Sonntag, 10. Februar 2013

Vielleicht Sex

© Nicola Hinz
 
Was in meinem Lebensplan für eine SEHR,SEHR,SEHR lange Zeit auf Eis lag, ist mit meinem Entschluss, mich auf die Reise dicker Selbstakzeptanz zu begeben, fast automatisch und für mich selbst ein wenig überraschend wieder zum Thema geworden. Aber wenn jemand Reisen im Flugzeug, Arzttermine, das Tragen von gelben Wickelkleidern und sommerliche Kopfsprünge in öffentliche Schwimmbäder aufschiebt, dann liegt es nahe, dass er natürlich erst recht Beziehungen aufschiebt, in dessen Verlauf irgendwann die Hüllen fallen sollen...
 

Golda Poretsky's Body Positive Dating Master Class

 
Nachdem ich mir nun Mut angelesen und bereits einen kuriosen Ausflug in die Welt des Online-Datings unternommen hatte, dachte ich mir, es ist doch Zeit für noch ein wenig mehr Starthilfe von Expertinnen und habe gestern an etwas teilgenommen, das den wunderbar altmodischen Namen "Teleseminar" trägt, und im Prinzip eine Reihe von Vorlesungen war, an denen man live über das Internet teilnehmen konnte - mit der Möglichkeit, Fragen an die Dozentinnen zu richten.
 
Die Veranstaltung dauerte sieben Stunden, die längste Pause gab einem zehn Minuten, um sich frischen Kaffee zu verschaffen, die Ausbeute sind zwanzig Seiten mit Notizen und die Einsicht, dass es wahrscheinlich doch kein so guter Plan ist, darauf zu warten, dass der Rockstar in der Rüstung endlich sein Pferd auf der Veranda abstellt. Wo immer er gerade herumscheppern mag - von allein findet er vermutlich so bald nicht zurück. Also - und ich hatte es natürlich befürchtet - es hilft alles nichts: Man muss sich selbst nach ihm auf die Suche machen. Oder zumindest Wegweiser aufstellen. Darüber hinaus - und das ist natürlich der Kern des Problems - muss man sich selbst in seinem dicken Körper mental rüsten, bzw. Stolz auf, Freude an und einen selbstbewussten Umgang mit seiner aktuellen Fülle trainieren, damit der ganze Aufwand am Ende nicht umsonst war. Denn Scham und richtig guten Sex trifft man selten gemeinsam an - eine Tatsache, auf die auch die Rednerinnen der Body Positive Dating Class natürlich immer wieder eindrücklich hinwiesen.

Von den sieben Vortragenden, Fettaktivistinnen und Publizistinnen mit dem Arbeitsschwerpunkt Sex/Beziehungen und alle in den USA lebend, waren mir die meisten bereits bekannt, weil ich ihre Blogs oder Bücher zuvor gelesen hatte. Über Rebecca Weisteins "Fat Sex" habe ich hier schon berichtet, Virgie Tovars "Hot & Heavy" und Hanne Blanks "Big Big Love" hatte ich gerade beendet. Gastgeberin und Schlussrednerin war Golda Poretsky, die mit ihrer Firma Body Love Wellness dicke Frauen dabei unterstützt, sich vom Diätzwang zu befreien und den Mut zu fassen, ihr Leben nicht mehr aufzuschieben, bis sie in eine bestimmt Kleidergröße passen.
 
Sheri Winston: "You don't have to be a certain size to be a sex goddess." (Du must keine bestimmt Kleidergröße haben, um eine Sexgöttin zu sein."
 
