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Freitag, 7. August 2015

OOTD: Die perfekte Unterhose

Mit den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit, wie sie momentan hier sind, ist SIE das Unter-kleidungsstück der Wahl für alle schweißtreibenden Ausflüge in die Wildnis. Sie ist so eine Art Wohlfühlrüstung.

Und bei heruntergelassenen Jalousien ist sie derzeit auch und vor allem für alle meine einsamen und inhäusigen Wochenendtätigkeiten, schreiben, lesen, staubsaugen, das genau richtige Outfit.


Geräumig, gemütlich, nachgiebig, mit weichen aber zuverlässigen Gummis und Nähten, schon eingetragen, aus blasser, bereits oft gewaschener Baumwolle (keine Chemie mehr drin), saugfähig, mit hohem Bündchen und niedrigem Beinabschluss. Die Superstars in meinem Kleiderschrank und immer nur sehr aufwendig und schwer zu ersetzen.

Und nein - das ist kein Scherz. Sondern eine Lektion in (dicker) Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge. Fühl' dich wohl in deiner Kleidung. Scheiß' drauf, ob's anderen gefällt!

NH




Samstag, 21. Juni 2014

Alles eine Frage der Perspektivität*

Irgendwie ist es einfach passiert. Ich sehe die Welt mit anderen Augen. Als jahrzehntelange Vogue-Anschauerin (denn wer liest denn bitte die Vogue?), fiel es mir jetzt nach ungefähr zwei Jahren Bemühungen um eine neue Sicht, wenn es um meine eigene und die Körperformen anderer geht, wie Schuppen von den Augen. Ich kann neu sehen! (Ja, ich weiß - Redewendungen-Overkill. Aber ich kann mir einfach nicht helfen. ; ))

Um genau zu sein - bestimmte Anblicke kommen mir gar nicht mehr neu/außergewöhnlich vor. Meine unmittelbare Bewertung hat sich komplett geändert. Ich denke nicht mehr: Das sieht ja auch ganz gut aus. (Also dafür, dass das Model keine Größe 34 trägt). Ich denke: Sieht toll aus, das Kleid will ich auch. Spätestens ab hier sollten alle Moderedakteurinnen mitschreiben - und zwar hinter ihren Ohren. Denn was ich kann, können wir selbstverständlich alle. Wir können unsere inneren Programme tatsächlich ändern. Und wenn wir es alle machen, dann wird die Erde rund. 

Die folgenden Bilder sind aus einem Persona-Katalog, den ich im Vorbeigehen aus einem Modegeschäft für "Übergrößen" mitgenommen habe. Ich würde sagen, die Models tragen ungefähr Größe 40/42. Da würde ich natürlich nicht reinpassen. Und im Prinzip ärgert es mich selbstverständlich, dass man Mode für Dicke noch immer nicht konsequent auch an dicken Frauen präsentiert. Aber zumindest passiert hier etwas, von dem die Modeindustrie mit ihrer unerträglichen Hochnäsigkeit und Dummheit noch immer in weiten Teilen behauptet, dass es eigentlich gar nicht geht: Es ist sehr wohl möglich, statistisch "normale" Frauenkörper im High-Fashion-Modus abzulichten. Und der Blick der Allgemeinheit auf sie kann sehr wohl "normal" werden. Und das vermutlich sogar seeehr viel schneller, als so manchem lieb wäre. 

Lassen wir uns also bloß keine Märchen mehr erzählen, dass es tatsächlich eine Frage von objektiven Attraktivitätsstandards sei, wie dick oder dünn jemand sein darf, um vor die Kamera und dann auf unseren Kaffeetisch zu kommen. Das ist es nicht. Dünn ist nicht schöner als dick. 34 ist nicht schöner als 42. 34 ist lediglich das, was wir kennen. Es ist eine Frage von (Seh-)Gewohnheit. Wer glaubt, er erträgt den Anblick des eigenen Fettes und das von anderen nicht, der muss nur lange genug hinsehen. Ist alles ein Frage der Übung und der Öffnung für neue Ausblicke. Wer immer auf den selben Punkt starrt, kriegt halt einen steifen Nacken. Und verpasst viel.

