Mittwoch, 14. Mai 2014

Meine große Liebe

Oh, Göttin - Godzilla, Mon Amour! In 3D! Wer geht mit mir ins Kino?

Filmplakat für "Godzilla vs. SpaceGodzilla" von 1994

NH
 

Sonntag, 11. Mai 2014

Pro Ana Haul

Mein Post über Pro Ana und die damit verbundene "Subkultur" ist nach wie vor der meistgelesene in der Geschichte dieses Blogs. Ich bin überzeugt, dass eine Viel- und vielleicht auch Mehrzahl derjenigen, die diesen Suchbegriff eingeben, dieses nicht tun, um sich schlicht zu informieren. Da hilft alles nichts: Anstiftung zur Anorexie ist in unserer Kultur nuneinmal weitaus beliebter als Fettakzeptanz. Ich weiß, ich habe es schon oft gesagt, aber man kann es ja gar nicht oft genug wiederholen - um herauszufinden, dass das die Wahrheit ist, braucht man einfach nur irgendeine beliebige Frauenzeitschrift aufzuschlagen.

Oder man geht in den Supermarkt.


Als ich bei real in der Schreibwarenabteilung vor dem Regal mit Produkten für Mädchen stand, weil mich eine Federtasche in Pink mit einer dicken, grauen Katze vorne drauf wie eine Schlafwandlerin herangewunken hatte (ja, ich bin 42, deswegen darf ich doch wohl trotzdem gucken, wenn etwas glitzert), lief es mir plötzlich eiskalt den Rücken runter. Es war ein veritables Déjà Vu. Ich brauchte nur ein Weilchen, um die Bilderwelt auf den Ordnern, Bleistiften, Notizbüchern und Kaffeebechern zuzuorden. Zuerst dachte ich: Wäre ich so um die 12 Jahre alt - ich würde mich um dieses Tagebuch reißen. Und irgendetwas im mir tut es sogar auch jetzt noch." Tatsächlich fiel mir erst auf dem Weg nach Hause ein, woher ich eine ähnliche Ästhetik kannte. Die dünnen, verhuschten Feen mit den weitaufgerissenen Augen. Die schwachen Ärmchen, die Flügel und die im Wind verkitschter Todessehnsucht wehenden Haare, der leere, generische Gesichtsausdruck. Und zwar kannte ich das alles von den Pro-Ana-Seiten im Internet, auf denen ich einst Recherche zum Thema betrieben hatte.

Wie passend auch, das Ganze auf ein verschließbares Tagebuch zu drucken, wo doch das Abschirmen gegen den Rest der Welt und das Konstruieren einer mystischen, traurig-pastelligen Geheimwelt ein integraler Bestand der Pro-Ana-Kultur sind und waren. 2007 habe ich gesagt, dass wir alle ein wenig "Ana" sind. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Sieben Jahre später sieht die eisige Märchenwelt der Pro-Anas noch immer gleich aus. Nur die Hersteller von Papier- und Geschenkartikeln scheinen irgendwie tatsächlich nachgezogen haben. Dabei ist nicht nur die Übereinstimmung der Motive und der Farbgebung bemerkenswert, sondern auch die bestimmter Schwerpunkte. Im Post von 2007 habe ich beschrieben, wie einige Merkmale von Magerkeit von besonders großer Bedeutung sind - so ist das Hervorstehen des Schlüsselbeins ein entscheidender Schönheitsstandard in der Welt von Pro Ana. Auf Kaffeebechern für junge Mädchen aber offenbar auch, siehe weiter unten.

Tagebuch von Top Model

Bilder von Pro-Ana-Seiten aus dem Netz
 
Tasse von Top Model
 
Frische Bilder von Pro-Ana-Seiten aus dem Netz - und ja, die sind da so kopflos. Auf Köpfe kommt es schließlich nicht an.
 
Da lobe ich mir alle Prinzessinnen, die noch genug Kraft haben, um einen Hasen und einen Malstift anzuheben, um ihre Krone selbst zu basteln. In meinem Buch stinkt Pink ja bekanntlich nicht. Und Kronen kann man nie genug haben...solange man sie mit der richtigen Einstellung trägt.
 

Voilà! ; )

NH

Montag, 5. Mai 2014

Bekleidung des Tages / Guckbuch / Nachher

Das OOTD (Outfit of the Day) ist keine neue Kategorie dieses Blogs in dem Bemühen, es auf meine alten Tage anderen Fatshion-Bloggerinnen gleichzutun. Das überlasse ich auch weiterhin denen, die das sehr viel besser können und mit großer Leidenschaft betreiben. Aber ich habe mich daran versucht, weil ich ja schließlich damit geprahlt habe, dass ich es tun würde...

Mir war nicht klar, wie verdammt viel Arbeit so ein Fotoshooting ist - wenn man allein für alles zuständig ist. Und wenn der neue Selbstauslöser (hama) wirklich das Letzte ist! Wie im Leben - irgendwas is' imma. Das Kleid rutscht hoch, der Busen fällt (BH-Träger defekt), das Make-up zerfließt, die Haare falten sich zusammen, die Sonne kommt raus, man kann nicht mehr gucken und kriegt außerdem Schweißflecken. Und wenn man sich dann entnervt in den Türrahmen stellt, weil nur da das Licht einigermaßen brauchbar ist, dann wird einem erst hinterher klar, wie mitgenommen das gesamte Drumherum aussieht. (Wobei dieses, wie beim Haul-Video, natürlich auch für Authentizität sorgt.) Aus oben genannten Gründen stehen bei professionellen Produktionen ja mitunter so viele scheinbar untätige Menschen herum... Wie dem auch sei, allen Bloggerinnen, die uns täglich und als One-Woman-Show mit OsOTD versorgen, gebührt Respekt und Bewunderung für ihre Disziplin und ihren Elan.

Aber eigentlich war es schon immer so: Wenn ich zu viele Dinge am Körper trage, die günstigsterweise Bewegungen NICHT mitmachen und möglichst an Ort und Stelle bleiben sollen, wird's aufregend. Immer, immer, immer schon. An mir rebelliert Kleidung, ganz unabhängig von der Kleidergröße. Und sie wandert außerdem. Natürlich stets in die falsche Richtung. Außerdem werde ich leicht und auf wundersame Weise schmutzig. ; ) Als ich ein Kind war, sagte die Nachbarin, ich sähe immer aus, wie eine Räuberin. Nachdem ich mich redlich abgemüht hatte, die Fotos für diesen Beitrag zu machen, fragten mich meine Nachbarn übrigens später, ob ich zum fraglichen Zeitpunkt Besuch gehabt hatte...das freute mich dann doch ganz besonders, festzustellen, dass ich bisher alltags offenbar regelmäßig so abgerissen aussehe, dass man mich im Kleidchen schlicht nicht wiedererkennt.

Was ich hier übrigens anhabe: Bodycon-Kleider von Excite Clothing (Internet). Beim blauen Modell hatte ich mein Vorhaben zwar so gut wie aufgegeben, aber mir gefielen am Ende trotzdem besonders die aufgescheuchten Schmetterlinge am Hintern. ; )

NH


 






© Nicola Hinz 2014