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Sonntag, 7. Februar 2016

Follow me around 41: Gehn wir ein Stückchen



Ich habe endlich zwei Dinge erledigt, die ich ja schon lange vorhatte: Ich habe mir meine brandneuen High-Tech-Turnschuhe angezogen und bin seit langer Zeit mal wieder (für meine Verhältnisse) zügig durch die Landschaft gegangen. Genau genommen, durch den Hinterwald meiner Kindertage. Außerdem habe ich dabei Selbstgespräche geführt und damit mein allererstes Vlog gefilmt.

Wie alles, was ich hier tue, war es natürlich ein Selbstexperiment und keine sehr ausgeklügelte Produktion (Was kann ich tun, was traue ich mich und wie sehe ich dann eigentlich von außen aus?). Darum wirkt das erste Filmchen auch wieder etwas experimentell. Es ist verwackelt, die Kamera zickt rum, am Ende geht das Licht weg und zwischendrin stockt der Redefluss (es geht übrigens im weitesten Sinne um den vorangegangenen Blogpost), die Stimme wird piepsig, es gibt Wiederholungen und Pausen, und Haare und Gesicht sitzen irgendwie auch nicht (oh, das Kinn, das Kinn). Aber schließlich geht es hier ja nun gerade darum: Selbstakzeptanz. Für mich war es mal wieder eine Übung darin, mich selbst auszuhalten. Und das kann ich eben glücklicherweise immer besser. Ich glaube sogar ganz sicher, dass ich beim nächsten Spaziergang wieder so vor-gehe, weil es mir zu guter Letzt dann auch wirklich Spaß gemacht hat.

Und ja, der Wind im Ton nervt enorm. Den habe ich beim Schneiden gar nicht so wahrgenommen.





© Nicola Hinz 2016

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Follow me around 35: Kästchen für Merkwürdigkeiten*

*Erich Kästner in Pünktchen und Anton

Was ich noch sagen wollte, bevor das Jahr endgültig vorbei ist:

1. Ist es sonst noch jemandem aufgefallen? Die erste Ausgabe des Magazins Barbara, dessen Editor at Large angeblich Barbara Schöneberger ist, ist trotz neongelber Verheißung auf dem Cover mitnichten ganz ohne "Diät". Erstaunlich, wie Redaktionen von Frauenmagazinen offenbar so gehirngewaschen und programmiert sind, dass sie nicht einmal bei klarster und selbstverordneter Vorgabe in der Lage sind, ihren Leserinnen überhaupt gar kein schlechtes Gewissen zu machen, wenn die irgendetwas essen wollen. "Hüftgoldfaktor"? Echt jetzt? Wenigstens war die Modestrecke ganz schön und die erste Kolumne von Karina Lübke ("bitte recht feindlich") hat mir gut gefallen - auch weil ich selbst das Thema, dass nicht lächelnde Frauen sich leicht verdächtig und höchst unbeliebt machen, hier schon so oft bearbeitet habe.

2. Ich esse im Augenblick übrigens sehr viel Quark. Also bye-bye vegane Ernährung. Fürs Erste.

3. Meine Laufschuhe sind noch unbenutzt. Und bei den Muskelprotzen war ich auch noch kein einziges Mal. Wieder Monatsbeiträge, die anders besser verschwendet gewesen wären. Ich fühle mich deswegen aber nicht wieder unzulänglich und schuldig. Auch deshalb nicht, weil, während Sport vermutlich durchaus gesund ist, seine Rolle beim Abnehmen eher gering bis fragwürdig ist. Das ist übrigens schon lange Wissenschaft. Und überhaupt nicht erstaunlich. Denn Sport macht nicht zuletzt aber dafür natürlicherweise hungrig. Obendrein verbrauchen wir durch Bewegung in der Regel nicht annähernd so viele Kalorien, wie es sich anfühlt. ; ) Um z.B. ein Snickers "abzuarbeiten" (ca. 250 Kalorien) müsste ich 30 Minuten joggen. Was nicht passieren wird. Wer das alles nicht glaubt, kann es googeln. Oder hier nachsehen.

4. Ich habe sechs Adventskalender. Nicht die mit Schokolade, sondern die mit Bildern. Sechs mag ein wenig übertrieben scheinen, und eigentlich hatte ich vor, in diesem Jahr gar keinen zu kaufen, obwohl ich halt so gern die Türchen öffne. Was mal wieder beweist, dass Verbote nicht selten nur zu besonders großem Verlangen und, bei Gelegenheit, anschließender, panikartiger Überkompensation führen.

