Sonntag, 4. Oktober 2015

Follow me around 33: Die Frau meiner Träume

"Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr."

(Rilkes Herbsttag)


Vor ein paar Tagen habe ich nach einem Spaziergang um den Block mit meiner Nachbarin Ilse (77) auf der Bank im Dorfzentrum neben der Apotheke gesessen, und auf verzweigten Wegen sind wir irgendwie auf das Thema gekommen, was ich tun würde, wenn ich die wirtschaftliche/berufliche Unabhängigkeit hätte, ganz genau so zu leben, wie es mir gefällt. und das Ergebnis war einerseits nicht sehr erstaunlich: Ich lebe im Augenblick nicht so, wie ich es als ideal empfunden würde.

Andererseits war es ziemlich überraschend, weil sich an meiner Vorstellung vom wirklich guten Leben nicht viel geändert hat, seit ich ein Kind bin. Offenbar auch nicht im Zuge all der Selbstbespiegelung, der Analysen und all der Versuche der letzen Jahre, erwachsene und gesunde weil realistische Ziele und Pläne zu entwickeln. Obwohl ich mich lange nicht mit ihnen aufgehalten habe, sind die alten Vorstellungen und Wünsche nicht nur gar nicht aufgegeben, sie haben auch kein echtes vernünftiges Update erhalten: Haus mit wildem Garten und Pool, Katze(n), Hund, vom Schreiben leben,...

Ein Kleiderschrank voll mit Kostümen, so dass frau nie darüber nachdenken muss, was sie anzieht, war ja auch schon immer Teil des Märchenplans, der sich scheinbar nicht wirklich abschütteln lässt. Er bricht immer wieder durch. Dünnsein ist übrigens wirklich nicht mehr auf der Liste. Das wäre zumindest geschafft. Obgleich in letzter Zeit die Erkenntnis (egal wie das jetzt klingt, seien wir einfach ehrlich), dass ich insbesondere als junge Frau durchaus als norm-attraktiv hätte durchgehen können, wenn ich nicht dank Jojo wirklich immer mehr zugenommen und mich in dünneren Zeiten trotzdem verunsichert und traumatisiert durch die ständige negative Bewertung von außen in Sack und Asche versteckt hätte, immer mehr an mir nagt. Ich hätte in den Genuss der wissenschaftlich gesicherten, gesellschaftlichen Bevorzugung gutaussehender Menschen kommen können. Ich hätte von positiven Vorurteilen und womöglich einem ganz natürlich von außen gestärkten Selbstbewusstsein profitieren und getragen werden können. Aber daraus ist ja nun bekanntlich nichts geworden. Erst kam das von meiner nächsten Umgebung imaginierte Fett dazwischen, später das tatsächlich vorhandene.

Ich weiß, dass ich es in frühen Blogposts am Anfang meiner Selbstakzeptanz-Reise für absolut schlüssig hielt, was ich insbesondere in Ausführungen der Aktivistin Kate Harding gelesen hatte. Was im dicken Leben nicht gelingt, gelingt auch im dünnen nicht, weil Dünnsein nicht der Schlüssel zu Erfolg und Glück ist. Persönlichkeit und Talent sind wichtiger und am Ende maßgeblich. Und es ist für Dicke eine heilsame Übung, dass großartige, dünne Fantasieleben im Kopf endlich zugunsten der Realität aufzugeben. Wirklich? Ist das alles so? Heute würde ich das nicht mehr ganz so schnell und auch nicht mehr in vollem Umfang unterschreiben.

Denn natürlich ist man in einer fettphobischen Gesellschaft als dicker Mensch grundsätzlich im Nachteil, wenn es darum geht, das zu erreichen und zu bekommen, was man will. Und allein die Arbeit und Energie, die Dicke zumeist investieren müssen, um gegen den eigenen Selbsthass UND den der Gesellschaft anzukämpfen, bzw. sich darüber hinwegzusetzen und trotz dieser Hindernisse ihr Leben in die Hand zu nehmen, stellen eine Erschwernis dar, die ich nicht mehr unterschätzen, geschweige denn großzügig abtun würde. Schon gar nicht nach vier Jahren dicker Selbstakzeptanz. Ich weiß jetzt, wie hart die Arbeit ist.Und wie gigantisch die Widerstände.