Sheri Winston, ihres Zeichens ganzheitliche Sex-Trainerin, lieferte den ersten Beitrag und die Erkenntnis, dass die Qualität von Sex und Orgasmen schlicht eine Frage von Übung ist. Und üben sollte man so viel wie möglich - insbesondere allein, weil einem das die Möglichkeit gibt, sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren und sich selbst (wieder/besser) kennenzulernen. Für dicke Frauen, die eine lange Periode der Entfremdung vom eigenen Körper hinter sich haben, ist neuer Schwung beim Solo-Sex der erste Schritt. Besonders schön fand ich hier den Hinweis, Atmung und "Geräusche" nicht zu vernachlässigen. Wer sich nicht traut zu stöhnen, weil die Nachbarn es vielleicht hören könnten, verzichtet auf wertvolle Orgasmusbeschleunigung. In dem Zusammenhang musste ich an die Aussage der Performance-Künstlerin Annie Sprinkle denken, die sich eigenen Angaben nach in einen Orgasmus hineinatmen kann. Das wäre ja auch praktisch. Zum Beispiel wenn man mal wieder im Stau steht. ; )
 
11.02.2013 - Nachtrag: Das mit dem Atmen und den "Geräuschen" habe ich jetzt einfach mal beim Fahren auf der Autobahn probiert, denn das ist ja auch immer so eintönig - und da hört einen garantiert niemand. Ich habe so getan, als würde ich einen Pornofilm sychronisieren und RICHTIG VIEL KRACH dabei gemacht. Meine Güte, das fördert WIRKLICH die Durchblutung - und das mit beiden Händen am Steuer. Ein bisschen habe ich allerding die Kontrolle über die Geschwindigkeit verloren, gut, dass ich in keine Radarfalle gerauscht bin... ; ) 
 
Rebecca Jane Weinstein: "If you think you're hot, others will think you're hot." (Wenn du dich selbst sexy findest, werden dich andere sexy finden.)
 
Rebecca Jane Weinstein las eine Passage aus ihrem Buch "Fat Sex", und ich hatte die Gelegenheit, ihr zwei Frage dazu zu stellen. Die erste war, ob es für die Menschen, die sie für das Buch interviewt hat, einfach war, sich zu öffnen. Rebeccas Antwort war, dass sie von deren Bedürfnis, ihre Erfahrungen mitzuteilen und ihre Geschichten (zumeist als dicke Frauen auf der Suche nach einer selbstbestimmten Sexualität) zu erzählen manchmal schlicht überwältigt war. Auf die zweite Frage, ob sie auch negative Reaktionen auf das Buch erhalten hätte, sagte sie, dass sie eigentlich von der großen Unterstützung, auch in den Medien, überrascht war, dass jedoch oft ein "Aber" in den positiven Reaktionen mitschwang (ABER es ist ungesund, dick zu sein). Die wichtigste Erkenntnis, die Rebecca aus der Arbeit an "Fat Sex" gewonnen hat, ist übrigens, dass es wirklich Selbstbewusstsein ist, das attraktiv macht.
 
Cija Black: "Don't ever settle." (Gib' dich nie einfach zufrieden.)
 
Cija Black hat ein Buch über Online-Dating geschrieben und rät allen, aber insbesondere dicken Frauen, einen kleinen Fragenkatalog abzuarbeiten, bevor sie sich überhaupt daran machen, sich im Internet auf die Suche nach Partnern zu begeben: Wer bist du JETZT eigentlich? Was steht dir zu? (Sie schlägt vor, eine Liste aufzustellen: Zehn gute Dinge, die man im Leben verdient.) Wie sind Menschen bisher mit dir umgegangen? Kann das so bleiben? Was für Grenzen habe ich, und wie kann ich dafür sorgen, dass sie respektiert werden? Bin ich bereit, meine Komfortzone zu verlassen? Natürlich ruft auch sie dazu auf, seinen Mut zusammenzunehmen und sich so zu lieben, wie man ist - und verweist auf eine Übung, die die Macht des Bildes nutzt: Die Erstellung eines Vision Boards mit positiven Abbildungen dicker Körper. Auf meine Frage, wie man beim Online-Dating mit Ablehnung am besten umgeht, antwortete sie: Nicht zu viel erwarten, Körbe nicht persönlich nehmen, nicht zu schnell zu viel Gefühl investieren, zu vielen Verabredungen gehen, denn das übt. Außerdem, so pflichtet Golda ihr hier bei, ist es nicht so schlimm, wenn das Date am Dienstag schlecht läuft, weil das nächste ja schon am Donnerstag ist.
 
Virgie Tovar: "Cuteness is a state of mind." (Hübschsein ist Einstellungssache.)
 