5. Im Leben habe ich mir bisher nur ein einziges Mal etwas von Christian Lacroix leisten können: einen Notizblock. Heute. Aber auch nur, weil er gerade bei TK Maxx verramscht wird.

6. Außerdem habe ich ein halbes Dutzend "Pro/Con-Blöcke" gekauft. Nicht dass man dafür wirklich Vordrucke bräuchte - man kann natürlich auch einfach eine Linie in der Mitte eines Blattes ziehen. Aber mich beruhigen designierte Notizblöcke im Allgemeinen. Ich bin ja auch eine feurige Anhängerin von Klemmbrettern und Listen, Listen, Listen. Jeder Block hat 60 Seiten, das reicht also für 360 Entscheidungen. Fast für jeden Tag eine. Und ich habe das Gefühl, ich werde so viel entscheiden müssen...

7. Ich habe mir selbst einen Brief zum 44. Geburtstag geschrieben. Dafür hatte ich eine Karte mit einem Leoparden darauf gekauft. Wie sich dann herausstellte, war sie aber viel zu klein. Und ich habe noch vier weitere Karten gebraucht. Dabei habe ich ziemlich viel geweint, aber der Text floss erstaunlich leicht aus der Hand. Ich habe mir viel Glück gewünscht, denn ich kann es brauchen. Lesen werde ich diese Post allerdings erst an meinem 45. Geburtstag.

8. Ich bin nicht sehr froh, in zwei Tagen wirklich eine Mittvierzigerin geworden zu sein. All die Zeit! All die Zeit ist weg. Und mit jeder Sekunde trudelt man dem Ende entgegen. Ich bin derweil bekanntlich noch immer nicht in einem Becken mit Nilkrokodilen geschwommen.

9.  Mein Nachbar hat seine alten Fenster aus Holz gegen Plastikfenster austauschen lassen, und ich kann gar nicht hinsehen. Ein Graus.

10. Der Mann, der die alten Fenster heute aus dem Vorgarten abholen sollte, blockierte mit seinem Pritschenwagen die Einfahrt, als ich nach hause kam. Er saß aber noch drin. Ich machte Gesten, dass ich genau da rein wollte, wo er stand. Er stieg aus, ich wunderte mich, ließ mein Fenster herunter und sagte: "Das ist meine Einfahrt." Er sagte: "Ich bleibe hier jetzt aber für eine Weile stehen." Und ich sagte: "Ich will in meine Einfahrt. Und zwar jetzt." Was er daraufhin erwiderte, weiß ich nicht, weil ich mein Fenster wieder hochfuhr und ihm für ein paar Sekunden dabei zusah, wie er unschlüssig und verschlagen zwischen unseren Fahrzeugen herumstand und vermutlich abwog, ob er das Ganze wohl gewinnen könnte. Ob er der dicken Zicke wohl zeigen könnte, wer der Herr der Auffahrt war. Und ihm war anzumerken, wie sehr es ihn wurmte, dass er da überhaupt groß überlegen musste. In einer besseren Welt würde sich ohnehin kein Weibsbild so aufspielen. Ich rief noch einmal "Jetzt!" und zeigte auf seine Fahrertür. Als er noch immer zögerte, drückte ich auf meine Hupe. Und zwar so lange, wie er brauchte, um ein verwirrtes Tänzchen zu machen, sich auf seinen Fahrersitz zu schwingen und widerwillig den Weg frei zu geben...Das Frausein im Kleinwagen - es geht mir sowas von auf die Eierstöcke...

NH

Sonntag, 27. September 2015

Follow me around 32: Haul


Schon wieder Samstagabend. Nicola allein zu Hause. Wenigstens habe ich vorher eingekauft. So habe ich nun trotz allem Trott was zu erzählen. Wenn meine Mutter und ich früher zusammen einkaufen gegangen sind, gab es hinterher immer beim Kaffee eine Runde "Schätze herzeigen". So etwas Ähnliches sind ja auch die "Hauls" im Internet heute.