Die Frage ist und bleibt: Wie viel einfacher wäre mein Leben wirklich gewesen? Wie viel unbeschwerter und glücklicher? Und wäre ich dünn womöglich mittlerweile doch zu meinem Swimming-Pool gekommen?

Vision Thing III

Mittlerweile ist es schon zwei Jahre her, dass ich mein letztes Vision Board erstellt habe. Vision Boards sind eine Visualisierung aktueller, persönlicher Ziele und Prioritäten. Sie sind ein Werkzeug zur Selbsterkenntnis, aber auch zur Motivation und zum Selbstmanagement. Zum Vergleich befinden sich hier Teil I und Teil II. Ich selbst sehe schon eine Entwicklung, glaube ich. Während ich nicht all das habe, was ich mir wünsche, ist die Liste doch, so mein Eindruck, knackiger und konsequenter geworden.

Eindrücke
Ordnung
Abgrenzung
Partnerschaft
Unabhängige Arbeit
Haltung
Heimkehr
Liebesbriefe
Freiraum
Bücher
Netzwerk
Geschichten
Swimmingpool
Selbstverteidigung
Sicherheit
Sichtbarkeit

Verlegenheit

Was mein dringendes Vorhaben angeht, mehr zu schreiben UND zu veröffentlichen, so werde ich nun zunächst einmal übungshalber meine ersten Schritte in die für mich bisher ambivalente Welt des Selbstverlegens machen. Ich habe Bücher in mir und auf der Festplatte. Und bislang war es ein wenig schwierig, einen Agenten hinreichend für das Thema Fettakzeptanz zu begeistern. Zumindest auf die Art und Weise, wie ich mir das so vorstelle.

Bisher gab es drei Buchveröffentlichungen in meinem Leben. Einen Gedichtband, einen Roman und einen Diät-Ratgeber. Zwar wurde jedes von einem Verlag angenommen und herausgebracht, aber Buch 1 und 2 waren, wenn man ehrlich ist, Flops. Das letzte war ein wenig erfolgreicher, aber das war eben auch nicht schwer. Was die Chancen angeht, schreibend zukünftig auch nur einen substantiellen Teil meines Lebensunterhalts zu bestreiten, mache ich mir wenig Illusionen. Aber ich erlaube mir auch, ein wenig zu träumen.

Der kleine Roman wurde 2003 unter dem Titel "Mirjas Macht" veröffentlicht. Das war der Titel des Verlags. Meiner war "Hexe im Regen", aber der wurde abgelehnt, weil sie fanden, er sei gleich doppelt negativ belegt. Ich liebe ja beides: Hexen und Regen. Nun werde ich die "Hexe" vielleicht neu überarbeiten und als, wie gesagt, ersten selbstverlegerischen Gehversuch und als Kindle-Version im Netz verfügbar machen.

Ach, und hier noch zwei Gedichte aus dem Bändchen, das 2000 erschienen ist. Ich kann mir nicht helfen - die Möglichkeit, Texte mithilfe des Internets heutzutage zumindest theoretisch der gesamten Welt zu zeigen, ist zu verführerisch. Für wen Lyrik nichts ist, dem wünsche ich schon mal eine gute Nacht! ; )


Erkältung

Seine dünnen langen
weißen Hände (mit dem tätowierten
Drachen über dem Daumen) graben
den Strand um auf der Suche
nach Kieselsteinen. Zum Spielen.
Geduldig blicken
die ältesten Geschöpfe über
das schwarze Wasser.
Todd sagt: Es wird gleich regnen. Und
du hast den Schirm im wagen gelassen.
Sie haben Altersringe in ihren
Panzern. Wie Bäume. Der
Strand ist leer. Was ist
im Herzen einer Schildkröte.
Meine Mutter
hat mich der Erde
übergeben bevor ich geboren
wurde. Sie vergrub mich
und kam nie zurück um nach mir
zu sehen. Wir alle
tragen unsere Leben
in Schachteln herum. Todd sagt:
Wenn wir jetzt nicht gehen
bin ich morgen erkältet. Ich
weiß es einfach.


