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Samstag, 7. Oktober 2023

"Ich bin ja nicht weg"


The art of losing isn’t hard to master;
so many things seem filled with the intent
to be lost that their loss is no disaster. 
(aus "One Art" von Elizabeth Bishop)

Die größte Angst, die mich im Augenblick hauptsächlich noch umtreibt, ist, jemanden komplett zu verlieren, so als wäre er tot, ohne dass er tot ist.

Um das mit einem vielleicht nicht ganz exakt passenden Beispiel noch zu verdeutlichen: Die absolute Horrorvorstellung als Katzenmutter von Freigängerkatzen war stets, nicht der Tod einer Katze, sondern das spurlose Verschwinden und die Ungewissheit über den Verbleib des Tieres, darüber, wie es ihm geht sowie die Frage, ob ich noch etwas tun könnte, um es zu retten, wenn ich nur das Richtige zu tun wüsste.

Wie wiederholt berichtet - ich verstehe was von Verlust. Worin ich naturgemäß nicht gut bin, ist Menschen oder Tiere zu verlieren. Wer ist das schon? Aber meine nicht unerhebliche Verlustangst traf in meiner letzten Beziehung auf sehr viel passiv-aggressive, emotionale und sogar tatsächliche Nicht-Verfügbarkeit. Das tat mir nie gut und war oft eine Quelle großer Enttäuschung, aber auch von Angst und Sorge. Wir haben nicht zusammen gewohnt, und wenn wir nicht räumlich beisammen waren, waren Kommunikation und Kontakt mitunter schleppend bis unterbunden. Ich habe mir daraufhin oft ganz praktisch Sorgen gemacht, ob etwas passiert sein könnte. Andererseits fühlte ich mich auch häufig ängstlich und unsicher, was meine Rolle und meinen Wert in der Beziehung anging.

Allerdings habe ich ein Recht auf das immerwieder fett unterstrichene Vorhaben, "Freunde zu bleiben", weiter Kontakt zu halten und gar zukünftig gemeinsam Dinge zu unternehemen, scheinbar verwirkt. Ich bin in Ungnade gefallen, weil ich angesichts dessen, was mir angetan worden war, mit Wut und Eifersucht und noch mehr Wut reagiert habe. Am Esstisch und am Telefon.

Wenn das mit der Freundschaft je ernst gemeint gewesen war (und wer weiß das schon), dann muss die Überraschung über meine normale und menschliche Reaktion ja ziemlich groß und regelrecht schockierend gewesen sein. Die offensichtliche Frage ist, wie kann das sein? Wer rechnet denn in so einem Szenario nicht mit einer solchen Reaktion? Und wie fair ist es, die blutrote Verzweiflung eines auf diese Weise betrogenen und verletzten Menschen wirklich am Ende auch noch gegen sie zu verwenden?

Lasst mich hier komplett klar sein: Keine meiner Reaktionen war überzogen oder unangemessen im Hinblick auf die Umstände, die ich nicht kreiert hatte. Das weiß ich ganz sicher. Ich bin vor den Bus geschubst worden. Dass der selbe Bus dann den Ex in seiner Gefühlswelt auch noch angefahren hat, liegt nicht in meiner Verantwortung. Es ist schlicht kindlich und egozentrisch zu glauben, Menschen auf bestimmte Weise  behandeln zu dürfen und sich dann zu beschweren, wen sie adäquat und zutiefst menschlich antworten. Und dabei womöglich fluchen. Ich weiß, wie konnte ich nur...

Ich hätte mir gewünscht, in meinem Ausnahmezustand und meinem Schmerz auch besonders in der Phase der Zuspitzung noch irgendwie gesehen zu werden. Das hätte ich anständig und angebracht gefunden. Und ich hätte obendrein sehr gern ein wie auch immer fortgeführtes freundschaftliches Verhältnis aufrechterhalten. Das tue ich noch immer. Wut und ausgestreckte Hände schließen sich nämlich überhaupt nicht aus. Ich habe schon an anderer Stelle erzählt, dass ich neben Wut und Verzweiflung trotzdem auch stets dafür gekämpft habe - ich habe Angebote gemacht, ich habe Zeichen desetzt, ich habe mich geöffnet, ich habe ihn nicht von der Unterhaltung ausgeschlossen oder ignoriert - weder vor noch nach dem ganz großen Knall. 

