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Donnerstag, 8. November 2018

Follow me around 59: Nur noch schlafen

Ja, es ist (fast) schon (wieder) Weihnachten.

Das Jahr war schwer. Von einem "annus horribiles" mag ich nicht unbedingt sprechen, denn ich bin ja nicht die Queen. Und es ist nicht 1992. Aber so ähnlich war die Gefühlslage zwischenzeitlich schon. 

Wenn ich mich mir selbst vorstelle, sehe ich mir immer dabei zu, wie ich mit einem keifenden und wild um sich grabschenden Burnout im Einkaufswagen in einer endlos langen Schlange stehe. Mein Burnout ist also buchstäblich "aufgeschoben", während mein Tinnitus so laut ist, wie nie. Er vermischt sich nachts mit dem Schnarren der Luftwärmepumpe, die (wie sollte es auch anders sein) natürlich direkt neben den neuen, obszönen Bunker (ich berichtete) gestellt worden ist. Sozusagen als krönende, billige Cocktailkirsche in der bieder-rücksichtslosen Steinwüste. Wie der Besitzer des Horrorkastens selbst sowie dessen eigene MieterInnen direkt neben der absurden Maschine schlafen können, ist mir ein Rätsel. Aber nun bedarf es natürlich so oder so einer ausgeprägten Stumpfheit, um überhaupt freiwillig und für relativ viel Geld in eine solche Wohnumgebung zu ziehen. Ich müsste einen Anwalt beauftragen. Allein, ich habe, zumindest im Augenblick, nicht die Energie.

Das Ende, zumindest des Jahres, ist in Sicht. Und ich habe mich früher als sonst dazu entschlossen, meinen alljährlichen Fragebogen auszufüllen. Weil ich, irgendwie, mit allem fertig werden will. Es ist noch viel auf der Liste, und ich will sie nicht mit ins neue Jahr nehmen. Das soll nämlich bitte besser und überschaubarer werden.

Bevor ich zum Fragebogen komme wäre da noch dieses:

Weihnachtliche Schneckenpost, die Dritte.

Nein, die Weihnachtskarten sind noch immer nicht alle aufgebraucht. Ja, es gibt noch immer z.T. regelrecht kuriose Restbestände. Sie kamen beim fortlaufenden Aufräumen abermals aus ihren Ecken gekrochen. Weil ich aufgrund meiner verflixt komplizierten Persönlichkeitsstruktur bekannterweise nach wie vor echte Schwierigkeiten damit habe, sie einfach zu entsorgen, aber in Zukunft so gut wie keine Weihnachtskarten mehr verschicken will, weil ich selbst auch kaum noch welche erhalte, nehme ich nun den dritten Anlauf, mich ein für alle Mal im Guten von den Vorräten zu trennen. Diesmal wird allerdings auch kein Nachschub mehr gekauft, wenn die Karten nicht für alle reichen sollten.

Wer in diesem Jahr zu den Feiertagen noch einmal (und zum letzten Mal) eine Karte bekommen will, kann mir bis zum 1. Dezember 2018 (einschließlich) seine Adresse schicken, und zwar an office(at)nicola-hinz.com oder über das Kontaktformular oben rechts. Da ich Eure Postadressen (wie versprochen) beim letzten Mal nicht gespeichert habe, nennt sie mir bitte auf jeden Fall noch einmal in Eurer Mail. 

Der Fragebogen 2018

Ich fülle ihn seit 2011 aus. Die Fragestellung variiert von Jahr zu Jahr, aber nur ein wenig.
Für die, die gern vergleichen - die Antworten von 2017 findet ihr hier,  von 2016 hier und die aus den Jahren davor, hier.


1. Auf einer Skala von 1 bis 10, wie war Dein Jahr? 4 bis 5. 

2. Zugenommen oder abgenommen? Erst zugenommen. Dann wieder abgenommen. Alles ohne Absicht.

3. Was war das beste Buch? Ich habe so gut wie nichts gelesen - bis auf die Bücher, die hier rezensiert worden sind. Das war bekanntlich kein Vergnügen. Jetzt lese ich gerade Die Stunde der Waage. Ja, das ist mein eigenes Diät-Buch von 2006. Und ich hatte wirklich überhaupt gar keine Ahnung mehr, was darin alles Fürchterliches zu finden sein würde. Wenn ich fertig bin, schreibe ich eine Kritik. 

