Posts mit dem Label Handtasche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Handtasche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Decluttering: Handtaschenreport

Anders als früher, habe ich diesmal unter dieser Rubrik nicht nur meine Handtasche gelehrt und aufgeräumt (obwohl ich das auch mal wieder tun könnte), sondern mich mit meinem gesamten Taschenbestand beschäftigt. Das war langwierig - das entstandene Video ist fast eine Stunde lang. Aber es war auch für mich interessant, den "Trennungkampf" noch einmal von außen beobachten zu können. Das schwierige, innere Verhandeln für und wider einen Gegenstand, den ich oftmals seit Jahen nicht gesehen, geschweige denn benutzt habe. Es hängt noch immer so viel an den Dingen. Insbesondere die Handtaschen meiner Mutter waren eine Herausforderung. Denn hier ging es insgesamt um die letzten Überlebenden - ich weiß, ich werde nicht müde, es zu betonen, aber ALLES, was ich besitze ist bereits viele Male bearbeitet worden im Kampf gegen die Dinge.

Eigentlich sollte 2019 dieser Kampf ja beendet werden. Ein für alle Mal. Dummerweise wird das Jahr langsam kurz und der Angriff auf den Keller ist noch nicht einmal gedanklich groß begonnen worden. Das Ziel aber bleibt. Ich gebe mich erst zu Silvester geschlagen und verspreche, das nächste Vlog kommt aus eben jenem Keller.

Bis dahin - hier ist mein Taschenfilmchen:




NH



MEHR LESESTOFF GIBT ES HIER:




Montag, 11. August 2014

Follow me around 4



Mir ist schlecht

Die englische "bucket list" (Eimerliste) ist ja eigentlich eine Aufstellung der Dinge, die man erledigen will, bevor man ins Gras beißt ("kicking the bucket"). Auf meiner stehen z.B. so Sachen, wie: "Mit Krokodilen schwimmen". Wenn meine Mutter und ich in der selben Situation erkennbar dasselbe unerträglich fanden, sagte fast immer eine von uns: "Reich mal den Eimer rüber." Als ich mich gestern durch den Supermarkt schleppte, dachte ich für einen Moment, ich bräuchte wirklich einen und hielt nach Sandspielzeug Ausschau.

Nahrung war immer der Feind. Und just in dem Augenblick, in dem ich mich entschieden hatte, meine Beziehung zum Essen endlich zu neutralisieren, und auch gerade ganz gute Fortschritte machte, wurde alles schon wieder ganz anders. Wenn ich in den vier Jahrzehnten meines Lebens zuvor schon eine prekäre Esserin war, dann bin ich nun auf meinem erhöhten Zuckerwert erst recht so verdammt  ins Schliddern geraten, dass ich mich selbst gedanklich und gefühlsmäßig nicht mehr wirklich einholen kann. Zumindest nicht zwischen den Regalen eines Lebensmittelgeschäftes.

Meine Eimerliste:

Bei dem Gedanken, irgendwann womöglich Insulin spritzen zu müssen, wird mir übel.
Bei dem Gedanken, für immer Medikamente nehmen zu müssen, wird mir übel.
Bei dem Gedanken an Schokolade und Pommes wird mir vor Angst übel.
Bei dem Gedanken an Essen überhaupt wird mir vor Angst übel.
Bei dem Gedanken, Schokolade, Bananen und Pommes nicht mehr essen zu dürfen, wird mir vor Wut übel.
Bei dem Gedanken, dass ich naturgemäß das, was ich nicht mehr essen darf, immer mehr wollen werde, wird mir vor Verzweiflung übel.
Beim Blick in die Fleischtheke wird mir übel. Beim Blick auf den Tiefkühlfisch auch.
Beim Gedanken daran, Fleisch und Fisch zu kochen, wird mir übel.
Beim Gedanken an dreckiges Geschirr und Töpfe wird mir übel.
Bei der Vorstellung, mich für den Rest meines Lebens ohne Kohlenhydrate zu ernähren, wird mir übel.
Beim Gedanken an Tofu wird mir auch übel.
Bei dem Gedanken an die Herausforderung, auf Speisekarten zukünftig etwas Passendes zu finden, wird mir erst recht übel.
Bei dem Gedanken an Berge aus grünem Gemüse wird mir übel.
Bei dem Gedanken an meine sich leerende, hängende Haut wird mir übel.
Bei dem Gedanken an meine Küche wird mir übel.
Bei dem Gedanken an all das symbolisch verkohlte Essen der letzten Monate wird mir übel.
Ich wünschte, ich könnte einfach aufhören zu essen. 
Ich wünschte, ich könnte mich intravenös ernähren.
Oder doch von Lichtenergie...sofern diese zuckerfrei ist.

Auf Anraten eines bodybuildenden Bekannten hatte ich mir unlängst einen Topf Magerquark besorgt. Das schien neutrale, friedliche, erlaubte Nahrung zu sein, die man nicht zubereiten muss. Allerdings enthält er offenbar doch noch mehr Kohlenhydrate, als bei einer ketogenen Diät erwünscht. Besonders abends. Milchzucker halt. Die Welt der Lebensmittel ist ein Minenfeld...

