Donnerstag, 9. Mai 2013

Ladies who lunch - und Männer, die skypen

Nobody I ever really wanted wanted me back, 2013
Es ist ein wenig, wie befürchtet. Wer das Universum des Cyber-Datings nicht konsequent wieder verlässt, nachdem er strategisch die ersten hübschen Fundstücke abgeräumt hat, findet naturgemäß noch mehr. Und vieles davon hätte sie lieber nie gesehen.

Allerdings: Von anderen Dingen wiederum wusste sie bisher gar  nicht so richtig, dass sie sie eigentlich ganz gern mal sieht.

Hast du Skype?

Dieses Frage wird meistens zu abendlicher Stunde gestellt und hat zumindest in meiner Erfahrungswelt bisher in keinem Fall bedeutet, dass der andere beim Telefonieren gern mein Gesicht sehen würde...Nennt mich eine naive Landpomeranze, aber es war mir nicht bekannt, wie viele Männer gern schlicht und ergreifend nur noch etwas herzeigen wollen. Zum Sex brauchen diese Exemplare überhaupt keine aktiven PartnerInnen mehr, sondern lediglich Zuschauerinnen, die sie beobachten, während sie masturbieren und dabei phantasieren, wie sie einem auf den Busen spritzen w(e)(ü)rden. Wenn tatsächlich doch noch einer darum bittet, eben jenen Busen wirklich mal nackt sehen zu dürfen, ist man fast erleichtert ob dieses Schimmers von Interesse am Gegenüber. Am Ende geht dann aber niemals wild irgendetwas daneben, sondern alles ordentlich ins Taschentuch. Eine hochegozentrische und auf ihre Art auch ausbeuterische Vorgehensweise. Aber für den Inhaber dieser Vorliebe eine saubere Sache. Außerdem verfährt man kein Benzin und kommt früh ins Bett (und wenn ich aus diesem Projekt eine Gewissheit mitnehme, dann die, dass Männer hierzulande zeitig schlafen gehen ; )). Natürlich ist das alles für das Publikum sterbenslangweilig, echt trostlos - und total sinnlos.......

.......Es sei denn, der Herr am Bildschirm hat sich zumindest mit der Kostümierung ein wenig Mühe gegeben. Macht doch gleich viel mehr her, so ein Kerl in High Heels. ; ) Ok, ich bitte um Handzeichen: Wer hier würde Dr. Frank N. Furter alias Tim Curry durchaus mal ohne Bedenken in sein Labor folgen?...Na bitte, sag' ich doch. ; )

Story of my life...

Das Grüppchen meiner männlichen grollenden und schmollenden, aber sich dennoch nicht endgültig verkrümelnden Lieblingsdiven ist inzwischen schweren Herzens abgewickel worden. Zum Teil war es Selbstverteidigung. Nicht komplett nicht gewollt zu werden ist auf die Dauer schwerer auszuhalten, als eine klare Abfuhr. Was immer ihre Gründe: Stolz, Trotz, Gleichgültigkeit, Feigheit: Es ist schlimmer, NICHT klar gesagt zu bekommen, dass der andere einen wirklich nicht mehr einplant. Jetzt nicht und überhaupt nie mehr. Der Zustand ist wie ein Haustier, das vermisst wird. Ein Minitrauma, das sich ohne Auflösung irgendwann ohnehin jeder Bearbeitung entzieht. Und Spekulation schubst einen nur noch tiefer in eine diffuse, lächerliche Schwere. Aber wer schafft es schon, nicht zu spekulieren?

Das Telefon schweigt stumm. Und man möchte es gegen die Wand pfeffern. Zusammen mit sehr, sehr, sehr vielen anderen zerbrechlichen Dingen. Aber man muss ja hinterher immer selbst alles wieder aufräumen. Also kommt man halt irgendwie...klar.

Was zunächst bleibt, ist eine Liste freundlicher Notlösungen - und warum soll frau nicht doch einfach mal etwas mit jemandem anfangen, der über 15 Jahre jünger ist, wo sie jetzt halt schon einmal in Fahrt ist? Und der weder Angst vor Emotionen, realtiver Verbindlichkeit, fröhlichen Verwicklungen, Fett und echtem Sex hat, noch vor einem möglichen Ende, das NACH all dem durchaus kommen könnte. Und sogar mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit kommt.