Und dessen Wirkung scheint, was mich betrifft, nun an manchen Tagen sogar weitgehend verpufft. So schnell kann es dann manchmal doch gehen. Die ohnmächtige Fassungslosigkeit angesichts der Eröffnung, wer meine Nachfolgerin war - geschenkt. 

Heute Nachmittag dachte ich, ich würde einfach nur gern anrufen können und fragen, ob er mal wieder Lust auf unser ehemaliges Sushi-Stammrestaurant hätte. Da war ich nun seit Monaten nicht. Aber ich könnte ihn dafür auch dann nicht anrufen, wenn ich es vorhätte. Für wichtigere, rein praktische Anliegen, die wir noch zu klären hätten, ginge das ebenfalls nicht. Ich bin nämlich geblockt worden. Und auch auf Textanfragen erhalte ich keine Antwort. Im Prinzip ist da ironischerweise mitunter gar kein Unterschied, ob wir in unserer Beziehung sind oder nicht... 

Dass wir auf diese Weise bestimmte Angelegenheiten nie komplett auseinanderfriemeln werden, die eigentlich jetzt abschließend noch anstünden, und die Entscheidungen alle an mir hängenbleiben, ist auch klar. Wer aber nun doch einen endgültigen Schlussstrich will, sollte die Abwicklung nicht pausenlos verhindern und alles mal wieder bis in alle Ewigkeit hinauszögern. Es sei denn, er will den Schlussstrich gar nicht. 


NH

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Das Ende

 




Corbinian ist tot.

Ich musste ihn einschläfern lassen. Zwischen dem Augenblick, an dem ich begriff, dass irgendetwas nicht stimmt und seiner Einäscherung lagen ungefähr vier Wochen. Er hatte Krebs und ist nur 11 Jahre alt geworden. Nun ist Tippi allein. Mal wieder. Sie ist noch nicht einmal zwei Jahre auf der Welt, aber hat bereits drei maßgebliche Abschiede hinter sich - von ihrer Mutter und den Geschwistern, von einer Mitkatze, die Teil ihrer ersten Menschenfamilie war -  und jetzt ist ihr nach nicht einmal 10 Monaten ihr großer, dicker Freund aus heiterem Himmel weggestorben. Die beiden waren ein sagenhaftes Team. Sie hat ihn aufgemischt und er hat mit großer Freude, Geduld und angemessener Achtsamkeit mit ihr gerangelt - und seine Lieblingsplätze und Dreamies mit ihr geteilt. Seine Abwesenheit ist täglich ein Schock. 




Dieses ist der zweite und letzte Blogeintrag in diesem Jahr. Es war auch so ziemlich schauerlich, aber, wie durch das Ableben des Katers erneut bewiesen, geht es immer noch ein wenig bescheuerter.

In ein paar Tagen werde ich 50. Ein halbes Jahrhundert dahin. Egal, wie sehr ich mich anstrenge, es fühlt sich nicht an, wie ein Grund zur Freude. Zuviel Ungemach schiebt sich ins Bild, wenn ich Bilanz ziehe über das Leben bis hierher. Verstellt den Blick. Was ich in fünf Jahrzehnten gelernt habe, ist, dass die Dinge sehr viel öfter schiefgehen als nicht. Komisch, wie unmöglich eine solche Prognose einer mit zwanzig vorgekommen wäre. Obwohl ich natürlich auch keine besonders fröhliche Zwanzigjährige war. Trotzdem hätte ich damals niemals glauben können, dass es eigentlich kein Gewinnen gibt. Ich habe, genau genommen, sogar verdammt lange damit gerechnet, dass noch alles wirklich gut wird. 