Für Harry Hinz

Hey
alter Mann auf deine
Gesundheit.
Jetzt da sie dich
sicher unter die Erde gebracht
haben. Sieht so aus
ich werde du. Haben uns beide
in meiner Nabelschnur
verheddert. Hatte immer Angst
mir könnten über Nacht die Zähne
wegfaulen. Kindheit im Bad
verbracht. Bürste im Mund. Bukowski
auf den Knien. Was soll's.
Nu wird meine Tochter auch
ne Gauklerin.
Hey alter Gaukler
danke für die Stimmen
in meinem Kopf. Danke
dass du mir die
Revolution gegen die Frauen
beigebracht hast. Danke
dass du nicht so getan hast
als wären deine Hände
nicht leer. Wo wäre ich heute
wenn ich gewusst hätte
wo es lang geht.
Auf dich.


NH


Sonntag, 27. September 2015

Follow me around 32: Haul


Schon wieder Samstagabend. Nicola allein zu Hause. Wenigstens habe ich vorher eingekauft. So habe ich nun trotz allem Trott was zu erzählen. Wenn meine Mutter und ich früher zusammen einkaufen gegangen sind, gab es hinterher immer beim Kaffee eine Runde "Schätze herzeigen". So etwas Ähnliches sind ja auch die "Hauls" im Internet heute.

Zunächst einmal würde ich gern sagen, dass die veganen Reissirup Schoko Flakes mit Zartbitterschokolade von 3 PAULY nichts, ABER AUCH NICHTS mit herkömmlichen Choco-Crossies zu tun haben. Eigentlich, wenn man mir eine Pistole auf die Brust setzen und mich zu rückhaltloser Ehrlichkeit zwingen würde, müsste ich sagen, dass sie meiner Ansicht nach noch nicht einmal viel mit Nahrung zu tun haben. Und, oooh ja, sie sind verdammt bitter.

Was auch vegan, aber natürlich ausgesprochen essbar ist, ist meine (zumindest bei mir selbst) allseits beliebte, alljährliche Kürbissuppe. Zum Kürbis habe ich mir in diesem Jahr ein schickes, scharfes Messer gekauft, um nicht, wie vormals, Stunden damit zu verbringen, ihn in der Mitte zu spalten. Mit dem richtigen Messer könnte ich das nun den ganzen Tag über tun. Sozusagen als Prelude zu Halloween und als Hommage an Michael Myers. Und als Ventil, um schnaubende Wut über die kleinen Dinge abzulassen.

Denn "die kleinen Dinge" im Leben, sind nicht immer die, die sprichwörtlich Freunde bereiten. Wenn ihr mich fragt, sind ihr Einfluss und Ruf in dem Bereich komplett überbewertet. Denn die "kleinen Dinge" sind es auch, die einen absolut fertig machen können. Dauernd klemmt was. Dauernd fällt was. Dauernd ist irgendetwas im Weg oder ganz anders als gedacht. Aber ich nehme an, Gemüse kleinzuhämmern, wäre vermutlich die bessere Wahl als...na, sagen wir mal, als auf den Computer einzudreschen, nachdem er zum hundertsten Mal abgestürzt ist. Es war nicht wirklich seine Schuld. Was ihm zugesetzt hat, waren die abgegrabbelten DVDs, die ich aus der Zentralbibliothek ausgeliehen habe. 

Ja, zum ersten Mal seit dem Studium bin ich wieder Mitglied einer öffentlichen Leihbücherei. Das Konzept, Bücher und Medien nicht mehr kaufen und dann auch noch auf meinen 62 Quadratmetern permanent lagern zu müssen, schien mir plötzlich eine himmlische Lösung für viele Probleme zu sein -  und die ruhigen Hallen voller Bücher kamen mir natürlich ohnehin paradiesisch vor. Zu meinem Entzücken hat die hamburger Zentralbibliothek sogar ein Parkhaus!