4. Mehr Geld oder weniger? Weniger, glaube ich.

5. Mehr Blogleserinnen, oder weniger? Ihr werdet im Schnitt immer noch ein paar mehr. Freut mich natürlich sehr.

6. Was war der beste Film, den du 2018 gelesen hast? Lady in the Van mit Maggie Smith nach einer wahren Geschichte vom Autor Alan Bennett. 

7. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was? Nichts.

8. Mehr bewegt oder weniger? Weniger. Keine Zeit. Keinen Mumm. Schmerzen.

9. Die teuerste Anschaffung: Ich habe 2018 nichts Teures angeschafft. Und "teuer" ist bekanntlich relativ. Auf jeden Fall gab es bei mir aber definitiv keine Einzelanschaffung über 50 Euro und insgesamt wurde für meine Verhältnisse ohnehin sehr wenig eingekauft. Zum ersten Mal in meinem Leben musste ich eigens ins Geschäft gehen, um Shampoo zu erwerben, weil ich keins mehr in Reserve hatte. Lagerhaltung aus Angst, im Alltag plötzlich ohne etwas Notwendiges dazustehen, verstopft einer Packratte wie mir ja gern mal die Schränke. Bei mir sind die Vorräte im Bad jetzt allerdings aufgebraucht. Im Prinzip ist das gut. Ich habe noch immer zu viel Gerümpel und Konsumverzicht ist ein lang gehegtes Ziel. Nur erzwungenermaßen ist er eben manchmal nicht mehr ganz so lustig.

10. Das Beste, was du 2018 gegessen hast: Ich habe ja noch immer das Glück, regelmäßig bekocht zu werden. Der Bratreis ist immer ein ganz besonderes Highlight.

11. Das schönste Geschenk: Ein Bilderbuch vom Flohmarkt: Ein Jahr mit Familie Maus. Oliver hatte den Auftrag, bei seinem Rundgang nach Mäusen, die Kleider tragen und in Baumstümpfen mit Blumenkästen vor den Fenstern wohnen, Ausschau zu halten. Und er kam prompt mit welchen zurück.



12. Lieblingslied 2017?: Seventeen von Janis Ian

13. Die meiste Zeit wo verbracht? Gefühlt wieder im Stau.

14. Die größte Enttäuschung: Dass das wahre Leben einen mit seinen Grässlichkeiten doch immer wieder aufspürt und einholt. Manchmal mit ungeahnter Wucht. Und dass Sartre noch immer und immer wieder Recht hat: "Die Hölle, das sind die anderen."

15. Die beste Investition: Ein Eichhörnchen auf einem weihnachtlich geschmückten Fahrrad. In den Korb vorn am Lenker kann man ein Teelicht stellen.

16. Die wichtigste Erkenntnis: Die anderen sind auch nicht viel schneller.

17. Was machst du zu Weihnachten? Natürlich: Kartoffelsalat und Michel in der Suppenschüssel. Dann Weihnachtsbesuch bei der Familie (nicht meine, seine). Haben wir letztes Jahr schon überstanden. Werden wir dann diesmal wohl auch.

18. Was wünschst du dir für das kommende Jahr? Ruhe und Frieden.

19. Was ist dein wichtigstes Ziel für 2018: Ordnung und Gesundheit.

20. Und was jetzt? Schlafen. So viel, wie möglich. Für alle, die es auch so dringend brauchen können: Ich wünsche euch Nerven aus Stahl und viel Kraft - und ansonsten, wie auch im letzten Jahr:



HAPPY EVERYTHING!




NH



Dienstag, 1. Januar 2013

Geschafft: Jahresrückblick 2012

Diesen Fragebogen habe ich Anfang des Jahres für einen Rückblick für 2011 von Shushan übernommen. Damals und heute allerdings nicht ganz eins zu eins – ein paar Fragen fehlen, dafür habe ich ein paar hinzugefügt und diesmal das Ganze zur Krönung mit angesäuerten Betrachtungen der Lage versetzt.

Wie beim letzten Fragebogen ist es eine erhellende, aber diesmal leider auch deprimierende Übung gewesen, ihn auszufüllen. Wie für 2011 gilt auch für 2012:  Äußerlich hat sich wirklich nicht viel getan. Und so waren auch die Antworten zum Teil die gleichen.
 