Aber überlebt. Zumindest das. 

Der Fragebogen zum Jahresende entfällt natürlich - bis auf die folgende Playlist der von mir meistgehörten Lieder. 


Danger Dan - Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt



Vermutlich könnte frau bei zwei Beiträgen pro Jahr auch von einem Ende des Blogs sprechen. Tatsächlich hätte ich genug Wut und Ärger für zehn Blogs. Zusätzlich habe ich seit Ewigkeiten Pläne für die Gründung eines Clubs der dicken Damen. Aber genug Energie habe ich dafür gerade nicht. Und wenn frau es genau betrachtet, auch nicht mehr genug Inhalte. Es gibt im Grunde nichts Neues zu sagen. Denn es ändert sich ja auch nichts. Irgendwann erwischt es uns wohl alle, die Motivation kracht in den Keller und zwar auf Nimmerwiedersehen - feministische Fettakzeptanz war nun einmal noch nie ein lohnendes Thema, wenn frau eigentlich gern beliebt und erfolgreich oder auch einfach nur im Ansatz wirksam wäre. Mit großer Verblüffung verfolge ich die Instagram-Posts von Kate Harding. Sie war eine meiner Heldinnen auf meiner Reise zur Selbstakzeptanz. Heute: Fotos von ihrem Hund. Und sonst kaum noch etwas.

Kommt gut in 2022 an.

NH

Sonntag, 1. Dezember 2019

Adventsblog 1: Nach Hause



Trigger Warning: Lustig wird es hier nicht.

Da haben wir es wieder fast geschafft - das Jahr ist vorbei. Zeit für den Fragebogen, der hier mittlerweile zur Tradition geworden ist. Eine der Fragen ist für gewöhnlich, was das "Lieblingslied" des vergangenen Jahres war.

Vor ein paar Tagen habe ich durch Zufall Catie Turners "Home" auf YouTube entdeckt. Und aus heiterem Himmel Rotz und Wasser geheult.

Wenn man mich fragt, wie es mir geht, antworte ich bereits seit Jahren: "Danke, man tut immer sein Bestes." Dabei lächle ich und vermutlich denken die Meisten, ich mache einen drolligen Witz. Dabei ist es mein voller Ernst und die absolute Wahrheit. Aus Unterhaltungen mit meinen Leserinnen weiß ich aber auch, dass viele ganz genau verstehen dürften, was ich meine.

Catie Turners Lied beginnt mit "I miss you when I least expect it" (Ich vermisse dich dann, wenn ich es am wenigsten erwarte) Mittendrin heißt es "I just wanna go home" (Ich will einfach nur nach Hause). Es waren wohl diese beiden Stellen im Text, die mich besonders erwischt und aufgemischt haben.

Es war wieder kein leichtes Jahr. Wenn ich mich durch den Alltag boxe und in der Tat immer mein Bestes versuche, rede ich oft mit mir selbst (natürlich nur, wenn ich mit mir allein bin : )), besonders morgens. Mein reflexartiges Grundeingestellungsmantra ist: "Ich will nach Hause. Ich will nur noch nach Hause. Bitte lasst mich doch endlich nach Hause." Offenbar bricht sich in dieser Ansprache das kulturell tief verwurzelte Konzept einer unsichtbaren aber zuständigen Instanz Bahn. Es überrascht mich immer wieder, denn natürlich bin ich nicht religiös. Manchmal wünschte ich, ich könnte es sein. So, wie ich mir manchmal wünsche, ich könnte mich einfach mal sinnlos betrinken. Aber ich kann weder das Eine noch das Andere, denn wenn ich etwas mehr hasse als alles andere, dann ist es, Kontrolle abzugeben.

Meiner Mutter habe ich kurz vor ihrem Tod verordnet, dass sie nicht sterben dürfe, denn ohne sie würde ich kein Zuhause mehr haben. Auch das war die Wahrheit.