Mit Virgie Tovar ging es zur Sache. In ihrer Kurzvorstellung zum Seminar teilte sie uns bereits mit, dass sie am 21. Januar mit einem grauäugigen Spanier auf einer portugiesischen Terrasse im Mondlicht und mit dem Rauschen des Meeres in den Ohren Sex gehabt hat. Das können vermutlich nicht viele von uns behaupten. ; ) Virgie gibt zu bedenken, dass dicke Körper anders sind, als nicht-dicke und darum mitunter auch anderen Sex haben (sollten). Wenn unsere Kultur und die gängigen Abbilder von Sexualität nicht so "schlank-zentrisch" wären, wüssten wir das als Dicke und würden uns besser darauf einstellen, indem wir gleich passendere Positionen bzw. Techniken wählen. Wenn Virgie z.B. oben ist, "hüpft" sie nicht auf und ab, sondern rollt ihr Becken ("grind and gyrate"). Ach, und Sex Toys sind großartig! Und wie findet Frau nun Übungspartner? Ganz einfach: Man macht sich hübsch, frischt den Lippenstift auf, ändert seine Einstellung zu sich selbst, hält Augenkontakt, flirtet - und lässt Visitenkarten drucken, die man möglicherweise interessierten und interessanten Kandidaten in die Hand drückt (mit Namen, E-Mail-Adresse und vielleicht Telefonnummer). So einfach ist das. Wenn es nicht gerade schwierig ist, vermute ich. Virgie besteht darauf: Es gibt da draußen Leute, die mit dir schlafen wollen. Mein Problem ist weiterhin: Was, wenn ich die nicht will? Und die, die ich will, wollen mich nicht?
 
"Nicki im Wunderland", ca. 1995
© Nicola Hinz
 
Beim Vortrag von Tasha Fierce gab es bei mir ein kleines technisches Problem - ich konnte sie leider nur sehr schwer verstehen. Tasha beschäftigte sich mit Vorurteilen über die Sexualität von dicken Frauen - so sind dicke Frauen in den Köpfen vieler offenbar "dankbarer" für Sex und geben sich mehr Mühe, ihren Partner zu befriedigen, weil sie weniger Auswahl haben und darum weniger verlangen können. Und weil sie weniger Gelegenheit haben und nehmen müssen, was kommt, sind sie auch für den Glöckner von Notre Dame einfach und schnell ins Bett zu kriegen. Diese idiotischen Ideen entbehren schon deshalb jeder realen Basis, weil dicke Frauen Sex eben gerade aufgrund erheblicher Hemmungen oft ganz vermeiden. Tashas Rat an die dicke Frau, die endlich wieder sexuell richtig aktiv werden will, ist weitgehend ein Echo der vorangegangenen Vorträge: Selbstbestimmtheit üben und sich endlich klar gegen Diäten entscheiden. Masturbieren, was das Zeug hält, um herauszufinden, wie der eigene Körper aktuell funktioniert. Dann allen Mut zusammennehmen und sich einfach vor einem Partner nackig machen. Und wenn man den Mut nicht hat, dann tut man eben einfach so, als hätte man ihn (?!).
 
Hanne Blank: "What do you want?" (Was willst du?)
 
Hanne Blank griff die oben bereits erwähnten Klischees über dicke Frauen und ihre sexuellen Möglichkeiten wieder auf. Ihrer Ansicht nach dürfen dicke Frauen nicht auch noch selbst in die selbe Denkfalle geraten und am Ende glauben, sie könnten keine zu hohen Anforderungen stellen. Ihr Vorschlag war, eine genaue Erhebung über die eigenen sexuellen Vorlieben zu machen. Was für Sex will ich eigentlich haben? Das scheint eine einfache Frage und meine spontane Antwort war "Ich will alles!", was aber natürlich nur bewies, dass ich mir über die schiere Fülle der Möglichkeiten so spontan keine Gedanken gemacht hatte. Und sobald ich es tat, wurde mir sofort klar, dass es da verdammt viel gibt, was ich definitiv NICHT will. Natürlich hilft es, die eigenen Präferenzen und Grenzen gut zu kennen. Denn wie soll man etwas finden, von dem man nicht weiß, wie es eigentlich aussieht? Und das macht auch Hanne klar: Man verdient es, das zu bekommen, was man sich wünscht. Auch als dicke Frau.
 