1. Auf einer Skala von 1 bis 10, wie war Dein Jahr? 5

2. Zugenommen oder abgenommen? Minimal abgenommen.
 
3. Haare länger oder kürzer? Gleich.

4. Mehr Kohle oder weniger? Gefühlt weniger.

5. Besseren Job oder schlechteren? Gleich.

6. Mehr ausgegeben oder weniger? Weiß nicht, aber noch immer zu viel. Es gibt im kommenden Jahr nur eine Lösung: Ich muss viel weniger ausgeben und/oder viel mehr verdienen. Aber das dürfte ja nicht schwer sein, für jemanden, der so viele tolle Dinge kann: Nörgeln, lästern, polemisieren, anzweifeln… Angebote bitte an: office(at)nicola-hinz(dot)com

7. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was? Nix.

8. Mehr bewegt oder weniger? Gedanklich vielleicht – mich selbst auf jeden Fall nicht.

Dabei lese ich nun gerade in Kate Hardings „Lessens from the Fat-O-Spere“, dass ich ruhig dick bleiben kann, aber trotzdem „fit“ werden sollte. Mit irgendeiner Art sportlicher Betätigung, die mir Spaß macht.


Oh verflucht noch einmal, wenn es so etwas gäbe, dann würde ich es ja bereits tun!! Ehrlich, da wäre es leichter für mich, wieder Diät zu machen. Außerdem soll ich mich auch und besonders als dicker Mensch regelmäßig ärztlich durchchecken lassen. Oh ja, wenn es etwas gibt, was ich noch lieber mag, als Sport, dann sind es vermutlich Arztpraxen. Es gibt scheinbar kein Gewinnen.

Ich glaube, als nächstes werde ich doch einmal „Fuck it“ von John C. Parkin lesen. Das klingt eher nach etwas, wofür ich mich begeistern könnte.

9. Die gefährlichste Unternehmung: Blind Date. War dann auch ein echter Blindgänger – ist nicht erschienen.

10. Die teuerste Anschaffung? Ein Druck in limitierter Auflage des hippen, britischen Künstlers Lewes Herriot (s. links). Auf seiner Seite bei bigcartel.com bekommt man seine Werke allerdings auch zu sehr günstigen Preisen. Wer also noch Wand frei hat...warum nicht junge Kreative direkt unterstützen?

11. Das leckerste Essen? Das ist jedes Jahr der „Hinzsche Spezialkartoffelsalat“ zu Weihnachten.

12. Das beeindruckendste Buch? Vielleicht „Fat Sex“ von Rebecca Jane Weinstein. Auf jeden Fall hat es viel für mein Selbstbewusstsein als dicke Frau getan.

13. Der beste Film? „Gone“ – wird nicht in die Filmgeschichte eingehen, aber ich fand ihn spannend und mochte das überraschende Ende.

14. Der ergeifendste Song? John K. Samson: “Heart of the Continent”  

15. Die meiste Zeit verbracht wo? Abermals: Im Stau. Im Bett. Am Schreibtisch.

16. Was war die größte Überraschung: Der Einzug von Corbinian.

17. Was ist schiefgelaufen: Die geplante Amerikareise ist ins Wasser gefallen – genug Geld und Zeit waren am Ende nicht vorhanden.

18. Was hat geklappt: Wir haben das Hartz-IV-Projekt durchgezogen, und ordentlich was gelernt. Was mich betrifft, vor allem etwas über Realität und Prioritäten.

19. Was wünschst du dir für das kommende Jahr? Erleuchtung. ; )

20. Und was jetzt? Früh ins Bett gehen. Ich habe das Gefühl (und hoffe), dass 2013 ein Jahr der Entscheidungen wird. Mit High-Noon-Szenen und allem. Auf jeden Fall will ich nicht noch einmal einen Jahresrückblick schreiben, in dem steht: "Alles beim Alten."


NH

Samstag, 2. Dezember 2023

Der Fragebogen 2023


52 Jahre (fast) und arg zerfleddert. Noch 100mal ausgelaugter zur Weihnachtszeit als sonst. Aber die Frisur sitzt. ;) #Fuck2023.
 

Ich fülle ihn seit 2011 zum Jahresende hier auf dem Blog aus. Diesmal kommen die Antworten nach einer ziemlich langen Pause. Die Fragestellung variiert von Ausgabe zu Ausgabe, aber in der Regel nicht sehr viel. Für alle, die gern vergleichen - die letzten Antworten von 2018 sind hier, von 2017 hier, von 2016 hier und die aus den Jahren davor, hier.