Das ändert nichts daran, dass ich schon Probleme beim Ausleihen der Medien hatte, weil erst der dritte Automat sie erkannt und freigegeben hat. Und nun kann mein Computer sie nicht störungsfrei abspielen, und die vierte Staffel von "Parks and Recreation" schlingert bereits zum x-ten Mal im Laufwerk. Ich kann so nicht arbeiten... wünscht mir und Bette Davis für den Rest des Abends Glück. 

Ganz habe ich natürlich nicht damit aufgehört, Bücher zu erwerben. Insbesondere was Bilderbücher für meine Sammlung angeht, ist der Besitzerstolz natürlich Teil des Deals. Und meine Liebe für Mäuse, die in Baumwurzeln wohnen, ist ungebrochen. Das antiquarische Bilderbuch, das ich letzte Woche bestellt habe, kam mir plötzlich merkwürdig bekannt vor, als ich es ausgepackt hatte...jupp, das passiert mir übrigens mit Büchern öfter mal. Was das beweißt ist aber auch, dass man auf vielen Feldern keine großen Wandlungen durchmacht / durchmachen kann, bzw. im Kern erstaunlich konsistent ist. 


 Und dann sah ich im Schaufenster Ohrringe, die ich wirklich nicht brauche und dachte, dass ich sie ganz dringend brauche, um mich für irgendeinen zukünftigen Anlass hübsch zu machen. Es war das Swimming-Pool-Blau und dass das scheinbar opake Glas doch Licht hindurch lässt und bricht, wenn es im richtigen Winkel einfällt. Anprobiert habe ich sie im Laden nicht. Wer kommt denn auch auf die Idee, dass die Hänger für meine fleischigen und langen Ohrläppchen (wie bereits berichtet, vom Vater geerbt) zu kurz sind? Und da sie nicht angedrahtet sondern angelötet sind, kann ich sie nun zum Juwelier tragen, und ändern lassen. In Ohrring-Hänger könnte man sich vermutlich nicht hineinhungern, selbst wenn man es vorhätte.


Durch puren Zufall und in Begleitung einer lauferfahrenen Person fand ich mich letzte Woche in einem Marken-Outlet in Neumünster wieder. Dass ich große Pläne habe, was meinen Fitness-Level angeht, aber bisher wenig bis nichts unternommen habe, um ihn zu steigern, erzähle ich ja immer gern jedem der es hören oder nicht hören will. Und obwohl ich natürlich über Turnschuhe verfüge, habe ich noch nie zuvor ein Paar ausgewiesene High-Tech-Laufschuhe besessen. Jetzt schon. Quasi wie die Jungfrau zum Kinde.Und preiswert geschossen.

Ich tue mich mit der unruhigen Optik der meisten modernen Sportschuhe schwer. Sie sehen fast alle aus, wie grelle Omagesundheitsschuhe. Am Fuß allerdings sind die, die ich dann doch mitgenommen habe (asics, GEL-Super J33 in Purple/Lime/Raspberry (!!!)), fast nicht zu spüren. Es fühlt sich an, als wäre man irgendwie barfuß, aber mit einem Luftpolster zwischen Fußsohle und dem Boden. Sie sehen schrill und wirr aus, aber das Laufgefühl ist wirklich ziemlich gut. Jetzt müsste ich also wirklich nur noch losschweben.


Samstag, 26. September 2015

Die dicken Damen des Herrn Hongfei

Ein Bekannter hat mir Fotos von Skulpturen des chinesischen Künstlers XU Hongfei geschickt, die bis zum 13. September im Lustgarten in Berlin und auf dem Potsdamer Platz zu sehen waren. Offenbar sind die Werke unter dem Titel "Chubby Women" (In Berlin hießen sie offenbar "Fat Ladies" (?)) seit 2013 auf Welttour und sind u.a. bereits in Singapur, Melbourne, London, Paris und Mailand ausgestellt worden. Die Austellung war Teil des Kulturaustausches zwischen Berlin und der chinesischen Provinz Guangdong. 