Golda Poretsky: "I'm awesome and anyone who's with me is really lucky." (Ich bin toll, und jeder, der mit mir zusammen ist, hat wirklich Glück.)
 
Golda Poretskys abschließender Beitrag befasste sich mit dem Erstellen wirksamer Online-Dating-Profile. Ihr Rat ist, an die Sache heranzugehen, als wolle man ein Produkt an den passenden Käufer bringen. Die Frage, die man sich in der Tat stellen soll, lautet somit auch: Wer ist der ideale Konsument (Partner), und wie erreiche ich ihn am wirksamsten? Texte sollten kurz, knackig und positiv sein. Ein wenig Exzentrik, Drolligkeit oder Exotik kann nicht schaden, Ehrlichkeit ist allerding Trumpf. Das gilt übrigens auch für Bilder, die möglichst vorteilhaft aber nicht erheblich schöner oder jünger sein dürfen, als man wirklich ist. Am interessantesten fand ich die Idee, eine konkrete Handlungsaufforderung im Profil zu platzieren: "Wenn du dich gern auf einen Kaffee mit mir treffen würdest, sende mir eine Nachricht." Laut Golda sollte das mit dem Kaffee übrigens schnell über die Bühne gehen - lange E-Mails, die hin und her geschickt werden, können dieses Treffen nicht ersetzen und sind ihrer Auffassung nach mithin kontraproduktiv. Hab' ich doch immer gesagt. ; )
 
Wieder was gelernt.
 
Darf man den Dozentinnen glauben, ist Pragmatismus gepaart mit Kühnheit und dickem Selbstbewusstsein das Gebot der Stunde, wenn es darum geht, sein Liebesleben aufzumöbeln. Wer möglichst schnell viele Frösche küsst, hat bessere Chancen, dass ein Prinz darunter ist. Jeder Frosch, der einer bleibt, ist in ihren Augen trotzdem eine neue Chance, sich weiterzuentwickeln und dazuzulernen. Selbstbewusstsein gewinnt, wer seinen Körper kennt und schätzt - und weiß, was er will. So weit so gut.
 
Tatsächlich hatte ich bei der Veranstaltung viel Spaß. Es hat mir Kraft gegeben und Mut gemacht, von den Erfahrungen dieser starken Frauen zu hören, etwas über ihre erfolgreiche Reise zur Selbstakzeptanz zu erfahren und ein ums andere Mal zugerufen zu bekommen: Du bist großartig und wunderschön, so wie du bist! Jetzt geh raus und zeig es allen! Hab Spaß! Hab Sex! Sei du selbst! Und hol dir die Liebe, die du auch verdienst, denn die wartet da draußen schon auf dich! Genau genommen war das Ganze am Ende mehr ein Energietransfer und eine Reihe von Pep-Talks (oft basierend auf dem eigenen Beispiel - "wenn ich das kann, kannst du das auch") als alles andere.
 
Was bleibt ist trotzdem die atemlose Frage: Woher den Mut und das Selbstbewusstsein nehmen? Vermutlich muss man sie tatsächlich bauen wie ein Haus aus Lego. Immer wenn man wieder mal einen kleinen Schritt vorwärts und vielleicht eine positive Erfahrung gemacht hat, kommt ein neuer Stein dazu. Was mir ganz klar fehlte, war die gründlichere Thematisierung der offensichtlichen Mühsamkeit eben jenes Prozesses.
 
