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Freitag, 21. August 2015

Ausgelesen: Das kleine Übungsheft - Frieden schließen mit dem eigenen Körper

Die "Kleinen Übungshefte" aus dem Trinity Verlag haben eine hübsche Aufmachung, und man braucht vielleicht eine halbe Stunde, um sie zu lesen.

Und im Falle des o.g. Übungsheftes von Anne Marrez & Maggie Oda ist das auch wirklich das Äußerste, was man an Zeit investieren sollte. Die Broschüre sieht so klein und unschuldig aus - und ist doch ein echt fieses Terrorwerk. Eine der Autorinnen ist übrigens im Diätgeschäft...

Um es kurz zu machen: Die 62 Seiten enthalten mindestens fünfmal das Wort "Makel" und viermal das Wort "Mangel". Diese hat frau nun einmal, soll sie aber nicht so tragisch nehmen.

Das heißt, Schönheit als im Grunde objektiver und ziemlich klar definierter Wert wird hier überhaupt nicht herausgefordert. Es geht nur darum, dass man sich nicht von der eigenen Hässlichkeit (den naturgegebenen "Makeln") komplett runterziehen lässt. Wobei man am eigenen negativen Körperbild ohnehin selbst Schuld ist: "der (...) Schönheitskult (...) entsteht (...) in erster Linie in Ihrem Kopf." Na dann.

Die automatische Verbindung von Dicksein und Hässlichkeit taucht erstaunlich konsequent auf. Denn viele Frauen fühlen sich "dick und hässlich" (S. 5) und "zu hässlich, zu dick" (S. 28). Sie denken, ihr "fetter Bauch steht raus" (S.38), oder "Ich bin hässlich, ich bin fett" (S.34), und das, OBWOHL sie "in Wirklichkeit ein gesundes Gewicht" haben (S.11). Auf Seite 6 ist sie dann auch abgebildet - die dünne Frau, die ja eigentlich gar nicht hässlich ist, aber sich selbst im Spiegel als dicke, und im Gesicht zusätzlich wirklich ungünstig aufgedunsene Frau sieht.

Damit wird ziemlich schnell klar, dass sich dieses giftige Heftchen mit seinen biederen, flachen Übungen für Selbstakzeptanz offenbar in der Hauptsache an Frauen wendet, die sich "fett und hässlich" fühlen, und ganz klar nicht an solche, die fett (und damit offenbar in den Augen der Autorinnen unübertroffen hässlich) sind.

Fett ist, wie immer, auch hier das Allerallerallerschlimmste. So schlimm, dass man echtes Dicksein auch nicht so wie die anderen möglichen "Makel" mithilfe von Atemübungen und durch Lächeln (kein Witz, S. 58) wegakzeptieren kann. Stattdessen wird den Leserinnen auch hier nahegelegt, sich nicht abzukapseln und zu essen (S. 50), denn das "gefährdet Ihre Gesundheit." Statt "zu viel zu essen", sollte man lieber "Sport treiben" (S. 51).

Wenn Ratgeber zur Akzeptanz des eigenen Körpers vollgestopft sind mit Fettphobie und Abweichungen von Normschönheit tatsächlich durchgängig als "Mangel" identifizieren, wird es echt eng. Dummerweise ist dieser bekanntlich nicht der erste seiner Art, der uns hier unter die Augen kommt. Was bitte soll das sein? Eine besonders perfide, subversive Form der fortgesetzten Demoralisierung von ohnehin bereits angeschlagenen Frauengemütern?

FUCK 'EM! Ernsthaft.

NH 

Sonntag, 12. Juli 2015

Ausgelesen: "Wohl in meiner Haut" von Gisela Enders

Ich war ja sehr gespannt und habe mich eigentlich auf das Buch gefreut, nachdem ich schließlich auch für die Crowdfunding-Kampagne, bei der 5000 Euro für Layout und Druck des Buches gesammelt wurden, auf diesem Blog Werbung gemacht habe, weil ich natürlich weiß, dass die Themen dicke Selbstakzeptanz, Fettakzeptanz und Body Shaming in Deutschland ausgesprochen stiefmütterlich behandelte sind. Ich dachte mir, was kann schon schief laufen, wenn eine dicke Autorin, die zugleich als Coach arbeitet, andere Dicke dazu ermutigen will, mit ihren Körpern Frieden zu schließen? Ich dachte mir, dass jedes Buch auf Deutsch auf diesem Gebiet ein seltenes Gut und damit automatisch ein gutes Buch ist. Das war blöd gedacht. Und umso deprimierender war die Lektüre dann stellenweise. 

Hilft ja nix. Muss halt gesagt werden.

Was ich durchaus erwartet hatte, war, dass das Buch sprachlich und inhaltlich eher bieder sein würde. Aber damit hätte ich kein großes Problem gehabt, und die einführenden Kapitel über Diäten, sowie die Gesundheit und Lebenserwartung Dicker liefert eine solide Aufstellung aktueller, wissenschaftlicher Erkenntnisse, die den Diskurs innerhalb des Mainstreams und unter Medizinern allerdings noch nicht maßgeblich erreicht haben. Ebenso verhält es sich mit der Darstellung der Auswirkungen von gesellschaftlicher und mediale Herabsetzung und Diskriminieung Dicker auf deren persönliche Situation und alltäglichen Stresslevel. Diese ist zutreffend und vieles, was Gisela Enders schildert, dürfte den meisten von uns bekannt sein. Würde das Buch also nur aus Teil 1 bestehen, wäre es dünn, aber nicht ärgerlich. 

Allerdings schliddert frau über den folgenden Satz in den sehr viel längeren Teil 2, der in ein "glückliches und gesundes Leben" führen soll: "Menschen, die ihren eigenen Körper mehr annehmen und mit sich selbst im Reinen sind, erfahren deutlich weniger Stigmatisierung und Diskriminierung als Menschen, für die der eigene Körper selbst eine Last und ein Makel ist." (Wohl in meiner Haut, S. 51)

Ab da wird's esoterisch. 

Natürlich entbehrt die oben zitierte Aussage jeder Basis. Haarsträubend offenbar wird das, wenn man sich vorstellt, dass der selbe Rat jemanden angetragen würde, der aufgrund seiner Hautfarbe Diskriminierung erfährt. Und ja, ich hatte gleich ein ungutes Gefühl, wo das hinführen würde.

Frau Enders ist in ihrer Arbeit als Coach ein Fan des positiven Denkens und davon, dass man halt einfach mal seine persönliche Einstellung zu den Dingen ändern, bzw. die Umstände anders, also positiver interpretieren sollte. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf, die "inneren" negativen Stimmen zum Verstummen zu bringen. Die von ihr abermals präsentierte Idee, dass wir "unsere Realität selber erschaffen" und negative Glaubenssätze uns nicht nur belasten, sondern sich dann auch fatalerweise in der Außenwelt manifestieren, ist eine, der ich Anfang der Neunziger ebenfalls und sogar mit ziemlicher Leidenschaft anhing. Inzwischen weiß ich es besser. 