1. Auf einer Skala von 1 bis 10, wie war Dein Jahr? 2. 

2. Zugenommen oder abgenommen? Abgenommen. Und zwar sehr viel auf einmal in der zweiten Jahreshälfte. Die brachte bekanntlich die Hölle (DLDDD berichtete), die dann auf die bereits existierende Hölle gestapelt wurde.

3. Was war das beste Buch? Ich komme ja seit Jahren nicht mehr dazu zu lesen. Ich bestelle bekanntlich manchmal ein paar Bilderbücher für die Sammlung, um schöne Post bzw. ein Highlight im Geschleppe des Alltags für mich zu organisieren. 



4. Mehr Geld oder weniger? Zuletzt mehr. Single zu sein ist für mich deutlich preiswerter.

5. Mehr Blogleserinnen, oder weniger? Ihr werdet jetzt langsam mehr, seit ich im Juli den Betrieb hier wieder aufgenommen habe. Das macht mich echt froh. Das Blog war ein Anker in den letzten Monaten.

6. Was war der beste Film, den du 2023 gelesen hast? Am meisten gefreut, habe ich mich vor ein paar Stunden über das hier: The Bat, 1995. Nein, kein Witz. Ich sehe mir in letzter Zeit nur ein einfaches und harmloses Programm an, das mich weder fordert, noch groß aufregt. Humor ist mittlerweile sehr viel besser für mich als Horror. Teil meiner Überlebenstrategie waren übrigens in den letzten Monaten nachts auch vorrangig die Golden Girls. Ich kann noch immer nicht glauben, dass ich mittlerweile in ihrem Alter bin. Und so gar nicht golden. Nur zerknittert.

7. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was? Nichts. Nein, auch keine nützlichen Erfahrungen mehr, die eine wachsen lassen. Ich bin offiziell ausgewachsen Ich brauche keine zusätzlichen Lektionen vom Leben. Schon gar nicht, wenn sie mich fast umbringen.

8. Mehr bewegt oder weniger? Am liebsten gar nicht. Schmerzen bei jeder Bewegung. Scheiß Schleimbeutelentzündungen.

9. Worauf bist du stolz: 2023 ist das Jahr, in dem ich endlich komplett und mit Konsequenzen begriffen habe, dass eine fleischfreie Ernährung zwar besser ist als nichts, aber dass sie im Hinblick auf Ethik und Umweltschutz nicht reicht. Ich bin stolz und vorsichtig optimistisch, dass ich den endgültigen Ausstieg aus Milchprodukten und Eiern nun zum Jahresende auch wirklich geschafft habe. Es hat lange gedauert. Ich habe viel experimentiert (und ja, mit Bio-Produkten "getrickst"). Am Ende brauchte es dann extra viel Hilfe durch Social Media Aktivismus, um das Wissen um die horrende Quälerei, die Milch und Eier mit sich bringen, komplett in Taten münden zu lassen. 

10. Die beste Idee: Ein Hotelzimmer in Frankfurt zu buchen - für die Buchmesse im kommenden Jahr. Die habe ich tatsächlich nur ein einziges Mal besucht und hatte wenig Zeit, mich richtig umzusehen, weil ich als Autorin da war. Laaang ist es her. Dann hat mir Corona zuletzt einen Strich durch den Plan gemacht. Nun muss es endlich klappen.

11. Das schönste Geschenk: Der Club der dicken Damen und all seine Mitglieder. Für nichts bin ich seit sehr langer Zeit so dankbar gewesen. Es scheint mir noch immer wie ein Wunder, dass wir uns auf so schnell und gründlich zu einem erstaunlichen Freund*innenkreis zusammengefunden haben. Ich freue mich so sehr, mit euch ins nächste Jahr gehen zu können.

12. Lieblingslied 2023: Ruin von The Pierces, My Silver Lining von First Aid Kit, Suburban House von Holly Macave (mit Lana Del Ray)

13. Die meiste Zeit wo verbracht? Gefühlt im Bett. Es ging nicht mehr anders.

14. Die größte Enttäuschung: ...war nur wieder noch eine Enttäuschung.

15. Die beste Investition: Eine große Magnettafel, auf der ich den Plot meines angestrebten Romans so richtig schön übersichtlich entwerfen kann.