Zunächst einmal würde ich gern sagen, dass die veganen Reissirup Schoko Flakes mit Zartbitterschokolade von 3 PAULY nichts, ABER AUCH NICHTS mit herkömmlichen Choco-Crossies zu tun haben. Eigentlich, wenn man mir eine Pistole auf die Brust setzen und mich zu rückhaltloser Ehrlichkeit zwingen würde, müsste ich sagen, dass sie meiner Ansicht nach noch nicht einmal viel mit Nahrung zu tun haben. Und, oooh ja, sie sind verdammt bitter.

Was auch vegan, aber natürlich ausgesprochen essbar ist, ist meine (zumindest bei mir selbst) allseits beliebte, alljährliche Kürbissuppe. Zum Kürbis habe ich mir in diesem Jahr ein schickes, scharfes Messer gekauft, um nicht, wie vormals, Stunden damit zu verbringen, ihn in der Mitte zu spalten. Mit dem richtigen Messer könnte ich das nun den ganzen Tag über tun. Sozusagen als Prelude zu Halloween und als Hommage an Michael Myers. Und als Ventil, um schnaubende Wut über die kleinen Dinge abzulassen.

Denn "die kleinen Dinge" im Leben, sind nicht immer die, die sprichwörtlich Freunde bereiten. Wenn ihr mich fragt, sind ihr Einfluss und Ruf in dem Bereich komplett überbewertet. Denn die "kleinen Dinge" sind es auch, die einen absolut fertig machen können. Dauernd klemmt was. Dauernd fällt was. Dauernd ist irgendetwas im Weg oder ganz anders als gedacht. Aber ich nehme an, Gemüse kleinzuhämmern, wäre vermutlich die bessere Wahl als...na, sagen wir mal, als auf den Computer einzudreschen, nachdem er zum hundertsten Mal abgestürzt ist. Es war nicht wirklich seine Schuld. Was ihm zugesetzt hat, waren die abgegrabbelten DVDs, die ich aus der Zentralbibliothek ausgeliehen habe. 

Ja, zum ersten Mal seit dem Studium bin ich wieder Mitglied einer öffentlichen Leihbücherei. Das Konzept, Bücher und Medien nicht mehr kaufen und dann auch noch auf meinen 62 Quadratmetern permanent lagern zu müssen, schien mir plötzlich eine himmlische Lösung für viele Probleme zu sein -  und die ruhigen Hallen voller Bücher kamen mir natürlich ohnehin paradiesisch vor. Zu meinem Entzücken hat die hamburger Zentralbibliothek sogar ein Parkhaus!

Das ändert nichts daran, dass ich schon Probleme beim Ausleihen der Medien hatte, weil erst der dritte Automat sie erkannt und freigegeben hat. Und nun kann mein Computer sie nicht störungsfrei abspielen, und die vierte Staffel von "Parks and Recreation" schlingert bereits zum x-ten Mal im Laufwerk. Ich kann so nicht arbeiten... wünscht mir und Bette Davis für den Rest des Abends Glück. 

Ganz habe ich natürlich nicht damit aufgehört, Bücher zu erwerben. Insbesondere was Bilderbücher für meine Sammlung angeht, ist der Besitzerstolz natürlich Teil des Deals. Und meine Liebe für Mäuse, die in Baumwurzeln wohnen, ist ungebrochen. Das antiquarische Bilderbuch, das ich letzte Woche bestellt habe, kam mir plötzlich merkwürdig bekannt vor, als ich es ausgepackt hatte...jupp, das passiert mir übrigens mit Büchern öfter mal. Was das beweißt ist aber auch, dass man auf vielen Feldern keine großen Wandlungen durchmacht / durchmachen kann, bzw. im Kern erstaunlich konsistent ist. 


 Und dann sah ich im Schaufenster Ohrringe, die ich wirklich nicht brauche und dachte, dass ich sie ganz dringend brauche, um mich für irgendeinen zukünftigen Anlass hübsch zu machen. Es war das Swimming-Pool-Blau und dass das scheinbar opake Glas doch Licht hindurch lässt und bricht, wenn es im richtigen Winkel einfällt. Anprobiert habe ich sie im Laden nicht. Wer kommt denn auch auf die Idee, dass die Hänger für meine fleischigen und langen Ohrläppchen (wie bereits berichtet, vom Vater geerbt) zu kurz sind? Und da sie nicht angedrahtet sondern angelötet sind, kann ich sie nun zum Juwelier tragen, und ändern lassen. In Ohrring-Hänger könnte man sich vermutlich nicht hineinhungern, selbst wenn man es vorhätte.