Denn was Body Shaming angeht, liegt die Wurzel des Übels nicht in uns. Sie liegt da draußen. Kein Arzt wird mich nicht zu einer Veränderung meines "Life Styles" drängen, bloß weil ich selbst mein Fett für großartig halte. Das weiß ich zufällig ganz genau. Ich selbst bin natürlich auch schon in Begleitung einer Therapeutin mit nackten Armen über die Straße gelaufen. Sie wollte mir beweisen, dass die Menschen, die mir begegnen, zumindest in der Mehrheit nicht negativ auf meine Arme reagieren werden, es also gar keinen Grund zur Sorge gibt, weil ich mir die Ablehnung der Gesellschaft zumindest teilweise nur einbilde. 

Was ich jedoch auf meiner Reise zu dicker Selbstakzeptanz gelernt habe, ist dieses: Ich kann und soll meine Einstellung zu Angriffen, Diskreditierung und Diskriminierung nicht ändern. Und nicht für eine Sekunde werde ich mir den Schuh anziehen, dass ich selbst dafür verantwortlich bin, wie mies ich mich fühle, wenn ich angegriffen und diffamiert werde, weil ich einen runden Körper habe. Die Welt musste mir erst beibringen, mich hässlich und minderwertig zu fühlen. Aus mir selbst heraus wäre ich nie darauf gekommen, meinen Körper zu hassen. Und ich kann mir die Welt kraft meiner Gedanken nicht freundlich hexen, egal wie hart ich daran arbeite und wie viele Flip Charts ich bei dem Vorhaben auch vollmale. Darum ist der richtige Ansatz meiner Ansicht nach, äußere Negativität sehr wohl als genau als das wahrzunehmen und zu benennen, was sie ist, sie zu analysieren, sie zunehmend auszuhalten und ihr dann am besten offensiv etwas entgegen zu setzen, womöglich auch ordentlich viel Protest. Natürlich steht am Ende die Realisierung, dass man nicht hässlich und monströs ist, bloß weil die Welt einem das immerzu weismachen will. Und das ist eine riesengroße Erkenntnis. Aber die Welt ändert sich nicht, bloß weil man sie sich anders vorstellt. Bezeichnend ist mithin die Traumreisenübung, die am Ende des Buches zu finden ist, bei der man sich zumindest mal ausmalen kann, wie es wäre, in einer nicht fettphobischen Welt aufgewachsen zu sein.

Tipps für Ernährung und Bewegung enthält das Buch auch. Beide Aspekte sind mit Aufrufen verbunden, an denen man als vermutlich hinreichend diätgeplagte Leserin wieder mal leicht scheitern kann. Zwar wird immer wieder betont, dass "alles okay ist", aber eigentlich sollte man schon bestimmte Dinge besser machen. Man sollte Sport machen, weil man sonst, wie im ersten Teil des Buches dargelegt, womöglich früher stirbt. Und eigentlich sollte man auch weniger Fertigprodukte essen. Und es kann eigentlich auch nicht schaden, persönliche Ernährungsmuster aufzudröseln, um festzustellen, warum man eigentlich gerade jetzt Schokolade essen will. Und vielleicht will man dann keine mehr. Aber wenn doch, ist das auch "okay". Allerdings ist Wasser statt Limo auch die gesündere Wahl. Ich finde hier die Nähe zu gängigen Diätratgebern zumindest, na sagen wir mal, schwierig.

Aber dann kommt der Knaller:

Natürlich enthält das Buch einen "Modeteil", denn die Beschaffung von Bekleidung in großen Größen ist offenbar ein zentrales, wenn nicht gar das wichtigste und öffentlichste Element im Zusammenhang mit dicker Selbstakzeptanz für Frauen. Auch wenn ich das für mich persönlich ja nicht immer so ganz nachvollziehen kann, sehe ich natürlich ein, dass es für eine Mehrzahl anderer dicker Frauen so ist und sie sich sehr für Plus-Size-Mode interessieren. In Gisela Enders' Buch ist dieser Teil mithin ein Gastbeitrag von einer Expertin namens Natalia Weimann. 

Sie hat uns u. a. folgendes mitzuteilen: 

1. Die Brigitte ist ein strahlendes Beispiel für den Aufbruch gängiger Schönheitsnormen, weil die irgendwann mal aufgehört haben, ihre Mode an professionellen Models zu fotografieren. (Dass die Brigitte damit so richtig gescheitert ist und die Mädchen in ihren Modestrecken heute professioneller und dünner sind, als je zuvor, ist ihr bei der Recherche entweder nicht untergekommen oder schlicht nicht aufgestoßen.)

2. Mit Shapewear kann man "Problemzonen einfach wegmogeln" und sie "schwört darauf" (Wohl in meiner Haut, S. 124)

3. Frauen mit schmalem Oberkörper und runden Hüften, sollten ihr "Augenmerk auf (ihren) zierlichen Oberkörper richten" (S. 125).

4. Frauen mit viel Busen, wenig Taille, runden Hüften und schlanken Beinen und Armen sollten die Aufmerksamkeit auf die "zarten Körperstellen" lenken (S. 126).

5. Bei Frauen mit breiten Schultern, schmalen Hüften und schlanken Beinen, ist der "schmale Unterkörper" die "Schokoladenseite" (S. 126).

6. Die "weiblichste aller Silhouetten" ist die mit viel Busen, schmaler Taille und ausgeprägter Hüfte. (An anderer Stelle gelten Besitzerinnen solcher Körper angesichts ihrer "Weiblichkeit" ja auch immer als "gute Dicke", Anm. von mir). Natürlich sollten Frauen dieser Kategorie der Frau Weimann zufolge abermals das betonen, was an ihnen am wenigsten dick ist: ihre Taille.

7. Außerdem würde sie "allen Frauen (...) Shapewear und einen hohen Pump empfehlen", denn "Shapewear hält alle Pölsterchen gut in Form und kaschiert so einige Dellen weg, manchmal sogar einige Kilos..." (S. 127).

WAS UM ALLES IN DER WELT IST DENN DA BITTE PASSIERT, FRAU ENDERS!?!? 

Wer sich nach diesem Teil der Lektüre noch nicht wild die Haare rauft und sich erst einmal etwas Stärkeres als Wasser eingeschenkt hat, dem wird dann Per den Rest geben. Per ist ein "bekennender Bewunderer" dicker Frauenkörper und kommt im Kapitel über Liebe, Sex und Partnerschaft als vermeintlich positive Quelle zu Wort, denn der findet nichts "peinlicher" als "eine tief ausgeschnittene Bluse (...), die bloß einen tristen Ausblick auf das berüchtigte "Bügelbrett mit Erbsen" liefert" (S.145). Offenbar ist der Autorin nicht aufgefallen, dass sie hier eine der gängigsten, plumpesten Diffamierungen dünner Frauen wiedergibt, die so in der Welt herumwabern. Dass das dicken Frauen nicht nützt, sondern nur allen Frauen schadet, ist ihr offenbar auch nicht klar.

Was lernen wir hier noch über dicke Sexualiät? Diesmal von der Autorin selbst? Frauen sollten sich ein wenig zieren, weil Männer die Jagd mögen. Und weil ein dicker Körper sich quasi naturgemäß "ziert", weil man nicht so leicht an alles rankommt, "bietet (er) im Bett jenen wunderbaren Widerstand des reichen Fleisches, den zu überwinden und dabei zu genießen den Partner begeistert." (Wenn man es auch fast nicht mehr glauben mag - auch das steht auf S. 145.)