NH




*"Perspektivität und Perspektivismus bezeichnen philosophische Lehren, die besagen, dass die Wirklichkeit von Standpunkt und Eigenschaften des betrachtenden Individuums abhängig ist." (Wikipedia)

Sonntag, 2. März 2014

You can't buy it

Retail Therapy*

Decke des Waterfront Food Courts

Es ging mir echt mies - und was habe ich gemacht? Ich habe mich ins Auto gesetzt und bin anderthalb Stunden nach Bremen gefahren. Nicht, um die Bremer Stadtmusikanten zu besuchen, sondern, um zu Primark im Waterfront-Einkaufszentrum zu gehen. Auf der Fahrt habe ich versucht, nicht zu denken. Und beim Einkaufen wollte ich das ebenfalls lieber vermeiden. Insbesondere so innere Nachfragen wie "Was willst du denn bitteschön damit?" sollten tunlichst unterbleiben.

Primark ist eine Art moderner Pilgerort. Vor allem für junge Frauen. In einem WELT-Artikel von 2012 heißt es: "Bye-Bye Popstars, hello Primark!" Es ist billiger als H&M. Aber natürlich kein bisschen weniger Pop - im Gegenteil. In großen, braunen Papiertüten wird die Beute von den riesigen Konsum-Schlachtfeldern geschleppt. Denn das ist es, was diese Läden sind. Und sie stehen für alles, was diesen Planeten irgendwann über die Klippe befördern wird. Wegwerfkleider. Vollkommene Skrupellosigkeit bei der Verschwendung von endlichen Ressourcen. Ausbeutung von Arbeiterinnen in Bangladesch. Zwar macht Primark Ethik im Hinblick auf den Umgang mit den Herstellern ihrer Produkte zu einem zentralen Thema auf der Firmenwebsite, aber ein T-Shirt für drei Euro ist in diesem Universum eines ganz sicher nicht - Fair Trade.

Das war mir alles klar, und trotzdem habe ich mich gezielt ins Getümmel geworfen, weil es meiner Stimmung entsprach und mir Fairness und die Umwelt total am Arsch vorbeigingen. Ich meine, wer in meinem Alter hätte als Teenager je geglaubt, dass er in nicht allzu ferner Zukunft mit Einkaufskörben durch Bekleidungsgeschäfte wandern und diese mit Kram beladen würde, der so billig ist, dass es sich kaum lohnt, ihn überhaupt anzuprobieren. Wobei mir das meiste bei Primark natürlich ohnehin nicht passt - die größte erhältliche Größe scheint 48 zu sein. Aber Schlüpper, Schuhe (vegan, weil Plastik), Schmuck und Schminke gehen ja irgendwie immer. Und so schleppte ich meine drei Tüten erst zum Auto und ging dann wieder zurück, um aufs Klo zu gehen. Die Toilettenfrau rief mir beim Verlassen hinterher: "Hab' noch einen schönen Tag, Schatz!" Ab da ging es mir endlich besser.

Das Ritual, das früher Shopping-Touren folgte, hieß bei mir zu Hause (also zwischen mir und meiner Mutter) "Schätze vorzeigen" - quasi die altmodische und sehr viel privatere Variante des auf Blogs heute so weit verbreiteten "Hauls". Man machte sich etwas Warmes zu trinken und setzte sich mit all seinen Tüten aufs Sofa. An die Hälfte der Einkäufe erinnerte man sich am Ende des Tages tatsächlich gar nicht mehr so genau, und es kam hin und wieder eine echte Überraschung zum Vorschein...ohne jemanden, dem man am Ende seine Neuzugänge vorführen kann, ist es nicht das Selbe.