Durch puren Zufall und in Begleitung einer lauferfahrenen Person fand ich mich letzte Woche in einem Marken-Outlet in Neumünster wieder. Dass ich große Pläne habe, was meinen Fitness-Level angeht, aber bisher wenig bis nichts unternommen habe, um ihn zu steigern, erzähle ich ja immer gern jedem der es hören oder nicht hören will. Und obwohl ich natürlich über Turnschuhe verfüge, habe ich noch nie zuvor ein Paar ausgewiesene High-Tech-Laufschuhe besessen. Jetzt schon. Quasi wie die Jungfrau zum Kinde.Und preiswert geschossen.

Ich tue mich mit der unruhigen Optik der meisten modernen Sportschuhe schwer. Sie sehen fast alle aus, wie grelle Omagesundheitsschuhe. Am Fuß allerdings sind die, die ich dann doch mitgenommen habe (asics, GEL-Super J33 in Purple/Lime/Raspberry (!!!)), fast nicht zu spüren. Es fühlt sich an, als wäre man irgendwie barfuß, aber mit einem Luftpolster zwischen Fußsohle und dem Boden. Sie sehen schrill und wirr aus, aber das Laufgefühl ist wirklich ziemlich gut. Jetzt müsste ich also wirklich nur noch losschweben.


Freitag, 28. August 2015

Back to School Special

Another day, another drama...

(Britney Spears)

Kipperkarten zum Wahrsagen - Ausgabe von Regula E. Fiechter und Urban Trösch


Ich schlurfe seit geraumer Zeit durch mein Leben und habe das dringende Gefühl, dass es Zeit ist, etwas abzuschließen. Ich weiß zwar nicht was das „etwas“ wirklich ist, existiere aber in der Atmosphäre einer auslaufenden Lebensphase – ein wenig diffuse Erleichterung, ein wenig Desorientierung, eine stark verwackelte Aussicht auf Transformation. Etwas mehr Desorientierung als alles andere, vermutlich.

Fettakzeptanz. Been there, done that.*

Beim Durchgehen meiner Sprachmemos habe ich folgende Nachricht vom 24. April an mich selbst gefunden: "Das Blog hilft mir nicht mehr." Das stimmt übrigens immer wieder mal. Vielleicht sogar öfter als nicht. Ich habe aus meinen Zweifeln und meiner Frustration eigentlich nie ein Geheimnis gemacht. Die Tatsache, dass sich Fettaktivismus auf Deutsch nicht realistisch etablieren und ausweiten lässt und dass er sich weitgehend darin erschöpft, sich in Community-Schutzräumen zusammen zu tun und sich „trotzdem hübsch“ anzuziehen – all das lässt mich pausenlos an meinen Nägeln kauen, mit den Zähnen knirschen und mir meine Haare raufen.

Darüber hinaus stößt frau wieder und wieder auf das Phänomen, dass die Gemeinschaften und Foren von Dicken erstaunlich unzugängliche, ja geradezu elitäre und obendrein von Konkurrenz geprägte Strukturen haben können. Das mag natürlich auch auf das übergroße Bedürfnis zurückzuführen sein, sich zu schützen. Vor schlechten Gefühlen. Vor Negativität. Aber eben auch vor der Wahrheit über das Dicksein in unserer Gesellschaft. Leah hat mehrere Beiträge über dieses Thema und ihre gelegentlich aufflammende Enttäuschung darüber geschrieben. Sie und ich haben im Internet mithin ähnliche Beobachtungen gemacht. Wie startet man z.B. ein so richtig erfolgreiches „Fettakzeptanz-Blog“? 1. Sei nicht zu dick. 2. Lächeln, lächeln, lächeln.

Obwohl ich für mich selbst riesige Schritte in Richtung Selbstakzeptanz gemacht habe, und ich mein Blog tatsächlich für richtig und manchmal auch richtig wichtig halte, komme ich doch in beiden Disziplinen an Grenzen, die mich nun immer öfter anhalten lassen. Und dann sehe ich mich um – nach neuen Wegen. Wie setze ich in Zukunft die Reise zu dicker Akzeptanz für mich selbst fort? Und wie viel Energie kann ich zukünftig investieren, um andere ebenfalls aufzuwiegeln, sich auch auf die Reise zu machen? Wie wichtig kann es mir weiterhin sein, andere trotz ihres offenkundig nur zögerlichen oder ambivalenten Interesses irgendwie doch in den fahrenden Zug zu zerren? Denn so fühlt es sich mitunter an, wenn man sich pausenlos quasi in Vertretung für andere echauffiert. Und das ist etwas, was ich nicht nur im Hinblick auf Fettakzeptanz tue. Mir antue. Damit ist jetzt erst einmal Schluss. 