Es gäbe noch mehr zu sagen. Aber ich habe keine Lust mehr. Und ich habe eigentlich auch keine Lust mehr, das Buch zu empfehlen, obwohl es im Kern sicher gut gemeint ist, und, wie oben erwähnt, auch die eine oder andere nützliche Information und ein paar hilfreiche Hinweise enthält.

Ja, schade.


NH



Samstag, 4. Juli 2015

Follow me around 28: Graue Vorzeit



Wenn ich als Kind mal wieder mit aufgeschlagenen Knien am Garten der Nachbarin vorbei humpelte, einer echten Landpartie in Kittelschürze und grundsätzlich einer Plastikschüssel mit selbstgezogenem Gemüse im Arm, sagte sie immer: "Bis du heiratest, ist alles wieder gut." Das kann also noch alles etwas dauern.

Ich habe endlich Abzüge von alten Negativen machen lassen, die ich beim Äufräumen gefunden habe. Ich wusste, dass ich auf den Bildern bin, aber als ich sie dann in den Händen hielt, war ich mal wieder komplett erstaunt und verwirrt. Zunächst. Und dann war ich wieder verdammt wütend.

Die Bilder zeigen mich, so um die elf Jahre alt, auf einer im Garten improvisierten Wasserrutsche. Ich war immer groß und weit entwickelt für mein Alter. Andere Kinder holten mich erst ein paar Jahre später in der Pubertät so richtig ein. In den Köpfen meiner Eltern, meiner Umwelt und somit auch in meiner eigenen Gedankenwelt galt ich seit meinem dritten Lebensjahr als dick und damit für alle Beteiligten als dringend korrekturbedürftig.

Was ich heute auf den Bildern sehe, ist ein schöner, starker Körper mit langen Beinen, rundem Po und viel Spannung. Ich hätte eine Frau mit einem schönen, starken Körper und einem runden Po werden können, die sich gern bewegt, niemals hungert und keinen Anlass sieht, sich zu verstecken. Hätten sie mich einfach in Ruhe gelassen. Hätten sie mich nicht belogen und betrogen und gequält mit ihrem krankhaften Bestehen auf vermeintliche, körperliche "Normalität".

Obwohl ich bereits als Kleinkind Diäten gemacht habe, sieht es so aus, als ob ich mit elf durchaus noch eine Chance gehabt hätte, halbwegs unbeschadet aus der Sache rauszukommen. Wenn der Krieg gegen meinen Körper ab da aufgehört hätte. Hat er aber bekanntlich nicht. Und so wurde ich stattdessen nach jeder Diät immer runder, unsicherer und unglücklicher. Und übrigens auch unbeweglicher, denn wenn einem immer unterstellt wird, man sei unsportlich und faul (weil ja dick), dann fördert das nicht die Freude an Bewegung. Zwang und Vorwürfe machen traurig und verbreiten Stress. Nichts weiter.

Klar, ich wäre vermutlich nicht auf den Weg der Fettakzeptanz und des Fettaktivismus gelangt, aber was wäre mir alles erspart geblieben? Wie viel Selbsthass? Wie viel Scham? Wie viele Schwindelanfälle vor Hunger? Wie viele verpasste Chancen, weil ich mich und mein Fett so oft versteckt habe, und darum so selten zur rechten Zeit am rechten Ort war? Wie anders wäre mein Leben wohl verlaufen? Ich kann in letzter Zeit nicht mehr so recht aufhören, mir diese Frage zu stellen. Ich habe die Bitterkeit und schiere Empörung darüber schon öfter beschrieben. Sie wird aber mit der Zeit nicht kleiner, sondern nimmt zu. Ich frage mich nun, ob es je gut wird. Und wenn doch, dann wann endlich?



Räumungsverkauf



Ich hatte etwas Zeit auf dem Weg zum nächsten Termin, war gerade in der Gegend und dachte, "Ach, gehst du mal wieder zu Hagedorn". Davor hatte ich den Buchladen jahrelang nicht besucht, weil ich nicht mehr in der Nähe wohne. Wie sich herausstellte, kam ich gerade noch rechtzeitig, bevor der Buchladen meiner Kindheit und Schulzeit nach 40 Jahren geschlossen hat. Aus welchem Grund weiß ich nicht. Ich war so erschüttert, dass ich vergessen habe, zu fragen.

Stunden habe ich als Kind in der Bücherecke verbracht und mein Taschengeld dort für das ausgegeben, was ich mehr liebte als alles andere - Bücher. Weite Teile meiner Bilderbuchsammlung stammen von da. Ich war sechs, als ich mir dort selbst das erste "richtige Buch" gekauft habe (soll heißen ohne größere Buchstaben oder Handschrift für Leseanfänger). Aber nun ist Schluss. Wieder so ein Stück persönliche Geschichte weg. Und es wird einem ein wenig mulmig. Ist es wirklich schon so spät?

Mein erstes vom Taschengeld in der Bücherecke selbstgekauftes Buch - ich bin sicher, die Katze auf dem
Cover hat den Ausschlag gegeben. ; ) 
Noch eins der ersten "echten" Bücher, die ich mir selbst gekauft habe - da gab es offenbar  auch schon
immer eine Vorliebe für "Horror".
Der letzte Einkauf in der Bücherecke - trotzdem lauter Kinderbücher.

Die Suppe auslöffeln

Wie berichtet, bin ich nun wirklich beim "Meal Prepping", also beim strategischen Vorkochen angekommen. Die Küche wird so  nur einmal pro Woche chaotisch, wenn ich einen großen Pott vegane Gemüsesuppe koche, die für eine Woche reicht.

Was ich noch gelernt habe: Vegane Sour Cream und Vegannaise sind ok - tatsächlich besser, als ich gehofft hätte. Sojasahne und -milch gehen so.Veganer Käseersatz funktioniert für mich absolut nicht. Ich kann mich weder an den Geruch noch an die Konsistenz gewöhnen. Das bedeutet, ich müsste in Zukunft ohne Käse leben. Mist...


Männliche Anerkennung

Es hat zwar ein paar Jahre gedauert, aber nun hatte auch ich in letzter Zeit Maskulisten-Besuch. Erst wenn die sich so richtig aufregen, weiß frau schließlich, sie ist auf dem richtigen Weg. Talk of male validation, huh? Wer wissen will, wie bescheuert die mich so finden und einen starken Magen hat - bitteschön.

Ich will nicht sagen, dass frau hier irgendwann über fast jede Art männlicher Aufmerksamkeit froh ist, aber seien wir ehrlich - der einzige "Sex on the Beach", den ich dieser Tage kriege, ist der von Penny.