Ladies who lunch*

Man trifft auch Freundinnen im Internet. Eher zufällig und quasi als Nebenprodukt des Online Datings habe ich andere dicke Damen kennengelernt. Man schaut sich halt doch auch mal die Profile anderer Frauen an - und Komplimente von Geschlechtsgenossinnen sind ohnehin immer die besten. ; ) Die Tatsache, dass man selber dick ist, heißt ja nicht automatisch, dass man viele andere Dicke in seinem Bekanntenkreis hat, und dabei ist der Austausch so wertvoll, erhellend und in der Regel äußerst vergnüglich. Dicke Damen auf Partnersuche im Internet haben sich gegenseitig beim Mittagessen verdammt viel zu erzählen. So viel, dass sie eigentlich sofort zusammenziehen sollten. ; )

*
Barbra
Elaine


NH
 

Montag, 29. April 2013

Keiner liebt mich

 


Nachdem der erste Teil des Experiments erfolgreich abgeschlossen wurde, kommen wir zum eindeutig größeren Projekt: Die Liebe finden. Nun würde man vielleicht denken, alle Männer die unter Umständen vormals angesichts des für ihren Geschmack zu deutlich (von einer Frau) geäußerten Interesses an Sex den Kopf und anderes wieder eingezogen hatten (und davon gab es bisher durchaus ein paar ziemlich gamouröse Exemplare, die man für die zweite Runde gern wieder im Team hätte), könnten jetzt beruhigt zurück in die Arena traben.Tun sie aber nicht, die Heulsusen. ; )

Höchst bemerkenswert, wie wenig Humor Männer in diesen Tagen haben, wenn es an den eigenen Reißverschluss geht.War das schon immer so? Und wann hat das angefangen, dass einige Kerle den weiblichen Anspruch, "respektiert zu werden" gegen einen verwenden und sich schlicht verweigern? ; ) Und erst diese hektische Entrüstung und Entfremdung, wenn sie merken, dass man in der Tat genau das will, was sie auch am meisten wollen - sie sind nicht amüsiert, sondern hin und hergerissen zwischen "Anständigkeit", moralischem Naserümpfen und schlichtem Bestimmenwollen, wie die Sache nun wirklich zu laufen hat. Doch wo sich zwei Flittchen im Prinzip einig sind, ist es sinnlos, dass einer sagt, wo es langgeht. Und da fängt der Ärger dann so richtig an, und die Frauenbewegung prallt offenbar mitunter so hart an diffuse und schier unüberschaubare Grenzen in den Köpfen "neuer" Männer, dass es nur so scheppert. Frauen sollen sich in romantischen Beziehungen bitteschön führen und fallen lassen - aber doch um Himmels Willen nicht mit so viel Enthusiasmus und Schwung, dass man sich dabei fast die Rippen bricht.

Das Resultat ist, dass ich nun dasitze mit einem kleinen Fundus männlicher, angefressener Diven. Nicht in meinem Leben (wo ich sie gern behalten hätte) und nicht raus aus meinem Leben (weil weder sie noch ich das irgendwie wirklich wollen). Und mich über mich selbst ärgere, wenn ich beschwichtige, mich zurücknehme, mir Bemerkungen verkneife und angesäuerte Egos wie rohe Eier behandle, weil ich deren Besitzer trotz allem mehr mag als den Rest und von ihnen wieder so zurückgemocht werden will, wie am Anfang. (Als sie mich noch nicht so gut kannten und gar so deutlich überfordert waren.)

Stolz zu überwinden und die Klappe zu halten, obwohl man nicht findet, dass man etwas falsch gemacht hat, kann vielleicht eine wertvolle Übung sein. Bewusst angewandt und mit einem Ziel vor Augen. Als wissenschaftliches Experiment. Also habe ich auch gleich mal die Profile in den Online-Portalen entschärft. Und jeweils ein versicherndes Lächeln in der Fotogalerie platziert ("Du kannst ja grimmig UND warmherzig gucken!"). Denn die dicke Dame sucht die Liebe*, und sieht schon ein, dass es da vielleicht hilfreich ist, Männer nicht mehr in großen Mengen planmäßig in die Flucht zu schlagen. Trotzdem - eine Art zu leben wird das nicht werden. Heitere und gefällige Zurückhaltung ist nichts, was ich im Privaten lange durchhalte - vermutlich nicht einmal für der Welt besten Küsse. Ich brauch jemanden, der gut knutscht und mich aushält. DAS wird ein schönes Stück Arbeit werden. ; )

*Denn Herr Rossi sucht das Glück


P.S.: Ernsthaft jetzt?


NH

Donnerstag, 25. April 2013

Revolution


Ach guck mal hier: Vor zwei Wochen gekauft. Und dann total vergessen.*
*DAS wäre früher nicht passiert. ; )        
 

NH