Und was einerseits zunächst und auch im Großen und Ganzen heilsam war, war in seiner Redundanz am Ende dann trotzdem manchmal etwas nervig. Auch der wiederholte Hinweis, dass es egal ist, welche Kleidergröße man trägt, weil Sexiness ohnehin von innen kommt, scheint mir nicht ohne Falltür. Entweder mein dicker Körper ist wunderschön und sexy oder nicht. Und wenn er es ist, wer braucht dann noch den Hinweis auf innere Werte? Außerdem, und das mag ein ganz persönliches Problem von mir sein, aber wenn man mir zu oft sagt, ich soll mich "hübsch machen und positiv sein", treten automatisch meine Adern an der Schläfen hervor und mein innerer Hulk beginnt zu rumoren. Dabei ist mit "Hübschmachen" natürlich auch ein Akt der Selbstliebe gemeint. Ich soll es mir wert sein, dass ich mich im bestmöglichen Zustand der Welt präsentiere. Allerdings tue ich das immer. Der Zustand in dem man mich auf der Straße antrifft, ist immer der beste, der mir in der gegebenen Situation und mit dem momentan zur Verfügung stehenden Selbstwertgefühl möglich war. Und das ist trotzdem oft ohne Lippenstift. Und eher unfröhlich obendrein. Womit wir wieder bei o.g. Frage wären.
 
Trotzdem, das Seminar war ein Bausteinchen, und ich habe das Gefühl, ich werde mich jetzt bald irgendetwas trauen, um mein Liebesleben tatsächlich in Fahrt zu bringen. Ich weiß nur noch nicht, was. ; )
 
 
NH

Kommentare:

  1. Hallo dicke Dame,

    vielen Dank für den ausführlichen Bericht - sicherlich alles eine schöne Theorie und für manche Frauen durchaus anzuwenden, aber ich sehe das auch eher kritisch. Ist der Schritt der Selbstakzeptanz und Selbstliebe doch ein sehr egozentrischer Schritt, so erscheint mir der vorzeitige Liebesakt mit anderen da fehl am Platze. Ich meine das auch bei Dir rauszulesen - woher das Selbstbewußtsein nehmen? Wie von meinem Partner erwarten, was ich in den eigenen Augen selbst nicht erfüllen kann? Ist oberflächlicher Sex da der richtige Weg? Ist eine Beziehung mit Verständnis, Vertrauen und der ausgesprochenen Bestätigung nicht wichtiger als das Wissen, dass der nächste kommt, falls dieser sich als Trottel entpuppt? Und wieviel Selbstbewußtsein ist tatsächlich noch übrig, wenn man mit hocrotem Kopf, schwitzend und außer Atem über einem Mann sitzt und die Fettpölsterchen sich merkwürdig gegen den Takt bewegen?

    Tatsächlich finde ich, dass man sich unbedingt zuerst selbst an die dicke Nasenspitze fassen sollte, bevor man sich in fremde Kissen fallen lässt. Zudem ich auch die Gefahr von falsch verstandener Liebe durch Sex oder schlimmerer Rückschritte durch Ablehnung sehe.

    Und auch das Problem von 'wer will mich und wen will ich' wird mE nicht ausreichend erörtert. Will man doch einen normalen Mann ist die Frage, ob man den in Foren mit klangvollen Themen wie Rubensengel findet.

    Rausgehen, ja. Flirten, unbedingt. Die eigene Sexualität pflege, aber hallo! Sex mit anderen, nur unter Vorbehalt.

    Grüße

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  2. Ja, das ist die große Preisfrage - zumindest was mich betrifft: Was ist, wenn die, die ich will, mich nicht wollen? Womöglich gemeiner Weise, weil zu dick bin? Wie gehe ich emotional mit diesem Dilemma um, ohne entweder doch abzunehmen oder richtig bitter zu werden? Mein Verdacht ist, dass es verdammt schwer werden kann, die eigenen Ansprüche aufrecht zu erhalten. Aber zu problematisch und komplex durfte es beim Seminar nicht werden - das hätte die Party gestört. ; )

    Viele Grüße
    Nicola

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  3. Ja gut, ein wenig böse gesagt erinnert mich die ganze Veranstaltung nach Deinen Schilderungen auch fast etwas mehr an ein Motivationsseminar als an eine sachliche, tiefenpsychologische Beratung ;)

    Welche Ansprüche hast Du denn?

    Achja: Den Hinweis zu der Gestaltung von Datingprofilen finde ich aber schon interessant. Es ist erstaunlich wie viele da offensichtlich eine ganz verquere Selbstwahrnehmung haben und total abschreckend und negativ wirken..