My head is a jungle

Und ins Kino ist dann ob meines abwegigen Geschmackes wie bereits prognostiziert auch wieder keiner mitgekommen. Ich brauche jemanden, wie den Ewald meiner Nachbarin. Einen, der sich aus purer Liebe opfert. Denn ein Opfer wäre es wahrhaftig gewesen. Jurassic World hat wenig mehr zu bieten, als der Trailer bereits zeigt. Von der lächerlichen Continuity, die die Hauptdarstellerin immer wieder erst mit und dann nach dem nächsten Schnitt ohne hochhackige Schuhe auf der selben Hetzjagd durch den Dschungel rennen ließ, will ich gar nicht erst reden. Obwohl mich bei einer so teuren und massigen Produktion solche Basisfehler schon irgendwie ganz nervös und fassungslos machen. Aber ich ertrage auch keine schlechten, sinnlosen Geschichten mit unschlüssigen Übergängen mehr. Und was ich auch nicht ertrage, ist der ständige Hollywood-Backlash. Wir haben 2015, und in einem hochglänzenden Spielberg- Film für Kinder (wenn er am Ende auch haarsträubend brutal, komplett humorlos, langatmig und nervig ist) gibt es ganze vier weibliche Sprechrollen, von denen nur eine eine Hauptrolle (die Tante der zwei männlichen Kinder) ist, in einem wahren Heer von männlichen Darstellern. Am Ende hing ich nur noch gähnend im Sessel, nachdem mir das Popcorn ausgegangen war, und war schon fast zu schwach, um mich darüber zu ärgern, dass der Film auch noch Dicke basht. Weinerlicher Loser-Sicherheitsdienst-Mitarbeiter und Bösewicht - beide sind dicke Männer.

Komisch, dass mich ausgerechnet da dann die Sinnlosigkeit unserer Existenz überhaupt überfiel. Das tut sie immer wieder mal. Ich habe schon als Kind manchmal in den Himmel gesehen und kleine Panikattacken bekommen, weil mir siedend heiß klar wurde, dass ich nie wissen werde, was dahinter ist. Ich bin aus dem kalten Kino in die stickige Nacht gestolpert, und wusste nicht wohin mit mir.

Am Ende war es im Film übrigens der Mosasaurier, der alle gerettet hat. Mir gegenüber im Regal steht ein Mosasaurier-Zahn, den mir meine Mutter mal geschenkt hat, weil ich ja die Wassersaurier schon  immer am liebsten gemocht habe.

Vor ein paar Tagen habe ich von einer Übung gehört, die Menschen, die zu viel Kram horten, dabei helfen soll, zu bestimmen, welche von den Dingen, die sie besitzen ihnen wirklich am wichtigsten sind. Und ich habe sie auch gleich ausprobiert. Man soll sich vorstellen, das Haus brennt und man hat nur zwei Minuten, um ein paar Sachen zu retten. Für mich war die Sache klar: 1. Kater, 2. Transportkorb für Kater (der ist, das habe ich durch die Übung gelernt, im Notfall nicht gut genug erreichbar gewesen), 3. Handtasche und Telefon, 4. Jacke und Schuhe. Wenn ich dann noch Zeit hätte: Fotoalben, ein paar Bücher, ein Bild von der Wand. Wenn noch mehr Zeit wäre: eine ganz bestimmte Vase und vielleicht den Schmuck meiner Mutter. PENG. Plötzlich war es in meiner Vorstellung ganz leicht, auch den ganzen großen Rest meines Hausstandes zurückzulassen, den ich nach meinen vielen Aufräumaktionen noch besitze. Das Gefühl, dass ich mich immer leichter von Dingen trennen kann, macht mich sehr froh. Und erleichtert.


NH

© Candybeach.com 2015

Sonntag, 28. Juni 2015

Follow me around 27: Presseschau


"Und hast du in letzter Zeit etwas 
Schönes gelesen?"

Hat Theo gefragt. Aber nur, um von einem anderen Thema abzulenken. Aber na gut, falls es jemanden doch interessiert - wobei, schön war es eher nicht.


Bravo Girl! 
Nr. 13 (17.6.2015)

Denn ich kann mir ja nicht helfen - während ich in letzter Zeit an Kassen stand und der Blick über die Zeitschriften glitt, blieb er natürlich immer wieder an sowas hier hängen: "Schummel dich schlank!" Seitdem ich so voll im Thema bin, kann ich ja nicht mehr wegsehen, so fasziniert und entsetzt bin ich von der perfiden Allgegenwart von auf Frauen (und in diesem Fall sehr junge Frauen und Mädchen) abgefeuerten, negativen Körperbotschaften, die mir vorher in ihrem vollen Ausmaß schlicht nicht bewusst war. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass ich bisher immer dachte, es müsse heißen "Schummle dich schlank"...aber was ist schon Grammatik, wenn es darum geht, dünner auszusehen?

Es war die erste Bravo Girl!, die ich gekauft und durchgeblättert habe, und ich gebe weder an noch versuche ich unnötig dramatisch zu sein - mir wurde tatsächlich vor Ärger erst ein wenig schwindelig und dann regelrecht übel. Erst wollte ich auch gar nicht mehr darüber schreiben, denn ich wollte den Kram eigentlich nur noch in die Tonne pfeffern, aber Drecksarbeiten müssen bekanntlich auch erledigt werden. Der Artikel zur Schlagzeile auf dem Titelblatt beginnt auf Seite 8 und endet auf Seite 13. Es geht um Bikinis und welchen man mit welcher Problemzone tragen sollte, wenn man sich fürs Schwimmbad eine "schönere, schlankere und knackigere" Traumfigur erschummeln will. Beim ersten Model dachte ich für einen Augenblick erschrocken, sie streckt den Arm hoch zum Hitlergruß...aber wahrscheinlich bin ich wieder die einzige, die solch verdrehte Assoziationen hat.

Natürlich impliziert schon das Wort "schummeln" in diesem Zusammenhang nichts anderes als schuldhafte Hässlichkeit. Wer ES nicht wirklich hat, hat Pech und ist im Prinzip selber Schuld. Und muss halt ein wenig betrügen. Denn Hässlichkeit ist natürlich noch immer um Einiges schlimmer als Unehrlichkeit. Darum verteilt die Bravo Girl! schließlich auch großzügig solche Schummeltipps an die Bedürftigen, aber eigentlich hätte man sich ja auch mal mehr zusammenreißen können, und insgesamt schöner geboren worden sein.

Die folgenden 12 Mädchen in Bikinis repräsentieren 12 körperliche "Mängel", die durch die Wahl des richtigen Bikinis abgemildert werden können:

1) Großer Busen / Kleine Brüste

2) Zierliche Figur / Kurvige Silhouette / Groß und schlaksig

3) Wenig Taille und großer Po / Flacher Popo

4) Volle Oberschenkel

6) Breite Schultern (?!)

7) Etwas Bäuchlein

8) Breite Hüften

Zusätzlich gibt es eine Liste für Dos und Don'ts - wiederum für wenig Busen, viel Busen, kleine Pos, große Pos sowie für kräftige Beine. Was bei dieser Gegenüberstellung mal wieder klar wird, ist, dass es in der absurden Welt der Frauenzeitschriften schier unmöglich ist, einen "richtigen" Körper zu haben, der keiner Nachhilfe bedarf - kein Körper ist ok. ALLES muss korrigiert werden. Und das Gegenteil von allem eben auch: "Bikinitops mit Rüschen tricksen dir eine größere Oberweite." Aber: "Tief ausgeschnittene Neckholder (...) lassen deine Oberweite kleiner erscheinen." Es gibt kein Gewinnen.

Auf der letzten Seite ist eine Galerie von Leserinnen zu bewundern, die ihre Bilder per Instagram oder Mail an die Redaktion geschickt haben. Die meisten von ihnen dürften, wenn überhaupt, gerade eben so die Pubertät erreicht haben...ich frage mich, was man als Mutter überhaupt tun könnte, um seine Tochter wirksam vor so viel Gift und Angriffen auf ihren Selbstwert und ihre Gesundheit zu schützen.