Obwohl ich schon glaube, dass sich das Chaos im Kopf irgendwann lichten wird - die Wut wird so leicht nicht verrauchen. Und so gibt es  im Augenblick schlicht kein Gewinnen. Wenigstens wird mir beim Gedanken daran, auf meinem Ergometer zu strampeln, nicht übel. Ich habe mir dafür frische Musik besorgt und die Trainingszeit auf 60 Minuten pro Tag erhöht.

Und weil ich jetzt immer weniger für Essen ausgebe, habe ich mir stattdessen endlich einmal eine anständige Aktentasche gekauft (siehe oben). Denn alles, was meine täglichen Unterlagen zuletzt über mehrere Wochen hinweg schleppen musste, hat vor Anstrengung irgendwann seine Henkel von sich geworfen. (Ja, Zara verkauft ganz hübsche Dinge. Deren Herstellung ist bekanntlich ethisch fragwürdig. Und zumindest die Taschen, die ich zuletzt dort gekauft habe, sind obendrein qualitativ ramschiger, als ihr gar nicht so geringer Preis vermuten lassen würde.) Nun habe ich eine in Rosa, grundsolide und mit zwei Jahren Garantie. Mit ihr werde ich mich wie wild in die Arbeit stürzen. Und mein großes Ziel ist es ja noch immer, das irgendwann auf hohen Absätzen und mit abgeschwollenen Füßen zu tun.

Zu irgendetwas muss der ganze Mist ja gut sein...

NH

Samstag, 9. November 2013

Call me Mary Poppins*: Handtaschenreport 2013

Einer alten Serie aus dem Steinzeitalter dieses Blogs gebührt es, wiederbelebt zu werden: Ein Handtaschenreport sagt in der Regel mehr als tausend Worte über die Besitzerin/Bewohnerin der Tasche. Manch eine Tasche ist wie ein Puppenhaus, bzw. enthält den Hausstand, für den wir uns entscheiden würden, wenn wir Schnecken wären. Darum lassen sich die meisten von uns ja auch gar nicht so gern in die Taschen sehen.

Allerdings kann man bei genauer Inventur auch Einiges über sich selbst erfahren: Inhärente Geschichten, Geheimnisse und Wahrheiten, die man sogar selbst so noch gar nicht kannte. Und ein wenig Poesie des Alltags ist auch immer im Handgepäck.

Wofür braucht man das alles? Pfft. Das kann nur jemand fragen, der nicht mit Überraschungen und plötzlichen Wendungen im eigenen und im Leben anderer rechnet. Dem schlicht Phantatsie und Weitsicht fehlen, um zu begreifen, dass so ziemlich ALLES passieren kann, wenn man den Fuß vor die Tür setzt. Und wie traurig ist das denn? Denn schließlich ist es ja auch ein gutes Gefühl, jemand anderem mit einem Pflaster oder einem Kondom aushelfen zu können. Oder zu wissen, dass man jederzeit ins Blaue verschwinden könnte, ohne verloren zu gehen/sein. Denn sollte irgendwann ALLES passieren, dann ist man vorbereitet. Man denke nur daran, wie kompliziert es immer wird, wenn man für den Abend auf eine winzige Clutch umsteigt und zu diesem Zweck entscheiden muss, wie man am besten alle denkbaren Verläufe mit möglichst wenigen Requisiten abdeckt. Die alltägliche Tasche und ihr Inhalt verleihen einen Anker im Großen und Ganzen. Wer lebt, an dem bleibt Kram hängen. Und der schleppt zwangsläufig Sachen mit sich herum. So ist das eben.

Das war heute beim Ausräumen noch alles von gestern in meiner Feierabendtasche: 