Und garantiert nie wieder werde ich meine Nase in ein Weight Watchers Magazin stecken, nur um noch mehr über Fettphobie zu begreifen. Obwohl ich sagen muss, dass mir schleierhaft ist, wie weite Teile der Leserinnenschaft diese Art von Lektüre, die im Hinblick auf weiblichen Selbsthass jede konventionelle Frauenzeitschrift weit in den Schatten stellt, offenbar regelmäßig überstehen, ohne sich die Pulsadern aufzuschneiden. Wie man wiederholt derartige sektengesteuerte Attacken auf das eigene Selbstwertgefühl aushält, ist mir ein Rätsel...

Aber wo war ich eigentlich gerade?

Ach, ja...ich muss meine Zuständigkeiten klären. Und ab jetzt bin ich radikal für mich selbst zuständig. Und wenn es in diesem Blog natürlich auch jetzt schon meistens irgendwie um mich geht, dann wird es in Zukunft sogar so sein:

I’m sorry if that sounds selfish, but it’s ME, ME, ME! 
(Jennifer Saunders, Absolutely Fabulous)
 Der Stand:
  • Ich bin 43 Jahre alt.
  • Ich bin Single. Das ist nicht das, was ich mir wünsche.
  • Beruflich und finanziell befinde ich mich in einem desorientierten und eigentlich auch ziemlich desolaten Zustand.
  • Gesundheitlich arbeite ich daran, einen erhöhten Zuckerwert unter Kontrolle zu bringen. Außerdem fühle ich mich bei Weitem nicht so stark und körperlich fit, wie ich gern wäre.
  • Und was ich trotz aller Fortschritte auf meinem Weg zu dicker Selbstakzeptanz an meinem Körper wirklich gern ändern würde, das sind die ballonartigen, omahaften Wasserfüße, die ich am Abend habe. Da! Ich hab’s gesagt! Diese Füße vertragen sich auch heute einfach nicht mit meinem Selbstbild. Und schon gar nicht mit dem, was von meiner Schuhsammlung übrig ist.
  • Ich hätte wirklich gern mehr Spaß im Leben.

Zunächst einmal werde ich wohl das UGLY GIRL PROJECT abschließen. Da braucht es nun noch ein Finale. Und dann leere ich die Hälfte der Bilderrahmen, die hier in meinem Zuhause herumstehen, und mache Platz für zukünftige Erinnerungen. (In den meisten Rahmen steckt übrigens meine Mutter.) Dann werde ich (u.U. zeitgleich) beginnen, zu trainieren und zu vloggen. In den kommenden Monaten lese ich nur noch Krimis und National Geographic. Womöglich buche ich mir zwischendurch auch noch einige Coaching-Termine mit ein paar Pinguinen. Und dann sehen wir mal weiter.

*Kenn' ich alles schon. / Erledigt.


NH


Sonntag, 23. Juni 2013

Ich bin dann mal außer mir


So, jetzt muss ich aber wirklich los. Der Sommer hat begonnen, und ich habe hier ein halbes Dutzend von diesen Unterwasserkameras aus dem Drogeriemarkt zu liegen. Zeit, um sich abermals auf die Suche nach Nessie zu begeben.* Und diesmal fündig zu werden. Wobei mein inneres Urzeitmonster nicht das einzige Wundertier auf meiner To-Do-Liste ist, das derzeit noch vermisst wird.

Der Detlef (D!) drängelt ja auch dauernd in seinen vor Rechtschreibfehlern mitunter nur so wimmelnden wöchentlichen Nachrichten: "Hallo Nicola, heute geht es los mit deiner fünfte Woche und danach feiern wir Bergfest mit einem besonders ausgiebigem Loadtag :-)". (Ich hoffe für alle, die seinem Programm wirklich folgen, dass das unvermittelte Einsetzen einer Rechtschreibschwäche nicht etwa eine mögliche Nebenwirkung ist. Und bedeutet Loadtag wohl Fresstag?) Offenbar bin ich jetzt in Woche 7, und genau genommen wollte ich also vor sieben Wochen ja auch mit irgendeinem "richtigen" Trainingsprogramm beginnen, um fitter, gelenkiger und stärker zu werden. Zu meiner Verteidigung: Als ich vor zwei Wochen da war, hatten die im Studio keine Anmeldeformulare mehr... ; )

Aber da oszilliert und glitzert doch schon die ganze Zeit etwas in der Ferne...in diesem Sommer passiert noch etwas richtig Gutes.**

In diesem Sinne: Have a neat summer.