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  4. Was für Ansprüche ich habe? Na, ich will einen Mann, der so schön ist, dass ich ihn immerzu angucken will, der eine Kanone im Bett ist und vegan kochen kann. Und ich würde jetzt sagen, "Spaß Beiseite" - wenn ich spaßen würde. ; )

    Tatsache ist: ich brauche ja auch gar keinen Mann. Wenn ich also für einen Mann Zeit und Kompromissbereitschaft aufbringen soll, dann ist es auch besser Supermann. Das Problem ist halt nur, dass ich selbst im Augenblick eher ein stillgelegtes Mauerblümchen bin - und welcher Supermann reißt sich da schon darum, Entwicklungshelfer sein? ; )

    Viele Grüße
    Nicola

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  5. Werte Lady,
    lassen Sie sich von einem voluminösen Mann gesagt sein: Ein schöner Körper braucht Platz! Und wenn Sie jemand zu dick (wat'n Quatsch) findet, dann ist jener als Sexualpartner kein Verlust. Der möchte nämlich eine Puppe. Und die soll er sich bei Orion&Co. besorgen. Die Aussagen der Damen Winston, Weinstein, Black, Tovar und Poretsky kann ich allesamt unterschreiben. Zweifeln Sie nicht an sich. Versuchen Sie das fremde und ungesunde Menschenbild, das Ihnen unsere irrsinnige "Schlankheits-Gesellschaft" eingeimpft hat, schleunigst loszuwerden. Wir brauchen keine schönen, schlankgehungerten Körper, um Sexualobjekte zu besitzen, die den Figuren in der einschlägigen Presse ähneln. Wir brauchen Menschen (f + m), die um ihre ureigenste Schönheit wissen. Die durch ihr Wesen, durch ihren Geist, durch Esprit und Verstand so schön sind, dass wir sie insgesamt einfach "begehrenswert" finden. Die Veränderung muss also "in unseren Köpfen" erst einmal stattfinden, damit sie die Gesellschaft erreichen kann. Und notfalls denken Sie einfach an mich: Ich bin stark übergewichtig - aber ich habe immer wieder wunderbare Frauen getroffen, die sich nicht bloss auf einen attraktiven Körper fokussiert hatten, sondern die den "ganzen Kerl" im Blick hatten. Und wir hatten (und haben) immer viel Freude aneinander - gerade auch in sexueller Hinsicht. Verlieren Sie nicht den Mut! Sie sind begehrenswert! Und wer Ihnen etwas anderes einreden will (auch das eigene Ich), auf den sollten Sie nichts geben. Genießen Sie das Leben!

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  6. Werter Herr,
    vielen Dank für den positiven und schwungvollen Kommentar! : ) Da fühlen sich bestimmt viele LeserInnen (mich eingeschlossen) gleich ein kleines bisschen besser.
    Trotzdem bleibt dicke Selbstakzeptanz, wie mir scheint, ein schweres Geschäft. In meiner Umgebung gibt es wohl kaum jemanden, der mich nicht anfeuern würde, wenn ich wieder Diät machen würde. Der Entschluss, es nicht mehr zu tun sorgt bisher eher für Verwirrung. ; )

    Herzliche Grüße
    Nicola

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  7. Schön, was drago da geschrieben hat. Aber das ändert ja nichts an der Situation, wenn man sich selber weder sexy findet, noch akzeptiert, noch liebt... etc. vielleicht müssten es dir ALLE Männer sagen, damit du es irgendwann auch so siehst oder fühlst, ich weiß es nicht. Wenn ich so lese und darüber nachdenke was du schreibst, dann fällt mir dazu direkt immer ein, dass es glaub ich keine Rolle spielt, wie schwer man tatsächlich ist. Das Gefängnis, in dem man lebt, das baut man ganz allein um sich herum. Praktische Tipps gibts viele, aber den Weg da raus muss glaub ich jede Frau ganz für sich allein finden. Es gibt kein Rezept. Und es ist eine ewige Baustelle, weil der Körper sich ja auch dauernd verändert. Irgendwann kommt das mit dem Älterwerden auch noch dazu.
    Eine Stelle deines Resumées möchte ich noch kommentieren: Du schreibst, "Entweder mein dicker Körper ist wunderschön und sexy oder nicht. Und wenn er es ist, wer braucht dann noch den Hinweis auf innere Werte?"
    Ein Körper, der nichts als Körper ist, den finde ich NIE sexy. Es ist die Persönlichkeit, und ich glaube die Damen meinen nicht innere Werte an sich, es kann nur innerer SEX gemeint sein, nur das erscheint mir plausibel.
    Es gibt Frauen, die toll aussehen, aber kaum eine Sexy Ausstrahlung haben... davon sieht man viele! Und dann gibt's solche wie Beth Ditto. Die strahlt mehr Sex aus als viele andere Frauen, und sie ist ein wunderbares Beispiel für Frauen mit Übergewicht und MEGA-Selbstbewusstsein. P.S. Meine Mama ist Beth Ditto Fan :-)