Das teuerste, was ich bei Primark erworben habe (für 15 Euro), war etwas, das ich schon lange haben wollte - ein Paar glänzende, hautfarbene Platform-Pumps. Insgesamt hatte ich 37 Teile in meinen Papiertüten. Und das, nachdem ich erst so stolz darauf war, kistenweise aussortiert zu haben. Also nahm ich mir nach dem Ausflug zu Primark vor, doch mal wieder eine Fastenkur zu machen - eine Shopping-Fastenkur, wie sie Isis Unveiled hier auch vorschlägt. Und weil ich am Freitag schon wieder rückfällig geworden bin (siehe unten), werde ich ab jetzt noch einmal anfangen. Keine neuen Kleider mehr für wenigstens zwei Monate, denn ich habe von allem genug. Und dank der fettakzeptierenden Umstrukturierung meines Kleiderschrankes, passt mir das alles sogar. Ein Umstand, der mir übrigens noch immer wie ein Wunder vorkommt. ; )

Der Nude-Schuh



No more nasty knickers**

Am vergangenen Valentinstag hatte ich nichts vor. Also ging ich los, um mir Unterwäsche zu kaufen - so als ob ich etwas vorhätte. Der Plan war gar nicht so einfach umzusetzen. Weil es halt nach wie vor ohnehin nicht leicht ist, große Größen in regulären Geschäften zu bekommen. Ich finde ja z. B. die Wäschekollektion von Dita von Teese ausgesprochen schön, aber natürlich kann man mit einer Größe 52 und einer H-Cup davon nur träumen. Und muss halt auf sein Glück hoffen. Ich wurde in der Boutique Bizarre auf der Reeperbahn fündig, aber das eher zufällig, da die nicht anwesende Geschäftsführerin "es eigentlich nicht schön findet, wenn zu viel in großen Größen herumhängt". Die Verkäuferin bedauerte dies und war ausgesprochen freundlich - und hätte mir einen ganzen Haufen transparenter Spitzenunterwäsche in Pink und Grün und Beige verkaufen können - wenn sie sie denn im Angebot gehabt hätte...



In der Darkside Boutique (auch Reeperbahn) ging man eher therapeutisch an die dicke Frau heran. Der Verkäufer bot an, mir dabei zu helfen, das zu finden, was in meiner Größe überhaupt im Laden vorhanden sei - damit ich mich nicht "totsuchen" müsse. Denn schließlich sei ich ja gekommen, "um etwas Schönes für mich zu kaufen". Ganz offenbar wirkte ich auf ihn, wie eine verwirrte Reisende vom Planeten der fetten Mauerblümchen. Ich erklärte ihm dann, dass das, was ich bräuchte eben jene pofreie, grüne Bloomer-Unterhose am Ständer dort drüben sei - in meiner Größe. Hatte er nicht. Natürlich nicht. Strapsgürtel in 52 und dazu noch in einer anderen Farbe als Rot oder Schwarz? Hatte er nicht. Vielleicht die Kollegen im anderen Laden im Erdgeschoss. Wenigstens ein Paar strassige Handschellen? Hatte er nicht. Vielleicht die Kollegen unten.Wohlgemerkt - die Darkside Boutique wirbt auf ihrer Website damit, ein auch für runde Kundinnen ergiebiges Angebot zu haben. Aber die "Kollegen unten" hatten in der Tat mehr in großen Größen. Und mehr Licht. Und mehr Humor. Und ja, die Wäsche kriegt auch noch jemand zu sehen. ; ) .

In der Phase in meinem Leben, in der ich mein Höchstgewicht erreicht hatte und jeder Gang vor die Tür gefühlsmäßig eine Mutprobe bedeutete, ging ich so gut wie nie einkaufen. Ich kaufte insbesondere keine neuen Hosen mehr. Meine Schenkel allerdings zerrieben die, die ich besaß, in ziemlich kurzer Zeit. Aus anfänglich dünnen Stellen wurden bald faustgroße Löcher, manchmal mit augeribbelten, harten Rändern, die beim Aneinanderschaben der Beine noch zusätzlich die Haut aufrissen. Ich lief nicht selten mit offenen Wunden durch die Welt. Geduckt, mit dem Wunsch, einfach unsichtbar zu werden und gleichzeitig mir übermäßig bewusst, dass ich existierte - durch den schneidenden Schmerz bei jedem Schritt.