* I suppose I couldn't ask you to push the release button for me, could I?
** Die angemessenen Schuhe für das Ereignis habe ich auch schon. ; )

NH

Dienstag, 28. Mai 2013

Wartungsarbeit

 

"There's only so much you can learn in one place. The more that I wait, the more time that I waste." (Madonna: Jump)

 
Der Detlef findet es übrigens "klasse, dass ich dran bleibe". Und natürlich hat er total recht, wenn er Folgendes mutmaßt: "Du bist sicher schon ganz gespannt auf unser gemeinsames Sportprogramm." Das will ich wohl meinen! Schließlich habe ich ihm 80 Euro dafür gegeben, ihm bei Turnen zuzusehen. Ich fand den Detlef ja schon immer recht niedlich, obwohl sein Gesicht vor dieser Abnahme von 20 kg in 10 Wochen auch deutlich weniger Furchen hatte...
 
Ja doch!
 
Ich gebe es ja schon zu: Ich befinde mich offiziell in der dritten Woche des 10 Weeks Body Change Programmes von und mit Detlef D! Soost. Wie das passieren konnte, ist mithin noch immer unklar. Es war spät nachts. Ein unbedachter Klick, der Detlef sagte auf einmal so schöne Sachen wie "Butter, Avocados und Eier sind unsere Freunde" - und ehe ich mich versah, hatte ich das Bestätigungsschreiben in der Inbox. Vor drei Wochen habe ich es als Rückfall gewertet. Als jämmerlichen Rückschritt in alte Zeiten, als der dünne Körper die Erlösung und das Leben bis zu seiner Auferstehung nichts wert war. Obendrein womöglich auch noch ausgelöst durch die Erfahrung männlicher Ablehnung im Zuge meines Online-Dating Projekts. Schiefer hätte es dann eigentlich kaum mehr laufen können.
 
In den letzten Tagen allerdings wurde mir klar: Die Sache mit Detlef war nur ein Zeichen, dass eine bestimmte Etappe der Reise zur Selbstakzeptanz sich dem Ende nähert. Ich habe gelernt, keine Diät mehr zu machen, mich nicht mehr schuldig zu fühlen und stattdessen intuitiv zu essen. Ich könnte so bleiben, wie ich jetzt bin, ohne das echte Leben auch nur eine weitere Sekunde aufzuschieben. Ich kaufe heute mit der selben Begeisterung Kleider, die mir passen, wie früher die, in die ich hineinschrumpfen wollte. Tatsächlich finde ich mich in diesem Körper mitunter regelrecht hübsch und habe in ihm unbekleidet und gelegentlich bei grellem Tageslicht in den letzten Wochen so vieles getan, das ich mir selbst in dünnen, jungen Zeiten nicht hätte träumen lassen, dass ich fortan vermutlich auch ohne Bedenken und Scham in jedes überfüllte Freibad spazieren kann ; ). An dieser Stelle noch einmal mein tief empfundener Dank an alle an diesem Evolutionsprozess beteiligten und so engagierten Fettliebhaber - euch flachzulegen hat übrigens echtes Suchtpotential, weshalb es mir klug erscheint, auch das Projekt Online-Dating hier erst einmal und zumindest vorübergehend für abgeschlossen zu erklären. Die Profile auf den Portalen sind gelöscht oder weitgehend "ausgeräumt" und ruhen. Nicht, dass die dicke Dame nicht mehr auf der Suche nach der Liebe wäre. Aber ein wenig trauert sie noch um einen, der ihr entkam. Und es steht außerdem fest: Notlösungen passen nicht zum neuen Plan.
 