    Nicola, ich bin sicher du wandelst deine ganze Energie bald in irgendwas um, das dir noch mehr Kraft gibt weiterzumachen! Go on ^^

    Sexy Grüße,
    vybz

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  8. Na, ich würde schon sagen, dass an dem Gefängnis eine ganze Reihe von Instanzen zumindest mitgebaut haben. Mir scheint meine Erfahrung so weit verbreitet, dass ich denke, dass es sich hier nicht wirklich um eine individuelle Sache oder einen Zufall handelt. Gäb’s keine gesellschaftliche Ächtung von Fett, gäb’s hier auch kein Problem mit dem Selbstwert. Dass man dann am Ende des Tages trotz aller Ratschläge und aktivistischen Kampfgeheuls allein mit dem Problem dasitzt, weil man ja sein eigenes Leben in der Zwischenzeit irgendwie leben muss, stimmt natürlich – und das ist verdammt unfair. ; )
    Ich bin auch ein großer Fan von Beth Ditto – sie ist großartig und ein echtes Vorbild, wenn es um Selbstbehauptung geht! Ich frage mich, was passieren würde, wenn man sich in Anlehnung an ihre Kühnheit einfach doch mal neu erfinden würde…hm…da hast du mich jetzt, glaube ich, auf eine Idee gebracht, meine Gute!

    Für heute erst einmal sexy Grüße zurück! : )

    Nicola

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  9. Werte Dame,
    auch ich habe mich entschlossen, Gewicht zu reduzieren. Aber nicht, weil ich dafür garantiert Beifall von meinem Umfeld ernte (was durchaus der Fall ist), sondern weil ICH es so möchte. Auch will ich damit nicht in puncto Aussehen (incl. damit verbundener, zunehmender Akzeptanz) punkten, sondern etwas für meine persönliche Gesundheit tun. Ich habe es gelernt, dass mir die Meinung meiner Mitmenschen (bezüglich meiner Figur, meines Aussehens und besonders meines Körpergewichtes) "sowas von piepegal" sein kann, wenn ich aufhöre meinen Wert darüber zu definieren. Das sollten Sie auch nicht tun. Definieren Sie Ihren Wert als Person nicht an der allgemeinen Akzeptanz ihrer optischen Erscheinung, sondern lernen Sie, sich selbst zu lieben, weil Sie einfach liebenswert SIND. Sie hören damit gleichzeitig auf, ein bloßes "gefragtes Sexualobjekt" zu sein. Die gesamte Persönlichkeit, - so sie denn interessant, schön, aufregend etc. ist, - wird ohnehin dafür sorgen, dass man Sie "auch" als Sexualpartnerin attraktiv (also: anziehend!) findet. Noch einmal: Machen Sie sich immer wieder bewusst: Sie sind begehrenswert und schön, so wie Sie sind! Machen Sie ggf. ein Mantra draus, das Sie sich ständig wiederholen (als Nachricht an das Unterbewusstsein). Ich glaube an Sie und Ihren Erfolg!

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  10. Hey ;)
    Du hast einen echt schönen Blog!
    Würde mich freuen wenn du mal auf unserem "Best of Blog" vorbei schauen würdest, und auch mit machen würdest ;)

    http://momentoftime11.blogspot.de/2013/02/best-of-blog-febuar.html

    lg
    xoxo
    Julia

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