Rest vom Mittagessen.
Arbeitsmaterial und Eieruhren zum Stoppen von Redezeit. Ah, der unprätentiöse Charme und die Authentizität einer Beraterin, die im Herzen eigentlich noch immer Studentin im 40. Semester ist. Na, jedenfalls weiß ich jetzt, was ich mir zu Weihnachten (vermutlich von mir selbst) wünschen sollte: Eine angemessen erwachsene Schreibmappe.
Visitenkarten und Brieftasche (mit Beißspuren von Corbinian).
Mein Freu- und Lobbuch. Hier wird alles verzeichnet, was am Tag gut und gelungen war.
Aktuelle Lektüre für Wartezeiten. Oder Staus.
Fundstücke von den Straßen Hamburgs. Oh, und natürlich: filofax forever!!! Das gute alte Statussymbol der 80er - und eigentlich das einzige, das ich jemals bessen habe. Dieser hier ist der zweite Filofax meines Lebens. Er dürfte jetzt so ungefähr 15 Jahre alt sein. Ja, ich organisiere meine Termine nach wie vor handschriftlich. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.
Etwas räudige Bett-Sockies für die Therapie. Und natürlich: Eine faltbare Ersatztasche, falls die Haupttasche nicht reicht. ; )
Das Perioden-Täschchen. Wenigstens das muss nur ein paar Tage im Monat mit.
Schnipsel und Müll. Eins davon ist ein Nummernabriss vom IKEA-Kundenservice. Wollt ihr wissen, was passiert, wenn man bei IKEA ein Regal kauft, bei dem die Schrauben fehlen (hat man natürlich erst zu Hause gemerkt) und man zum Kundenservice geht, wo man 20 Minuten wartet, um sich ein Tütchen mit besagten Schrauben abzuholen? Die eigentliche Kundendienerin beauftragt einen, erneut durch das ganze Möbelhaus zu laufen, das fragliche Regal noch einmal auf einen Wagen zu laden, abermals zu bezahlen und dann zu ihr zu rollern, damit sie das Tütchen mit den Schrauben höchstpersönlich entnehmen und einem aushändigen kann. Ach ja, und das Geld für das Regal, das man ja gar nicht will, kriegt man dann auch von ihr wieder. Keine Sorge......Nun, möchte jemand raten, was meine Antwort war? ; )
Das Kosmetiktäschchen...
...und sein Inhalt: Pillendöschen und Schmerztabletten, Binde, Nagelfeile, Kondome, Salz (man weiß nie), Kamm, Lipgloss, Mascara, feuchtes Klopapaier, Pinzette, Erfrischungstücher, Probierstrumpf (natürlich besonders wichtig im Sommer), Klappgabel, Puder, Zahnbürste, Tampons, Mülltütchen, Parfumprobe, Zahnseide, Hustenpastillen, Zahnpasta, Pflaster, Desinfektionspad.
Stifte. Natürlich.
Schal. Um sich warm zu halten. Und gelegentlich, um Schweiß abzuwischen.
Tablet.
 
Und zu guter Letzt - Applaus für die Tasche! 
Die Gute lächelt. Sie ist es gewohnt, schwer zu tragen.
 


NH

Donnerstag, 7. April 2011

Die goldene Mitte

Ich habe mir gedacht, es kann ja nicht schaden. Und außerdem hatte mir wenige Stunden zuvor jemand erzählt, dass er regelmäßig 250 hintereinander macht. Einige davon einhändig. Oder nur auf den Fingerspitzen. Ich bin nicht so vermessen zu glauben, dass ich ihm das jemals nachmachen werde, aber immerhin gab es vor ein paar Jahren einen denkwürdigen Tag, an dem ich ca. 20 geschafft und überlebt habe. Also dachte ich, es ist Zeit! Also dachte ich, dass wird ja wohl drin sein. Die Katze war zuerst mächtig beeindruckt. Aber es waren dann am Ende genau 1,75. Liegestütze. Und das war das.

Weil in nun aber schon mal auf dem Boden lag, habe ich mich schnaufend herumgewälzt und ein paar Sit-ups gemacht. 250 um genau zu sein. Sit-ups sind für mich wie Handtaschen. Sie funktionieren immer, egal in welche Kleidergröße ich gerade passe. Wenn allerdings Oprah der lebende Beweis dafür ist, dass man sich langfristige Gewichtsabnahme nicht wirklich erkaufen kann, so bin ich der lebende Beweis dafür, dass Sit-ups, auch in vergleichsweise hoher Anzahl, nicht notwendigerweise zu der Art Bauch führen, von dem Golfbälle meterweit zurückprallen. Oder wenigstens zu einem, in dessen Falten die Bälle nicht einfach auf Nimmerwiedersehen verschwínden.

Als ich vor ein paar Wochen erfuhr, dass ich u. U. eine Operation im Bauchraum durchführen lassen muss, war meine erste Überlegung, ob man dabei die ganze Angelegenheit nicht gleich kurzerhand mit glattziehen lassen könnte. Wenn man schon mal auf dem Operationstisch liegt… Es wäre halt einfach zu schön, endlich mal eine Mitte zu haben, die – je nach Gewichtspegel und Lage – nicht wie eine Hängematte nach innen oder außen fällt.

Aber natürlich ist eine Bauchdeckenplastik eine richtig große Operation. Sie ist nicht ungefährlich und kommt mit einem wirklich dramatischen Katalog möglicher postoperativer Komplikationen daher. Und wie bei jeder OP ist eine der möglichen Nebenwirkungen, das Zeitliche zu segnen. Den einen oder anderen soll auch beim Erhalt der Rechnung der Schlag getroffen haben, denn sie kann bis zu 8000 Euro kosten. Es sei denn, man fährt mit RTL2 nach Tschechien, da bezahlt man nur 1600 Euro für den neuen Bauch.

Blöd kann es offenbar hinterher auch werden, wenn man wieder zunimmt, und infolge der Straffung dann statt zu viel nicht mehr genug Haut hat. Man soll ja nie „Nie“ sagen, aber für einen Betrag zwischen 1600 und 8000 Euro hätte ich ja doch eine bessere Idee, um sofort, schmerzfrei und langanhaltend besser auszusehen:








Die passt immer. ; )

NH