Im Flyer zur Ausstellung stand, dass Hongfei mit seinen dicken Frauen genau das vermitteln will, was wahrscheinlich auch jeder auf den ersten Blick vermuten würde: "Jeder Mensch hat das Recht, sich und seinen Körper zu mögen." Somit haben die Arbeiten Hongfeis künstlerischer Absicht zufolge weder einen doppelten Boden noch eine unerwartete Botschaft. Und schon gar keine unterliegende Ironie. Hongfei fordert das Publikum übrigens im Flyer explizit dazu auf, die Skulpturen anzufassen und zu fotografieren.

Er hat (halb)nackte, runde Frauenfiguren kreiert, die offenkundig (auch/trotzdem) sexuelle Wesen sind. Und die selbstbewusst und mit großer Bestimmtheit, körperlicher Kraft und Energie, sowie Freude öffentlichen Raum einnehmen und sich so gegen Weiblichkeits- und Schönheitsstandards stemmen. Mir haben sie wirklich gefallen, obwohl einige von ihnen natürlich haarscharf an fettem Kitsch vorbeischrammen. Leider habe ich es nicht rechtzeitig in die Hauptstadt geschafft, aber umso mehr habe ich mich über die Fotos und den Hinweis auf die Ausstellung gefreut. 

Ich frage mich, ob sie wohl für viele der Betrachter eine sehr große ästhetische Herausforderung gewesen sind. Und wie viele die dicken Frauen einfach nur für "lustig" oder, andererseits, schlicht "ekelhaft" oder "anstößig" fanden. "Lustige" Dicke sind natürlich kein besonders innovatives Konzept und im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit ihrer gesellschaftlichen Herabsetzung und die Veränderung von Sehgewohnheiten nicht wirklich hilfreich. Trotzdem: Am Ende kriegt weibliches Fett natürlich nur selten eine solch öffentliche Bühne.









NH

Liebster Award

Ich habe von Dani von Danjeschkas Tests einen Preis verliehen bekommen! 

Das ist, glaube ich, mein zweiter, und ich freue mich natürlich sehr über die Anerkennung. Teil der Awards ist ja immer ein kleiner Fragekatalog und hier sind Danis Fragen an die von ihr Nominierten:

1. Warum bloggst du?

Weil ich gern schreibe, ein Showgirl bin und platzen würde, wenn ich nicht meine vielen Meinungen, Ansichten und Überzeugungen über die Welt in eben jene hinausschicken könnte. Der Göttin sei Dank für das Internet!

2. Was motiviert dich neue Posts zu schreiben?

Ich brauche keine Motivation, um zu schreiben. Ich brauche aber natürlich Zeit - und das ist leider immer wieder das größte Hindernis.

3. Würdest du deinen eigentlichen Job kündigen, wenn du vom Bloggen leben könntest?

Ja. Ich würde mir selbst kündigen. ; )

4. Bist du rundum zufrieden mit deinem Blog oder würdest du gerne was ändern?

Ich bin schon zufrieden mit den meisten Aspekten meines Blog. Obwohl ich natürlich auch Pläne für Weiterentwicklung und Veränderungen habe.

5. Was wäre dein Traum-Thema über das du mal gerne bloggen würdest?

Eigentlich blogge ich schon genau über das, was mich am meisten interessiert/persönlich umtreibt. Aber jetzt, wo ich so darüber nachdenke - vielleicht gäbe es auch noch andere Themen für ein anderes Blog...hm...

6. Welcher deiner Posts ist dir der liebste?

Ich habe alle meine Post lieb. ; ) Für gewöhnlich ist mir der zuletzt veröffentlichte am liebsten. Vielleicht finde ich diese hier aber doch besonders gelungen/relevant:




7. Wenn du ein Buntstift wärst, welche Farbe wärst du?

Pink.