Und wofür ist eigentlich das lächerliche Ausrufezeichen da? Offenbar, um die Mädchen pausenlos anzuschreien und anzufeuern, alles nur nicht sie selbst zu sein: "Fit und sexy!", "Schummel dich schlank!", "Mund auf, Augen zu!", "Sexy aussehen!", "Aber wer braucht Rettungsringe um die Taille?!", "(...) zarte Strähnchen herausziehen!", "Nach dem Baden neu eincremen!", "Schüttle die negativen Gedanken ab!", "Süße Looks, die jeden Jungen sofort verzaubern!"...

...überhaupt ist es offenbar von erstaunlicher Bedeutung, was Jungs so gut finden. Auf Seite 48 lernen wir, dass "Jungs sich ruckzuck in dich verlieben", wenn frau nur genug - Achtung! - lächelt. "Du bekommst alles, was du willst - ohne Worte."

Ohne Worte.


Brigitte
Nr. 12, 27.05.2015

Auch da sollte ich ja zu meinem eigenen Besten die Finger weglassen, und konnte es doch nicht, als ich gesehen habe, dass in dem Heft ein Artikel über Frauen in Mauretanien war. "Dick und geschieden" stand auf dem Titel. Mir schwante Schlimmes...und ich behielt Recht. Denn wenn die Brigitte über Frauen in einer anderen Kultur berichtet, verlieren ihre Autorinnen selbstverständlich niemals den Blick auf das Wesentliche: Dicksein ist schlecht, schlecht, schlecht. Und die Frauen in Mauretanien werden gemästet, um dick, dick, dick zu werden - weil das da das herrschende (für Brigitte-Redakteurinnen selbstverständlich total abwegige) Schönheitsideal ist. "So jedenfalls erzählt man sich von den Frauen in Mauretanien." Hoppla!?

Dass nicht eine jener gemästeten, mythischen Monsterfrauen der Fotografin vor die Linse gekommen ist, weil die Frauen in Mauretanien gar nicht mehr zwangsgemästet werden, hat die Autorin dann zwangsläufig auch mitbekommen. Das hindert sie nicht daran, sich immer weiter abfällig über die Praxis und über aus ihrer Sicht zu dicke Körper auszulassen: "(...) dick, das hat sich herumgesprochen, heißt auch: unbeweglich und krank.", "Fette Frauen gibt es nur wenige. (...) viel weniger als beispielsweise in den USA.", "(Es) wird gezeigt, wie eine sehr dicke Frau (...) äußerst unästhetisch versucht (...) aufzustehen.", "(...) Elys Kampagnen (...) erreichen (die), die schon vernünftig sind."

Die Ironie, dass eine Diät hier mitunter als emanzipatorischer Akt verstanden werden kann, geht an der Autorin offenbar komplett vorbei, und obwohl sie sogar die mauretanische Frauenrechtlerin Ely Aminetou zitiert, die ausführt, dass die heute nur noch freiwillig stattfindende absichtliche Gewichtszunahme unter jungen Frauen auf Männerfang nichts anderes ist, als der "Magerwahn im Westen", kann sie ihre Abneigung für Frauen, die ihr Gewicht gezielt erhöhen, um so ihre Normschönheit zu steigern und über möglichst viele Ehen und Scheidungen wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen, nur schlecht verbergen: Die zwanzigjährige Belkiss ist "verwöhnt", "killt" ihre Zeit mit Facebook und Instagram, schwänzt die Schule, um shoppen zu gehen und ist somit schon dreimal durch den Schulabschluss gefallen. Die 54jährige Horya Mint Nana hat "sich achtmal mit Tabletten vollgestopft", um dick zu werden, zusammen mit ihrer Schwester hat sie bereits über ein Dutzend Ehemänner "entsorgt" und sie "kommandiert" ihre "Diener" mit "herrischen Worten".

Unter dem Artikel behauptet ein kleiner Absatz, dass die Autorin Andrea Jeska es nicht leiden kann, "wenn Frauen sich kleinmachen oder dünn hungern". Darum war sie angeblich "sehr beeindruckt von der Präsenz (...) und dem Stolz (...) der mauretanischen Frauen."

Tsss...could have fooled me.*


Micky Maus
vom 12.06.2015

Und dann endlich aufatmen und basteln. Wo wir doch gerade von Monstern sprachen... ; )





*Das ist aus dem Artikel weiß Göttin nicht ersichtlich - darum: Fast hätte sie mich an der Nase herumgeführt. Da dachte ich doch für einen Augenblick, sie hat was gegen Fett...

© Candybeach.com 2015


Donnerstag, 11. Juni 2015

Ich bin nicht schwanger. Ich bin dick.*

Beim Surfen im Internet und auf Fat-Acceptance-Seiten bin ich auf ein T-shirt mit obigem Zitat gestoßen. Es wird *Benazir Bhutto zugeschrieben. Die ehemalige Premierministerin Pakistans soll sich so gegen die unangebrachten Nachfragen von Journalisten gewehrt und außerdem noch hinzugefügt haben: "Und als Premierministerin ist es auch mein gutes Recht, dick zu sein, wenn ich das will."

Wir hier arbeiten ja mittlerweile auf Hochtouren daran, zu verinnerlichen, dass wir in dieser Hinsicht alle Benazir Bhutto sind, und alle das Recht haben, so zu sein, wie wir sein wollen. Und wie unsere Körper sind, geht andere einen feuchten Dreck an.

Dass dicke Frauen für schwanger gehalten und darauf dann auch noch angesprochen werden, ist ein gängiges Vorkommnis im Fundus der Demütigungen, die Dicken regelmäßig und offenbar weltweit widerfahren. Mir selbst ist es auch passiert: Ich war fünfzehn und nicht dick, aber bekleidet mit einem großen Schlabberpullover, weil ich ja immer dachte, ich sei dick und damit außerdem automatisch zu hässlich, um vollständig gesehen zu werden. Eine aufdringliche und offenbar komplett umnachtete Verkäuferin robbte sich breit grinsend an meine Mutter und mich heran und unterstellte meiner perplexen Mutter, dass sie "sich doch sicher freue, bald Oma zu werden". Mir ist immer mal wieder aufgefallen, dass Menschen, die nie von ihrer Umwelt für "zu dick" gehalten wurden, entsprechende Attacken und Peinlichkeiten aus dem Hinterhalt zunächst gar nicht so recht als solche begreifen, wenn sie mit ihnen konfrontiert werden. Erst als ich dann sagte, dass ich nicht schwanger sei, der Verkäuferin das Lachen aus dem Gesicht fiel und sie sich merklich entsetzt entschuldigte, wurde meine Mutter scheinbar überhaupt darauf aufmerksam, dass hier etwas vorgefallen war. Vielleicht tat sie aber auch nur so, als hätte sie nichts verstanden. Jedenfalls war sie keine Leuchte darin, mir hinterher dabei zu helfen, mich nicht mies und auf der Stelle ausgelöscht zu fühlen. Wie sollte sie denn - schließlich war sie ja auch immer und ständig die treibende Hauptakteurin in meiner Diät- und Selbsthasslaufbahn. Und um genau zu sein, erinnere ich mich gar nicht mehr, ob sie irgendetwas Tröstendes oder Stärkendes zu der Angelegenheit zu sagen hatte. Aber wie ich mich gefühlt habe, werde ich nie vergessen: Ich fühlte mich zutiefst wertlos und erschüttert, und das aus genau zwei Gründen: Erstens, weil mir diese grässliche Person wieder mal bestätigt hatte, dass ich offenbar wirklich unförmig fett sein musste, denn sonst hätte sie diesen "Fehler" nicht gemacht. (Und fett zu sein, war in meiner Welt schließlich schlimmer als alles andere.) Und zweitens hatte sie es für möglich gehalten, dass ich als Teenager Mutter wurde, und das, in meiner damaligen Welt, stempelte mich obendrein als asoziales Dummchen ab, das zu blöd war, um zu verhüten. Ein unbedachter, unverschämter Satz von einer taktlosen Idiotin, und ich lag am Boden. Lange. Noch heute wünsche ich ihr, dass ihr Haare auf dem Rücken wachsen mögen. So sie noch lebt.
*
Die Tatsache, dass diese Art der "Fehleinschätzung" wohl immerzu und überall passiert, scheint auf den ersten Blick einfach und unschuldig erklärt. Es ist halt ein leicht gemachter Fehler. Würden vermutlich die behaupten, die ihn machen.Mir hingegen ist es ja schlicht unbegreiflich, wie man einen schwangeren Bauch mit einem dicken Bauch verwechseln kann. Sie sehen überhaupt nicht gleich aus. Sie sehen schlicht komplett anders aus. Auch ein dicker und schwangerer Bauch unterscheidet sich meiner Auffassung nach deutlich von einem dicken Bauch...aber eigentlich ist das auch total egal.

