde mit einer Klatsche gleich mehrere Biester erwischen. Ich sollte wirklich sparen, und würde es im Zuge dieses Experiments zwangsläufig tun. Ich muss Sachen aufbrauchen, um alte Bestände loszuwerden und mich weniger eingeengt zu fühlen, und das würde ich auf diese Weise schaffen. Außerdem käme, wenn alles glatt läuft, kein neuer Kram dazu. Und ich würde mir mal wieder vergegenwärtigen, mit wie viel weniger ich auskommen kann, wenn ich muss / es mir fest vornehme. 

Ein Hauptgrundsatz bei der Umsetzung dieses Projektes ist natürlich, dass man spontan beginnen muss. Ohne Vorbereitung und selbstverständlich ohne vorherige Hamsterkäufe für die Vorratskammer. Und darum beginne ich...jetzt.

NH