Jetzt bin ich fast 48 Jahre alt und statt sich von der Zeit heilen zu lassen, wird meine Haut immer dünner. Mir sind bis heute zu viele weggestorben und mir war nicht klar, wie nah unter der Oberfläche die Trauer sich, vermischt mit panischer Verlustangst, abgelagert hat. Mir graut es vor noch mehr Gräbern. Und wenn es nur eine weitere kleine Katzenurne im Regal ist. Die Verluste bis hierher stapeln sich wie die Kisten im Keller. Und die dazugehörenden Schmerzen brechen unerwartet aus dem Unterholz.

Wenn mir irgendetwas Erzählenswürdiges passiert, ist der erste Impuls auch nach 10 Jahren noch zumeist, es meiner Mutter erzählen zu wollen. Das verschiebt sich nun ein wenig, und Oliver rückt langsam an die Stelle des wichtigsten Empfängers für Neuigkeiten.

Wie dem auch sei, es ist ein schönes und tieftrauriges Lied. Der Rest des Fragebogens kommt später.

NH



Sonntag, 26. Juni 2016

Follow me around 48: Traurige Tage


Ich bin mir sicher, dass Gustav bis dahin schon etwas geahnt hat, aber als ich sein Terrassenkörbchen reingeholt und mit seinem Futter und Spielzeug gefüllt habe, wusste er es auch ganz sicher - irgendetwas Einschneidendes würde passieren. Er lag lang auf dem Teppich und keuchte ein wenig. Ich weiß nicht, ob wegen der Hitze, oder ob ihn die Panik ergriff.

Er hörte auf, sich zu beschweren, dass er nicht mehr raus durfte und ging plötzlich auch Corbinian aus dem Weg. Der entspannte sich zusehends, als ob er begriffen hatte, dass es nicht sein Koffer war, der gepackt worden war und jetzt auf die Abreise wartete.

Erst vor einigen Tagen hatte ich durch Zufall herausbekommen, was Gustavs Lieblingsessen ist - gekochtes Huhn. Damit habe ich ihn dann bis zum Aufbruch den Tag über vollgestopft. Ich weiß, dass die Chancen, dass ihm so bald wieder jemand Huhn kocht, nicht sehr groß sind. So freundlich und fürsorglich die Leute, die ihn aufgenommen haben auch sein mögen, so viel Aufwand wie bei mir, wird dort vermutlich nicht betrieben werden.

Er konnte nicht mehr bleiben.

Er hat es sich selbst vermasselt. Er hätte Corbinian einfach aus dem Weg gehen müssen, anstatt ihn zu triezen, ihn im Garten und in der Wohnung zu scheuchen und zuletzt sogar richtig zu attackieren. Corbinian hatte sich in den letzten Tagen nur noch verkrochen. In Ecken oder auf Schränken. Er hat auch nur noch auf dem Tisch gefressen, um Gustav stets im Auge zu behalten. Und er hatte sich nicht mehr in den Garten getraut, weil Gustav ihn auch da verfolgte. Da wird man selbst zutiefst unvernünftig und verlangt Vernunft vom Tier: "Warum bist du nur so dumm!? Warum, warum, warum nur!? Hör doch einfach damit auf, und du kannst für immer bei uns bleiben!!" Und ich hätte es mir so gewünscht, dass er bleibt.

Als ich mich dann angesichts der verzweifelten Lage, in der sich Corbinian befand, steinschweren Herzens und heulend entschieden hatte, Gustav ins Tierheim zu bringen, und erst mit dem Tierheim Süderstraße und danach mit der Göttin und der Welt telefonierte, stellte ich fest, dass Tierheime ganz offensichtlich nicht in jedem Fall für Tiere zuständig sind, sondern in der Regel eher dafür, sie sich vom Leib zu halten: "Damit haben wir ja gaaar nichts zu tun!", "Da sind wir ja gaaar nicht zuständig!", "Da sind Sie bei uns ja gaaanz falsch!". Der Ton gedehnt bis patzig. Der Hamburger Tierschutzverein herrschte mich an, dass meine 22 Jahre Mitgliedschaft hier überhaupt keinen Unterschied machen würden. Vielleicht hätte ich American Express um Hilfe bitten sollen ("Membership has its privileges") - weniger sinnlos und unerfreulich wäre das auf jeden Fall nicht geworden.