Manchmal zog ich die Löcher mit ein paar großen Stichen provisorisch zusammen, so dass sich wieder Schorf über den unter dem Stoff liegenden Abschürfungen bilden konnte. Wenn die Fäden rissen, fing alles von vorne an. Ich weiß heute, dass das eine von mir selbst verordnete Bestrafung war. Ich hasste meine Körper und in letzter Konsequenz mich selbst so sehr, dass ich für eine ziemlich lange Zeit keinerlei Anstalten machte, das Elend endlich zu beenden. Aus meiner Sicht verdiente ich die Schmerzen und die Peinlichkeit, in zerfledderten Hosen herumzulaufen, weil ich eine hässliche, disziplinlose Versagerin war. Ich verdiente nichts, was das Leben in diesem monströsen, ekelhaften Körper hätte erleichtern können.

Klar, irgendwann begann ich dann doch, mir wieder öfter heile Hosen zu kaufen, weil ich schließlich im Leben trotz allem irgendwie funktionieren musste, und weil es natürlich unangenehm ist, wenn andere einem auf die blutigen Schenkel und die Unterhose gucken können. Aber ich ertappte mich im Laufe der Zeit immer wieder mal dabei, die kaputten Hosen nicht früh genug auszusortieren. Erst als ich vor ungefähr zwei Jahren meine Selbst- und Fettakzeptanz-Reise antrat, SCHWOR ich mir an einem bestimmten Punkt, dass mir das nie wieder passieren würde - ich würde nie wieder wundgeschrabbelte Stellen an den Oberschenkeln haben.

Seitdem kaufe ich regelmäßig neue Hosen - mehr, als ich brauche. Bisher habe ich sie allerdings meistens nicht anprobiert. Sie wurden im Laden einfach auf Verdacht mitgenommen oder im Internet bestellt - und dann aus Zeitmangel in den meisten Fällen schlicht behalten. (Auch so ein eigenartiges, schwer abzuschüttelndes Verhalten aus meinen Zeiten als unglückliche Dicke: Ich habe Umkleidekabinen in dicken Phasen weitgehend gemieden.) Das hat mitunter noch immer dazu geführt, dass ich zwar Hosen trage, die zwischen den Beinen heil sind, aber trotzdem nicht gut sitzen und darum eher unbequem sind. Am Freitag habe ich nun Hosen anprobiert, bevor ich sie gekauft habe. Und das tue ich ab jetzt immer. Das war eine notwendige Übung, und dafür habe ich auch mein Fasten unterbrochen. Hier schließt sich übrigens noch eine Reihe von weiteren, verwandten Entschlüssen an: Keine ungemütlichen oder unhübschen Unterhosen mehr! Keine BHs mit ausgeleierten Trägern mehr! Keine zu kleinen Schuhe mehr! Nichts, was den ganzen Tag zwickt oder kratzt! Naja...mit einer Ausnahme ; ).


Die Katze im Sack!

*Einzelhandelstherapie
**Keine scheußlichen Unterhosen mehr

NH 

Dienstag, 21. August 2012

Das Kleid


Jaaa, also jetzt kommen wir doch langsam mal voran! Vor ungefähr anderthalb Jahren habe ich mich auf den Weg gemacht. Aus der Diät-Falle heraus. Irgendwie. Ich wusste, es lag etwas in der Luft.  Ich erkannte nur den Geruch nicht. Und ich fand DAS KLEID (rechts). In das wollte ich rein. Ich war mir nur nicht mehr ganz und gar sicher, in was für einer Größe. 36 oder 46?
Ich habe mich immer darüber beklagt, dass es für Dicke nichts Anständiges anzuziehen gibt. Und ich habe mich immer lustig gemacht über Bärchen auf T-Shirts und knisterndes Polyester, das die meisten Produzenten von Übergrößen ihren Kundinnen / Opfern weiterhin zumuten. Als ich DAS KLEID vor einem Jahr kaufen wollte, wusste ich nicht wo. Ich dachte daran, es für mich nähen zu lassen.  Aber das ist nun nicht mehr nötig, denn hier ist es (oder zumindest in sehr ähnlicher Ausführung). Und das gerade rechtzeitig zum Eintritt in eine weitere Entwicklungsphase als neue, ermutigte Dicke. Es gibt tatsächlich schöne Kleider jenseits der 46. Nicht so oft in deutschen Fußgängerzonen, aber im Internet. Das habe ich nur nie gewusst, weil mein Hauptinteresse als Dicke bisher immer gewesen ist, mich in meiner Kleidung unsichtbar zu machen. Nun ist die Situation wie folgt:

Ich habe das Kleid, aber nicht die verdammte Chuzpe, es anzuziehen.