16. Die wichtigste Erkenntnis: Es ist möglich, neue gute Freund*innen zu finden.

17. Wie verbringst du Weihnachten? Allein mit den Katzen, mit dem Kartoffelsalat meiner Mutter und Michel in der Suppenschüssel. Vielleicht fahre ich ein, zwei Tage vorher nach Berlin, an einen paradiesischen Ort: zu Hennwack, dem größten Antiquariat, das ich kenne.

18. Was wünschst du dir für das kommende Jahr? Genugtuung. Aufmerksamkeit. Und Flow.

19. Was ist dein wichtigstes Ziel für 2024: Siehe oben. Plus mehr Geld. Und schmerzfreies Laufen.

20. Und was jetzt? Atmen. Und Schritt für Schritt voran. Irgendwo hier habe ich schon einmal den Wahlspruch einer meiner früheren Therapeutinnen verkündet: Das Leben ist Kampf. Ich habe wieder vor, ihn irgendwie zu gewinnen. Ein wenig fühlt es sich jetzt so an, als hätte ich genug sediert herumgesessen und geschlafen. Aber Rückfälle sind nicht ausgeschlossen. Ich wünsche uns allen, die es brauchen können, wie im letzten Fragebogen von 2018, Nerven aus Stahl und Kraft, die zum Durchhalten reicht. 


HAPPY EVERYTHING!


Samstag, 12. Dezember 2015

Fragen über Fragen



Der Fragebogen zum Rückblick auf das Jahr ist seit 2011 hier eine Tradition. Die ursprüngliche Version habe ich von Shushan übernommen, die aber leider im Internet wohl nicht mehr da wohnt, wo ich sie einst traf... Ihn jedes Jahr neu auszufüllen eröffnet einem aufschlussreiche Einblicke in die persönliche Entwicklung. Das ist nicht immer lustig, aber interessant. Die Fragebögen der vorangegangenen Jahre gibt es hier: 

2014       2013

2012       2011


1. Auf einer Skala von 1 bis 10, wie war Dein Jahr? Na, ich sag mal 5 bis 6. Es hat sich eben alles auch schon mal noch schlechter angefühlt.

2. Zugenommen oder abgenommen? Abgenommen. 

3. Haare länger oder kürzer? Gleich. Dafür neublond.

4. Mehr Kohle oder weniger? No comment.

5. Mehr Blogleserinnen, oder weniger? Mehr.

6. Was war das beste Buch, das du 2015 gelesen hast? Such A Pretty Face von Marcia Millman. Und obendrein das beste Buch über das persönliche Drama, als dicke Frau in einer fettphobischen Welt zu existieren, das ich je gelesen habe. Von 1980.

7. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was? Wieder nichts. Aber auch wenig um Glück gespielt.

8. Mehr bewegt oder weniger? Mehr. Vor allem Rad gefahren - im Wohnzimmer.

9. Die teuerste Anschaffung: Augencreme. Von Chanel. Glaube ich.

10. Die größte Überraschung: Es gibt vegane Schokolade, die wirklich gut (genug) ist. (iChoc)

11. Das schönste Geschenk: Eine afghanische Festtafel. : )

13. Die meiste Zeit verbracht wo? Schreibtisch und Auto. Auto und Schreibtisch. Bett.

14. Die größte Enttäuschung: Keiner will mit mir spielen.

15. Die besten Investitionen: Molly Bretts Bilderbücher im Antiquariat. Warum ich nicht viel eher darauf gekommen bin, dass die vermutlich alle, alle, alle im Internet zu bekommen sind... Wer weiß, vielleicht stellt sich noch heraus, dass die Anmeldung im Fitnessstudio die beste Investition war.



16. Die wichtigste Erkenntnis: Ich finde, ich habe genug gelernt. Ich will nichts mehr lernen. Ich will vor allem von allen weiteren Lebenslektionen verschont bleiben - besonders dann, wenn sie nur wieder zusätzliche Gemütsschwere und Grübelei mit sich bringen. Und das tun sie meistens, sonst würde man ja nichts daraus lernen.

17. Was machst du zu Weihnachten? Alles wie immer in den letzten Jahren: Kartoffelsalat, Michel in der Suppenschüssel (in Ermangelung eines Fernsehers auf DVD), selbstbestellte und von Amazon liebevoll verpackte Geschenke...

18. Was wünschst du dir für das kommende Jahr? Ach, fast mag man es nicht mehr sagen. Gesundheit vielleicht. Für den Kater und mich. Und vielleicht eine 
Buchveröffentlichung.