Ich unterstelle ja gern vorsorglich immer erst einmal böse Absicht. Meiner Erfahrung nach spart das Zeit - und kommt meistens schon ziemlich genau hin.

Das Problem wäre nicht ganz so groß, wenn "schwanger" und "dick" gleichwertig, bzw. neutral besetzt wären. Die Feststellung, dass das nicht der Fall ist, erübrigt sich. "Schwanger" ist gut und kommt ja sozusagen mit einem "Mehwert" daher. Die einhergehende "Unförmigkeit" wird zumeist entschuldigt und ist ja bitteschön auch nur temporär (wenn nicht, wird es ganz schnell wieder kritisch). "Nur dick" ist immer schlecht. Und unentschuldbar. Und so kommt die Demütigung der Dicken automatisch mit der Auflösung (und der offensichtlichen Enttäuschung der peinlich berührten Angreifer) - denn nicht der kurzsichtige Schwachkopf, der sich geirrt hat, wird am meisten dabei beschädigt, sondern diejenige, die nur einfach mit ihrem Körper zur falschen Zeit am falschen Ort war. Sie und ihr Körper sind gar nicht "gut". Das Fett wird als das enttarnt, was es ist - als nutzlos, wertlos, unweiblich und als Zeichen von Faulheit und Versagen.

Ich bin überzeugt, dass diese Variante der Beleidigung Dicker in einer Vielzahl der Fälle durchaus bewusst angewandt wird, um deviante, weibliche Fettklopse daran zu erinnern, dass sie nicht nur unmögliche und hässliche Körper haben, sondern, dass sie, so die unterschwellige Botschaft, auch keine "echten Frauen" (weil unförmig aber nicht schwanger) sind.

Oben habe ich gesagt, dass es im Grunde egal ist, ob man schwangere und dicke Bäuche auseinander halten kann, oder nicht. Wenn ich es nicht könnte, würde mir hier trotzdem niemals ein nennenswerter Fehler unterlaufen.

WEIL ICH, VERDAMMT NOCHMAL, IM LEBEN NICHT DARAUF KÄME, UNGEFRAGT DIE KÖRPER VON WILDFREMDEN MENSCHEN ZU KOMMENTIEREN, WÄHREND ICH IHNEN INS GESICHT SEHE.

Ich würde niemals an einer Kasse stehen und zu der schwangeren Frau vor mir sagen: "Wann ist es denn soweit?" Denn es geht mich nichts an! Es soll ja Leute geben, die (mitunter ohne zu fragen) an ihnen unbekannte Bäuche fassen. Was die meiner Ansicht nach für ein solch ungeheuerliches Übertreten persönlicher Grenzen verdienen, mag ich hier gar nicht sagen. Denn obwohl Schwangerschaftsbäuche bei uns kulturell grundsätzlich bejubelt werden, habe ich gehört, dass auch das in der Praxis verdammt unangenehm und übergriffig werden kann.

Prinzipiell sage ich Menschen nur freundliche Dinge über ihren Körper. Aber das selbstverständlich dann auch nur in Situationen, in denen es erwartet und/oder wirklich angebracht ist. Ein Liebhaber freut sich bestimmt über Komplimente. Wenn ich dem Mann an der Kasse vor mir sage, was für schöne Hände er hat, macht er sich womöglich Sorgen, ob ich ihm später heimlich im Auto zu seiner Wohnung nachfahre. Darum lasse ich das halt lieber sein.

Auf einer anderen Website, einer Art Knigge für Männer, las ich dann folgenden Rat: Wenn mann glaubt, eine Frau sei schwanger, und er ihr deshalb seinen Sitzplatz im Bus anbieten will, soll er schlicht aufstehen und sagen: "Ladies first!" Damit kann ihm dann der oben erwähnte Fehler auf keinen Fall unterlaufen.

Ein schwangerer Körper ist nicht besser, als ein dicker Körper. Weil kein Körper besser ist, als der andere. Wir sind alle gleich viel wert. Egal wie schnell wir rennen oder wie hoch wir springen können, egal wie viele Zehen, Augen oder Beine wir haben. Egal wie alt, wie groß, wie klein, wie dünn, wie dick, wie männlich, wie weiblich wir sind.

*Nachtrag: Ich bin darauf hingewiesen worden, dass es natürlich auch body shaming ist, wenn ich mich über starke Behaarung an Frauenkörpern lustig mache. Das sehe ich ein, und wünsche der Verkäuferin nun stattdessen...eingewachsene Fußnägel - an ALLEN Zehen. Oder dass die Henkel ihrer Handtasche jedes Mal reißen, wenn sie gerade über die Ampel läuft. 

Ach, und noch etwas: Die Wahrscheinlichkeit, dass ich in Zukunft einen männlichen haarigen Rücken shame, ist weiterhin relativ groß. 


NH

Sonntag, 8. Juni 2014

Körper malen

Es war 2011, als ich mich mit Fingerfarbe bestrichen und meinen Oberkörper auf Leinwände gepresst habe. Im letzten Jahr habe ich mich u. a. mit farbigem Hinterteil auf Leinwände gesetzt. All dieses geschah in der Absicht, irgendwann aus den vorläufigen Ergebnissen des Körperdrucks "richtige" Bilder zu machen, also alle Leinwände noch einmal zusätzlich zu bearbeiten.

Das habe ich nun gestern und heute endlich getan. 26 Bilder sind es nun, die ich maßgeblich mit meinem Körper gestaltet habe. Und die natürlich meinen Körper ziemlich deutlich zeigen. Mitunter in ganz erstaunlichem Detail - so kann man z.B. in einigen Fällen die Dehnungsstreifen sehr genau erkennen - die werden dadurch sozusagen zum Teil des Designs.