Man ist verzweifelt und ziemlich allein mit einem echten Problem, und es ist mal wieder niemand zuständig. Alle anderen sind zuständig. Sollen die doch machen. Die Polizei zumindest hätte Gustav dann doch abgeholt, und wenn die ihn ins Heim bringt, so erkärte mir ein hilfreicher Beamter, "müssen die das Tier auch aufnehmen". Aber ich wollte den Kater eigentlich ja ohnehin gar nicht so recht hergeben - und ihn schon gar nicht verhaften lassen.

Wer mir dann wirklich half, waren zwei Mitarbeiterinnen unserer Tierarztpraxis. Eine von ihnen hat ihre Pferde auf einem Hof untergebracht, der Gustav dann nach einem Anruf von ihr ein Zuhause angeboten hat. Dort wohnt er zukünftig umgeben von Kühen, Schafen, Pferden und Reitern. "Bekommt er dort denn auch Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten?" - "Ja, natürlich!" - "Gibt es denn dort noch mehr Katzen, wo er doch gerade solche Probleme mit Corbi hatte?" - "Ja, eine andere Katze. Aber die wohnt im anderen Haus auf dem Gelände. Und auf dem Hof können die sich gut aus dem Weg gehen." - "Er wohnt also auch drinnen?" - "Ja, er kann raus und rein. Und er bleibt auch erst einmal ein paar Tage drinnen, um sich an die neuen Menschen zu gewöhnen." - "Und er wird auch ein ruhiges Plätzchen speziell für sich haben?" - "Ja!"

Er wird seinen Namen behalten, er konnte sein Körbchen, sein Spielzeug und sein Futter mitnehmen. Er bekam vor seiner Abreise einen frischen Chip (weil er bis dahin keinen gehabt hatte), und ich kann mich in ein paar Tagen in der Praxis erkundigen, wie er sich eingelebt hat...eigentlich hatten wir unfassbares Glück. Trotzdem rannen mir während der Übergabe am Freitagabend ohne Unterlass die Tränen über das Gesicht. Es war kein wirkliches Weinen. Kein Schluchzen und Rotzen mehr. Vielmehr ein stetes Rinnsal, wie aus einem Wasserhahn.

Obwohl sie furchtbar nett waren, müssen sie mich in der Praxis für einen wunderlichen und komplett überemotionalen Kontrollfreak halten.Und buchstäblich sowie auch ganz allgemein für nicht ganz dicht. Ich weiß, dass sie es entweder schon tun, oder kurz davor waren. Und ich würde es ihnen nicht übel nehmen. Ich betrachte mich im Spiegel und denke, vielleicht bin ich es ja auch nicht. Dicht. Aber ich habe auch immer wieder das kleine entsetzte Gesichtchen von Gustav vor Augen, das mich auf der Fahrt in die neue, unbekannte Zukunft vom Nebensitz verzweifelt und anklagend anstarrte und anschrie, während er gleichzeitig vor Angst den Katzenkorb mit Pipi tränkte.

Und dann beobachte ich Corbinian, der sich in seinem Zuhause und im Garten scheinbar wieder wohl fühlt und bereits am Freitag alles darin innerhalb von ein paar Stunden für sich zurückerobert hat. Ich kann mir trotzdem nicht helfen - fast halte ich es für möglich, dass Gustav jetzt am Ende sogar das bessere Katzenleben erwartet. In unaufgeregter Umgebung, mit relativ großer Freiheit und im Kontakt mit mehreren bodenständigen Menschen, während Corbi weiterhin ziemlich unmittelbar und ungefiltert mir, meinen Neurosen und meiner schier bodenlosen Verlustangst ausgesetzt sein wird.

...

Ich habe mir mein Leben anders vorgestellt.


NH