19. Was ist dein wichtigstes Ziel für 2016: Unbedingte Selbstfürsorge.

20. Und was jetzt? Was weiß denn ich? Schlafen oder so. Hab ich schon erwähnt, dass ich es bei "Nibblers" bereits bis zu Level 300 geschafft habe?

NH


Montag, 16. November 2020

Corona-Krise Tag 246...oder so...

Der Himmel über meiner Feldmark, 15.11.2020

Und?
 

Wie viele Pakete Klopapier habt ihr noch im Keller? Bei mir sind es mindestens noch sechs. Ganz sicher bin mir nicht, denn zuletzt habe ich noch zwei in ein momentan mal wieder unzugängliches Hinterland gepfeffert. Ja, als vor ca. zwei Wochen plötzlich und verwirrenderweise die Regale wieder leer waren, habe ich wieder mitgehamstert. Wieder aus Notwehr. Außerdem war ich heilfroh, dass ich meine Vorräte im Keller in weiser Voraussicht nicht aufgelöst hatte. Allerdings habe ich sie auch deshalb noch nicht aufgebraucht, weil ich im Moment nur schwer an sie herankäme. Nachdem ich den Kampf der Dinge im letzten Jahr eigentlich für gewonnen erklärt hatte, ist der Zugang zu meinem Keller nun schon wieder verstopft mit aufgeschobenen Entscheidungen, soll heißen mit ungeklärtem Kram. Jojo ist auch beim Ausmisten eine Realität. Und eigentlich hatte ich mir am Jahresanfang vorgenommen, noch 1000 Gegenstände aus meinem Haushalt zu verabschieden. Bisher habe ich jedoch nur 230 geschafft und bin was die letzten sechs Wochen betrifft nicht mehr übermäßig optimistisch.

Das Jahr war hart. Noch härter, als das davor. Ein echtes Valium-Jahr. Ein paarmal habe ich mir gewünscht, ich könnte mich betrinken, aber diese Variante der Abmilderung und Verdrängung ist mir schlicht versperrt, weil ich Alkohol nicht mag/vertrage. Zusätzliches Schlafen am Tag (wenn möglich) war in den letzten Monaten noch immer die sicherste Möglichkeit, sich wenigstens kurzzeitig aus allem rauszuziehen. Nun ist 2020 fast geschafft. Und das hier ist möglicherweise mein letzter Blogpost vor Weihnachten. Dabei hatte ich so große Pläne für das Blog (und für 2020), aber das Geschleppe durch die Corona-Realität, komplett mit Ansteckungs- und Existenzsorgen, war mal wieder zu anstrengend. Außerdem kam auch sonst allerlei Ungemach dazu. Fast wäre ich schon wieder aus der Linken ausgetreten. Hier ist die Entscheidung auch noch nicht gefallen, aber das Gemetzel ist einen eigenen Beitrag wert. Außerdem ist der Auslauf der Katze in diesem Jahr auf ein die Terrasse überspannendes Catio beschränkt worden, nachdem ich wegen meines freilaufenden Haustieres mehrmals von neuen aber auch alten Nachbar*innen bepöbelt und bedroht worden bin. Die Katze ist not amused und ich werde selbstverständlich von massiven Schuldgefühlen geplagt und habe meine Wohnung mit ausladenden Tiermöbeln vollgestellt, die keine unserer 14 Katzen vorher je besessen hat. Kratzbäume sind scheußlich, aber scheinbar genau das, was die Katze sich schon immer gewünscht hat. Jedenfalls scheinen sie die Empörung über die Freiheitsberaubung etwas abzufedern.

Der traditionelle Fragebogen zur Rückschau entfällt in diesem Jahr. Das gelegentliche Vision Board zum Jahresende ebenfalls. Trotzdem - meinen Soundtrack, bzw. meine liebste Musik 2020 würde ich doch noch gern abliefern. Auch aus gegebenem Anlass. 