Die Handabdrücke geben den Darstellungen in einigen Fällen etwas besonders "Insektenartiges" - und sie zeigen natürlich, wie die Bilder enstanden sind (langsame Absenkung auf die Leinwand und keine schmerzhaften Bauchklatscher, bei denen ich womöglich auch quer durch das Zimmer geschliddert wäre). Jedenfalls habe ich mich in den meisten Fallen dafür entschieden, sie nicht zu übermalen.

Zwar zeige ich hier jetzt nicht alle Bilder, aber weil ich so stolz bin, dass das Projekt jetzt zu guter Letzt doch noch abgearbeitet worden ist, zeige ich ziemlich viele. Noch bin ich unschlüssig, was mit ihnen geschehen soll/kann...aber die Übung als solche kann ich, wie schon zuvor, jeder runden Dame empfehlen, die mit ihrer Fülle uneins ist, nur empfehlen. Man lernt sein Fett so richtig neu kennen - und das, was es alles kann. ; )







Eines der "Brustbilder" ; )

© Nicola Hinz 2014
 

Mittwoch, 19. März 2014

Sugar in the mornin'

Mein Arzt sagte: "Sie haben es nicht nur Schwarz sondern sogar Rot auf Weiß." Und: "Natürlich müssen wir alle drei Monate Ihre Werte messen." Und außerdem: "Und dann werden wir Sie auch jedes Mal wiegen." Bildete ich mir den drohenden Unterton nur ein? Tatsächlich hatte er kurz vorher doch wirklich das Wort "Diät" in den Mund genommen. Dabei macht das heute ja so leicht keiner mehr, weil wir schließlich inzwischen doch alle wissen, dass Diäten nicht wirklich gesund sind. Im weiteren Verlauf redete er dann auch immer nur noch von einer "Veränderung des Lebensstils". Ich saß zunächst schweigend da und dachte jedes Mal bei mir:"Fuck you."

Nicht, dass ich meinen Hausarzt nicht leiden kann, sonst wäre ich ja nicht seine Patientin. Und bisher hatte er sich alles Dahingehende verkniffen. Er hatte nie etwas über mein Gewicht gesagt. Das muss man ihm lassen. Jetzt allerdings wirkte er wie jemand, der nur auf eine Wendung dieser Art gewartet hatte. Was zeigt, dass auch er vermutlich einen Generalverdacht gegen Dicke hegt. Und ich kann mir natürlich ganz genau vorstellen, wie er sich meinen "Lebensstil" so ausmalt. Er hält mich für faul und gefräßig - sagen wir es doch einfach, wie es (höchst wahrscheinlich) auch ist. Dabei kann ich ihm natürlich ganz genau sagen, was mein Lebensstil bis vor ungefähr zwei Jahren war: Diäten und prekäres Essen. Und das macht bekanntlich zuverlässiger dick, als alle Torten der Welt. Besonders, wenn man früh genug damit anfängt. Als er mir dann eine Ernährungsberatung angedeihen lassen wollte, konnte ich irgendwie nur noch müde schnauben. Und lehnte dankend ab. Je nachdem, wie sich unsere Zusammenarbeit im Hinblick auf meine Zuckererkrankung entwickelt, könnte sich hier also irgendwann noch die Notwendigkeit für ein deutliches Grundsatzgespräch ergeben. Aber gestern war nicht der Zeitpunkt dafür.

Hinterher dachte ich, dass es ein etwas vorschneller Entschluss war, die Ernährungsberatung nicht in Anspruch zu nehmen - schließlich könnte diese eine unschätzbare Quelle für Satire sein. Auch zu spät fiel mir ein, dass ich mich ja aus Recherchezwecken eigentlich über die Möglichkeit eines Magenbandes oder -bypasses erkundigen wollte. Aber jetzt, wo ich meinen Doktor schließlich auf seinen Wunsch regelmäßig besuchen werde, kann ich auf beides natürlich später/bald noch einmal zurückkommen.

Oh, die Ironie.

Nun mache ich also wieder Diät. Ich "ändere meinen Lebensstil" von intuitivem Essen zu fettarm und low carb. 5 kg sind schon runter. Wie Abnehmen geht, wissen wir dicken Mädchen schließlich ganz genau. Auch wenn unterbeleuchtete Idioten noch immer gern das Gegenteil vermuten. Niemand hat mehr Ernährungsbücher gelesen und mehr Selbstversuche hinter sich gebracht, als wir. Bei einigen von uns ist es ein Wunder, dass wir all das, was wir uns im Rennen um die Bikini-Figur im Laufe der Jahre/Jahrzehnte angetan haben, überlebt haben. Dabei hätten wir uns immer nur einfach einen Bikini anziehen und an den Strand gehen sollen.

Na schön, ich habe es bereits gesagt: Diabetes ist die große Ausnahme und der Notfall. Ein Teil des Fettes muss weg. Und das gerade zu dem Zeitpunkt, zu dem ich beginne, meinen dicken Körper so wie er jetzt ist, so richtig zu mögen. Gerade jetzt, wo ich gar nicht mehr vorhatte, ihn zu ändern (außer etwas fitter zu werden). Eigentlich ist es echt zum Heulen, wenn ich an all die Jahre denke, in denen ich genau diesen Körper, den ich jetzt gern behalten würde, hatte - und ihn rund um die Uhr nur gehasst und bekämpft habe. Und jetzt muss ich ihn im Grunde wieder so behandeln, als würde ich ihn hassen. Ha, ich kann's ja kaum erwarten, bis mal wieder die ersten Komplimente kommen: "Oh, hast du abgenommen?"

Mist. Verdammter.

NH
 

Donnerstag, 20. Februar 2014

Perfekt

Ich habe ihn gefunden - den Entwurf für die zweite Tätowierung meines Lebens. Wohin mit ihr? Auf die Innenseite eines der winkenden Oberarme natürlich. Welche Seite ist noch nicht ausgemacht. Vermutlich links. Jetzt brauche ich allerdings auch noch genug Mut, denn dieser Plan wird - anders als meine Süße am Handgelenk - vermutlich wehtun. Und mittendrin aufhören kann man nicht. ; )




NH

Sonntag, 17. November 2013

Body of Evidence: Bauchgefühl

Das Motto meines Selbstakzeptanz-Programmes ist bekanntlich: Halte in die Kamera, was dich am meisten verunsichert. In meinem Fall ist das irgendwie noch immer der runde Bauch. Also: Brust raus! Bauch auch!

NH





 







© Nicola Hinz 2013

Mittwoch, 30. Januar 2013

Melodien für Melonen



Meine BH-Größe ist jetzt 85 H. Immer wenn ich mal "schlank" war, war es für gewöhnlich 80 E. Daran hätte man so oder so ganz einfach ziemlich viel Freude haben können.

Aber auch Freude will gelernt sein. Und deviant übermäßige Fülle führte bei uns zu Haus zunächst einmal in der Hauptsache zu Verdruss und Beunruhigung. Verdruss, weil das alles halt schon wieder nicht normal war - ein Teenager mit einem Monsterbusen, also bitte. Und man fragte sich beunruhigt, zu welch gigantischen Strukturen sich das alles wohl noch auswachsen würde. Wann immer meine Mutter mich zwischen meinem vierten und siebenundreißigsten Lebensjahr anschaute, muss sie zumeist ein unkontrollierbar wucherndes Gewächs gesehen haben - selbst wenn es gegenwärtig nicht so viel Raum einnahm, wusste man nie, wo sich gleich wieder aufdringliche Triebe bilden würden.