Einen Koffer aus LA
 
Ich besitze ein fast zwanzig Jahre altes Scrapbook, das Versatzstücke eines persönlichen Idealbildes enthält, das ich bis heute nicht vergessen habe und das ich, wenn man so will, immer in einem gedanklichen Köfferchen mit mir durchs Leben schleppe. Es entstand, als ich in Los Angeles studierte und enthält Fotos aus Magazinen, die eine Art Vision Board ergeben, das beschreibt, wer ich ab da immer werden wollte - für den Fall, dass ich jemals erwachsen werden würde. Das Ich, das dann jedoch niemals wirklich das Licht der Welt erblickt hat, hätte lange, erdbeerblonde Haare (auffallend), einen Kleiderschrank voller schmaler, schwarzer Kostüme (effizient, erfolgreich, selbstbestimmt) und hoher Schuhe (selbstsicher, in Balance) und, aus irgendeinem Grund, lange hautfarben lackierte Fingernägel (vermutlich schon als Krallen zu deuten) gehabt. Tatsächlich weiß ich sogar, wie dieses Ich gerochen hätte - nämlich wie mein kalifornisches Badezimmer jeden Morgen, wenn ich diätgeplagt und gestresst von den eigenen Ansprüchen an mich selbst, aber trotzdem voller großer Pläne für die Zukunft aus dem Haus ging. Die Mischung bestand aus Origins Mint Wash, das es inzwischen nicht mehr gibt, so dass ich den letzten Rest hüte, wie einen Schatz und Jardins de Bagatelle von Guerlain, das meine Mutter mir immer geschenkt hat und von dem ich mir jetzt selbst vor ein paar Tagen eine neue, volle Flasche gekauft habe. Sozusagen zum Auftakt.
 
 
 
 
Denn ich konnte das alles natürlich nie sein, weil ich ja die wichtigste Voraussetzung immer nur so selten und naturgemäß so unzuverlässig erfüllte: dünn zu sein.
 
Heute weiß ich es besser: Ich kann das alles sehr wohl sein, wenn ich will - und rund. Und ich kann mich heute als dicke Frau selbst neu erfinden, um die zu werden, die ich immer sein wollte. Ich kann den Kreis jetzt schließen.
 
Und da kommt dann Detlef mit seinem zehnwöchigen Plan wieder ins Spiel. Denn, wie auch vormals bereits erwähnt, selbst wenn es nicht mehr mein Ziel ist, abzunehmen - fitter wäre ich gern. Beweglicher. Mit weniger geschwollenen und schweren Füßen, wenn es wärmer wird. Schneller. Standfester. Ich spiele neuerdings wieder mit dem Gedanken, einem von diesen Fitness-Studios, die 24 Stunden geöffnet haben, beizutreten und mich zur Geisterstunde auf Laufbänder zu stellen. 
 
Obendrein sagt mir sein Low-Carb Ansatz plötzlich besonders zu - nicht als Diät, sondern weil mich meine Intuition im Hinblick auf die Auswahl meiner Nahrung ironischerweise immer häufiger um die Fischtheke schleichen lässt. Meine Intuition sagt im Augenblick, dass ich gar keine Vegetarierin bin. Auch ein Umstand, der einer Klärung bedarf...
 
Und weil Häutungen ein wenig Zeit brauchen, wird das Blog in den kommenden Wochen vermutlich schmählich vernachlässigt werden. Aber vielleicht geht das Lied danach erdbeerblond und so richtig laut weiter... ; )
 
NH
 

Mittwoch, 22. Juni 2011

Zwischenruf: Performance-Kunst


Katzensport ist wie "Katzenwäsche". Der Kater re-interpretiert die Turngeräte. ; )

NH

Donnerstag, 7. April 2011

Die goldene Mitte

Ich habe mir gedacht, es kann ja nicht schaden. Und außerdem hatte mir wenige Stunden zuvor jemand erzählt, dass er regelmäßig 250 hintereinander macht. Einige davon einhändig. Oder nur auf den Fingerspitzen. Ich bin nicht so vermessen zu glauben, dass ich ihm das jemals nachmachen werde, aber immerhin gab es vor ein paar Jahren einen denkwürdigen Tag, an dem ich ca. 20 geschafft und überlebt habe. Also dachte ich, es ist Zeit! Also dachte ich, dass wird ja wohl drin sein. Die Katze war zuerst mächtig beeindruckt. Aber es waren dann am Ende genau 1,75. Liegestütze. Und das war das.