8. Kuchen oder Kekse?

Na beides! Ist doch wohl klar! ; )

9. Welches ist dein Lieblingsblog, neben deinem eigenen?

Das ist ganz schwer zu sagen, denn da gibt es viele, bei denen ich gleich gern vorbeischaue. Eines meiner Lieblingsblogs ist sicherlich das englischsprachige Fettakzeptanz-Blog Just me, Leah

10. Cola oder Cocktails?

Ich lebe ja die meiste Zeit des Tages von von Diet Coke/Coke Zero. Also Ersteres.

11. Wo würdest du am liebsten mal ein Jahr lang leben?

Hm...ich denke, wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich noch mal ein Jahr in Los Angeles verbringen. Wenn ich einen völlig neuen Ort wählen müsste, wäre es noch immer Tokio. Das steht auch als Reiseziel schon so lange auf meiner Liste.


NH


Sonntag, 20. September 2015

Follow me around 31: Saturday Night Life


Ich hab's getan. Ich habe mir bei Penny eben die ersten Weihnachtskekse des Jahres gekauft. Außerdem eine Geburtstagskarte mit einem Leoparden drauf. Die schicke ich mir dann in drei Monaten selbst. Dann noch einen "glitzernden Prinzessinnen-Pack" von Lillifee, sowie zweimal die selbe Ausgabe von Wendy, weil ich bitteschön gleich ZWEI von den beiliegenden Fashion Cats haben wollte, denn die tragen auch Krone und bringen sogar ihr eigenes Schloss jeweils gleich mit. Erst hatte ich die Eingabe, heute Abend noch eine ganze Stadt aus Fashion Cat Schlössern zu errichten, aber dann dachte ich an all die Entrümpelungsarbeiten der letzten Jahre und hielt mich zurück. Obwohl - was könnte es Besseres geben, als Katzen in Fertigbauschlössern? Überhaupt sagt mir die Vorstellung, dass der magische Status und das Leben einer "Prinzessin" sozusagen im praktischen Starter-Kit zu bekommen ist, wirklich zu. Wie cool wäre das? Und als vermutlich ziemlich radikale Feministin habe ich bekanntlich trotzdem mit Pinkifizierung kein Problem whatsoever. Schon gar nicht mit meiner eigenen.

Die Dicke Dame Dating Tour - Teil 1

Was uns zur Suche nach einem "König" bringt. Wenigstens habe ich mich nun endlich zum Speed Dating angemeldet - und der Gründlichkeit halber für gleich zwei Veranstaltungen. Am 11.10.2015 sitze ich ab 21 Uhr in der Turmbar in Hamburg (der Veranstalter ist DateYork) einer Hand voll wildfremden Männern gegenüber und hoffe wirklich nur das Beste, bzw. dass das Ganze nicht auch wieder in komischer Tragik endet. Und für den Fall, dass beim allerersten Daten am laufenden Band keiner abfällt, habe ich auch noch eine zweite Buchung für den 25.10.2015, um ab 16 Uhr in der Gecko Bar (der Veranstalter ist speeddating.de) Kandidaten auf den Zahn zu fühlen. Wobei ich bei meiner Altersgruppe (40 bis 54 bzw. 56) nur hoffen kann, dass da noch alle Teilnehmer die meisten ihrer Zähne haben. Herrje, wann bin ich eigentlich so alt geworden...

Rettet die Wale




Vorsicht bei diesem Bild: Satire!

Vor ca. 10 Jahren habe ich mal in einer Talkshow gesessen, und Frank Elstner auf seine Nachfrage hin erklärt, dass es sehr wohl möglich ist, Vegetarierin und dick zu sein. Denn ich war immerhin ein ziemlich deutliches Beispiel dafür.