Wenn ich nicht gerade ein zu rundes Kind war, war ich zumindest ein zu langes, das auf Klassenfotos alle anderen auf groteske Weise überragte. Auch das gab Anlass zur Sorge: während mein Vater nach eigenen Angaben für mich schon eine Karriere als Profi-Basketballerin im Hinterkopf entwickelte, machte sich meine Mutter Gedanken, wie das denn bloß in der Tanzschule werden würde. Und ich erinnere mich noch an die Erleichterung, als mich die anderen dann einholten (was bei einer Größe von lediglich 1,67 m am Ende ja auch nicht so schwer war), und ich von einer Freundin meiner Mutter zu hören bekam: "Jetzt wirkst du fast schon normal". Normal war wie ein Ritterschlag. Normal war das große Glück.

Aber natürlich war letzten Endes nichts, ABER AUCH GAR NICHTS an mir normal. Ich bekam  meine erste Periode mit elf Jahren. Das hatten meine Mutter und ihre Freundin nicht vor meinem vierzehnten Geburtstag eingeplant und schlugen beim Sherrytrinken theatralisch die Hände überm Kopf zusammen. Verflucht, jetzt quoll aus dem Kind schon wieder lauter Unplanmäßiges hervor. Jetzt konnte es als einzige in der Klasse wegen Krämpfen nicht am Sportunterricht teilnehmen und man musste immerzu aufpassen, dass nichts danebenging, denn das weiß ja nun wirklich jede Frau: Blutflecken in der Hose sind der Untergang. Es gibt im Universum nur eine Sache, die schlimmer ist - und das dürfte wohl Fett sein. ; ) Zuerst zischte mir meine Mutter an der Supermarktkasse noch entnervt hinterher: "Jetzt pack die Binden erst in die Einkaufstasche, bevor du damit übern Parkplatz läufst." Später gab sie es dann auf. Ich wusste auch als Kind schon, dass sie Unrecht hatte. Ich wusste, dass es nichts gab, wofür ich mich hätte schämen müssen. Und ich schämte mich natürlich trotzdem.

Und dann kam der Busen.

Und wie es sich bis dahin so ziemlich mit allem an meinem Körper verhalten hatte, war auch er zu früh und viel zu viel. Gegen dumme Bemerkungen von Mitschülern war ich nicht gewappnet. Meine Familie war eine schlechte Anlaufstelle, wenn es darum ging, mich mit der nötigen Resilienz auszurüsten. Die hatten selbst genug damit zu tun, mit der problematischen Körperrealität des Kindes klarzukommen. Also drückte ich ihn platt, indem ich das Unterhemd ganz straff nach unten und zur Fixierung durch die Beine der Unterhose zog. Ich weigerte mich sehr lange, die Notwendigkeit eines BHs anzuerkennen. Außerdem fing ich damals an, besonders weite Oberteile zu tragen und gebeugt zu gehen. Ab da begann meine Mutter allerdings, mich in die Seite zu knuffen, für gewöhnlich gefolgt von dem Kommando: "Geh' gerade! Du kriegst ja einen Buckel!" Wohlgemerkt: "Brust raus!" sagte sie nie.

Es war also nicht NUR das Fett. Es war jede verfrühte Entwicklung, die zu mir auch heute noch in ihrer Vehemenz weitgehend unerklärlichen, negativ gefärbten Überreaktionen führte. Allerdings bin ich überzeugt, dass das zum Teil imaginierte Fett als Basis und Ursache allen anderen Übels begriffen wurde. Und damit wurde alles zwangsläufig zum Übel. Denn aus Fett kann ja nichts Gutes werden - ironischerweise offenbar nicht einmal Brüste.

Der Göttin sei Dank begriff ich später natürlich selbst, dass ein wirklich großer Busen eine wirklich feine Sache sein kann. Aber was war das für ein hartes Stück Arbeit. So schwierig, wie es heute ist, mich als dicke Frau zu akzeptieren, war es als Teenager, sich überhaupt als Inhaberin eines Frauenkörpers und einer Sexualität zu akzeptieren. Denn was ich zwischen Scham und Chaos und Diäten verinnerlicht hatte, war, dass es hier selbstverständlich nichts zu feiern gab. Frausein war kein Grund, die Korken knallen zu lassen. Jedenfalls nicht, wenn man als Frau in einem so unmöglichen Körper steckte, den man dauernd daran hindern musste, aus dem Rahmen zu fallen.

Wäre ich Mutter einer Tochter, würde ich Frausein-Parties feiern. Der erste BH, die erste Regel, alles ein willkommener Anlass, Wunderkerzen auf eine Torte zu stecken und auf eine knallbunte Pinata einzudreschen, bis es Schokobrüstchen regnet. Wenn ich es recht überlege, könnte ich natürlich genau solch eine Veranstaltung doch noch für mich selbst organisieren - quasi rückwirkend. Obwohl ich mit 85 H kein Problem mehr habe - außer gelegentlich beim BH-Kauf. Das war bisher eine der leichteren Stationen auf dem Weg zur Selbstakzeptanz. (Augenblicklich arbeite ich an den Oberschenkeln und den Knien - und das, so viel kann ich schon sagen, ist beileibe kein Spaziergang auf der Promenade ; ) .)

Hin und wieder wäre es mir lieber, mein Busen sähe weniger echt und mehr wie der von Pamela Anderson aus. Für einen kurzen Augenblick hatte ich dann auch vor einigen Jahren die Idee, operativ gegen die Folgen der Schwerkraft vorzugehen. Aber diese wurde dann schnell wieder verworfen - nicht etwa aus Vernunft oder Angst vor Komplikationen, sondern weil ich damals zu dem Schluss kam, dass es sich nicht lohnt, für viel Geld eine straffe Brust an einen ansonsten ohnehin "inakzeptablen", weil zu fleischigen Körper zu zimmern...Oh Mann, Selbstverachtung ist ein Ungetüm mit seiner sehr eigenen Sicht der Dinge. Und vielen verwirrten Köpfen. Und immerzu wächst einer nach.

Bounce Your Boobies!

Wie dem auch sei - für eine Party braucht man Musik! Es war nicht ganz leicht, Kompositionen über Busen oberhalb des Ballermann-Niveaus auszumachen.Von Rusty Warren, ihres Zeichens Comedienne und Feministin, habe ich dann aber doch noch gleich zwei großartige Darbietungen gefunden, in denen stolz wippende Brüste gar als Symbol für die zu erkämpfende Freiheit ihrer Besitzerinnen dienen: Bounce Your Boobies und Knockers Up.

Außerdem denke ich, dass die folgenden Nicht-Profis ihre eigene und die Oberweite anderer Frauen mit ihren Kompositionen auf wirklich angemessene Weise feiern: Boobie Songs von Baby Smith, Shanna Hoar und The Boobebos.

Ach, und eine passende männliche Stimme gab es zu guter Letzt dann auch noch: Joe Walsh ; ).

P.S. "Mehrbusen" gibt's bei vongestern. ; )

NH