Weil in nun aber schon mal auf dem Boden lag, habe ich mich schnaufend herumgewälzt und ein paar Sit-ups gemacht. 250 um genau zu sein. Sit-ups sind für mich wie Handtaschen. Sie funktionieren immer, egal in welche Kleidergröße ich gerade passe. Wenn allerdings Oprah der lebende Beweis dafür ist, dass man sich langfristige Gewichtsabnahme nicht wirklich erkaufen kann, so bin ich der lebende Beweis dafür, dass Sit-ups, auch in vergleichsweise hoher Anzahl, nicht notwendigerweise zu der Art Bauch führen, von dem Golfbälle meterweit zurückprallen. Oder wenigstens zu einem, in dessen Falten die Bälle nicht einfach auf Nimmerwiedersehen verschwínden.

Als ich vor ein paar Wochen erfuhr, dass ich u. U. eine Operation im Bauchraum durchführen lassen muss, war meine erste Überlegung, ob man dabei die ganze Angelegenheit nicht gleich kurzerhand mit glattziehen lassen könnte. Wenn man schon mal auf dem Operationstisch liegt… Es wäre halt einfach zu schön, endlich mal eine Mitte zu haben, die – je nach Gewichtspegel und Lage – nicht wie eine Hängematte nach innen oder außen fällt.

Aber natürlich ist eine Bauchdeckenplastik eine richtig große Operation. Sie ist nicht ungefährlich und kommt mit einem wirklich dramatischen Katalog möglicher postoperativer Komplikationen daher. Und wie bei jeder OP ist eine der möglichen Nebenwirkungen, das Zeitliche zu segnen. Den einen oder anderen soll auch beim Erhalt der Rechnung der Schlag getroffen haben, denn sie kann bis zu 8000 Euro kosten. Es sei denn, man fährt mit RTL2 nach Tschechien, da bezahlt man nur 1600 Euro für den neuen Bauch.

Blöd kann es offenbar hinterher auch werden, wenn man wieder zunimmt, und infolge der Straffung dann statt zu viel nicht mehr genug Haut hat. Man soll ja nie „Nie“ sagen, aber für einen Betrag zwischen 1600 und 8000 Euro hätte ich ja doch eine bessere Idee, um sofort, schmerzfrei und langanhaltend besser auszusehen:








Die passt immer. ; )

NH

Freitag, 18. März 2011

Und jetzt ALLE!

Man „weiß“ ja schließlich, dass Sport gesünder ist als kein Sport. Muss doch so sein. Man wird zumindest kaum einen Hausarzt finden, der einem das nicht erzählt. Und die Erfahrung, die man macht, wenn man sich regelmäßig aufrafft, ist, dass man sich meistens danach und auch längerfristig besser fühlt. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Wissenschaftlich überzeugend gesichert ist all dieses aber offenbar nicht.

Wenn man sich in letzter Zeit so umsieht, dann mehren sich scheinbar eher die wissenschaftlichen Hinweise, dass es für die Lebenserwartung vollkommen schnuppe ist, wie vehement einer die Hufe schwingt (zumal die ganze Verlängerung aus meiner Sicht ohnehin nur ein attraktiver Anreiz ist, wenn die Menge der gewonnenen Jahre nicht genau der Zahl entspricht, die ich für eben dafür im Fitnessstudio verbringen muss), und dass Sport nicht sportlich macht, sondern dass in Wahrheit Leute, die ohnehin sportlich und gut drauf sind, einfach gern viel Sport treiben.

Und andere vielleicht eher nicht. So wie ich. Für mich war und ist Sport immer ein Angang. Es sind also vermutlich gerade Leute wie ich, die beim Sport Gefahr laufen, sich was zu zerren, was zu brechen oder mit einem Herzkasper auf der Matte zu enden. Und darüber hinaus ertrage ich seine Ausübung grundsätzlich auch weiterhin nur mit lauter Musik im Ohr.*

Warum dann überhaupt Sport? Zwei Gründe: 1. Man weiß halt doch nicht so genau, wer am Ende Recht behält. 2. ICH WILL BESSER AUSSEHEN.

Also trete ich weiter in die Pedale und schwinge hier und da eine Hantel. Am besten 1x am Tag für mindestens 30 Minuten. Schaffe ich nicht immer, ist auch klar.

*Meine momentanen Work-out Top 5:

1. Jeffree Star: Beauty killer



2. Dragonette: I get around

3. Nicole Scherzinger -- Poison

4. Avril Lavigne: What the hell

5. The Bird And The Bee: I hate camera

NH