Der Grund, warum ich dieser Tage immer mal wieder einen Anlauf unternehme, mich weitgehend vegan zu ernähren, ist, dass ich es für eine plausible, ethische  Entscheidung halte. Auf Fleisch und jetzt auch auf andere Tierprodukte zu verzichten, ist nichts, was ich aus primär gesundheitlichen Gründen unternehme. Meine Motive waren und sind in erster Linie moralisch. Als ich mit ca. 12 Jahren aufhörte, Fleisch zu essen, war es nicht schick, vegetarisch zu sein. Es war eher dünnlippig, freudlos und auf ausgewaschene und ungekämmte Weise "alternativ". Zumindest ist das die Atmosphäre, die meine Erinnerung noch so hergibt.

Der Veganismus, der mir heute so begegnet, hat mehrere Ausläufer, von denen die Mehrzahl mir mitunter unerträglich eitel und durch elitäres Gehabe geprägt zu sein scheint. Es ist selbstverständlich im Augenblick super stylish, vegan zu sein. Und während es Tieren natürlich egal sein kann, warum sie verschont bleiben, so ist doch fraglich, ob die "Mode" Veganismus nicht womöglich, wie alle Moden, am bitteren Ende ein klares Verfallsdatum hat.

Das gilt besonders im Hinblick auf die Tatsache, dass Veganismus auch deshalb boomt, weil er angeblich dünn macht. Für viele ist er lediglich ein neuer Diätversuch. Und als solcher, wird er bei Scharen von Vegan-for-Fit-Anhängern scheitern und abgebrochen werden. Attila Hildmans vegane Fitnessratgeber und Kochbücher (mit ihrem grammatikalisch eigentümlich abwegigen Titel) werden womöglich in ihrer Mehrheit zusammen mit der "Dukan Diät" und "Schlank im Schlaf" auf Regalen verstauben, während ihre Käufer schon längst wieder zu alten, tier-un-freundlichen Ernährungsweisen zurückgekehrt sein werden.

Besonders ärgerlich wird die Verbindung von Veganismus und Body Shaming natürlich, wenn sie ausgerechnet von einer Tierschutzvereinigung gezielt und bewusst instrumentalisiert wird. PETA hat sich hier in den vergangenen Jahren einen berühmt-berüchtigt fiesen Ruf erworben. Und müsste, wenn alles mit rechten Dingen zuginge, mehr potentielle Mitglieder verschreckt als gewonnen haben. Auch hat  PETA natürlich wiederholt das deutlichste Beispiel dafür präsentiert, was passiert, wenn Tierschutz keine Überzeugung, sondern nur ein Accessoire ist: Mehrere der prominenten Frauen, die sich für PETAs Anti-Pelz-Kampagnen über die Jahre hinweg nackig gemacht haben, wurden später selbstverständlich wieder im Pelzmantel gesichtet. PETA basht bekanntlich nicht nur systematisch dicke Menschen, sondern erstaunt auch immer wieder mit grellem Sexismus. Von halbnackten Frauen in Ketten bis zur Verharmlosung von sexueller Gewalt - die Tierschützer schrecken werbetechnisch so leicht vor nichts zurück. Schließlich sind sie kein Club für die "ethische Behandlung von Frauen". Darum können sich dann ja andere kümmern.

Unter der Überschrift "Vegan for Fat" hat Ulrich Bender im Vegan Magazin (April/Mai 2015) darüber geschrieben, dass vegane Ernährung mitnichten automatisch schlank und straff macht. Er muss es wissen, denn er ist ein dicker Veganer, der vegane Diätprogramme versucht, aufgegeben und sich dann entschieden hat, nun doch dick zu bleiben, obleich er als dicker Veganer mitunter mit besonderem Unverständnis konfrontiert wird, weil er doch eigentlich und dem veganen Klischee zufolge gar nicht dick sein kann. Er überlegt, einen  Verein zu gründen: "Die anonymen fetten Veganer". "...wir werden (...) darüber sprechen, wie wir es schaffen, trotz fantastischer tierleidfreier und vitaminberstender Nahrung mit schlechtem Gewissen und Übergewicht durchs Leben zu watscheln."

NH