Kafvka: Fick dein Volk

Kafvka: Alles hassen Nazis

Swiss & Die Andern: Gangster vom Asylheim (Warnung: Video enthält Aufnahmen von Leichen)

ZSK: Make racists afraid again

Bela B: Deutsche - kauft nicht bei Nazis

Denn während der Rest von uns zu Hause sitzt, mit den Widrigkeiten des Lockdowns ringt und sehnsüchtig auf den Impfstoff wartet, zieht ein Mob aus 20.000 bis 45.000 (so ganz genau weiß es keiner) Nazis durch die Innenstadt von Leipzig und die Polizei hält es für "nicht verhältnismäßig", die bereitstehenden Wasserwerfer gefälligst auch einzusetzen. Jedenfalls nicht gegen Nazis. Wie hat uns der Polizeipräsident der Stadt doch so vielsagend belehrt: "Man bekämpft eine Pandemie nicht mit polizeilichen Mitteln, sondern mit der Vernunft der Menschen." Sprach's und ist offenbar urplötzlich nicht mehr so recht zuständig für die Durchsetzung von Gesetz und Ordnung. Also...nicht unter Nazis. Bei linken Protesten im Stadtteil Connewitz kamen offenbar zeitgleich vier Wasserwerfer und ein Räumpanzer zum Einsatz, als nur unweit davon Querdenker, ganz klar durchdrungen von menschlicher Vernunft und im Namen der Freiheit, Dutzende von Reporter*innen attackierten.

Gute alte Blindheit auf dem rechten Auge? Oder lag es doch vielmehr daran, dass es eine substantielle Anzahl von rechtsradikalen Sympathisant*innen innerhalb der Polizei gibt? Kommt mir bloß nicht noch einmal mit "alles nur Einzelfälle".

Und kommt mir jetzt bloß auch nicht mit "Ja, aber das sind doch nicht alle Nazis, die da demonstrieren". Wer das sagt und auch noch glaubt, hat schon wieder nicht richtig aufgepasst. Diese Eso- und Verschwörungsfaschos marschieren nicht zufällig mit der AfD und anderen Rechtsradikalen. Die sind alle Bewohner*innen des gleichen stinkenden, braunen Sumpflandes und haben sich genau dort gesucht und gefunden. Etwas Besseres als Corona konnte ihnen gar nicht passieren. Darum trommeln und tanzen sie maskenfrei auf den Straßen herum und träumen davon, die Verfassung umzuschreiben, während woanders eine steigende Zahl von Menschen auf Intensivstationen nach Luft ringt.

Es ist auch kein Zufall, dass die, die anderen Gruppen in unserer Gesellschaft Gleichheit und Freiheit und Menschenrechte grundsätzlich vorenthalten bzw. streitig machen wollen und alles tun, um die frei geäußerte Meinung anderer niederzuschreien (vor allem im Internet) jetzt auf den Straßen randalieren, um die "Freiheit" zu verteidigen. Ihre Freiheit. Denn ausgerechnet die Schutzmaske macht sie unfrei. Und Bill Gates will sie sterilisieren...kommt aber dabei irgendwie wohl doch nicht so richtig in die Puschen. Schade eigentlich.

Irgendwann hilft wirklich nur noch Cat Content...


Oder Schneckenpost zur Weihnacht...

Ursprünglich hatte die Aktion "Schneckenpost zu Weihnachten" den Zweck, meine ausufernde Sammlung von Weihnachtskarten abzubauen, und die Tradition danach, wenn auch schweren Herzens, nach und nach einzustellen - in Ermangelung von Reaktionen auf meine altmodische und gut gemeinte Post. Karten sind scheinbar nicht mehr in. Doch WhatsApp-Nachrichten sind in meiner Welt weiterhin nur ein kümmerlicher Ersatz.

Und wie in allen seither vergangenen Wintern zu beobachten war, ist auch Weihnachtskarten-Jojo ein reales Phänomen. Ich kann mir ganz klar nicht helfen und habe also wieder aufgestockt. Und vielleicht kann frau/man in dieser Zeit ja ganz besonders gut etwas Weihnachtskitsch auf Papier im Briefkasten gebrauchen. :)

Wenn ihr also gern eine Karte bekommen wollt, schickt mir eure Adresse per Mail an office(at)nicola-hinz(dot)com oder per Kontaktformular (oben rechts im Blog). Ich würde mich sehr freuen, denn für mich ist es noch immer ein Fest, Karten zu schreiben. Eure Adresse brauche ich auch dann, wenn ich euch im letzten Jahr oder davor eine Karte geschickt habe, weil ich mich ja daran halte, eure Adressen nicht zu speichern. 

Bis bald und viel Kraft euch allen für die kommenden Wochen. Das nächste Jahr wird besser. Muss es einfach. 
NH






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