Lesley Kinzel zitiert in „Two Whole Cakes“ eine Leserin, die sich als Dicke in Rock und hohen Schuhen vorkam, wie ein „elephant in drag“. Aber die Tatsache, dass eine große Menge Körperfett grundsätzlich gängigen Vorstellungen von Weiblichkeit entgegensteht, kann auch befreiend sein. Wenn dicke Körper femininen Standards ohnehin nie entsprechen können und zumindest bis die Hölle zufriert keinen Blumentopf in dieser Disziplin gewinnen werden, warum sich dann nicht endlich aus dem Wettbewerb verabschieden und eigene Regeln aufstellen? Und wenn Dicken die Möglichkeit der modischen Selbstgestaltung und Selbstrepräsentation von Designern und der Modeindustrie weitgehen vorenthalten werden sollen, warum dann überhaupt noch den Versuch machen, sich anzupassen? Wenn Mode eine Sprache ist, warum nicht selbst eine eigene, laute und deutliche  erfinden?

Die Antwort war/ist: Fatshion (fat + fashion).

Man könnte nun denken, dass es bei Fatshion in der Hauptsache darum geht, als Dicke das Recht auf Mode als kreatives Ausdrucksmittel einzufordern. Aber laut Kinzel geht es um unendlich viel mehr, als nur „auch schick“ sein zu dürfen. Es geht im Wesentlichen um die oben bereits erwähnte eigene Sprache. Ein Körper, der  öffentlich in einem Kleid steckt, in dem er in den Augen des Publikums eigentlich nicht zu stecken verdient, weil er die Voraussetzungen nicht erfüllt, ist eine Botschaft an eben jenes Publikum – die Gesellschaft.
Fatshion ist oftmals bunter, schriller, kühner UND ENGER als bloße Mode. Da ihre Trägerinnen im Rennen um standardisierte Weiblichkeit ohnehin keine Chance haben, re-interpretieren und überspitzen viele Fatshionistas diese Standards auf spielerische und oft  ironische Art und gehen damit in der Tat ähnlich vor wie Drag Queens. „Femmeness“ (als Alternative zur  restriktiven, ausschließenden und diskriminierenden  Definition von Weiblichkeit) hat denn auch ihren Ursprung in der LGBTQ Community.
Damit kaschiert Fatshion den dicken Körper endgültig und definitiv nicht mehr, sondern macht ihn weithin sichtbar. In Blogs im Internet – und auf der Straße, wenn man sich auf eben jene traut. Diese Erhöhung der Sichtbarkeit von Dicken gegen den verächtlichen Widerstand und die ungnädigen Sehgewohnheiten der Umwelt macht Fatshion politisch und zu einer feministischen und fettaktivistischen Strategie. Fatshion hat als wahres Ziel nichts Geringeres als eine auf Sichtbarkeit und Abbildung basierende Revolution.
Fatshionistas brauchen Mut. Auf den Seiten vieler Fatshion-Bloggerinnen beschreiben diese, was für eine mühsame innere Reise sie hinter sich gebracht haben, um das Selbstbewusstsein zu entwickeln, das sie jetzt trägt.
Und ich frage mich nun: Wenn ich täglich ohnehin eine Extraportion Mut benötige, um aus dem Haus zu gehen, wie viel brauche ich dann wohl erst in einem engen, knielangen, knallgelben Kleid?Und was ist das eigentlich für eine abgefahrene Welt, in der IRGENDWER Mut braucht, um sich ein gelbes Kleid anzuziehen?

Hier noch einige Fatshion-Blogs:

NH